Ausgabe3. Die Zeitung der Rahn Dittrich Group

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1 Ausgabe Die Zeitung der Rahn Dittrich Group

2 e editorial Inhalt Sehr geehrte Leserinnen und Leser, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Editorial Schwerpunkt Aus- und Weiterbildung Projekte Ausland Landmann Kultur Mitarbeiterinfos Termine Impressum r-aktuell Die Zeitschrift der Rahn Dittrich Group Ausgabe 3. Quartal 2010 Herausgeber Wirtschaftsakademie Dr. P. Rahn & Partner GmbH, Kochstraße 24a D Leipzig Tel: Fax: Internet: Auflage 1200 Exemplare Redaktion Brigitte Wagner (Rahn Dittrich Group) Bildnachweis Eigenarchiv Design Kassler Grafik-Design, Leipzig Druck rohdesohn GmbH, Leipzig Verantwortlich im Sinne des Pressegesetzes Gotthard Dittrich Redaktionsschluss 28. August 2010 Nächste Ausgabe Dezember bereits im August haben in Brandenburg, Sachsen und Thüringen Schüler und Auszubildende das neue Ausbildungsjahr begonnen und die ABC- Schützen von ihren Schulen Besitz ergriffen. In der Freien Grundschule Clara Schumann wurde eine weitere Etage des Nebenhauses Nr. 20 angemietet. Dort stehen für die neuen drei ersten Klassen großzügige Klassen-, Hort und Funktionsräume zur Verfügung, die von Bären, Delfinen und Fröschen mit staunenden Augen in Besitz genommen wurden. Dem Vermieter, der Saxon GmbH Leipzig, insbesondere Herrn Dr. Heilmann, danken wir für die termin- und qualitätsgerechte Ausführung der Umbauarbeiten. Unsere Freie Grundschule in Altenburg und die Freie Oberschule in Fürstenwalde gelangten nunmehr in die staatliche Finanzhilfe und können ihre Planungen für das neue Schuljahr gut aufstellen und damit einen wesentlichen Beitrag zur Entwicklung der Unternehmensgruppe insgesamt leisten. Rückblickend auf die vergangenen Wochen und Monate berichten wir über die Höhepunkte in unseren Schulen und Niederlassungen, über Schul- und Projekttage, die für alle Beteiligten besondere Erlebnisse darstellten. Gern erinnern wir uns an die Abiturfeierlichkeit in Neuzelle, an das dortige Summercamp mit Gästen aus der Privaten Deutsche Schule Kairo, das sicher eine Wiederholung erfahren wird, an Praktikumstage und Schuljahresabschlussfeiern. Wir freuen uns, mit der Eröffnung der Kita Musikus 2 auf dem Campus Graphisches Viertel unsere Erfahrungen im Elementarbereich weiter umsetzen und 96 Krippen- bzw. Kindergartenkindern ein neues Umfeld für spielerisches Lernen geben zu können. Hier gilt unser besonderer Dank dem Investor, der CellsBau GmbH München, und den beteiligten Fachfirmen, die nach der langen Kälteperiode die zügige Fertigstellung sicherten und zur offiziellen Eröffnung am 27. August ihr Werk in Vollendung und Nutzung durch die Kinder sehen konnten. Gern informieren wir Sie, sehr geehrte Leserinnen und Leser, auch über die vielfältigen kulturellen Highlights in Leipzig, Altenburg und Zielona Góra, wo es nach der 4. Kuratoriumssitzung eine großartige Veranstaltung im Palmengarten gegeben hat. Herr Dr. Landmann lässt uns in seinem Bericht daran teilhaben, ebenso mit seinen Impressionen, die er beispielsweise titelt mit Alles Müller, oder was? oder wenn er mit Weiße ins Schumann-Haus lockt. Modernes Lernen und Wissen sind wegen ihrer Komplexität stets in dynamischer Entwicklung. Deshalb ist es wichtig, dass Bildungs-Knowhow länderübergreifend wirkt und Wissenstransfer in den Bereichen der Allgemeinbildung und beruflichen Bildung Anwendung findet. Die Rahn Dittrich Group leistet dazu einen entscheidenden Beitrag, sie verfügt über professionelle Kompetenzen und interkulturelle Fähigkeiten, die sie zur Erfüllung ihres Bildungsauftrages einsetzt. Unseren ABC-Schützen, unseren Schülern und Auszubildenden wünsche ich ein interessantes und erfolgreiches Schul- und Ausbildungsjahr, unseren engagierten Mitarbeitern weiterhin viel Freude und Erfolg in ihrer Arbeit und uns allen gutes Gelingen für die bevorstehenden Aufgaben! Danken möchte ich unseren Mitarbeitern, Auszubildenden und Schülern für die vielen interessanten Beiträge, die es uns ermöglichen, Sie unterhaltsam und aktuell zu informieren und ich hoffe, dass Ihnen die Lektüre unserer neuen r-aktuell wieder viel Freude bereiten wird. Mit freundlichen Grüßen Gotthard Dittrich Geschäftsführer Leipzig, im September r-aktuell 3/2010

3 Eine ganz andere Ganztagsschule Über 12 Jahre erfolgreiches Lernen an der Freien Grundschule Clara Schumann schwerpunkt Jeden Morgen ist Welturaufführung Mit diesem Credo beginnt allmorgendlich das Leben auf unserem Campus der Rahn Dittrich Group in Leipzig. Welturaufführung bedeutet hier, täglicher Neuanfang für jeden: Lernen als Abenteuer erfahren und Neues entdecken, das Eigene ausforschen und das Andere zulassen, Möglichkeiten der Freiheit leben und deren Grenzen akzeptieren, die Musik mit all ihren Facetten zum eigenen Lebensbedürfnis werden zu lassen und im interkulturellen Miteinander Achtsamkeit üben. - In diesem Beitrag liegt der Fokus allerdings nicht auf dem gesamten Campus, sondern vorerst auf der Grundschule. Es ist unsere Absicht, aus den Erfahrungen bei der Umsetzung des Schulkonzeptes verallgemeinerungsträchtige Gedanken in einer Fortsetzung vorzustellen. Die Erfolge der Ganztagsschule erklären sich vor allem aus der Wirksamkeit des musikalisch-künstlerischen Ansatzes. Dass diese pädagogische Strategie gesellschaftsrelevant und praktikabel ist, erleben die Kinder, die Pädagogen und Eltern täglich und facettenreich. Die Arbeitsergebnisse sind nicht vom Himmel gefallen, sondern basieren auf einer turbulenten Entwicklung. Der Weg von der Konzeptidee bis hin zur Praxis glich oft einer Bergwanderung mit all ihren Höhen und Tiefen. Es galt zunächst für alle, die Idee zu verstehen und diese geistig und emotional mittragen zu wollen. Nicht zuletzt musste die vom Geschäftsführer Gotthard Dittrich initiierte Schulgründung finanziell und materiell abgesichert werden. Ein Wagnis, dessen Ausgang noch offen war. Heute zeigt es sich, dass die Investitionen in die Zukunft gelungen sind und weit in die Bildungslandschaft hineinwirken. In diesem Prozess müssen auch das Leitungsteam Mario Korb, Kathrin Kirchner, Gabriele Koch, Sibylle Nowak und die nimmermüde Schulsekretärin Karin Thein für den ständigen Einsatz beim Gestaltungsprozess Lernende Schule hervorgehoben werden. Bei der wissenschaftlich-künstlerischen Begleitforschung zur Konzeptrealisierung war und ist die kindliche Persönlichkeitsentwicklung der entscheidende Maßstab und eine wichtige Prüfgröße. Durch Hospitationen, Interviews, Fragebögen und Lernergebnisse konnte bei den Kindern durchgängig hohe Lernlust, Schulfreude, soziale Selbstständigkeit und Interessenvielfalt konstatiert werden; außerdem ein großes Kommunikationsbedürfnis und ein Leistungswille, der sich u. a. in einer außergewöhnlich hohen Prozentzahl von Bildungsempfehlungen für das Gymnasium niederschlägt (ca. 90 % über drei Jahre hinweg). Es ergibt sich nun zwangsläufig die Frage: Was berechtigt uns, das musikalisch-künstlerische Konzept in Korrelation zur positiven Kindesentwicklung zu setzen? Ausgangspunkt ist, dass die Kreativität des Menschen eine lebensgestaltende Notwendigkeit darstellt. Ergo müssen schöpferisch-kreative Fähigkeiten durch entsprechende Tätigkeiten frühzeitig initiiert werden. Kind Kunst Kreativität und Spiel sind natürlicherweise Verwandte ersten Grades, denn sie erschließen das Wesen des Kindes in seiner Ganzheit und in seiner gestaltenden Beziehung zur Welt. Sie sind der Schlüssel zur Persönlichkeitsentwicklung in dieser Alterstufe. Kind ist Kreativität. Kind ist Spiel und Lernen. Kind ist Musik und Bewegung. Kind ist Kunst. Unter den künstlerischen Tätigkeiten hat die Musik einen ganz besonderen Platz. Sie ist die eigentliche Muttersprache aller Menschen und ist Generalfaktor für alles Lernen, denn bei keiner anderen Aktivität werden gleichzeitig so viele Hirnareale angesprochen und so viele Emotionen freigesetzt. Ein bedeutendes Ergebnis unserer Untersuchungen zur Wirkung von Musik ist das Abschwächen der Ich-Bezogenheit des einzelnen Kindes hin zum prosozialen Verhalten in der Gruppe. Damit hat sich auch der Charakter der Kommunikation qualitativ verändert 3/2010 r-aktuell 3

4 schwerpunkt und wir staunen über die klugen Dialoge und Fragen der Kinder, die eine hohe Differenzierung der Wahrnehmung und eine Problemsensitivität widerspiegeln. Wir denken z. B. an das Konzert der japanischen Flötenspieler in der Schule, bei dem selbst die Dolmetscherin der Fachsimpelei zwischen Kindern und Musikern fasziniert lauschte Wodurch erklärt sich das erfolgreiche Zusammenspiel von musikalisch-künstlerischer Tätigkeit und leistungsspezifischer Bildungsaufgabe? Gehen wir noch einmal auf die genannten Bildungsempfehlungen ein. Die stabile hohe Prozentzahl zeigt nicht nur ein bemerkenswertes Leistungsniveau an, sondern vielmehr, wie vernetztes Denken gelungen ist und wie die vielschichtigen neuronalen Aktivitäten die Kreativität und das Problemlösen beeinflussen. Dieses Vernetzte entsteht durch die unterschiedlichen Verknüpfungen auf unterschiedlichen Ebenen der Erkenntnis, der sinnlich-motorischen, der emotional-affektiven, der rational-kognitiven. Diese werden wiederum von inhaltlichen Impulsen und Angeboten aus den künstlerischen Bereichen wie Musik Bewegung Sprache u. a. beeinflusst. All die bewussten und unbewussten Einwirkungen verarbeitet das Kind subjektiv nach seiner individuellen Maßgabe. Auf diese Weise werden die Dinge und Erscheinungen von vielen Seiten her beleuchtet, vertieft, erweitert, verinnerlicht und strukturiert. Die gespeicherten Informationen sind dann flexibel verfügbar. Sind positive Gefühle im Spiel (die natürlicherweise durch das Künst lerische hervorgerufen werden), so wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Kind interessiert andocken. Die Neurologen vergleichen diesen Vorgang mit einem Telefonnetz mit vielen Anschlüssen: die Anschlüsse, die ständig angewählt werden, bilden Leitungsbahnen aus, die sich verstärken, die beständig und stabil werden und das Bestreben haben, sich untereinander vielfältig zu vernetzen. Wird nicht telefoniert, verlieren die Leitungsbahnen ihren Zweck und verlöschen. Selbständiges Umgehen mit den Informationen und neue Herausforderungen verhindern das Verlöschen und so können neue Lernmotivationen entstehen. Gerade die Pädagogen müssen Herausforderungen initiieren und verkraften die Geister, die ich rief Beispiel: Mathematikunterricht in einer 4. Klasse, die Lehrerin erwartet für die gestellte Aufgabe 1 Lösung, 18 unterschiedliche Lösungswege werden von den Kindern angeboten das ist gewollte Kreativität, das ist originelles Problemlösen! Sibylle Nowak und Mario Korb, Leiterin Musik- und Kunstschule u. Schulleiter Freie Grundschule Clara Schumann J. P. Guilford: 6 Kriterien des divergenten Denkens Ideenflüssigkeit Ideenvielfalt Phantasie Originalität Fähigkeit zur Elaboration (Dinge weiter zu verfolgen und auszugestalten) Problemsensitivität Re-Definition Solche Fähigkeiten überträgt das Kind auf andere Lern- und Lebensbereiche. Gerade die Persönlichkeitseigenschaften des divergenten Denkens müssen wir sowohl im traditionellen, als auch im künstlerisch-musikalischen Fächerkanon sowie in allen Angeboten der Schule, der Musik- und Kunstschule, im Fokus haben. Die Erweiterung des Fächerkanons durch Tanz, Chor, Sprechen und Darstellen, Musenkunde und vieles andere steht für eine Lernkultur, die alle Bereiche des Lebens berührt und dem Kind die Welt in ihren harmonischen aber auch disharmonischen Facetten erschließt. Ausgehend von der Konzeptidee stehen Lehrer, Musik- und Kunstpädagogen, Erzieher und auch die Eltern gleichberechtigt miteinander. Dieser Prozess ist pädagogisches Neuland und bedarf weiterhin eines sensiblen Dialogs. Dass Lernende Schule gelungen ist, zeigt beispielsweise die Ensembleleistung Aller bei der Schuljahrespräsentation im Centraltheater Leipzig 2010 (siehe auch Seite 17). (Weiterführung in einer nächsten Ausgabe) Prof. Dr. Regina Pauls/Prof. Johanna Metz Konzept und wissenschaftlich-künstlerische Begleitforschung (Hochschule für Musik und Theater Felix Mendelssohn Bartholdy Leipzig/Mozarteum Salzburg) 4 r-aktuell 3/2010

5 Summerschool 2010 in Neuzelle ausbildung weiterbildung In der Woche vom 18. bis 24. Juli 2010 waren 20 ägyptische Gäste aus der Privaten Deutschen Schule Kairo (PDSK) im Internat und Gymnasium im Stift Neuzelle zu Besuch. Mit erstaunten, neugierigen Augen und vielen Fragen betraten am Sonntag vier Kindergartenkinder, acht Schülerinnen und Schüler, sieben Mütter, sowie die Leiterin des Kindergartens in Kairo Brigitta Feld meier das Internat. Nach einer herzlichen Begrüßung und einem kleinen Umtrunk bezogen unsere Gäste ihre Zimmer, bevor dann alle gemeinsam zum Mittagessen in die Mensa der Schule gingen. Danach hieß es ausruhen, denn die folgende Woche hielt viele aufregende, interessante und spannende Erlebnisse bereit. So hatte unser Internatsleiter Rainer Karge für die Mütter allerhand Ausflüge, z. B. nach Guben, Cottbus und Berlin geplant. Sie besichtigten das Kloster Neuzelle und lernten zusammen mit den ägyptischen Schülern unsere Partnerschule in Zielona Góra kennen. Für die Mädchen und Jungen der 2. bis 5. Klasse standen am Montag zunächst drei Stunden Unterricht am Vormittag auf dem Plan. Sie erkundeten gemeinsam mit dem Biologie- und Chemielehrer Stefan Bischoff und Christin Rolle, Lehrkraft für Deutsch als Fremdsprache, die einheimische Natur bei einer Wanderung entlang dem Klosterteich und dem Fasanenwald. Am Mittwoch, Freitag und Samstag begeisterte S. Bischoff die Kinder mit zahl reichen, spektakulären Chemie experimenten und einem Vortrag über Fledermäuse, während sie mit C. Rolle die schuleigene Bibliothek kennen lernten, in spielerischer Art und Weise Bilder beschreiben konnten und den Deutschunterricht durch viele Bewegungsspiele einmal anders erlebten. Die Verständigung und Kommunikation war dabei überhaupt kein Problem, da alle Mädchen und Jungen über gute deutsche Sprachkenntnisse verfügen. An den Nachmittagen fuhren die Schülerinnen und Schüler zum Teichland Erlebnispark und gemeinsam mit ihren Müttern in den Spreewald und nach Berlin. Für die ganz Kleinen gab es ein extra Programm. Gemeinsam mit ihrer Vertrauensperson Frau Feldmeier und unserer Schulsozialpädagogin Marit Kanig besuchten sie an zwei Tagen den katholischen Kindergarten in Neuzelle, waren auf Spielplätzen unterwegs und nutzten das schöne Wetter zum Baden im Neuzeller Freibad. Am Samstag mussten sich unsere ägyptischen Gäste leider schon wieder aus Deutschland verabschieden. Besonders traurig war die kleine Maya aus der dritten Klasse, weil die Woche viel zu schnell verging. Sie möchte aber unbedingt wieder einmal nach Deutschland kommen und noch viel mehr sehen und erleben, ebenso wie die anderen Kinder. Um alle in guter Erinnerung zu behalten wurden Gastgeschenke ausgetauscht und noch einmal ein gemütlicher Vormittag gemeinsam verbracht, bevor die ägyptischen Gäste wieder abreisten. Sowohl für unsere Gäste, als auch für unsere Mitarbeiter war diese Woche eine neue, aber großartige Erfahrung. Alle werden vor allem positive Eindrücke für sich mitnehmen und sicher noch lang an diese sieben unvergleichlichen Tage denken. Ein großer Dank gilt allen Mitarbei tern und Betreuern, die zu diesem erfolgreichen ersten Summercamp im Juli 2010 in Neuzelle beigetragen haben: Rainer Karge (Internatsleiter und hauptverantwortlicher Organisator vor Ort), Marit Kanig (Schulsozialpädagogin), Katrin Warda (Verantwortliche für das leibliche Wohl der Gäste im Internat), Stefan Bischoff (Lehrkraft für Biologie und Chemie), Alicja Paluch (Organisatorin des Ausflugs nach Polen), Brigitta Feldmeier (Kindergartenleiterin aus Kairo), Frank Mensing (Betreuer), RWS (Versorgung mit Mittagessen), Firma Kraft (Transport) und der katholische Kindergarten Neuzelle. Christin Rolle Fachlehrerin für Deutsch 3/2010 r-aktuell 5

6 ausbildung weiterbildung Eine Freie (Rahn)-Grundschule für Thüringen wie alles begann Es war eine laue Sommernacht im August 2005, eine Nacht wie aus Samt und Seide, so recht geeignet, die Gedanken zum Fliegen zu bringen. Gotthard Dittrich, Dr. Bernd Landmann, meine Frau und ich saßen auf dem Freisitz des Restaurants Augustus auf dem Leipziger Augustusplatz und dachten darüber nach, wie die Schmidtsche Villa erneut mit Leben erfüllt werden könnte. Da wurde die Idee einer Grundschule mit künstlerisch-musikalischem Profil in Altenburg geboren. Durch meine Kontakte zur Rahn Dittrich Group wusste ich um die erfolgreiche Arbeit derselben. Die Idee begeisterte mich sofort und auch der zuverlässige Partner. Ein solcher bildungspolitischer Edelstein würde in Altenburg großen Zuspruch finden, da war ich mir sicher. Gesagt getan. Gespräche mit dem Landrat und Oberbürgermeister öffneten die kommunalen Türen und das zuständige Thüringer Ministerium erwies sich als kooperativ. Die geplante Grundschule nahm durch zügig durchgeführte Investitionen der Rahn Dittrich Group in die bestens dafür geeignete Schmidtsche Villa Gestalt an. Herr Dittrich selbst und der Glücksfall der Schulleiterin Frau Steinmetz, sowie das Lehrerkollegium und vertragliche Bindungen zu weiteren Personen und Institutionen bewirkten, wie vorausgesehen und erwartet, eine ausgezeichnete Ent wick lung. Es gab eine große Resonanz im Altenburger Land. Die erste Klasse wurde im August 2007 erfolgreich eingeschult, weitere Klassen in den nächsten Jahren folgten. Ich konnte behilflich sein, dass der Thüringer Ministerpräsident a. D. Prof. Dr. Bernhard Vogel die Schirmherrschaft über die Grundschule übernahm und dieser bis zum heutigen Tag vielfältig hilfreich zur Seite steht. Dank der engagierten Arbeit der Rahn Dittrich Group, des Lehrerkollegiums mit Frau Steinmetz, der aktiven Mitarbeit der Eltern und weiterer Unterstützer wurde die dreijährige Vorfinanzierungszeit erfolgreich abge schlossen und die weitere Finanzierung der Schule durch die Landesregierung Thüringen ist gesichert. Das lässt gegebenenfalls neue Pläne reifen. Und wer, wie ich, anlässlich einer Lesung in der Schule die begeisterten Kinder sah, weiß, dass alles richtig gemacht wurde. Eine Auffassung, die, wie er mir kürzlich mitteilte, auch der Schirmherr, Ministerpräsident a. D. Bernhard Vogel, teilt. Es bleibt ein herzlicher Dank für die Rahn Dittrich Group, Herrn Dittrich persönlich sowie Herrn Dr. Landmann und allen anderen Betei ligten. Peter Friedrich Vorsitzender Schlossverein Altenburg e. V. 6 r-aktuell 3/2010

7 ausbildung weiterbildung Endlich ist es soweit Die Freie Grundschule Altenburg hat die Wartefrist über standen und ist in der Finanzierung. Dieser Weg wird kein leichter sein!!! und war es auch nicht. Immer wieder geprägt von Höhepunkten und auch Rückschlägen konnte sich unsere kleine Schule in Altenburg sehr gut etablieren. Nun ist unserer Schule, in einem so wunderschönen, historischen Gebäude, ein wichtiger Etappensieg gelungen: Die Finanzierung ist genehmigt! Zeitgleich mit der Finanzierung der Grundschule kam der positive Bescheid der EFRE Mittel* für eine interaktive Tafel. Rückblick: 2007 empfing uns sowohl die Stadt Altenburg als auch das Land Thüringen mit offenen Armen. Eine Grundschule mit musikalisch-künstlerischem Profil hatte doch gerade noch gefehlt. Die Stadt Altenburg bietet auch alles, was unsere Grundschule braucht. Wir haben mit den kulturellen Einrichtungen der Stadt sehr fruchtbare Kooperationsverträge schließen können: Zu nennen sind da das Landestheater Thüringen, das Lindenau Museum mit dem Studio Bildende Kunst, das Mauritianum aber auch die Bibliothek. Diese Kooperationen sind nicht nur fürs Papier geschrieben worden, sondern für die Bildung unserer Kinder von großem Vorteil. Einmal im Schuljahr findet eine Theaterprojektwoche statt. Die Kinder lernen das Theater als Haus, die Sparte und die einzelnen Berufsgruppen kennen. Sie dürfen sich selber ausprobieren, mitmachen und eine Abteilung in der Kiste gestalten. Zudem gibt es für alle Kinder alters- und lehrplangerecht ca. einmal pro Monat einen Theaterbesuch. Besonders beliebt sind auch die Veranstaltungen, die KddO genannt werden. Ausgeschrieben Kennst du das Orchester Blechbläser oder Holzbläser etc. Im Lindenau Museum dürfen unsere Kinder regelmäßig Museumspädagogik erleben. Mit Begeisterung betrachten unsere Kinder die Peter Friedrich bei der Lesung vor Grundschülern italienischen Skulpturen und die Gemäldegalerie. Aber auch im Haus hat sich viel getan, so konnten wir im Schuljahr 2009/10 eine eigene Bibliothek eröffnen. Herr Friedrich stand uns als prominenter Vorleser und einer der Mitinititoren der Schulgründung zur Verfügung. Am 7. August 2010 ist es wieder soweit und unsere Schule erwartet zwei Klassen mit den neuen Schulanfängern. Alle Lehrkräfte und Erzieher sind gut vorbereitet und schmücken seit Tagen das Haus. Das Engagement der Kolleginnen und Kollegen, sowie die Dankbarkeit der Eltern hat unsere Schule Stück für Stück wachsen lassen. Wir freuen uns auf ein neues Schuljahr und heißen alle herzlich Willkommen, die sich mit uns an unserer Schule erfreuen wollen! Katja Steinmetz Schulleiterin * ERFE-Mittel (Europäischer Fonds für regionale Entwicklung) 3/2010 r-aktuell 7

8 ausbildung weiterbildung Empfang im Sächsischen Staatsministerium Rahn-Schülerin erzielt Traumnote Julia Herrmann, Schülerin an der Fachoberschule der Dr. P. Rahn & Partner Schulen Leipzig hat die Fachhochschulreife prü - fung 2010 mit der Durchschnittsnote 1,0 bestanden und wurde zur Auszeichnung ins Sächsische Staatsministerium für Kultus und Sport eingeladen. Sie hat den Schulabschluss in einer Qualität geschafft, die sie aus der großen Gemeinschaft der Sächsischen Absolventen der Fachoberschulen herausragen lässt, und deshalb diese besondere Würdigung erfahren. Wir wünschen ihr für ihren weiteren Lebensweg viel Erfolg und zitieren an dieser Stelle die Eltern: wir möchten uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich für Ihre geleistete Arbeit bedanken. Julia hätte diese Ergebnisse nicht ohne die heraus ragende Arbeit der gesamten Lehrerschaft Ihrer Schule erbringen können. Machen Sie weiter so! Das deutsche Bildungssystem ist dank Ihrer Schule nicht ganz ver loren. Weiterhin viel Erfolg für Ihr Haus. Familie Herrmann Czesc! ein Tag auf Polnisch Was weißt Du eigentlich über Polen? Diese Frage stellten sich die Schüler der Klasse M08/6a der Freien Mittelschule Dr. P. Rahn & Partner spätestens am Morgen des 23. Juni 2010, als sie gemeinsam mit ihrer Klassenlehrerin Sabine Schiefer, auf dem Weg zum Polnischen Institut Leipzig waren. Den Schülern stand ein Tag auf Polnisch bevor, an dem die Klasse wie auch die Klassenlehrerin neugierig darauf waren, was man alles über unsere Nachbarn erfahren würde. Nach einer freundlichen Begrüßung in den Räumen des Polnischen Instituts, bildete den Auftakt der fünfstündigen Gedankenreise nach Polen ein junger Mann, dem es gelang in 45 Minuten in erfrischender Art und Weise einen kurzen Überblick über die polnische Geschichte von den Anfängen bis in die Gegenwart zu geben. Im Anschluss an diesen historischen Exkurs konnten die Schüler mehr über Sitten und Bräuche in Polen lernen. Feiern wir denn die gleichen Feste? Unter dieser Fragestellung stellten die Schülerinnen und Schüler gemeinsam mit der Referentin eine Übersicht zusammen, die erkennen ließ, dass viele Feste in beiden Ländern gefeiert werden, einige jedoch, wie zum Beispiel der Oma- und der Opa-Tag, bei uns nicht bekannt sind. Am meisten jedoch gefiel der Klasse das abschließende Spiel, das als Unterhaltung für junge Leute in Polen auf Partys oder in den Schulen sehr verbreitet ist: Dazu wird von einer der Tür gegenüber liegenden Wand eine Linie bis zur Tür gezogen. An dieser Linie entlang stellen sich alle Jungen Fuß an Fuß voreinander in einer Reihe auf. Sind alle Teilnehmer in dieser Aufstellung aufgereiht, kommt der Letzte dieser Kette wieder nach vorn. Dies wird so lange fortgesetzt, bis ein Teilnehmer mit seinen Fußspitzen die Tür erreicht hat. Dieser, so sagt der Aberglauben, wird als erster einmal heiraten, was natürlich in der 6. Klasse zu großer Erheiterung beitrug. Natürlich durften auch die Mädchen das gleiche Spiel durchführen, so dass zum Schluss mit großer Freude, dass erste Hochzeitspaar der Zukunft feststand. Am Ende des Tages hatte die Klasse außerdem noch eine Einführungsstunde in polnischer Sprache sowie eine Einheit in Landeskunde mit großem Interesse absolviert. Zum Abschluss machte eine weitere Referentin die Schülerinnen und Schüler noch mit dem Gedicht Lokomotywa vertraut, bei dessen Analyse die Klasse spielerisch und freudbetont die einzelnen Inhalte erfassen konnten. So blicken Klasse M08/6a wie auch die Klassenlehrerin S. Schiefer auf einen erlebnis- und abwechslungsreichen Tag zurück, der von den Angestellten des Polnischen Instituts Leipzig sehr kompetent durchgeführt wurde und allen mehr Lust auf Polnisch gemacht hat. Vielen Dank den Organisatoren. Sabine Schiefer Klassenlehrerin M08/6a Freie Mittelschule Leipzig 8 r-aktuell 3/2010

9 ausbildung weiterbildung Naturwissenschaftlicher Wettbewerb experinat 2010 experinat" ist ein gemeinsamer Wettbewerb der Stadtwerke Leipzig, des Helmholtz Zentrums für Umweltforschung, der Euro Gene GmbH, dem Fachbereich Elektrotechnik der HTWK sowie der Hochschule für Telekommunikation. Er wurde in diesem Jahr bereits zum fünften Mal ausgerichtet mit dem Ziel, das Interesse der Schüler an Naturwissenschaften zu wecken und zu verstärken. Die Freie Mittelschule Dr. P. Rahn & Partner beteiligte sich erstmalig mit einem Team aus fünf Schülern der Klassenstufen 8 bis 10, um in den Laboren der Partner ihr Können unter Beweis zu stellen. Bereits am 22. Februar 2010 wurden die Teilnehmer und Lehrkräfte mit einer energiegeladenen Vorlesung auf den anspruchsvollen Wettbewerb eingestimmt. Im Physikhörsaal der Universität Leipzig demonstrierten Professor Oehme und seine Mitarbeiter der HTWK Leipzig verblüffende und zugleich spannende Phänomene aus der Welt der Physik. Dann folgten am 19. und am 22. März 2010 zwei Tage konzentriertes Experimentieren und Lernen außerhalb der Schule. Zu lösen waren unterschiedliche Versuche und Aufgaben mit vielen interessanten Problemstellungen aus fünf Bereichen: Physik und Technik, Biologie, Chemie und Umwelt, Solar und Licht, Informatik. Jeder Schüler arbeitete in zwei unterschiedlichen Modulen mit. Am 27. April 2010 fand die Abschlussveranstaltung im Werk II statt. Dort wurden die jeweils besten Einzel- und Teamleistungen prämiert. Florian Sommerkorn aus der Klasse 10 holte sich den Sieg im Einzelwettbewerb der Mittelschulen und konnte sich über einen neuen Laptop freuen. In der Teamwertung der Mittelschulen belegten unsere fünf Schüler ebenfalls den ersten Platz und bekamen je einen Gutschein für eine Ballonfahrt. Damit ist die Freie Mittelschule Dr. P. Rahn & Partner als beste Schule von Leipzig im experinat Wettbewerb hervor gegangen. Eine besondere Leistung, die eine besondere Würdigung erfahren hat. Uwe Münzer Fachleiter NaWi 3/2010 r-aktuell 9

10 ausbildung weiterbildung... und für die Zukunft wünsche ich mir Impressionen vom Abschlussball der Fachoberschule Fürstenwalde Samstag, 3, Juli 2010, 15:00 Uhr, 37 Außentemperatur, erste Tränen werden verstohlen aus den Augenwinkeln gewischt, die Kameras laufen und unsere Absolventen schweben in den Saal, der feierlich für den Abschlussball geschmückt ist. Eigentlich eine ganz klassische Zeugnisausgabe aber das Rahmenporgramm im Theater am See ist immer auch ein bisschen anders. So sind unsere Gäste gerade an diesem Nachmittag hellauf begeistert, dass wir sie über die aktuellen Fussballzwischenstände des Viertelfinals Deutschland Argentinien informieren, dass wir ganz dezent auf die Turnschuh-Fraktion verweisen oder dass wir gerne die eine oder andere Anekdote zu den Absolventen erzählen. Luftballons, auf denen die Schüler vorab ihre Wünsche für die Zukunft notieren konnten und so bleibt auch uns nicht anderes als zu sagen: Hab 'nen Luftballon gefunden, heb ihn auf und lass ihn fliegen. Doreen Kosch Rahn Schulen Fürstenwalde Das Highlight ist an diesem Nachmittag aber unumstitten das Starten der 10 r-aktuell 3/2010

11 Neues aus DESSAU- ROSSLAU ausbildung weiterbildung Bewährungsprobe für auslernende Ausbaufacharbeiter: Die Ausbaufacharbeiter des 2. Ausbildungsjahres mussten sich bereits Monate vor der Facharbeiterprüfung einer besonderen Bewährungsprobe stellen. Zwei große Projekte mit bleibendem Wert waren zu bewältigen. 1. Die Stufen des Eingangsbereiches mussten erneuert werden, also musste eine entsprechende Form gebaut, die richtige Betonmischung recherchiert und entsprechendes Bewährungsmaterial eingebracht werden. Und zu guter letzt mussten die Stufen auch noch fachgerecht eingebaut werden. Die Auszubildenden um Ausbilder Torsten Althaus können mit dem Ergebnis zufrieden sein die WAK ebenfalls. 2. Projekt der Ausbaufacharbeiter war die grundlegende Erneuerung der Metallwerkstatt mit Fußbodensanierung und Wärmedämmung. Dieses Projekt drohte auf Grund der z. T. fehlerhaften Betonmischung des Fußbodens fast zu scheitern, doch mit gemeinsamer Kraftanstrengung konnten die Auszubildenden die Werkstatt dann in einem ordentlichen Zustand an die Ausbilder und Lehrlinge des Metallbereiches übergeben. Das 3. große Projekt in Dessau-Roßlau ist die Neu-Isolierung der Heiztrasse (Fernwärmeleitung) zu den Werkstätten im Nachbargebäude, deren Isolierung im Laufe der Jahre ermüdet war und große Wärmeverluste verursachte. Da ist es gut, wenn man die Spezialisten im Hause hat, und einen großen Teil der anfallenden Kosten in Eigenleistung erwirtschaften kann. Mit viel Initiative und hoher Fachkenntnis hat Herr Cramer, unterstützt von unseren Verbundauszubildenden, die heißen Sommerwochen genutzt, um für den Winter vorzusorgen und unsere Heizkosten zu reduzieren. Leider blieb da für Sommerurlaub keine Zeit Herrn Cramer dafür ein großes Dankeschön. Facharbeiterprüfungen: Die Stunde der Wahrheit schlägt für 8 Bau- und Metallmaler, 14 Teilezurichter und 12 Fachlageristen zwischen Mitte und Ende August. Allen Prüfungsteilnehmern wünschen wir ein erfolgreiches Bestehen und zeitnah einen Arbeitsplatz in der freien Wirtschaft. Neue Azubis: Ab 1. September beginnen in Dessau-Roßlau 34 Auszubildende ihre Ausbildung als Fachlageristen bzw. Teilezurichter. Den Auszubildenden und den Mitarbeiterteams wünschen wir Kraft, Erfolg und gutes Gelingen in den nächsten zwei Jahren. 3/2010 r-aktuell 11

12 ausbildung weiterbildung Zu Besuch in der Fachoberschule Dr. P. Rahn & Partner Leipzig: Einführung zu CAD-Systemen und Produktpräsentation zu Auto- CAD 2010 Architektur In der Fachoberschule Technik werden im Fach Technisches Zeichnen auch Grundlagen des rechnergestützten Konstruierens (CAD, d.h. Computer Aided Design ) vermittelt. In diesen Lernbereich reihte sich eine sehr anschauliche neunzigminütige Produkt- Präsentation der Firma acadgraph am 5. Mai 2010 vor Schülern der Klasse T 09 der Fachoberschule Dr. P. Rahn & Partner Leipzig in der Kochstraße 28a ein. Die als sehr gelungen zu bezeichnende Veranstaltung leistete zugleich einen Beitrag zur beruflichen Orientierung der Schüler. Die acadgraph CADstudio GmbH mit Sitz in München entwickelt und vertreibt seit 1985 Software für Architektur und Bauwesen. Mittlerweile ist acadgraph einer der größten Autodesk-Händler für das Bauwesen. Die Firma Autodesk ist mit weltweit mehr als neun Millionen registrierten Anwendern Marktführer für 2D- und 3D- CAD-Software. Bekannt wurde Autodesk vor allem durch seine CAD-Software Auto- CAD. Für Schüler einer Fachoberschule Technik ist es wichtig, einen Überblick über die Leistungsfähigkeit aktueller CAD-Software zu haben, daher war es sehr erfreulich, einen Referenten gewinnen zu können, der sich durch hohe Fachkompetenz auszeichnete und den Schülern sein Wissen hervorragend vermitteln konnte. Herr Koch ging in seinen Ausführungen vor allem auf die Möglichkeiten von CAD-Systemen in der Architektur, für Geoinformationssysteme und für das Facility Management (hier geht es z. B. um das Verwalten von Gebäude- und Liegenschaftsdaten) ein. Interessiert folgten die Schüler seinen Hinweisen auf berufliche Chancen im CAD-Bereich für angehende Techniker bzw. künftige Absolventen der Fachoberschule. Anschaulich demonstrierte er am Beispiel von AutoCAD 2010 Architektur die Möglichkeiten aktueller CAD-Software. Die Schüler waren überrascht zu sehen, welche umfangreiche Unterstützung für den Architekten CAD- Systeme heutzutage bieten. So ist es möglich, quasi auf Knopfdruck ganze Wände, aber auch Türen oder Fenster mit all ihren Eigenschaften einzufügen, ohne dass dabei noch eine wesentliche Nacharbeit erforderlich war. Großes Interesse fand unter anderem die intelligente Bemaßung, die es ermöglicht, automatisiert komplette Maßketten zu erzeugen und bei einem Verschieben von Bauelementen automatisch die Maße aktualisiert. Vom großen Interesse der Schüler zeugte auch, dass viele die Möglichkeit nutzen, nach der Veranstaltung mit Herrn Koch ins Gespräch zu kommen und Fragen zu stellen. Um den Schülern zu ermöglichen, sich tiefgründiger mit CAD beschäftigen können, wurde ihnen von acadgraph umfangreiches Informationsmaterial auf CD, u. a. mit zeitlich begrenzt lauffähigen Demo-Versionen von CAD-Software, zur Verfügung gestellt. Hellmut Münzel Fachlehrer Informatik/ Technisches Zeichnen Rahn Schulen Leipzig WEITERE INFORMATIONEN 12 r-aktuell 3/2010

13 ausbildung R. im Gespräch mit einem Mitarbeiter der WAK weiterbildung Eine gelungene Partnerschaft Gute Fachkräfte, d. h. auch gute Metallbauer, werden von Handwerksbetrieben und der Industrie dringend benötigt. Dazu zählen nicht nur erfahrende, langjährig tätige Gesellen, sondern auch ehemalige Lehrlinge, die gerade ausgelernt haben, aber wissen was sie können und zukünftig erreichen wollen. Dazu ein Beispiel aus unserem Umfeld: In der vorherigen Ausgabe der r-aktuell konnte über René Boeck, einen sehr engagierten ehemaligen Lehrling, der eine kleine CNC-Fräse entwickelt und gebaut hatte, berichtet werden. René hat die Gesellenprüfung als bester Lehrling abgeschlossen und arbeitet seit dem 1. März diesen Jahres als Geselle, in einer angesehenen Maschinenbaufirma der Stadt Halle. Aber wie hat er diese Anstellung, ohne großes Suchen und lang wieriges schriftliches Bewerbungsprozedere gefunden? In diesem Fall war es so, dass nicht René eine Firma gefunden hat, die ihn einstellt, sondern umgekehrt, diese Firma hat eine gute Fachkraft gesucht, um ihr Team zu verstärken und ihm einen Arbeitsvertrag angeboten. Die Niederlassung Halle der Wirtschaftsakademie Dr. P. Rahn & Partner GmbH arbeitet schon viele Jahre mit der Firma Maschinenbau Jacobs zusammen. In Laufe der Zeit entstand ein gewisses Vertrauensverhältnis, und so konnten schon einige Probleme gemeinsam gelöst werden. Wir arbeiten hauptsächlich im personellen Bereich und dies speziell auf dem Gebiet der Lehrlingsausbildung zusammen, d.h. Herr Jacobs bildet selbst Lehrlinge aus, ist auch Mitglied der Prüfungskommission und hat immer ein offenes Ohr, wenn es um Ausbildung junger Menschen und deren Perspektive geht. Die Firma Maschinenbau Jacobs als Handwerksbetrieb auf dem Fachsektor Saatgutreinigungsmaschinen existiert schon seit 1931 und wird in der 4. Generation durch die Familie Jacobs geleitet. Zum Leistungsumfang gehören zum Beispiel Maschinen und Geräte zur Saatgutaufbereitung, Sortierung, Reinigung, Förderung, Beizung und Belüftung von Getreide, Gräsern, Kleesorten, Ölsaaten, Leguminosen und Spezialkulturen wie Kräuter, Blumensamen. Diese Spezialmaschinen und -ausrüstungen werden in der Firma Jacobs geplant, projektiert, gebaut und versandt. Zurzeit gibt es Aufträge die bundesweit bis international eingeordnet werden können, denn aus China kommt unter anderem auch ein Vertragspartner der Firma Jacobs. Die Möglichkeit für einen jungen Menschen, der Interesse an seinen Beruf zeigt, weiter zu lernen ist hier unerschöpflich und bietet viele Möglichkeiten einer Qualifizierung. René Boeck, unser Lehrling mit sehr guten Fachkenntnissen und praktischen Fertigkeiten hatte zudem noch etwas Glück. Herr Jacobs stand im vorigen Jahr vor dem Problem, dass er sein Team unbedingt verstärken wollte und sprach uns, die Vertreter der Wirtschaftsakademie deshalb an, ob wir eventuell kurzfristig einen guten Metallbauer hätten, den er einstellen könne. Unsere Niederlassung bildet Lehrlinge als Metallbauer aus, sodass wir ihm einige personelle Vorschläge unterbreiten konnten. Über ein mehrwöchiges Praktikum und nach einer Eignungsfeststellung fiel die Wahl auf René Boeck. Auch René fühlte sich mit der Arbeitsaufgabe, diese Sondermaschinen bauen zu dürfen wohl, und so wurde der Arbeitsvertrag der Firma Jacobs von ihn dankend angenommen. René hat sich in dieser kurzen Zeit sehr gut eingearbeitet und baut hauptsächlich mobile Sondermaschinen für die Saatgutaufbereitung, bzw. kleinere Dreschmaschinen für unterschiedliches Saatgut. Er hat auch die Erfahrung gesammelt, dass man nach der Ausbildung unbedingt weiter lernen muss, um fachlich nicht stehen zu bleiben. Schon jetzt ist man sich deshalb zwischen den Mitarbeitern der Wirtschaftsakademie und der Maschinenbaufirma Jacobs einig, dass gute Voraussetzungen für eine weitere Zusammenarbeit, unter anderem auf dem Gebiet der Zusatz- und Nachqualifizierung junger Facharbeiter bestehen. René ist vor allem stolz, wenn er am Monatsende nicht nur sein Lehrlingsentgelt in der Tasche hat, sondern richtigen, hart verdienten Facharbeiterlohn. Auch wenn René erst wenige Wochen in dieser Firma arbeitet, eine weitere Qualifizierung ist schon im Gespräch und dies wird garantiert nicht die letzte sein. Klaus Bräse Niederlassung Halle 3/2010 r-aktuell 13

14 ausbildung weiterbildung Ein gelber Backsteinweg quer durch die Schule Die Freie Grundschule Clara Schumann bettet seit Jahren die Fächer Elementaren Tanz, Sprechen und Darstellen und Chor in ihren Regel-Unterricht ein. Für diesen Unterricht arbeitet sie mit Künstler/innen und Kunstpädagogen sehr eng zusammen. gesetzt und somit innerhalb eines Rundgangs als Gesamtwerk erfasst. Es eignete sich für diese Art der Umsetzung der Geschichte Der Zauberer von Oz von Frank L. Baum, da sich die Eine der szenisch nicht beteiligten Klassen, übernahm die Dokumentationsaufgabe. Dabei interviewten sie die Klassen und filmten die Szenen. Ihre Ergebnisse wurden als eine große Collage im Schulhaus präsentiert. Zwei anderen Nun war es der Wunsch des Lehrkörpers aber auch der Schüler, in einer einwöchigen Projektwoche unterschiedliche Formen des Theaters kennen zu lernen und selber auszuprobieren. Dabei kamen sie mit der Arbeit der Künstler in Kontakt und erprobten selber künstlerische Ansätze im darstellerischen Bereich. Die einzelnen Theaterformen sollten in einer Geschichte verarbeitet werden, die vorher in einzelne Episoden (je nach Anzahl der sich be tei ligenden Klassen) unterteilt wurden. Diese Episoden wurden dann an unterschiedlichen Orten der Schule in Szene Hauptdarstellerin ebenfalls wie die Kinder auf einen Weg begibt, um dort ihre Aufgaben zu lösen und Antworten auf ihre Fragen zu bekommen. In Rahmen der Vorbereitung zu der Projektwoche erzählten die Erzieherinnen einzelne Episoden aus der Geschichte frei. Weitere Kapitel des Buches konnten die Schüler selber lesen, vorlesen oder vorgelesen bekommen. Die Geschichte war damit allen Beteiligten im Vorn herein bekannt. Auf dieser Grundlage konnten nun die Klassen ihre unterschiedlichen Theaterformen erproben. Die Aufführungsorte wurden nach Bühnentauglichkeit, Raumgröße und thematischen Bezug ausgewählt. So fand der Anfang der Geschichte in der großen Turnhalle statt, um dann über den Hof in den Saal, von dort in die Mensa und wieder in den Saal zu führen. Schließlich endete die Geschichte wieder in der Turnhalle. Klassen erstellten mit den Kunst- und Gestaltungslehrerinnen Requisiten und Büh nenbilder. Ebenso beteiligten sich viele Eltern aktiv bei der Kostümerstellung. Eine Mutter brachte sogar eine Nähmaschine mit und so konnten die Kos tüme vor Ort den Kindern auf den Leib geschneidert werden. Unser Religionslehrer übernahm die Rolle des Anfang vom Weg durch das Zauberland und die Theaterpädagogin war dann das Ende vom Weg. Ebenfalls gab es Szenen-Posten, die die Zuschauertruppe auf den rechten Weg lenkten. Jede Klassen besetzte ihre benötigten Rollen dreifach, damit auch drei Durchgänge nach einan der aufgeführt werden konnten. Somit war gewährleistet, dass alle Schüler unserer Schule das Stück aktiv (Spieler) wie auch passiv (Zuschauer) miterleben konnten. Es war eine neue und sehr spannende Er fahrung für unsere Grundschule, die alle Betei ligten in dieser Woche erleben konnten. Fest steht aber schon jetzt, es wird eine Wieder holung geben. Anett Seidel Theaterpädagogin 14 r-aktuell 3/2010

15 ausbildung weiterbildung Computerassistenten im Praktikum Die Berufsfachschüler aus Fürstenwalde absolvieren am Ende der 11. Klasse ein Praktikum, um ihre Kenntnisse praktisch anzuwenden und berufliche Aufgaben in berufsbezogenen Arbeitsstätten kennenzulernen. Vom 25. Mai 2010 bis weit in die Sommerferien (1. August 2010) dauert das Praktikum. Neben der Verantwortlichen für das Praktikum, der Schulleitung hat auch der Klassenleiter, Herr Thieme, die Praktikanten vor Ort besucht und folgendes Interview geführt: Diego 1 wie gefiel Ihnen das Praktikum bisher? Ich arbeite an Schaltschränken für Energiever teilungen. Der Aufgabenbereich gefällt mir; es war schon bisher fachlich spannend und abwechslungsreich. Denis 2, Sie wurden als Techniker ausgebildet und arbeiten jetzt im Schaltschrankbau. Würden Sie diese Wahl heute wieder treffen? Ja, auf jeden Fall. Welche zusätzlichen Qualifikationen haben Sie nach der Ausbildung noch erworben? Ich habe z. B. in Heidelberg bei der Firma ABB eine Schulung zu TSK-Anlagen 3, besucht. Welche Erfahrungen aus Ihrer Ausbildungszeit fanden Sie bisher nützlich. Was fällt Ihnen da spontan ein? Die Automatisierungstechnik und Gestaltung technischer Dokumentation; mit der Elektro problematik war mir schon zum großen Teil vor der Ausbildung vertraut. und wie ist die Betreuung und das betriebliche Umfeld so? Es ist alles super; ich könnte mir vorstellen in dieser Brache den Job für das Leben zu finden. Und welche Pläne haben Sie für die Zukunft? Wenn es meine Zeit erlaubt, möchte ich eine Qualifizierung zum Elektromeister besuchen. Was wird Thema der Facharbeit sein? Arbeitstitel der Facharbeit ist Schaltschrankbau vom Angebot/ Planung über den Bau bis zur Inbetriebnahme. Das Interview führte Ulrich Thieme, ehemaliger bzw. amtierenden Klassenleiter. 1 COM09; z. Z. Prak - tikant bei Förster Schaltanlagenbau 2 Besuchte in der Zeit von 2005 bis 2008 die COM05 und danach die TE07A) 3 TSK= typgeprüfte Schaltgerätekombinationen 3/2010 r-aktuell 15

16 ausbildung weiterbildung Impressionen zur Abschlussprüfung im Fach Technologie der Rahn Schulen Leipzig Die Assistenten für Hotelmanagement der Klasse H08 stellten sich am Ende ihrer Ausbildung den praktischen Prüfungen in Service und Küche. Im Service bestanden die Anforderungen darin, ein 5-Gänge-Menü für vier Personen innerhalb von 40 Minuten fachlich korrekt einzudecken und verschiedene Serviettenformen, wie beispielsweise Bischofsmütze, Lilie und Stern, zu brechen. Am ersten Prüfungstag wurde dieses Menü eingedeckt: Törtchen vom Reh mit Gänseleber, Weißkraut und Trompetenpilzen Tranche vom Steinbutt mit Hummerschaum und glacierten Zuckerschoten Rotes Traubensorbet Pochiertes Kalbsfilet im Mangoldblatt auf Kartoffelrisotto Variation von dreierlei Schokolade mit Kokoseis zur Glaswahl, Garnitur und zu den Zutaten wurde abgefragt. Einer der elf zu beherrschenden Cocktails ist der Tropicana. (Dieser besteht aus 4 cl Zuckerrohrschnaps, 2 cl Kokoslikör, 1 cl Bananensirup, 6 cl Orangensaft, 6 cl Maracujanektar und 1 cl Blue Curacao. Er wird geshakt, in einem Longdrinkglas serviert und mit einem Ananasstück dekoriert.) Die praktische Prüfung in der Küche stellte bei sommerlichen Temperaturen spezifische Anforderungen an die Prüflinge. Aus einem bereitgestellten Warenkorb galt es innerhalb von 120 Minuten ein 3-Gänge-Menü für sechs Personen zu produzieren. Besonderes Augenmerk wurde auf Schnitttechniken, Garzeiten, Anrichtetechniken und Hygiene am Arbeitsplatz gelegt. Die Prüflinge erzielten überwiegend sehr gute bis gute Ergebnisse, zu denen wir herzlich gratulieren. Unsere Absolventen für das Hotelmanagement starten nun nach einer kleinen Verschnaufpause gut gerüstet in das 20-wöchige In- und Auslandspraktikum. Lisette Grützner Fachlehrerin Technologie Danach erfolgte die Verteidigung des eingedeckten Gästetisches in einem mündlichen Prüfungsgespräch. Hier stellten die Prüflinge ihre Technologiekenntnisse der letzten beiden Ausbildungsjahre unter Beweis. Das Gestalten einer Menükarte und die Auswahl korrespondierender Weine, der Vorschlag eines Aperitifs und Digestifs aus einer umfangreichen Getränkekarte waren ebenfalls Prüfungsbestandteil. Die im Barmixerseminar vermittelten Kenntnisse der Barkeeperschule Rostock fanden beim Mixen alkoholischer Cocktails Anwendung. Technologisches Wissen zu Herstellungsver fahren, 16 r-aktuell 3/2010

17 ausbildung Barfuß unterm Regenbogen weiterbildung Das Schuljahresabschlusskonzert der Freien Grundschule Clara Schumann Leipzig am im Centraltheater zu Leipzig Stellt euch vor, es ist Anfang Sommer. Stellt euch vor, die Wiesen sind grün, die Blumen, Büsche und Bäume stehen in voller Pracht und die Sonne scheint. Alle Menschen gehen hinaus in den Garten, wo sich das Gras unter den nackten Füßen weich und üppig anfühlt. Auch alle Träume und Geschichten werden in den Garten gebracht, um gut durchzulüften und noch einmal erinnert und erzählt zu werden. Stellt euch vor, Sonne und Wind kitzeln uns die Nasen, der Duft der Blumen zieht vorbei und man hört liebliche Klänge Mit diesem gedanklichen Angebot wurde das gespannte Publikum aus Eltern, Großeltern, Geschwistern und Gästen in Empfang genommen. Und schon waren sie entführt in einen wunderbaren Bühnengarten, in dem wir uns Barfuß unterm Regenbogen alle Strümpfe und Schuhe blieben in den Garderoben versammelt hatten. Zu sehen und zu hören waren viele sehr spannende Teamarbeiten, die im Laufe des letzten Schuljahres in den Unterrichten, in Projekten und Arbeitsgemeinschaften entstanden waren. Besonders schön zu erleben, dass es den jeweils beteiligten Klassenlehrerinnen und Kunstpädagogen wunderbar gelungen ist, in den Stücken die einzelnen Bereiche Tanz, Musik und Sprache organisch zu verbinden. Die Spielfreude der Kinder war riesig und der Funke sprang auf das Publikum über. Kleine Geschichten erzählende Gärtner aus der Pinguinklasse und neun Nachwuchspianistinnen veranstalteten ein Konzert im Blumenbeet, der Tausendfüßler Hannibal kam des Weges ge zogen und beim Mückenlied stand sogar der ganze Saal, um sich, angeleitet durch Chorlei terin Sophie Bauer, der kleinen Plagegeister zu erwehren. Der Gesang überhaupt bekam dieses Jahr einen gebührenden Stellenwert. Zweimal standen alle 286 Kinder der Grundschule gemeinsam kraftvoll singend auf der Bühne und auch kleinere Chöre, wie z. B. die der Elefanten, Bären und Frösche, verschafften sich Gehör. Spannung erzeugten auch die Stücke der Tänzerinnen und Tänzer aus den Tanz- AGs von Helene Krumbügel und Annett Paschke, grandios unterstützt durch die Perkussionskinder mit Roberto Fratta. Ein neues interessantes Stück für Djembe, Xylophon, Harmonika und Klavier präsentierten die Kompositionsschüler von Aristides Strongylis und nach der Pause verliebte sich im von Tobias Rank und Helene Krumbügel sorgfältig und liebevoll inszenierten Bühnenstück Was ist los, Frosch? selbiger glücklich in die Gans verliebt. Nachdem die Theater-AG (Anett Seidel) die Antwort auf die Frage nach der Größe des Weltalls ge funden hatte das Weltall passt in eine Tasse schwarzen Tee verabschiedete unser Schul leiter Mario Korb die Kinder der 4. Klassen. Sie bekamen die traditionellen Vergißmeinnicht- Tücher der Schule als Andenken an ihre Grundschulzeit und sangen ein gemeinsames Abschiedslied. Wie bereits beim Konzert vor zwei Jahren saßen alle Schülerinnen und Schüler auf und vor der großen Theaterbühne und konnten so das Geschehen genau verfolgen. Der Eindruck eines Regenbogens ergab sich durch die farbige klassenweise Gewandung sowie eine zur jeweiligen Geschichte passende Lichtprojektion. In diesem Zusammenhang sei noch einmal ein herzlicher Dank ausgesprochen an das Mitarbeiterteam des Centraltheaters für die einfühlsame und pro fessionelle Unterstützung bei allen Fragen und Wünschen an die technische Umsetzung. Dank natürlich auch an alle Lehrerinnen und Erzieherinnen, die die Durchführung eines so großen Konzertes mit seiner umfangreichen Proben logistik überhaupt ermöglicht haben und natürlich auch an alle Kunstpädagogen und die Kinder sowie an alle anderen ringsum Betei ligten! Und nun: Bühne frei für den Sommer! Uta Zimmermann Lehrerin Freie Grundschule Clara Schumann 3/2010 r-aktuell 17

18 ausbildung weiterbildung Abschied von einem ganz besonderen Abiturjahrgang in Neuzelle Botschaftsrat der Republik Polen überbringt Grußwort Nunmehr zum vierten Mal konnten wir einen erfolgreichen Abiturjahrgang feierlich ins wahre Leben entlassen. Ein ganz besonderer Jahrgang aus 76 Schülerinnen und Schüler, darunter 11 polnische, erhielt am 02. Juli 2010 in einer beeindruckenden Feierstunde erstmalig in der festlich eingerichteten Sport- und Mehrzweckhalle Neuzelle die langersehnten Abiturzeugnisse. Ein Jahrgang der Superlative, so wurde er während der Abiturfeier bezeichnet, nicht nur, weil er der bis heute zahlenmäßig größte Jahrgang in unserem Gymnasium war, sondern weil er sich auch leis tungsmäßig von allen anderen vorhergehenden positiv abhob. Erstmalig gab es drei Absolventen, Falk Schneider, Marc Müller und Christoph Müller, die ihr Abitur mit 1,0 abschlossen. Einige Schülerinnen und Schüler die sogenannten Springer erreichten ihr Ziel erstmalig bereits nach 12 Jah ren und der Gesamtdurchschnitt des Abiturs lag ebenfalls zum ersten Mal bei 2,0. Vor der offiziellen Feierstunde verabschiedeten sich die diesjährigen Abiturientinnen und Abiturienten von der Schule und den Lehrern durch die bereits zur Tradition gewordene Baumpflanzaktion. Nach einem Ginko, einem Walnussbaum und einer Pflaume war nun ein Süßkirschbaum an der Reihe. Falk Schneider, ehemaliger Schulsprecher und Vertreter des Jahrgangs überreichte den Baum mit einer kleinen herzlichen Rede und wünschte allen Schülerinnen und Schülern sowie eine köstliche Versorgung mit kleinen Häppchen und reichlich Getränken. Nicht nur der Jahrgang war in diesem Jahr ganz besonders, auch die Feierstunde hob sich von den bisherigen Abiturfeiern deutlich ab. Mehr als 300 Gäste Eltern und Verwandte, Lehrkräfte und offizielle Vertreter aus Politik und Institutionen der Region warteten gespannt in der feierlich geschmückten Turnhalle auf die in schwarz-rot gekleideten Schulabgänger Begleitet von Guiseppe Verdis Triumphmarsch betraten sie dann endlich den Festsaal. Der Chor, bestehend aus den Jungen und Mädchen der 7. Klassen des Gymnasiums unter der Leitung der Musiklehrerinnen Anke Schulze und Olesja Pahl, gaben den musikalischen Auftakt der Feier lichkeit. Neben den Eröffnungsworten des Schulleiters Kaspar Kaiser und den Grußworten des Gesandten Botschaftsrat der Botschaft der Republik Polen, Herr Dr. Zbigniew Zareba, überbrachte Reinhold Huneke Grüße und Wünsche der Rahn den Lehrkräften und Mitarbeitern des Gymna siums im Stift Neuzelle, dass unsere Schule jedes Jahr wieder genauso viele Früchte tragen möge, wie einmal diese Süßkirsche. Mit Talaren und Baretts ging es dann nach der gemeinschaftlichen Fotosession in die Turnhalle zu einem feierlichen Empfang. Alle Verwaltungsangestellten und Mitarbeiter des Standortes sorgten für Dittrich Group an die Abiturienten. Ein beson derer Höhepunkt der Feier war die Fest rede des Gründungsschulleiters unseres Gymnasiums Karl Fisher. In ergreifender Weise dankte er allen Anwesenden, die zum Gelingen des Abiturs beitrugen für ihre Mitarbeit und Mitwirkung und gab seinen ehemaligen Schülerinnen und Schülern viele Ratschläge und Wünsche für die Zukunft mit auf den Weg. Dies war ein ganz besonderer Moment, da einige der Abiturienten die Schülerinnen und Schüler waren, mit denen er gemeinsam die Schule, das Gymnasium im Stift Neuzelle, gegründet hat. Die jungen Erwachsenen selbst ließen in einer deutsch-polnischen Rede, gehalten von Laura Selmert und Mateusz Pamieta, ihre gemeinsamen Schuljahre noch einmal Revue passieren und dankten allen Mitschülern, Lehrkräften und ihren Eltern für all die Unterstützung auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit. Mit der namentlichen Nennung aller Absolventen durch die Tutoren Doreen Mahlow, Manuela Rolle-Koch und Vladimir Griegoriev füllte sich nach und nach die Bühne mit stolzen jungen Menschen. Die Oberstufenkoordinatorin Manuela Rolle- Koch überreichte feierlich die Abiturzeugnisse und dem Jahrgangsbesten, Falk Schneider, einen besonderen Mathematik- Preis. Die drei Schüler mit dem höchsten Abschluss (1,0) wurden dann noch einmal auf die Bühne gebeten. Dort erhielten sie eingeleitet durch eine kleine herzliche Rede der Namensgeberin des Abiturpreises unserer Schule, den Malgorzata-Majer-Preis. Musikalisch umrahmt 18 r-aktuell 3/2010

19 ausbildung weiterbildung Fortsetzung von S. 18 wurde die Feierlichkeit durch Beiträge der musikalischen Abteilung, Klavierstücke Olesja Pahls und dem Chor der Klassen 7. Am nächsten Tag hatte sich die Sporthalle zum Ballsaal verwandelt. Abiturientinnen und Abiturienten, Lehrkräfte, Eltern, Verwandte und Bekannte kamen festlich gekleidet um noch einmal gemeinsam in feierlicher Atmosphäre Abschied voneinander zu nehmen. Noch einmal wurde geplaudert, geredet, getanzt und gelacht, in Erinnerungen geschwelgt und Geschenke, Wünsche und Ratschläge mit auf den Weg gegeben. Diese Abiturfeier und der Abiturball 2010 waren wirklich eindrucksvolle und ganz besondere Ereignisse, welche, wie der besondere Jahrgang, noch allen lange in Erinnerung bleiben werden. Manuela Rolle-Koch Tutorin und Oberstufenkoordinatorin des Gymnasiums Auf den Arbeitsalltag gut vorbereitet sein Integrationsprojekt des Rehabilitationsbereiches Halle Im Rahmen unserer Integrationswoche im Mai 2010 gab es in unserer Einrichtung zahlreiche Aktivitäten mit dem Ziel, unsere Auszubildenden praxisnah zu schulen. Der Bereich Hauswirtschaft setzte sich intensiv mit den Anforderungen von Pflegeberufen als auch Berufen in Großküchen auseinander, resultierend aus der Erfahrung der letzten Jahre, als Jugendliche Tätigkeiten in Alten- und Pflegeheimen aber auch in Küchen aufnahmen. Die Auszubildenden hatten die Gelegenheit, mit Mitarbeitern der Pflege Plus GmbH an der Pflege von Patienten in der Wohnform Service Wohnen teilzunehmen. So war es ihnen möglich, sich bei der Betreuung der Bewohner über Pflegeaufgaben und hauswirtschaftliche Tätigkeiten des Pflegepersonals zu informieren. In der Vor- und Nachbereitung dieser Veranstaltung erfuhren unsere Auszubildenden auch, wie wichtig der Datenschutz und die Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen bei der Patientenarbeit ist. außerdem war es gut, ein authentisches Feedback des Arbeitsgebers zu bekommen. Es muss sich jeder über seine eigenen Fähigkeiten, Kenntnisse aber auch Grenzen bewusst sein, bevor die Suche nach einem Arbeitsplatz beginnen kann! So lautete das Fazit. Ein weiterer wichtiger Punkt war die Körpersprache. Die Rück meldung des Arbeits gebers, dass die meisten der Auszubildenden aufgrund ihrer sozialen Kompetenzen, bezogen auf das Selbstbewusstsein und die Kommunikationsfähigkeit, gute Chancen für eine Integra tion in den Arbeitsmarkt im Anschluss an ihre Ausbildung haben werden, wurde besonders positiv aufgenommen. Die Holzbearbeiter waren in die Firma Tischlereibedarf Vertriebs GmbH in Halle eingeladen. Die Firma ist ein Fachhändler für Handwerk, Bauindus trie und Heimwerker. Der Ge schäftsführer gab den Auszubildenden die Gelegenheit, sich in einer fingierten Gesprächssituation im Vorstellungsgespräch zu erproben. Diese Übung sollte den Auszubildenden helfen, sicherer im Auftreten zu werden, Ängste abzubauen und 3/2010 r-aktuell 19

20 ausbildung weiterbildung Eine Auszubildende des Fachbereichs Ernährung begann ihre Auswertung zum Projekt- und Praxistag in der Weinberg-Mensa mit den Worten An diesem Tag war alles anders! Und Recht hatte sie! Denn statt in der Lehrküche, fanden sich am acht Auszubildende Köche und Beiköche in Halles größter Mensa ein, um einen Einblick in die Welt der Großküche zu ergattern. Ein umfangreiches Programm stand auf dem Plan: ein Gespräch mit dem Küchenleiter, Kennennlernen der Jugend- und Auszubildendenvertreterin des Unternehmens und Tipps einer Mitarbeiterin der Personalabteilung in Sachen Bewerbung. Doch das war längst nicht alles, denn nach einem ausführlichen Rundgang mit Blick hinter die zurzeit vom Umbau ge plagten Mensakulissen hieß es ab 09:00 Uhr Praxisteil! Die Auszubildenden sollten bei der Herstellung der rund 1500 Portionen das ist die kleinere Freitagsmenge helfen. Und das taten sie auch. Da wurden unter anderem 400 Kartoffelpuffer gebraten; 400 Steaks mehliert, gebraten und mit Würzfleisch und Käse überbacken (Steak au four), hunderte Salatschüsseln bestückt und säckeweise Zwiebeln geschält. Als sich dann um 12:30 Uhr die Türen für die ersten paar hundert Studenten und Universitätsmit arbeiter öffneten, wirkten unsere Auszubildenden sogar an der Ausgabe mit. Gestaunt haben die Jugendlichen an diesem Tag über die Technik und die Mengen, die in so einer Großküche zubereitet werden und vor allem, dass dabei noch so viel frisch hergestellt wird. Die Bürokaufleute des 3. Ausbildungsjahres stellten ihre Ergebnisse zum Thema Bewerbungsmanagement vor. Langfristig erarbeiteten die Auszubildenden mit Hilfe von Recherchen, Diskussionen und Rollenspielen innerhalb der Kommunikationsunterweisungen eine umfangreiche Präsentation. Das Bewerbungsmanagement von Auszubildenden für Auszubildende gab einen Überblick über den gesamten Bewerbungsprozess, von der Selbstanalyse des Bewerbers, über das richtige Anschreiben, die verschiedenen Lebensläufe bis hin zu Tipps beim Vorstellungsgespräch. Zum Schluss schlüpften die Jugendlichen selbst in die Rolle des Arbeitgebers und führten verschiedene Vorstellungsgespräche durch. Das Bewerbungsvideo rundete die Präsentation zum Bewerbungsmanagement ab. In dieser Woche wurde auch ein professionelles Fotoshooting von der Fotografin vor Ort erfolgreich durchgeführt, denn bekanntlich zählt der erste Eindruck doppelt. Wir wünschen unseren Absolven ten eine erfolgreiche Bewerbung und einen guten Start ins Berufsleben. Elke Temme Ausbilderin Wirtschaft und Verwaltung Rahn Schulen Halle 20 r-aktuell 3/2010

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