Lern- und Arbeitstechniken

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1 Lern- und Arbeitstechniken 1. Alles zu seiner Zeit Lernen, lernen, lernen und am Ende außer Kopfschmerzen nichts erreicht - ein regelmäßiger Rhythmus, der ebenso viel Zeit zum Lernen wie für die Freizeit lässt, sorgt auf Dauer für ein entspanntes Lernverhalten. Feste Zeiten für Hobbies und Freunde sind ebenso wichtig wie die Hausaufgaben und sorgen für einen strukturierten Tagesablauf. Ganz wichtig: Auch das Gehirn braucht mal eine Auszeit. Also ruhig mal früher ins Bett gehen - besonders in der dunklen Jahreszeit fällt das gar nicht schwer! 2. Organisation dank Checkliste Der Hund muss zum Tierarzt, die Chorprobe ist verschoben, und nach dem Handballtraining trifft man sich noch mit einem alten Freund - aber war da nicht noch? Genau - ganz schnell sind dabei wichtige Termine einfach vergessen. Also lieber regelmäßig eine Bestandsaufnahme machen: Was ist zu tun, wann steht die nächste Klassenarbeit an, an welchem Tag darf ich Omas Geburtstag nicht vergessen - eine Checkliste mit genauem Zeit- und Lernplan bringt nicht nur Ordnung in den Alltag, sie schafft auch Ordnung im Kopf! 3. Das richtige Umfeld schaffen Zum Lernen braucht man Ordnung, Platz und Ruhe - ein aufgeräumter Schreibtisch mit guter Beleuchtung, ein kleiner Bruder, der für die Dauer der Lernphase Rücksicht nimmt, Fernseher und Handy aus, Stifte, Lineal und Radiergummi in Reichweite das alles kann helfen, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Wer Schwierigkeiten hat, sich zu Hause zu konzentrieren, kann auch einmal ausprobieren, in der Bibliothek zu lernen. Hier herrscht nicht nur entspannende Ruhe, es sind auch Nachschlagewerke aller Art direkt verfügbar. 4. Lernen: selbstständig in Begleitung Beim Lernen treten manchmal Fragen auf, auf die man nur eine kurze, korrekte Antwort bräuchte, um weiterzukommen. Generell ist es für Eltern empfehlenswert, vor allem bei jungen Schülern bis zur fünften Klasse, die Erledigung der Hausaufgaben mit Interesse zu begleiten. Auf diese Weise kann man genau dann zur Verfügung stehen, wenn Fragen aufkommen. Doch zu viel Hilfe schadet mehr, als dass sie hilft: Der Schüler verlässt sich zu sehr auf andere, und der Lehrer Zentralgewerbeschule Buchen - Markus Lüske, Beratungslehrer - Lern- und Arbeitstechniken - Seite - 1 -

2 kann so nicht mehr erkennen, inwieweit der Schüler den Unterrichtsstoff tatsächlich verstanden hat und selbstständig anwenden kann. 5. Besser essen Jeder kennt die Situation: man ist ausgehungert und möchte genau jetzt so schnell wie möglich so viel wie möglich essen, um den Hunger zu stillen. Isst man in solchen Situationen zu schwer, zu fett oder zu süß, hat man ganz schnell einen Durchhänger. Versucht man dagegen, etwas Leichteres, wie zum Beispiel ein Körnerbrötchen mit Salat, Tomaten und Käse und dazu frische Früchte zu essen, werden die Energiespeicher viel schonender und vor allem dauerhafter aufgefüllt. Ganz wichtig: Trinken nicht vergessen! Das Ergebnis: Man fühlt sich wieder voller Energie und kann die nächste Aufgabe motiviert und viel konzentrierter starten. 6. Mit Spaß besser Lernen Wer Spaß beim Lernen hat, ist motivierter. Spaß beim Lernen? Wie kriegt man das hin? Kleine Erfolgserlebnisse sorgen automatisch für eine bessere Motivation. Gemeinsam mit Freunden lernen, die Karteikarten mit den Lateinvokabeln mal mit in den Park nehmen, oder die aktuelle Lektüre im Theater live ansehen - mit kleinen Tipps und Tricks lässt sich aus dem ungeliebten Thema Lernen eine durchaus motivierende Freizeitbeschäftigung machen. 7. Motivation ist alles Eltern können viel zur Motivation ihres Kindes beitragen. Schon das kleinste Lob kann die Laune verbessern, die Stärken des Kindes sollten besonders betont werden. So gewinnt das Kind nicht nur mehr Selbstvertrauen, es wird auch viel positiver an die nächste Aufgabe herangehen. Also keinen Druck ausüben, stattdessen lieber alle Ursachen für Stress direkt von Anfang an bekämpfen und für Ausgleich und Bestätigung sorgen. 8. Stressfrei am Nachmittag Wer rechtzeitig seine Hausaufgaben erledigt, hat mehr Freizeit - diesen Spruch hat jeder Schüler wohl schon hundert Mal gehört. Aber es stimmt tatsächlich: Wer sich aufrafft, direkt nach Schulschluss seine Hausaufgaben zu erledigen und konzentriert am Ball zu bleiben, braucht zwar etwas Disziplin, wird hinterher aber mit mehr Freizeit belohnt. Zentralgewerbeschule Buchen - Markus Lüske, Beratungslehrer - Lern- und Arbeitstechniken - Seite - 2 -

3 9. Cool bleiben Eine Prüfungssituation ist aufregend, keine Frage. Trotzdem kein Grund, in Panik zu geraten. Während leichte Nervosität die Konzentrationsfähigkeit sogar noch steigern kann, wirkt echte Panik eher kontraproduktiv. Eine gute Vorbereitung durch gezieltes Lernen schafft mehr Selbstvertrauen und bessere Nerven im Ernstfall. Ganz wichtig: Vor der Klassenarbeit auf dem Schulhof nicht aus der Ruhe bringen lassen, dem eigenen Wissen vertrauen und cool bleiben! 10. Reden ist Gold Wer kennt das nicht: Probleme mit dem Lehrer, Schwierigkeiten im Unterricht, Prüfungsangst, Stress mit der besten Freundin. Wer hier denkt, es ginge nur ihm alleine so, täuscht sich. Egal, ob mit Eltern, Geschwistern oder Freunden: über die eigenen Probleme zu reden ist der erste Schritt zur Besserung. Und es funktioniert: Sich etwas von der Seele zu reden, wirkt wie ein Großreinemachen, und die Probleme erscheinen hinterher nicht mal mehr halb so schlimm. Vielleicht findet man ja auch gemeinsam eine Lösung, so dass sie sich ganz in Luft auflösen. 11. Notizen sind das halbe Leben Je besser die Vorbereitung, desto größer der Lernerfolg. Um das Gelernte besser zu behalten und nachhaltig zu festigen, sind eigene Notizen optimal. Mitschreiben im Unterricht sorgt für eine gesteigerte Aufmerksamkeit und ein besseres Verständnis der behandelten Inhalte. Der Vorteil: Die Notizen müssen nur noch ordentlich abgeheftet werden, und schon hat man die beste Lerngrundlage zur Vorbereitung auf die nächste Klassenarbeit. 12. Doofe Fragen gibt es nicht! Häufig passiert es, dass man im Unterricht kurzzeitig abgelenkt ist, dass man den Lehrer nicht versteht, oder dass der Stoff einfach zu schnell durchgekaut wird. Ganz wichtig: Sobald man merkt, dass man nicht mehr mitkommt - sofort nachfragen! Denn was man im Unterricht verstanden hat, muss man zu Hause nicht noch mal lernen. Zentralgewerbeschule Buchen - Markus Lüske, Beratungslehrer - Lern- und Arbeitstechniken - Seite - 3 -

4 13. Portionsweise Lernen Die ideale Lernstrategie lautet: je früher man anfängt, desto besser. Wer erst dann mit dem Lernen anfängt, wenn die nächste Klassenarbeit bereits vor der Tür steht, gerät leicht in Bedrängnis. Wem es gelingt, den behandelten Stoff bereits an den folgenden Nachmittagen so oft zu wiederholen, bis man ihn verstanden hat, kommt im Unterricht besser mit und muss vor der nächsten Klassenarbeit allenfalls wiederholen. Ganz nach dem Motto: Kleinere Häppchen sind besser verdaulich! 14. Lernen macht kreativ Vokabeln prägen sich viel besser ein, wenn man zu jedem Wort ein Bild im Kopf hat. Warum nicht einmal alle Möbelstücke im Zimmer mit Post-Its versehen, auf denen die entsprechende Vokabel steht? Das könnte ein Zettel mit table auf dem Schreibtisch, das Wort window am Fenster, oder alarm clock neben dem Wecker sein. Versucht man, im Alltag hin und wieder ganz normale Gegenstände in der Fremdsprache zu benennen, lernt man unbewusst, aber effektiv. 15. Des Pudels Kern Lernen ist nicht gleich Lernen. Die richtige Vorbereitung ist das A und O: Je konkreter der relevante Lernstoff eingegrenzt wird, desto gezielter und effizienter kann gelernt werden. Inhaltlich und zeitlich aufs Wesentliche konzentrieren - wer die Lernzeit intensiv nutzt, ist schneller fertig und kann sich früher den wirklich wichtigen Dingen des Lebens widmen 16. Mitarbeiten und Punkte sammeln Auch wenn man die letzte Klassenarbeit mal verhauen hat - mit mündlicher Mitarbeit kann man beim Lehrer Punkte sammeln und die schriftlichen Schwächen ausgleichen. Der Vorteil: Durch das Engagement im Unterricht bleibt automatisch mehr Lernstoff hängen, man bekommt Bestätigung und ist wieder mit Spaß bei der Sache. 17. Stärken stärken Prüfungsangst ade je besser die Vorbereitung, desto größer das Selbstvertrauen. Aber auch die Förderung anderer Fähigkeiten, der Erfolg im Sportverein oder im Schulorchester, hilft, nicht Zentralgewerbeschule Buchen - Markus Lüske, Beratungslehrer - Lern- und Arbeitstechniken - Seite - 4 -

5 nur die Teamfähigkeit, sondern auch das Selbstbewusstsein zu stärken. Ob im Fußball, im Zeichnen oder im Organisieren - wer sich der eigenen Stärken bewusst ist, reagiert in schwierigen Situationen gelassener. Die eigenen Fähigkeiten zu fördern, kann sich also positiv auf alle Bereiche des Lebens - besonders aber auf das Lernverhalten in der Schule - auswirken. 18. Nicht verzagen Eltern sollten ihrem Kind auch dann Unterstützung und Bestätigung geben, wenn die schulischen Leistungen mal nicht so gut sind. Niemals Druck ausüben, Ursachen erkennen, Probleme konstruktiv angehen und die Motivation fördern - wenn die Eltern die Nerven behalten, bleibt auch das Kind entspannter und fühlt sich in dieser schwierigen Situation nicht allein gelassen. 19. Die Balance finden Spätestens, wenn man nachts schon von dem Lernstoff träumt, den man vor der nächsten Klassenarbeit noch zu bewältigen hat, ist es Zeit, den Kopf frei zu kriegen. Studien haben erwiesen, dass Gelerntes viel besser verarbeitet werden kann, wenn sich Lernphasen und Erholungssequenzen abwechseln. Schon 30 Minuten in der Natur, mit viel frischer Luft und Bewegung, sind ideal, um zwischendurch mal so richtig auszuspannen. Und um so motivierter geht man hinterher wieder an die Arbeit. 20. Spielerisch lernen Den Unterrichtsstoff werde ich nie verstehen, die Vokabeln kann ich mir absolut nicht merken, die Matheregel kann ich nicht logisch nachvollziehen - wenn man beim Lernen nicht weiterkommt, hilft es, einfach mal etwas Neues auszuprobieren. Gemeinsam in der Gruppe lernen, Eselsbrücken bauen, Mind-Maps erstellen, den Lernstoff aufzeichnen und immer wieder anhören - Erlebtes bleibt besser in Erinnerung und erhöht die Merkfähigkeit. Wichtig ist, herauszufinden, wie man selbst am besten lernt, dann kommt das Verstehen wie von selbst. 21. Hilfe zur Selbsthilfe Die Eltern haben keine Zeit, die Geschwister sind ständig unterwegs, und die Freunde sind auch keine Hilfe - wer sich für professionelle Unterstützung in Form von Nachhilfe interessiert, Zentralgewerbeschule Buchen - Markus Lüske, Beratungslehrer - Lern- und Arbeitstechniken - Seite - 5 -

6 kann auf ein breites Angebot zurückgreifen. Sei es zur Verbesserung der Note, zur Anleitung bei den Hausaufgaben, zum Aufholen in den Ferien, oder einfach nur, um lern fördernde Kompetenzen, wie Organisationsfähigkeit, Lerntechniken oder Arbeitsmethoden zu erlangen - Nachhilfe sollte immer ganz individuell auf den Schüler abgestimmt sein. 22. Lernen will gelernt sein Am besten lernt es sich, wenn man versucht, den Schulstoff auf seine Weise zusammenzufassen und zu wiederholen. Zunächst sollte man den Lernstoff nach Themen oder Lektionen gliedern und mittels einer Lernkartei zusätzliche Ordnung in den Informationsüberfluss bringen. Vokabellernen wird zum Geheimtipp, wenn man die Wörter auf Karteikarten schreibt - auf diese Weise lernt man schon bei der Vorbereitung, weil man sich intensiv mit dem Lernstoff beschäftigt. Wie bei einem Kartenspiel bleiben dann die Vokabelkarten, die man noch nicht beherrscht, so lange im Spiel, bis man die Wörter durch die ständige Wiederholung gelernt hat. 23. Lernen in den Ferien Ferien sind das Beste an der Schulzeit, keine Frage. Man hat Zeit im Überfluss, Zeit zum Entspannen, Zeit für Freunde und Hobbies. Doch gerade, wenn das letzte Zeugnis sich wie ein Schatten über die unbeschwerten Wochen zu legen scheint, bieten die Ferien eine gute Möglichkeit, Lernstoff aufzuholen, um dann beim Schulstart durchzustarten. Aber auch eine Reise ins fremdsprachige Ausland kann helfen, die Sprachkenntnisse zu verbessern. So oder so: Wer in den Ferien lernt, ist klar im Vorteil! 24. Mit gutem Beispiel voran Eltern sollten nie vergessen, dass sie ein Vorbild für ihr Kind sind. Sei es bei der Ordnungsliebe, beim sozialen Miteinander oder beim Fernsehkonsum - das Kind orientiert sich in erster Linie am Verhalten der Eltern. Unter Anleitung kann man dem Kind bewusst und Schritt für Schritt neue Welten eröffnen. Ob Filme, Hörmedien, Computer oder Internet - der Umgang mit Neuen Medien sollte stets unter Kontrolle bleiben. Quelle: Schülerhilfe GmbH (2009): 24 Lerntipps. Gelsenkirchen. Online: Aufgerufen am Zentralgewerbeschule Buchen - Markus Lüske, Beratungslehrer - Lern- und Arbeitstechniken - Seite - 6 -

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