Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband

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1 Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband Statement Herr Werner Netzel Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes e.v. Einordnung Green Economy Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt das Ziel einer Green Economy, einer Wirtschaftsweise, die ökonomische Effizienz mit ökologischer und sozialer Verantwortung zu kombinieren weiß. Von den Zinsen leben, nicht vom Kapital Sparkassen arbeiten nachhaltig Sparkassen sind als regionale Institute in kommunaler Trägerschaft für eine nachhaltige Wirtschaftsweise prädestiniert. Sie richten ihr Geschäftsmodell auf den Nutzen für die Realwirtschaft und die Region aus. Sparkassen finanzieren eine Vielzahl von Projekten Daten der Bundesbank zeigen hohes Kreditwachstum bei Sparkassen Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt Energiewende vor Ort Durch ihre Kreditvergabe fördern Sparkassen die Ressourceneffizienz von Unternehmen, stellen Kredite für Wachstum und Innovation bereit und engagieren sich für ökologische Vorhaben. Hierzu die neuesten Daten der Bundesbank: Die Sparkassen haben mit einem (bereinigten) Anstieg des Kreditvolumens von 9,6 Mrd. Euro (+3,2%) im Verlauf der letzten 12 Monate mehr als die Hälfte des Zuwachses des Kreditbestandes an Unternehmen und Selbständige (18,1 Mrd. Euro) "gestemmt" (Quelle: Bundesbank- Kreditnehmerstatistik per ). Die Sparkassen-Finanzgruppe unterstützt das Ziel der Bundesregierung einer sicheren, umweltgerechten und bezahlbaren Energieversorgung.

2 Seite 2 Wir rechnen mit einem Investitionsvolumen von rd. 370 Mrd. Euro bis 2020 für neue Energien, Netzausbau und Energiesparinvestitionen. Allein die lokalen Verteilnetze der Kommunen werden für rd. 22 Mrd. Euro ausgebaut werden müssen - eine gigantische Aufgabe für Stadtwerke und Kommunen. Mobilisierung privaten Kapitals zur Energiewende Durch unsere regionale Struktur sind wir geborene Partner der Energiewende von unten. Kommunale Energieversorger und lokale Initiativen erhalten damit stärkere Bedeutung. Wir mobilisieren Geld aus der Region für die Region. bspw. durch die Ausgabe von Energieund Klimasparbriefen (rund 60 Beispiele). Die Menschen können mit ihrem Geld etwas für die Region tun. Dies erhöht die Akzeptanz der Energiewende. Aber nicht jede Form der Bürgerbeteiligung ist für jeden Bürger geeignet. Durch Beteiligungen an GbR, Genossenschaften (ca. 600 bundesweit!), geschlossene Fonds und ähnliche Modelle gehen viele Menschen unternehmerische Risiken ein. Frage: Sind sie sich dessen auch bewusst? Diese Risiken sind bis heute wenig transparent. Wir arbeiten daran, erfolgreiche Formen der Bürgerbeteiligung zu identifizieren und zu verbreiten. Risikoarme Geldanlageformen bestehen in Sparbriefen und Investmentfonds mit breiter Diversifizierung. Sparkassen können bei Fonds auf das Produktangebot ihrer Verbundpartner, vor allem Deka zurückgreifen. Die Nachfrage nach Investmentfonds seitens Privatkunden ist allerdings noch sehr verhalten. Das ist anders im Bereich der institutionellen Anleger.

3 Seite 3 Voraussetzungen für Finanzierung der Energiewende: Planungssicherheit und gute Förderprogramme Die Einspeisevergütung nach dem EEG und öffentliche Förderprogramme haben maßgeblich die Entwicklung der erneuerbaren Energien bestimmt. (2011: rd. 20 Prozent der Stromherstellung aus erneuerbaren Energien, Beschäftigung von Personen). Wir hören aus der Praxis, dass das EEG eine hohe Planungssicherheit bei Energieprojekten gefördert hat. Ohne dies wären bspw. kleinteilige Projektfinanzierungen in Größenordnung von 1 bis 2 Mio. Euro nicht darstellbar. Wer zu kurzfristig die Bedingungen ändert, wie im Frühjahr dieses Jahres, zerstört diese wichtige Funktion des EEG und sorgt für schlechtere Investitionsbedingungen. Deshalb: Vermeidung von Überförderung, gerade im Solarbereich: ja, abrupte Änderungen des EEG: nein. Kreditinstitute sind Treuhänder der Sparer und können keine extrem riskanten Vorhaben finanzieren Die Finanzierungspraxis zeigt auch, dass Kreditinstitute dann Kredite geben, wenn das Vorhaben dem Stand der Technik entspricht und die Qualifikation des Betreibers stimmt. Fremdkapital kommt somit vor allem für die breite Diffusion von Energieanlagen und Energieeffizienz-Investitionen in Frage. Für die Energiewende wäre eine stärkere Betonung der Energieeffizienz wünschenswert. Leider wird derzeit jährlich nur ein Prozent des Gebäudebestands energetisch saniert. Das ist zu wenig, um die Ziele der Verbrauchssenkung (bis 2020: minus 20 Prozent) zu erreichen.

4 Seite 4 Kreditinstitute können im Interesse ihrer Sparer aber nur sehr begrenzt tätig werden, wenn es um völlige Neuentwicklungen oder sehr riskante Investitionen geht (Bsp.: Tiefengeothermie, Speichertechnologien). Dann ist Eigen- bzw. Beteiligungskapital gefragt. Basel III verschlechtert langfristige Finanzierungen Wir verstehen Banking nicht als Abenteuerspielplatz für Investmentbanker. Das Geschäft der Sparkassen ist im besten Sinne langweilig - risikoarm, langfristig ausgerichtet und eng an der Realwirtschaft orientiert. Diese Langfristkultur ist auch notwendig für eine Politik der Green Economy. Die künftige Bankenregulierung, Stichwort Basel III, soll das Risikomanagement nach den Erfahrungen der Finanzkrise verbessern helfen. Z.B. durch eine höhere Vorhaltung von Eigenkapital und eine fristenkongruente Refinanzierung. Einige der vorgesehenen Regelungen sind aber kontraproduktiv. Sie führen im Ergebnis dazu, - dass Kredite an Unternehmen und Kommunen teurer werden, - dass der Anreiz, in Staatsanleihen zu investieren steigt, und - dass die Kultur der langfristigen Kreditfinanzierung des Mittelstands beeinträchtigt wird. Feinjustierungen sollten Kreditspielräume erhalten Feinjustierungen der bankaufsichtsrechtlichen Regelungen in der EU sollten daher so erfolgen, dass genügend langfristiger Kreditspielraum zugunsten des Mittelstands bestehen bleibt.

5 Seite 5 Der DSGV hat maßgeblich eine Studie zur Angemessenheit der Eigenkapitalunterlegung von Krediten an kleine und mittlere Unternehmen (KMU) unterstützt, die die Bundesbank im Auftrag der Europäischen Bankenaufsicht (European Banking Authority, EBA) durchgeführt hat. Die Bundesbank kommt zu dem Schluss, dass ein deutliches Absenken der Eigenkapitalunterlegung für KMU-Kredite gerechtfertigt ist, wenn man das tatsächliche Risiko mit dem von Krediten an große Unternehmen vergleicht. Die EU muss nun bei ihrer Umsetzung von Basel III die richtigen Schlüsse ziehen. Fazit: Sparkassen stehen als Begleiter der Green Economy bereit Sparkassen sind durch ihr Geschäftsmodell auf die Bedürfnisse von privaten Haushalten, kleinen und mittleren Unternehmen sowie den Kommunen ausgerichtet. Die notwendigen Finanzierungsinstrumente für eine Green Economy stehen bereit, auch durch Kooperation mit Verbundpartnern. Entscheidend für den Beitrag der Sparkassen wird sein, wie intensiv die Kunden die Produktangebote nutzen und wie die künftige Bankenregulierung Spielraum für die Finanzierung des Mittelstands und der Kommunen lässt.

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