Kurzreferenz Sybase PowerDesigner

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1 FB 4 Wirtschaftsinformatik Prof. Dr. Peter Zschockelt 1. Einführung Kurzreferenz Sybase PowerDesigner Der Sybase PowerDesigner ist ein universelles Modellierungstool. Für das Fach "Datenmodellierung und Datenbanken" im Bachelor-Studiengang Wirtschaftsinformatik ist davon ausschließlich die Entwicklung konzeptueller und physischer Datenmodelle, eingeschlossen die Generierung von SQL- Skripten zur Datenbankdefinition von Interesse. Die ausführliche englischsprachige Originaldokumentation von Sybase finden Sie auf dem Common-Verzeichnis der WI-Labore unter f:\common\zschockelt\... unter PowerDesigner_CDM_UserGuide.pdf und PowerDesigner_PDM_UserGuide.pdf. Das grundlegende Arbeitsprinzip des PowerDesigners für die Datenmodellierung besteht in folgenden Arbeitsschritten: (1) Entwicklung eines konzeptuellen Datenmodells (Dateisuffix cdm). Dazu öffnen Sie im Menü File New Conceptual Data Model, geben dann den Namen Ihres Datenmodells ein und klicken OK. (2) Generierung eines physischen Datenmodells (Dateisuffix pdm). Dabei wird das konkrete Datenbank-Management-System (DBMS) ausgewählt, für welches das Modell generiert werden soll (z. B. Microsoft SQL Server 2008). (3) Generierung des SQL-Skripts zur Definition der Datenbank. Nach Öffnung des Arbeitsfensters für das konzeptuelle Datenmodell erscheint eine Toolbox "Palette", mit den Modellierungswerkzeugen. Die Werkzeuge werden durch Anklicken mit der linken Maustaste aktiviert. Dich wichtigsten Werkzeuge sind: - Die Aktivierung eines Objektes auf der Arbeitsfläche, - Die Platzierung eines neuen Entity auf der Arbeitsfläche, - Die Herstellung eines Relationship zwischen zwei Entitys, - Die Herstellung einer Inheritance (Vererbung) zwischen Entitys, - Die Herstellung eines Association Link zwischen Entitys, - Das Hinzufügen eines Titel-Objektes zur Modellkennzeichnung. Ein auf der Arbeitsfläche platziertes Objekt können Sie bei aktivierter Objektauswahl durch einen Doppelklick mit der linken Maustaste zur Bearbeitung aktivieren.

2 2. Konzeptuelle Datenmodellierung Ein konzeptuelles Datenmodell besteht nach den Modellierungsregeln des Entity-Relationship-Modells (ERM) aus Entitys mit Attributen, welche durch Relationships, Spezialisierungen/Generalisierungen (Inheritance oder Vererbung) oder Association Links (am einfachsten als Relationship mit Attributen erklärt) verbunden werden. Die exakte Modellierung aller Objekte erfolgt jeweils durch spezielle Sub- Fenster, welche sich nach Doppelklick auf das Objekt öffnen. Neben mehreren deskriptiven (beschreibenden) Angaben sind jeweils nach dem Namen des Objektes für die einzelnen Objekttypen unbedingt erforderlich: (1) Für Entitys: Die Attribute mit dem Namen, einen Kurzcode (der spätere Spaltenname in der DB), dem Datentyp, ggf. einer statischen Domäne und den Angaben M (Pflicht, später NOT NULL in der DB) und P (primary key). Fernerhin können über die Attributs- Eigenschaften Werte für spätere Check-Constraints eingegeben werden. (2) Für Relationships: Die Kardinalität der Beziehung, speziell der Grad (im Beispiel 1:n) und die Optionalität (Verbindlichkeit) der Beziehung jeweils aus der Sicht eines Entitys (im Beispiel: aus der Sicht des Gastes auf die Buchung eine "kann"- Beziehung; aus der Sicht der Buchung auf den Gast eine "muss"-beziehung). (3) Für Inheritances (Vererbung): Unter dem Reiter General ist im Feld Parent (Eltern) die Generalisierung (Entity-Set, welcher seine Attribute vererbt) anzugeben. Im Beispiel ist dies der Entity-Set Vorlesung. In den Auswahlfeldern "Mutually exclusive children" und "Complete" können folgende zusätzliche Eigenschaften ausgewählt werden: - 2 -

3 Typ partiell total nicht disjunkt disjunkt Beschreibung Complete - nicht aktiviert: Es gibt Instanzen des Parent Entity-Sets (Vorlesungen), die keine Spezialisierung haben Complete - aktiviert: Zu jeder Instanz des Parent Entity-Sets gibt es ein zugehöriges Child Entity-Set. Mutually exclusive children nicht aktiviert: Es gibt Gemeinsamkeiten bzw. Überschneidungen. Eine Vorlesung kann sowohl im Master- als auch im Bachelor-Studiengang angeboten werden. Mutually exclusive children aktiviert: Die Instanzen der Child Entity-Sets schließen sich gegenseitig aus. Eine Master-Vorlesung kann z. B. nicht gleichzeitig eine Bachelor-Vorlesung sein. Unter dem Reiter Generation ist in der Regel anzugeben, dass sowohl Eltern- als auch Kind- Relationen generiert werden sollen und nur das primary key-attribut in die Kind-Tabelle(n) übernommen werden soll. (4) Für Association-Links: Hier wird die Association (ovales Symbol) ähnlich einem Entity mit Attributen versehen. Für den Link (nach Doppelklick mit der linken Maustaste das Link-Symbol) wird die Kardinalität in der Minimum-Maximum- Notation formuliert. Im Beispiel wird folglich jede Zusatzleistung genau einer Inanspruchnahme zugeordnet. Die Inanspruchnahme (einer Zusatzleistung) kann (muss aber nicht) beliebig oft durch eine Buchung erfolgen. 1,1 0,n (5) Das Titelobjekt hat keinerlei Auswirkungen auf die modellierte Datenbank. Es dient lediglich zur Kennzeichnung des Modells, damit dieses einem Verfasser/Projekt zugeordnet werden kann. Mit der Taste F4 kann abschließend die syntaktische Korrektheit des konzeptuellen Datenmodells geprüft werden. Eventuelle Warnungen (z. B. bei doppelt vergebenen Attributsnamen) können gegebenenfalls ignoriert werden. Fehler müssen unbedingt korrigiert werden, bevor ein physisches Datenmodell generiert werden kann

4 3. Physische Datenmodellierung Über das Menü Tools Generate Physical Data Model bzw. über die Tastekombination Strg+Umsch+P wird aus einem konzeptuellen Datenmodell (cdm) ein physisches Datenmodell (pdm) generiert. Dabei muss zunächst das Ziel- DBMS ausgewählt werden (im Beispiel Microsoft SQL Server 2008). Danach kann gewählt werden, ob ein neues Modell erstellt oder ein existierendes PDM geändert werden soll. Fernerhin kann der Name des PDM angegeben werden. Beachten Sie unbedingt, dass bedingt durch semantische Unschärfen des konzeptuellen Modells nicht alle generierten physischen Modelle 100%-tig exakt sein müssen. Eine Kontrolle des PDM ist unbedingt notwendig. Für die Nachbesserung der Tabellen, Primär- (primary key) und Fremdschlüsselbeziehungen (referentielle Integrität) sowie sonstiger Indizes steht eine analoge Werkzeugpalette wie bei der konzeptuellen Datenmodellierung zur Verfügung. Speziell zur Nachbesserung und/oder Ergänzung des physischen Datenmodells dienen die Werkzeuge - Tabellen-Definition (und veränderung inklusive primary key) Table, - Bearbeitung der referentiellen Integrität Reference. 4. Generierung eines SQL-Skripts zur Datenbank-Definition Ein fehlerfreies PDM kann unmittelbar zur Generierung einer Datenbank auf dem gewählten Ziel-DBMS genutzt werden. Dazu wählt man über das Menü Database Generate Database oder die Tastekombination Strg+G ein Sub-Fenster, in welchem man unter dem Reiter General zwischen der Generierung eines SQL- Skripts (für MS-Access ein spezielles Skript für eine Access-basierte Datenbank- Generierung) oder einer ODBC-Generation wählen kann. Empfohlen wird die Skript-Generierung. Für diese können der Speicherort und der Dateiname frei gewählt werden. Unter Options kann man auswählen, welche Datenbankobjekte generiert werden bzw. vorher in der Datenbank gelöscht werden sollen. Unter Preview kann das SQL-Skript vor der Generierung zur Kontrolle angezeigt werden

5 5. Reengineering einer Datenbank Über das Menü File Reverse Engineer Database kann auch eine existierende Datenbank "zurück" in ein physisches Datenmodell und daraus in ein konzeptuelles Datenmodell übersetzt werden. Diese Vorgehensweise empfiehlt sich zum Beispiel zu Dokumentationszwecken oder bei einer grundlegenden Neustrukturierung einer Datenbank bzw. bei Wechsel des DBMS. Als Wahloption zwischen einem existierenden Skript und einer direkten ODBC-Verbindung zur Datenbank, empfiehlt sich hier die ODBC-Verbindung, da sie bereits erste Standardisierungen realisiert. Die Datenbank kann während es Reengineerings im aktiven Zustand verbleiben

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