Internet-Blocking: Was ist technisch möglich?

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1 Fakultät Informatik, Institut für Systemarchitektur, Professur Datenschutz und Datensicherheit Internet-Blocking: Was ist technisch möglich? Stefan Köpsell,

2 Das Internet eine historische Anmerkung Internet-Entwicklung geht auf das ARPANET zurück ARPANET: Advanced Research Projects Agency Network; entwickelt in Auftrag der US-Luftwaffe Ideengeber war unter anderem Paul Baran mit seiner Studie: On Distributed Communications, die insbesondere die Ausfallsicherheit im Kriegsfall berücksichtigt auch wenn das angebliche Entwurfsziel der Atomkriegsrobustheit sehr wahrscheinlich ein Gerücht ist wird oft die Robustheit und Überlebensfähigkeit des Internets hervorgehoben, inklusive der Fähigkeit, großen Verlusten bei den zugrunde liegenden Netzverbindungen zu widerstehen

3 Internet das Netz der Netze

4 Autonomes System AS 2 Autonomes System AS 1 Aufbau Internet Autonomes System AS 3

5 Internet das Netz der Netze Internet: Verbund unabhängiger Teilnetze (autonomer Systeme) keine zentralen Steuerungsinstanzen Wege durch das Netz werden entweder durch Teilnetzbetreiber vorgegeben oder erlernt Wegewahl hat nicht notwendigerweise etwas mit geographischen Gegebenheiten zu tun paketvermittelte Kommunikation: übertragen werden Datenpakete, die logisch zu Datenströmen zusammengefaßt werden können

6 Schichtenarchitektur des Internets stark vereinfacht Anwendung-zu-Anwendung-Kommunikation, Anwendungsprotokolle (HTTP), Nutzdaten Rechner-zu-Rechner-Kommunikation, IP-Pakete Anwendungsprotokolle und kommunikation unabhängig von konkreter Netzschicht Bedeutung der Anwendungsdaten und protokolle für Netzschicht irrelevant und unbekannt

7 Aufbau eines IP-Paketes IP: Internet Protokoll IP-Adresse: 4teilige Zahlenfolge (0-255) Beispiel: Port: Zahl von Quell-IP, Ziel-IP: bestimmen Sende- bzw. Empfangsgerät Quell-Port, Ziel-Port: bestimmen sendende bzw. empfangende Anwendung Quell- und Zielangaben zusammen identifizieren jede Verbindung eindeutig

8 DNS das Domain Name System Zweck: Zuordnung von Host- / Domainnamen zu IP-Adressen Beispiel: Funktionsweise: hierarchische, verteilte Datenbank Anfragen durch Clientrechner mittels Resolver Resolver ist oftmals Teil des Betriebssystems

9 DNS-Beispiel www. tu-dresden. de. schrittweise Auflösung beginnend vom Namensende

10 DNS das Domain Name System Zweck: Zuordnung von Host- / Domainnamen zu IP-Adressen Beispiel: Funktionsweise: hierarchische, verteilte Datenbank Anfragen durch Clientrechner mittels Resolver Resolver ist oftmals Teil des Betriebssystems zwei Modi: Analogie: Telefonbuch, Telefonauskunft iterativ: Client bearbeitet Anfrage selbst rekursiv: Client läßt Anfrage durch DNS- Server des Providers bearbeiten üblich

11 Internet und Web ist nicht dasselbe in den Medien erfolgt oftmals keine Trennung zwischen Internet und Web Web (WWW: World Wide Web) ist eine bedeutend Anwendung, die auf dem Internet aufbaut Anwendungsprotokoll: HTTP (Hypertext Transfer Protocol) Client-Server-Kommunikation Anfrage-Antwort-Protokoll Adressierung mittels URLs (Uniform Resource Locator) Beispiel: Protokoll Server Seite /studium/ /%73tudium/

12 Wer sperrt? Content- Provider Nutzer Acces- Provider A Acces- Provider B Hoster

13 DNS-Sperren und Umgehungsmaßnahmen DNS-Sperren: Betreiber eins DNS-Servers liefert falsche IP- Adresse für zu sperrende Inhalte Analogie: falsche Einträge im Telekom-Telefonbuch Problem: DNS-Namen bezeichnen Rechner nicht Inhalte! Häufig: unterschiedliche Content-Provider teilen sich Server eines Host-Providers Umgehungsmöglichkeiten: andere DNS-Server verwenden Analogie: Telefonauskunft eines anderen Anbieters

14 Umgehung von DNS-Sperren Beispiel Windows Vista: 1. Systemsteuerung aufrufen

15 Umgehung von DNS-Sperren 2. Netzwerk und Internet klicken 3. Netzwerkverbindungen klicken

16 Umgehung von DNS-Sperren 4. Rechts-Klick auf Netzwerkverbindung 5. Eigenschaften klicken

17 Umgehung von DNS-Sperren 6. TCP/IP auswählen 7. Eigenschaften klicken

18 Umgehung von DNS-Sperren 8. Serveradresse festlegen auswählen 9. Adresse eingeben

19 Weitere Sperrmöglichkeiten und Umgehungsmaßnahmen Sperrmöglichkeiten: Filterung durch Access-Provider an Hand von: Ziel-IP, Ziel-Port, URLs, übertragenen Daten generelle Voraussetzung: Access-Provider muß Bedeutung und Sinn der übertragenen Daten verstehen Gegenmaßnahmen: häufige Adreßwechsel Verschlüsselung, Anonymisierungsdienste etc. allgemeine Anmerkung: komplizierte Anleitungen mittels Automatisierung für jedermann durchführbar

20 Sperren im Internet ist möglich einfachste Umsetzung: Abschalten Zusammenfassung effektive Sperrmaßnahmen führen zur großen Kollateralschäden genauer: effektive Sperrmaßnahmen, die nicht einem Abschalten des Internet gleichkommen, sind unbekannt weiterführende Informationen: Gutachten im Auftrag der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) Sperrverfügungen gegen Access-Provider Technisches Gutachten (http://www.kjm-online.de/public/kjm/downloads/ technisches_gutachten_sperrverfuegung_2.pdf)

21 Fragen?

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