Computergrundlagen Programmieren in C
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- Käthe Jaeger
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1 Computergrundlagen Programmieren in C Axel Arnold Institut für Computerphysik Universität Stuttgart Wintersemester 2013/14
2 Die Sprache C D. M. Ritchie, Entwickelt aktueller Standard: C11 (2011), wir benutzen C99 Compiler: GNU gcc, Intel icc, IBM XL C, PGI Compiler,... geeignet für effiziente und hardwarenahe Programme Python-Interpreter und Linux-Kernel sind in C geschrieben manuelle Speicherverwaltung, dadurch fehleranfälliger A. Arnold Computergrundlagen 2/22
3 Hello, World! #include <stdio.h> // main program int main() { printf("hello, World\n"); return 0; C-Quellcode muss als Textdatei vorliegen (z.b. helloworld.c) Formatierung freier als in Python, siehe auch Vor der Ausführung mit dem GNU-Compiler compilieren: gcc -Wall -O3 -std=c99 -o binary helloworld.c Erzeugt ausführbares Programm binary Warnt bei möglichen Fehlern (-Wall), optimiert (-O3) und wählt Standard C99 A. Arnold Computergrundlagen 3/22
4 Interpreter- vs. Compilersprachen Python-Skript Python-Interpreter Ausgabe interpretiert produziert Interpreter liest Programm bei Ausführung und führt Anweisungen aus Interpreter zur Ausführung nötig C-Quellcode C-Compiler+Linker Binärprogramm Ausgabe übersetzt erzeugen produziert Compiler übersetzt Programm in Maschinensprache Programm läuft ohne Compiler, aber nur auf Zielhardware + Betriebssystem A. Arnold Computergrundlagen 4/22
5 Assembler und Maschinensprache Maschinensprache sind Zahlenkolonnen AD A 8D AD d Assembler ist die menschenlesbare Form: # Maschinensprache # Assembler X = $1234 AD LDA X 18 CLC 69 2A ADC #42 8D STA X AD LDA X ADC #00 8d STA X+1 Zeitkritische Anwendungen werden manchmal direkt in Assembler geschrieben A. Arnold Computergrundlagen 5/22
6 Vom Sourcecode zum Programm programm.c Assembler Präprozessor Objekt-Datei Objekt-Datei Compiler Linker Binärprogramm Ein (C-)Programm durchläuft viele Schritte bis zur fertigen ausführbaren Datei Präprozessor, Compiler, Assembler und Linker sind meist separate Programme meist mehrere Objektdateien aus verschiedenen Quelltextdateien A. Arnold Computergrundlagen 6/22
7 Komponenten Präprozessor ersetzt Code textuell #include bindet weiteren Quellcode ein #define definiert Makros (Textersetzung) Compiler erzeugt Assembler aus präprozessierten Quellcode übersetzt C in Zwischencode optimiert, weist Prozessorregister zu übersetzt dann in Assembler Assembler erzeugt eine Objektdatei mit Maschinencode Linker verbindet Objektdateien zu Binärprogramm löst Abhängigkeiten (Aufrufe, globale Variablen) unter den Objektdateien auf Objektdateien können in Bibliotheken zusammengefasst werden A. Arnold Computergrundlagen 7/22
8 Beispiel: Fakultät Berechnen der Fakultät in C: #include <stdio.h> int fakultaet(int n) { int fak = 1; for (int i = 2; i <= n; ++i) { fak *= i; return fak; int main(int argc, char **argv) { int n = 20; printf("%d\n", fakultaet(n)); return 0; A. Arnold Computergrundlagen 8/22
9 Datentypen in C anders als in Python sind Variablen fest typisiert Grunddatentypen void (leer) Datentyp, der nichts enthält nötig für manche Sprachkonstrukte char 8-Bit-Ganzzahl, für Zeichen 1, a, A,... int 32- oder 64-Bit-Ganzzahl 1234, float 32-Bit-Fließkommazahl , e23 double 64-Bit-Fließkommazahl , e23 Arrays (Felder): ganzzahlig indizierter Vektor fester Größe Pointer (Zeiger): Verweise auf Speicherstellen Structs und Unions: zusammengesetzte Datentypen, Verbünde keine Listen oder Wörterbücher A. Arnold Computergrundlagen 9/22
10 Variablen int foo() { int i = 0; int j, k; int i; // Fehler! i doppelt deklariert void bar() { int i = 2; // Ok, da anderer Gueltigkeitsbereich i = k; // Fehler! k unbekannt Müssen vor Benutzung mit ihrem Datentyp deklariert werden Dürfen nur einmal deklariert werden Können bei der Deklaration mit Startwert initialisiert werden Mehrere Variablen desselben Typs mit, getrennt deklarieren Gültigkeitsbereich ist innerster Block, markiert durch { A. Arnold Computergrundlagen 10/22
11 Globale Variablen int global; void foo() { printf("%d\n", global); int bar() { global = 2; funktion(); Globale Variable werden außerhalb von Funktionen deklariert Aus allen Funktionen les- und schreibbar A. Arnold Computergrundlagen 11/22
12 Schleifen for for (int i = 1; i < 100; ++i) { printf("%d\n", i); int k; for (k = 100; k > 0; k /= 2) { printf("%d\n", k); Initialisierung Beliebige Anweisung Deklarierte Variable nur in Schleife gültig Wiederholungsbedingung Schleifenende, wenn unwahr Ändern der Schleifenvariablen hier i um eins erhöhen, k durch 2 teilen Abbruch wie in Python mit break / continue Alle Teile können leer sein Initialisierung Bedingung unwahr Block wahr Ändern der Variablen A. Arnold Computergrundlagen 12/22
13 Inkrement und Dekrement Kurzschreibweisen zum Ändern von Variablen: i += v, i -= v; i *= v; i /= v Addiert sofort v zu i (zieht v von i ab, usw.) Wert im Ausdruck ist der neue Wert von i int k, i = 0; k = (i += 5); printf("k=%d i=%d\n", k, i); i=5 k=5 ++i und --i sind Kurzformen für i += 1 und i -= 1 i++ und i-- Erhöhen / erniedrigen i um 1 nach Auswerten des Ausdrucks Wert im Ausdruck ist also der alte Wert von i int k, i = 0; k = i++; printf("k=%d i=%d\n", k, i); i=1 k=0 A. Arnold Computergrundlagen 13/22
14 Beispiel: Pythagoräische Zahlentripel Der schnelle Algorithmus in C: #include <stdio.h> int main() { int c = 10; int a = 1, b = c - 1; // walk along the arc till diagonal while (a <= b) { if (a*a + b*b < c*c) { a += 1; else if (a*a + b*b < c*c) { b -= 1; else { // found a Pythagorean triple for c printf("%d^2 + %d^2 = %d^2\n", a, b, c); break; A. Arnold Computergrundlagen 14/22
15 Bedingte Ausführung if if (anzahl == 1) { printf("ein Auto\n"); else { printf("%d Autos\n", anzahl); if wie in Python Es gibt allerdings kein elif Bedingungen Ähnlich wie in Python, aber logisches und : && statt and logisches oder : statt or logisches nicht :! statt not Also z.b.:!((a == 1) (a == 2)) A. Arnold Computergrundlagen 15/22
16 Schleifen while int i = 0; while (i < 10) { summe += i; ++i; while (cond) block führt block aus, solange cond wahr ist break und continue möglich Beispiel ist äquivalent zu for(int i = 0; i < 10; ++i) { summe += i; Bedingung unwahr Block A. Arnold Computergrundlagen 16/22 wahr
17 Schleifen do... while int i = 0; do { summe += i; ++i; while (i < 10); do block while (cond); führt block aus, solange die Bedingung cond wahr ist Unterschied zur while-schleife: do... while überprüft nach dem Block Ist auch äquivalent zu wahr for(int i = 0; i < 10; ++i) { summe += i; Jede Schleife kann äquivalent als for-, while- oder do...while-schleife geschrieben werden Block Bedingung unwahr A. Arnold Computergrundlagen 17/22
18 Beispiel: Sieb des Eratosthenes (Listen) Problem Gegeben: Eine ganze Zahl N Gesucht: Alle Primzahlen kleiner als N Methode: Sieb des Eratosthenes Betrachte Liste aller Zahlen zwischen 2 und N Streiche nacheinander alle echten Vielfachen von (Prim-)zahlen Was übrig bleibt, sind Primzahlen = Sieb A. Arnold Computergrundlagen 18/22
19 Implementation #include <stdio.h> int main() { const int N = 100; // initially, assume all numbers > 1 are prime int is_prime[n]; for (int i = 2; i < N; ++i) is_prime[i] = 1; // now remove true multiples for (int i = 2; i < N/2; ++i) { if (!is_prime[i]) continue; // multiples already deleted for (int multiple = 2*i; multiple < N; multiple += i) is_prime[multiple] = 0; // print primes to console for (int i = 2; i < N; ++i) { if (is_prime[i]) printf("%d, ", i); printf("\n"); A. Arnold Computergrundlagen 19/22
20 Arrays float x[3] = {0, 0, 0; float A[2][3]; for (int i = 0; i < 2; ++i) { for (int j = 0; j < 3; ++j) { A[i][j] = 0.0; x[10] = 0.0; // compiliert, aber Speicherzugriffsfehler Arrays (Felder) werden mit eckigen Klammern indiziert Mehrdimensionale Arrays erhält man durch mehrere Klammern Beim Anlegen wird die Speichergröße festgelegt Später lernen wir, wie man Arrays variabler Größe anlegt Es wird nicht überprüft, ob Zugriffe innerhalb der Grenzen liegen Die Folge sind Speicherzugriffsfehler (segmentation fault) A. Arnold Computergrundlagen 20/22
21 Zeichenketten char string[] = "Ballon"; string[0] = H ; string[5] = 0; printf("%s\n", string); Hallo Strings sind Arrays von Zeichen (Datentyp char) Das String-Ende wird durch eine Null markiert Daher ist es einfach, mit Strings Speicherzugriffsfehler zu bekommen Zusammenhängen usw. von Strings erfordert Handarbeit oder Bibliotheksfunktionen (später) A. Arnold Computergrundlagen 21/22
22 const unveränderbare Variablen static const float pi = 3.14; pi = 5; // Fehler, pi ist nicht schreibbar // Funktion aendert nur, worauf ziel zeigt, nicht quelle void strcpy(char *ziel, const char *quelle); Datentypen mit const sind konstant Variablen mit solchen Typen können nicht geändert werden Verwendung wie benamte Konstanten pi ist viel klarer als 3.14 im Quelltext static bei globalen Konstanten A. Arnold Computergrundlagen 22/22
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