Grußwort. der Ministerin für Schule und Weiterbildung. des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann

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1 Grußwort der Ministerin für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Sylvia Löhrmann Grußwort zur Eröffnung des Workshops Schulpartnerschaften Nordrhein-Westfalen Israel und Palästina Montag, den 31. August 2015 Es gilt das gesprochene Wort. Min. Löhrmann: All die wertvollen persönlichen Begegnungen während des Austauschs eröffnen neue Perspektiven, die über das in den Medien vermittelte Bild hinausgehen. Veröffentlichung: nein; ja, intern; ja, extern Version ; Zeichen; ca. 11 Minuten HS

2 2 Anrede, Im Grunde sind es doch die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben. Mit diesem Zitat von Wilhelm von Humboldt heiße ich Sie herzlich willkommen zum Workshop Schulpartnerschaften Nordrhein-Westfalen Israel und Palästina. Verbindungen machen das Leben lebenswert. Und Verbindungen erreichen wir durch Begegnung. Menschen begegnen sich zum Beispiel, wenn sie gemeinsam Sport machen. Erwähnen möchte ich hier die European Maccabi Games, die 2015 erstmals in Berlin stattfanden. An zehn Tagen traten über jüdische Sportlerinnen und Sportler aus über 36 Ländern gegeneinander an. Die 14. European Maccabi Games stellen einen weiteren Meilenstein in der Freundschaft zwischen Deutschland und Israel dar. So hat es auch Bundespräsident Gauck in seiner Eröffnungsrede der Spiele betont.

3 3 Menschen begegnen sich, wenn sie sich gemeinsam für etwas begeistern. Am 1. Juni fand der Seminartag Israel anders kennen lernen mit einem anschließenden Festakt im Landtag statt. Gerne blicke ich auf diesen Tag zurück, an dem ich zu gemeinsamen Erfahrungen eingeladen habe. Über 300 Schülerinnen und Schüler informierten sich über die vielen Facetten Israels gemeinsam mit ihren Lehrerinnen und Lehrern. Anlass für den Festakt am Abend war das 50-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Israel, das wir in diesem Jahr feiern. Menschen begegnen sich, wenn sie sich miteinander austauschen. Als Schulministerin habe ich dabei besonders die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte in Nordrhein-Westfalen im Blick. Aus diesem Grund ist es ein zentrales Anliegen der Landesregierung, Austausch und Begegnungsmaßnahmen an Schulen zu ermöglichen. Daher fördert die Landesregierung schon seit vielen Jahren Schulpartnerschaften, zurzeit sind es 48 an der Zahl zwischen Schulen in Nordrhein-Westfalen mit Israel und Palästina.

4 4 Viele dieser Schulpartnerschaften sind verlässlich und beständig, die jährlichen Reisen und Besuche haben einen festen Platz im Schuljahr. Und jedes Jahr kommen neue Partnerschaften zwischen nordrhein-westfälischen Schulen und Schulen in Israel und Palästina hinzu. Es ist mir ein besonderes Anliegen, dass in Nordrhein-Westfalen die Beziehungen zu Israel und Palästina gepflegt werden. Anrede, Darüber hinaus hat die Landesregierung Nordrhein- Westfalen im März 2014 eine Kooperationsvereinbarung mit der Gedenkstätte Yad Vashem unterzeichnet. Damit setzen wir einen Rahmen für Programme, die unsere Länder auch in Zukunft verbinden. Ich darf an dieser Stelle zwei Fördermaßnahmen nennen:

5 5 Schulen, die im Rahmen ihrer Schulpartnerschaft an Begegnungsmaßnahmen und am Seminarangebot von Yad Vashem teilnehmen, erhalten einen finanziellen Zuschuss zusätzlich zu den Fördermitteln, die das Land generell für Schulpartnerschaften mit Israel und Palästina bereitstellt. Dazu werden Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, heute umfassend informiert. Lehrkräfte, die ihre Kompetenzen erweitern möchten, können seit dem Jahr 1998 an der Lehrerfortbildung Erziehung nach Auschwitz in Yad Vashem teilnehmen. In diesem Jahr findet bereits das 22. Seminar statt. Für ein friedliches Zusammenleben sind Begegnungen mit Menschen aus anderen Ländern besonders wertvoll. Schülerinnen und Schüler, die an Begegnungsmaßnahmen teilnehmen, erzählen mir immer wieder, dass Vorbehalte, Ängste und Unsicherheiten abgebaut werden. Sie werden freundlich empfangen und in ihren Gastfamilien herzlich aufgenommen. Und durch diese persönliche Begegnung entstehen Freundschaften.

6 6 Und wir dürfen nicht vergessen: im Austausch mit anderen Menschen erfahren wir auch sehr viel über uns selbst. So verändern und entwickeln sich Schülerinnen und Schüler während der Begegnungen, sie werden offener, mutiger und selbstständiger. Und sie lernen, ihr eigenes Handeln zu reflektieren und ihre eigene Lebenswelt in Beziehung zu der ganzen Welt zu setzen. Und ich bin mir sicher, dass auch Sie, liebe Kolleginnen und Kollegen, diese Erfahrung kennen und schätzen. Ich bedanke mich besonders bei Ihnen für Ihre Begeisterung für das Thema Begegnung und für Ihr Engagement in Bezug auf die freundschaftlichen Beziehungen zwischen Nordrhein-Westfalen und Israel / Palästina. Sie machen diese wertvollen Erfahrungen für alle Beteiligten möglich.

7 7 Anrede, Israel ist ein multi-ethnisches Land. Israel bedeutet eben nicht gleich jüdisch. Gleichwohl ist die jüdische Identität ein wichtiger Bestandteil des israelischen Alltags. Einen Blick auf jüdische Identität werden Sie, liebe Frau Gorelik, heute gewähren. In Ihren Romanen spielt das jüdische Leben eine zentrale Rolle und ist auch ein Teil Ihrer eigenen Biographie. Dazu werden Sie uns gleich mehr erzählen und auch aus Ihrem Roman Lieber Mischa Du bist ein Jude! vorlesen. In einem Interview an einer Schule nannten Sie, liebe Frau Gorelik, Astrid Lindgren als eine Ihrer Lieblingsautorinnen. Astrid Lindgren sagte einmal: Ich habe immer gedacht, ich will nie ein Buch schreiben. Aber plötzlich konnte ich nicht mehr, da musste ich schreiben. Liebe Frau Gorelik, ich weiß nicht, ob Sie einen ähnlichen Gedanken hatten, aber ich freue mich sehr, dass auch Sie den Drang verspürt haben, den Roman Lieber Mischa Du bist ein Jude! zu schreiben. Neben diesem Roman haben Sie weitere Bücher geschrieben, für die Sie auch Auszeichnungen erhalten haben.

8 8 Damit all Ihre Bücher einen stabilen Platz im Regal haben, möchte ich Ihnen mit einem kleinen Geschenk eine Freude machen: eine Buchstütze mit dem Konterfei von Astrid Lindgren aus der Königlichen Bibliothek Schwedens. Herzlichen Dank, dass Sie heute unser Gast sind und mit den Teilnehmerinnen und Teilnehmern über Ihren Roman sowie den Umgang mit Klischees sprechen. Bedanken möchte ich mich auch sehr herzlich bei denjenigen, die den heutigen Tag vorbereitet haben und heute vor Ort aktiv zum Gelingen beitragen. Nähere Einzelheiten zum heutigen Tag und zum Programm wird Ihnen gleich Frau Nemec erläutern. Ich wünsche Ihnen einen schönen Tag und vor allem, dass Sie einander begegnen. Vielen Dank.

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