Praxisbuch Energiewirtschaft
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- Marta Armbruster
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2 Praxisbuch Energiewirtschaft
3 Panos Konstantin Praxisbuch Energiewirtschaft Energieumwandlung, -transport und -beschaffung im liberalisierten Markt 3., aktualisierte Auflage
4 Dipl.-Ing. Panos Konstantin Burgstetten, Deutschland ISBN DOI / ISBN (ebook) Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über abrufbar. Springer Vieweg Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2007, 2009, 2013 Das Werk einschließlich aller seiner Teile ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung, die nicht ausdrücklich vom Urheberrechtsgesetz zugelassen ist, bedarf der vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Bearbeitungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Die Wiedergabe von Gebrauchsnamen, Handelsnamen, Warenbezeichnungen usw. in diesem Werk berechtigt auch ohne besondere Kennzeichnung nicht zu der Annahme, dass solche Namen im Sinne der Warenzeichen- und Markenschutz-Gesetzgebung als frei zu betrachten wären und daher von jedermann benutzt werden dürften. Gedruckt auf säurefreiem und chlorfrei gebleichtem Papier Springer Vieweg ist eine Marke von Springer DE. Springer DE ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media.
5 Geleitwort Seit die Menschheit den Sprung in die Industriegesellschaft geschafft hat, steht die Nutzung von Energie als wesentlicher Produktionsfaktor im Mittelpunkt des Fortschritts. Die Bereitstellung von Energie für den täglichen Bedarf von Haushalten und Unternehmen ist für die Industrieländer zu einer Selbstverständlichkeit geworden, ein komfortables Niveau, das Schwellen- und Entwicklungsländer ebenfalls anstreben. Vor diesem Hintergrund kommt der Energiewirtschaft als einer der herausragenden technisch-wirtschaftlichen Disziplinen eine besondere Bedeutung zu. Die hier zu lösenden Aufgaben beschränken sich nicht nur auf die technische Optimierung von Anlagen und Verfahren zur Energieumwandlung, sondern sie erstrecken sich weit hinein in betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Fragestellungen. Die besten Lösungen können nur in der engen Zusammenarbeit zwischen Ingenieuren, Kaufleuten und Ökonomen gefunden werden. Am Beispiel eines privatfinanzierten Kraftwerksprojektes kann man deutlich machen, dass es ohne eine solche interdisziplinäre Zusammenarbeit keine vernünftige Realisierung gibt. Das vorliegende Werk ist ein Versuch, aus der Sicht des Praktikers einen Leitfaden zu schaffen, der es auch dem Berufsanfänger gestatten soll, sich in die komplexe Materie einzuarbeiten. In seinen mehr als 27 Jahren Berufserfahrung in der Energiewirtschaft hat der Verfasser als Berater und verantwortlicher Projektleiter Erfahrungen und Kenntnisse gesammelt, die es wert sind, an eine zahlreiche Leserschaft weitergegeben zu werden. Georg Fichtner Vorsitzender der Geschäftsführung Stuttgart, im Sommer 2006
6 Vorwort zur dritten Auflage Die Energiewirtschaft ist weiterhin ständig im Wandel. Fünf Jahre nach Erscheinen der zweiten Auflage war eine Aktualisierung und Überarbeitung des Buches längst fällig. Nunmehr erscheint das Praxisbuch Energiewirtschaft in der vollständig neu bearbeiteten dritten Auflage. Text, Tabellen, Abbildungen und die zahlreichen Anwendungsbeispiele wurden aktualisiert, und das Buch wurde durch neue Inhalte ergänzt. Dabei sind auch Anregungen von Kollegen, Kunden und Benutzern des Buches mit eingeflossen. Die Konzeption des Buches wird aber beibehalten. Hauptziel ist und bleibt die Zur-Verfügung-Stellung von praxisnahem technisch/wirtschaftlichen Wissen in prägnanter Form und in der notwendigen Breite und Tiefe für die Entwicklungsphase von Energieprojekten. Die Vorgehensweise bleibt wie in den vorherigen Auflagen dieselbe. Zuerst wird für jedes Kapitel eine komplette Version vom Verfasser selbst erstellt, und anschließend wird diese von Fachleuten geprüft und wo nötig überarbeitet. Diese Vorgehensweise hat sich bewährt, sie garantiert eine prägnante Form der Darstellung und fachlich gute Qualität. Das im Buch dargestellte Wissen kommt überwiegend aus aktueller Projektarbeit, in die der Autor und die Fachleute involviert waren und weniger aus Literaturrecherchen. Alle Kapitel sind grundlegend überarbeitet und aktualisiert. Dabei wurden folgende Neuerungen aufgenommen: Erneuerbare Energien kommen zunehmend weltweit zur Anwendung und ihr Beitrag für die Stromversorgung Europas wächst unaufhaltsam. Sie sind schon längst auch ein bedeutendes Marksegment für die deutsche Industrie und für Consulting Unternehmen. Daher wurde die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien als zusätzliches, eigenes, komplett neuerarbeitetes Kapitel 8 aufgenommen. Die zahlreichen Anwendungsbeispielen sind für das Verständnis der Inhalte des Buches unerlässlich. Wir haben festgestellt, dass einige in der Druckversion im Buch nicht leicht nachvollziehbar sind. Deshalb werden alle Anwendungsbeispiele als Excel-Softkopie in die Internetseite des Autors aufgenommen, und die Leser können sie von dort herunterladen. Auf der Internetseite werden nach-und-nach auch andere Inhalte und Aktualisierungen hinzukommen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass
7 VIII Vorwort zur dritten Auflage es sich hier um einen freiwilligen und kostenlosen Service des Autors und seiner Kollegen handelt. Von den Nutzern wird allerdings erwartet, dass sie durch Anregungen und Hinweise zur Optimierung der Inhalte beitragen. Tippfehler sind in der Fülle des bearbeiteten Spektrums nicht ganz zu vermeiden, ich bitte um Nachsicht. Zu allererst gilt mein besonderer Dank der Fichtner GmbH & Co KG, Stuttgart, für die Unterstützung und für den uneingeschränkten Zugang zu allen technischen und menschlichen Ressourcen des Unternehmens während der Arbeit am Buch. Folgenden Fichtner Kollegen möchte ich dafür danken, dass sie einen Teil ihrer Freizeit geopfert haben und wertvolle Beiträge zum Gelingen dieser dritten Auflage des Buches geliefert haben: Johannes Kretschmann (Solarthermische Kraftwerke), Markus Schüller und Sonja Koch (Windkraft), Ursula Mayr und José Luis Cruz Becerra (Photovoltaik), Dr. Nikos Efthymiou (Wasserkraft), Evelyn Sperber (KWK- und EEG-Gesetz, nun bei DLR), Martin Sielschott (Emissionshandel), Christopher Huck (Gashandel), Adriana Mejia Gomez (Anwendungsbeispiele). Ferner möchte ich die Kollegen Christian Mayr, Dr. Achim Stuible und Nino Turek für ihre Unterstützung und Ratschläge bei zahlreichen Fragen während der Bearbeitung dankend erwähnen. Erwähnen möchte ich im selben Zusammenhang Georg Brakmann, Gründer und langjähriger Geschäftsführer von Fichtner Solar und nun Sprecher des Deutschen CSP Verbandes. Bernhard Rößle hat sich die Zeit genommen, das Buch gründlicher als jeder andere zu lesen und ist dabei auf einige Ungereimtheiten gestoßen. Auf meine Bitte hin hat er sich dann bereiterklärt, einige der Kapitel Korrektur zu lesen. Herzlichen Dank. Herzlich bedanke ich mich auch bei der Fichtner- Hotline für die Mithilfe bei der Ausarbeitung der Formatvorlagen für das Buch. Last but not least möchte ich mich bedanken bei Maggie Konstantin, meiner Ehefrau, für ihre Unterstützung bei der redaktionellen Gestaltung des Buches und auch für ihr Verständnis für die langen Abende und Wochenenden, die ihr Ehemann am Computer verbracht hat. Stuttgart, Juni 2013 Panos Konstantin Anmerkung: Die Internetseite ist z.z. in Bearbeitung bei Markus Groissböck und wird ab Oktober/November 2013 zur Verfügung stehen. Link: pk-energie-praxiswissen.com.
8 Vorwort zur ersten Auflage Die Energiewirtschaft ist ein Wirtschaftszweig und ein Fachgebiet. Als Fachgebiet ist die Energiewirtschaft eine Kombination aus Ökonomie und Technik und hat sich zum Ziel gesetzt, die Versorgung der Endkunden mit einer kostengünstigen, sicheren, ressourcenschonenden und umweltfreundlichen Energie zu gewährleisten. Um das zu erreichen, erforscht und analysiert die Energiewirtschaft die gesamte Kette der Energiebereitstellung von der rationellen Gewinnung, Umwandlung und Verteilung bis hin zu einer effizienten Anwendung von Energieformen unterschiedlichster Art. Das Hauptziel dieses Buches ist die praxisnahe Zur-Verfügung-Stellung des technisch/wirtschaftlichen Wissens, vor allem für die Entwicklungsphase von Energieprojekten, in der notwendigen Breite und Tiefe, ohne das in den meisten Fachbüchern dargestellte umfangreiche fachspezifische Detailwissen. Zielgruppen für das Buch sind Energiewirtschaftler, national und international tätige Energie-Consultants, Mitarbeiter von Ingenieurbüros, Energiedienstleistungsunternehmen, Energieversorgungsunternehmen, Industriebetrieben, Verbänden und Behörden, die in ihrer beruflichen Praxis mit energiewirtschaftlichen Aufgaben betraut werden. Energiewirtschaftler können von der Ausbildung her Ingenieure oder Ökonomen, nach der Liberalisierung zunehmend auch Juristen, sein. Sie müssen aber in allen drei Gebieten soweit den Überblick haben, dass sie die technischwirtschaftlichen Zusammenhänge und Wechselwirkungen erkennen, bewerten und optimieren können. Sie müssen bereit und fähig sein, sich auch in das Nachbargebiet einzuarbeiten. Dies geschieht meistens in Form des trainingon-the-job. Gefragt ist vor allem übergreifendes Wissen und der Blick für das Wesentliche. Fachgebietsexperten mit Spezialwissen werden vor allem während der Realisierungsphase eingeschaltet. Der Inhalt des Buches ist, was die Breite der behandelten Themen betrifft, umfangreich; es wird aber versucht, die Darstellung auf das Notwendige zu begrenzen. Es umfasst 10 Kapitel: Das Thema des ersten Kapitels ist der Primärenergiemarkt und befasst sich mit der Gewinnung und Herkunft von Primärenergien sowie der Preisbildung und Entwicklung von Grenzübergangsund Verbraucherpreisen im Wettbewerbsmarkt. Im zweiten Kapitel werden die Beschaffung von leitungsgebundenen Energien im liberalisierten Markt und die Funktionsweise der Energiebörse erläutert. In Kapitel 3 wird ein Abriss der wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen in verkürzter Form und, soweit möglich, in tabellarischer Darstellung wiedergegeben, sofern diese für
9 X Vorwort zur ersten Auflage die Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen von Energieprojekten relevant sind. Kapitel 4 und 5 vermitteln das notwendige Grundwissen über Investitionsrechnung sowie physikalisch/technische Vorgänge, insbesondere für Berufseinsteiger in der Energiewirtschaft. Kapitel 6 widmet sich der Technik der Energieumwandlung und ihrer Folgen für die Umwelt sowie den Techniken zur Reduzierung von Emissionen. In Kapitel 7 und 8 werden Kraftwerke und Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowohl aus technischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht behandelt. Kapitel 9 befasst sich mit dem Energietransport und der Energieverteilung sowie deren Kostenstrukturen und Kapitel 10 mit der Abwicklung von Energieprojekten. Die Energiewirtschaft hat die Landesgrenzen schon längst überschritten und ist zu einem globalen Business geworden. Die Geschäftssprache ist dabei Englisch, weswegen die wichtigsten Fachbegriffe im Buch auch in englischer Sprache angegeben werden (kursiv in Klammern). Mein besonderer Dank gilt meinem Arbeitgeber, Fichtner GmbH & Co KG, Stuttgart, für die Unterstützung und für den uneingeschränkten Zugang zu allen technischen und menschlichen Ressourcen des Unternehmens während der Arbeit am Buch. Mein Dank gebührt den fünf Gutachtern, Prof. Rainer F. Elsässer, Dr. Ing. Friedrich-Werner Möllenkamp, Dipl.-Ing. Jürgen Naukamm, Prof. Dr.-Ing. Hans-Peter Tietz und Dipl.-Ing, Dipl.-Wirtsch.-Ing. Arno Wilke, die einen ersten Entwurf des Buches begutachtet und mich ermutigt haben, an dem komplexen Thema der Energiewirtschaft weiterzuarbeiten. Herrn Wilke möchte ich zusätzlich auch für seine Unterstützung und seine zahlreichen Anregungen während der Arbeit am Buch danken. Beim Verfassen des Inhalts wurde für jeden Abschnitt zuerst ein Entwurf vom Autor selbst erstellt, und anschließend wurde dieser von Fachleuten geprüft und ggf. überarbeitet. In diesem Zusammenhang möchte ich stellvertretend folgenden derzeitigen und früheren Fichtner-Kollegen für ihre Beiträge danken: Georg Brakmann, Dr. Sigurdur Dagbjartsson, Bruno Fey, Birgit Jahraus, Norbert Krebs, Johannes Laubach, Tobias Metzger, Wolfgang Schröder, Andreas Siegel, Dr. Achim Stuible, Nino Turek, Andreas Vondung, Hans- Friedrich Wülbeck. Herzlich bedanke ich mich auch bei meinem früheren Kollegen Volker Döringer für seine kritische Durchsicht und redaktionelle Überarbeitung. Kommentare zum Inhalt bzw. Anregungen für eine Verbesserung der Thematik werden vom Autor dankend entgegengenommen und bei späteren Ausgaben berücksichtigt. Stuttgart, im Sommer 2006 Panos Konstantin
10 Inhaltsverzeichnis 1. Der Primärenergiemarkt Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Energieformen Klassifizierung der Energieformen Maß- und Handelseinheiten für Energie Struktur des Energieverbrauchs in Deutschland Primärenergieverbrauch Endenergieverbrauch Energieträgereinsatz zur Stromerzeugung Beitrag erneuerbarer Energien zur Energiebereitstellung Herkunft u. Preisentwicklung der Primärenergieträger Herkunft und Grenzübergangspreise von Rohöl Herkunft und Grenzübergangspreise von Steinkohle Herkunft und Grenzübergangspreise von Erdgas Herkunft und Preise von Kernbrennstoff Preisentwicklung von Primärenergien im Vergleich Entwicklung der Brennstoffverbraucherpreise Preise von Kraftwerkskohle Preise von Heizöl Preise von Erdgas Preisrelationen der Hauptenergieträger zum Rohöl Schlussfolgerungen Lehren aus der Vergangenheit Das Prinzip der Preisanlegbarkeit Preisansätze bei Wirtschaftlichkeitsrechnungen Literaturverzeichnis Beschaffung leitungsgebundener Energien Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Merkmale eines liberalisierten Energiemarktes Historischer Überblick und Mindestanforderungen Marktteilnehmer Börsenhandel, Funktionsweise und Produkte...47
11 XII Inhaltsverzeichnis 2.3 Die Energiebörse,,European Energy Exchange EEX Stromhandel an der EEX Erdgashandel an der EEX Handel mit Emissionsberechtigungen an der EEX OTC-Handel Clearing Strombeschaffung Vertragliche Ausgestaltung Zusammensetzung der Stromverbraucherpreise Strombeschaffung mit Portfoliomanagement Strombezug mit Vollversorgungsvertrag Der klassische Stromlieferungsvertrag Gasbeschaffung Historischer Überblick Gas-zu-Gas-Wettbewerb Vertragliche Ausgestaltung Zusammensetzung der Gasverbraucherpreise Gaslieferungsverträge Der klassische Vollversorgungsvertrag Beschaffung von Fernwärme Literaturverzeichnis Energierechtliche Rahmenbedingungen Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Definitionen und Überblick EU-Recht Deutsches Recht Internationale Abkommen Der deutsche energierechtliche Rahmen Energiewirtschaftsrecht Energiesteuergesetze Gesetze zur Kraft-Wärme-Kopplung Gesetze zur Förderung erneuerbarer Energien Konzessionsabgabenverordnung Klimaschutzrechtliche Rahmenbedingungen Internationale Klimaschutzabkommen Das EU-Emissionshandelssystem - EU ETS Die dritte Handelsperiode Berechnungsgrundlagen, Rechenbeispiele und Analysen Literaturverzeichnis Investitionsrechnung in der Energiewirtschaft
12 Inhaltsverzeichnis XIII 4.1 Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Finanzmathematische Grundlagen Der Zeitwert des Geldes, Aufzinsen, Abzinsen, Barwert Zinssatz und Inflation Realer Zinssatz Effektiver Zinssatz Ertragsteuern Kalkulatorischer Zinssatz Zahlungsreihen Aufbau von Zahlungsreihen Anwendungsfälle und Beispiele Investitionsrechnungsmethoden Methodische Vorgehensweise Die Kapitalwertmethode Durchschnittliche diskontierte Stromgestehungskosten Die interne Zinssatzmethode Die Annuitätenmethode Amortisationsrechnung Payback Periode Rentabilitätsrechnung Planerfolgsrechnungsmodelle Randbedingungen für Wirtschaftlichkeitsrechnungen Begriffsfestlegungen Kostenarten bei Energieprojekten Randbedingungen für Wirtschaftlichkeitsrechnungen Literaturverzeichnis Physikalisch-technisches Grundwissen Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Das internationale Einheitensystem SI-Einheiten Regeln für die Schreibweise von Größen und Einheiten Der richtige Umgang mit Einheiten in Formeln Basiswissen Thermodynamik Allgemeine Definitionen Thermodynamik der Gase und Gasgemische Wasserdampfthermodynamik Brennstoffkennwerte Verbrennungsrechnung Kreisprozesse Basiswissen Elektrotechnik Stromarten und Stromkreise
13 XIV Inhaltsverzeichnis Drehstrommaschinen Literaturverzeichnis Energieumwandlung und Emissionen Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Energieumwandlungsanlagen Typen von Energieumwandlungsanlagen Bauarten von Industrie-Dampferzeugern Bauarten von Kraftwerk-Dampferzeugern Arten von Feuerungen Luftverunreinigende Schadstoffemissionen Arten von Emissionen Emissionsgrenzwerte Emissionsminderungsmaßnahmen Primärmaßnahmen zur Emissionsreduzierung Sekundärmaßnahmen zur Emissionsminderung Verfahren zur Reduzierung von CO 2 -Emissionen Hintergrund und Zielsetzung Verfahren zur CO 2 -Abscheidung CO 2 -Transport CO 2 -Speicherung Vergleich der Verfahren, Energieeffizienz und Kosten Literaturverzeichnis Kraftwerke, Technik und Kosten Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Begriffsdefinitionen und Kennzahlen Kraftwerkstypen Definition der verwendeten Kennzahlen und Begriffe Fossilthermische Kraftwerke Dampfkraftwerke Gasturbinenkraftwerke Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerke Verbrennungsmotor-Kraftwerke Stromgestehungskosten fossilthermischer Kraftwerke Kernkraftwerke Typen und Funktionsweise von Kernreaktoren Kernenergieausstieg oder Ausbau Der European Pressurized Reactor EPR Stilllegung von Kernenergieanlagen Stromgestehungskosten von Kernkraftwerken
14 Inhaltsverzeichnis XV Literaturverzeichnis Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Wasserkraftwerke Physikalische Grundlagen Typen von Wasserkraftwerken Bauarten von Wasserturbinen Solarstrom-Technologieübersicht Das Energieangebot der Sonne Stand der Technologie von solarthermischen Kraftwerken Kraftwerke mit Parabolrinnen Technologie Historischer Rückblick Technisches Konzept Das Solarfeld Der Solarkollektor Das HTF-System Der Wärmespeicher Der Solarkraftwerksblock Kommerzielle Parabolrinnen Anlagen in Betrieb Integrierte Parabolrinnen Solar-GuD-Kraftwerke Technisches Konzept Das Parabolrinnen ISCC-Kraftwerk Parabolrinnen ISCC im kommerziellen Betrieb Kraftwerke mit Fresnel-Technologie Technisches Konzept Das Solarfeld Der Fresnel Kollektor Absorbersystem Fresnel-Anlagen kommerziellen Maßstabs in Betrieb Kraftwerke mit Solarturm-Technologie Technisches Konzept Das Solarfeld Die Heliostate Der Receiver Thermischer Energiespeicher und Kraftwerkblock Solarturm-Anlagen kommerziellen Maßstabs in Betrieb Die Parabolschüssel -Technologie Photovoltaik Anlagen Physikalisch-technische Grundlagen Aufbau und Funktionsweise von Solarzellen
15 XVI Inhaltsverzeichnis Typen von Solarzellen PV-Module Aufbau, Funktionsweise, Kenngrößen Aufbau von Photovoltaik Anlagen Kenngrößen von PV-Anlagen Kommerzielle PV Anlagen mit Kraftwerksgröße in Betrieb Windkraftanlagen Physikalische Grundlagen Windpotential Anlagentechnik Kenngrößen von Windkraftanlagen Klassifizierung von Windkraftanlagen Ermittlung des Energieertrages für eine WKA Ermittlung des Energieertrages für Windparks Ausbauperspektiven der Windenenergie Investitionen und Stromgestehungskosten Technisch-wirtschaftliche Randbedingungen Wasserkraftwerke Parabolrinnen-Solarkraftwerke Solarturm Kraftwerke Photovoltaik-Kraftwerke Windkraftanlagen Niedrigzinsszenario für PV und Wind Literaturverzeichnis Kraft-Wärme-Kopplung, Technik, Kostenaufteilung Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung Bauarten von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen Aufbau und Fahrweise von Heizkraftwerken Anwendungsmöglichkeiten und Betreiber Heizkraftwerke Verbrennungsmotor-Blockheizkraftwerke Gasturbinen-Heizkraftwerke Dampfturbinen-Heizkraftwerke Gas- und Dampfturbinen-Heizkraftwerke Wärmeauskopplung aus Großkraftwerken Kennzahlen der gekoppelten Energieerzeugung Thermodynamisches Modell KWK- und Kond.-Anlagen Wirkungsgrad und Energienutzungsgrad Die Stromkennzahl Die Stromverlust-Kennziffer
16 Inhaltsverzeichnis XVII Äquivalente Kondensationsleistung Beziehungen zwischen den Kennzahlen Richtwerte für Kennzahlen von KWK-Anlagen Auflistung verwendeter Symbole bei den Kennzahlen Kostenaufteilungsverfahren Das Stromäquivalenzverfahren (Arbeitswertverfahren) Das Exergie-Verfahren Das kalorische Verfahren Das Restwertverfahren Wahl des Kostenaufteilungsverfahrens Literaturverzeichnis Energietransport und verteilung Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Stromübertragung und -verteilung Technischer Aufbau der Stromnetze Systemkomponenten von elektrischen Netzen Das Deutsche und das Europäische Verbundnetz Netzzugang und Netznutzung bei Stromnetzen Pflichten der Netzbetreiber Grundlagen der Netznutzung - Bilanzkreise Fahrpláne und Standardlastprofile Regel- und Ausgleichsenergie Ausschreibung und Abrechnung von Regelenergie Genehmigung der NNE - Anreizregulierung Bestimmung der Netznutzungsentgelte Erdgastransport und -verteilung Technischer Aufbau von Erdgasnetzen Das deutsche und europäische Erdgas-Verbundnetz Auslegung und Betrieb von Erdgasnetzen Netzzugang und Netznutzung bei Gasnetzen Grundlagen des Netzzugangs Marktgebiete - virtueller Handelspunkt Gasqualität-Übergreifender Erdgashandel Netzmanagement Buchung von Leistungskapazitäten Handel von Leistungskapazitäten Buchung von Speicherkapazitäten Handel von Speicherkapazitäten Kapazitätsentgelte - Entgeltgenehmigung Bilanzkreismanagement
17 XVIII Inhaltsverzeichnis Ausgleichs- und Regelenergie Die Kooperationsvereinbarung Fernwärmeverteilung Technischer Aufbau von Fernwärmenetzen Grundbegriffe der Fernwärmeversorgung Ausgewählte Merkmale der Fernwärmeversorgung Auslegung und Betrieb von Fernwärmenetzen Systemkomponenten von Fernwärmenetzen Literaturverzeichnis Abwicklung von Energieprojekten Phasen der Projektabwicklung Projektstart Planung und Vergabe Bau und Inbetriebnahme Betrieb der Anlage Literaturverzeichnis Abkürzungsverzeichnis Sachverzeichnis Glossar Deutsch-Englisch
18 1. Der Primärenergiemarkt 1.1 Inhalt, Zielsetzung und Schlussfolgerungen Gegenstand und Ziel dieses Kapitels ist, die Entwicklung des Energieverbrauchs und die Kostenentwicklung der verschiedenen Primärenergiearten (Rohöl, Steinkohle, Kernenergie, Erdgas) in einem Zeitraum von 1970 bis heute zu analysieren. Davon ausgehend Schlussfolgerungen abzuleiten, welche insbesondere für Preisansätze in Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen benötigt werden. Die aus diesem Kapitel gewonnenen Erkenntnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen. Der Verbrauch insbesondere an Primärenergien hat in Deutschland nach 2000 beträchtlich abgenommen Abb. 1-3 und Abb Eine Koppelung an das Wirtschaftswachstum ist seitdem nicht mehr vorhanden. Die Marktpreise von Rohöl und der anderen Primärenergien sind starken Schwankungen unterworfen Abb Sie reagieren besonders empfindlich auf geopolitische Ereignisse wie Krisen und Unruhen in den Förderländern, Naturkatastrophen, sowie auf Meldungen und Gerüchte auf dem Markt, die Knappheitsängste bei den Verbrauchern verursachen. Erdöl übt nach wie vor eine Preisleitfunktion auf dem Energiemarkt aus. Aus der indexierten Darstellung Abb ist deutlich erkennbar, dass die Preise aller Primärenergien der Preisentwicklung des Preisführers Erdöl mit einer kurzen Verzögerung folgen. Die Preisbildung von Energieträgern, die im Wettbewerb zueinander stehen, erfolgt nach dem Anlegbarkeitsprinzip Abb Der Importkohlepreis ist außerdem stark abhängig von den Überseefrachtraten, die abhängig von der Konjunktur stark schwanken Abb Aufgrund der Erkenntnisse aus der Vergangenheit kann man schließen, dass mittel- und längerfristige Preisprognosen für Primärenergien praktisch sinnlos sind. Bei Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen sollte man eher ihren Einfluss mit Sensitivitätsanalysen untersuchen und dabei ihre gegenseitige Abhängigkeit berücksichtigen siehe dazu Abschnitt 1.7. P. Konstantin, Praxisbuch Energiewirtschaft, DOI / _1, Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2013
19 2 1 Der Primärenergiemarkt 1.2 Energieformen Klassifizierung der Energieformen Energie ist in chemischer Form in Brennstoffen (Kohle, Heizöl) enthalten oder in Energieträgern (Dampf, Heißwasser) gespeichert. Die Einheit für Energie ist 1 J (Joule). Die Energieformen werden physikalisch oder nach der Energieumwandlung und -anwendung klassifiziert. Diese Hauptformen werden in verschiedene Unterformen unterteilt. Eine Klassifizierung der Energieformen im Rahmen der Energieumwandlung und - anwendung ist in der Abb. 1-1 zu ersehen. Naturvorkommen Gewinnungsprozess Bergbau, Erdöl-, Erdgasförderprozess Primärenergie Fossile Energieträger Kohle, Erdöl, Erdgas Kernenergie Kernbrennstoff Erneuerbare Energien Solar-, Windenergie Biomasse, Geothermie Energieumwandlungsprozess Kokerei, Raffinerie, Kraftwerk Endenergie Nicht-leitungsgebundene Energien feste Brennstoffe Briketts, Koks flüssige Brennstoffe Heizöl, Benzin gasförmige Brennstoffe Gichtgas, Konvertergas Leitungsgebundene Energien elektrischer Strom Erdgas Fernwärme Druckluft Energieumwandlungsprozess Auto, Werkzeugmaschine, Lampe, Heizkessel Nutzenergie Fort-, Drehbewegung Licht, Heizwärme, Kühlung Abb. 1-1: Energieformen, nach Umwandlung und Anwendung
20 1.2 Energieformen 3 Physikalisch wird nach folgenden Energieformen unterschieden: Mechanische Energie; sie kommt als kinetische (Bewegungsenergie) oder potenzielle (Höhenenergie) Energie vor Thermische Energie Chemische Energie, z.b. die in Brennstoffen enthaltene Energie Strahlungsenergie Kernenergie Im Rahmen der Energieumwandlung und -anwendung unterscheidet man drei Hauptformen von Energie: Primärenergien sind Naturvorkommen, die noch keinerlei Umwandlung unterzogen wurden Endenergien werden in einem Energieumwandlungsprozess (Raffinerie, Kraftwerk) aus Primärenergie gewonnen Nutzenergie ist die Energie, die nach der letzten Umwandlung in den Geräten des Endverbrauchers zur Verfügung steht Maß- und Handelseinheiten für Energie Die offizielle Einheit für Energie nach ISO-Standard 1 ist 1 Joule "J" (bzw. die Vielfachen von 1 J: kj=10 3 J, MJ=10 6, GJ=10 9, TJ=10 12 ). Auf dem Markt werden aber Energien in verschiedenen Natur- oder Handelseinheiten (Tonne, Barrel, Hektoliter) verkauft. Die meisten dieser Einheiten sind historischen Ursprungs. Zu unterscheiden ist unbedingt zwischen Masse-, Volumen- und Energieeinheiten. Beim Kauf von Energie wird eigentlich nicht die Masse oder das Volumen sondern der darin enthaltene Energiegehalt gekauft. Steinkohle (hard coal) wird als Masse in Tonnen verkauft. Die verschiedenen Kohlesorten haben aber nicht den gleichen Energiegehalt. Um ein vergleichbares Maß zu haben, wurde ursprünglich als Energieeinheit für Kohle die Stein Kohle Einheit "1 t SKE (englisch: tce ton of coal equivalent) eingeführt. Das ist der Energiegehalt von hochwertiger Steinkohle mit kcal/kg bzw. 7 Gcal/t. Ein kcal ist eine alte Energieeinheit und entspricht 4,187 kj. Rohöl (crude oil) wird in barrel gehandelt. Öl wurde ursprünglich in Fässern (englisch: barrel) verkauft. Ein barrel ist eine Volumeneinheit und 1 Als Einheitensystem für die physikalischen Größen ist in den meisten Ländern das Standard Internationale Einheitensystem nach ISO 1000, abgekürzt SI- Maßsystem in Gebrauch. Siehe Abschnitt 5.1 "Das internationale Einheitensystem".
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