DIE GEWEBELEHRE/HISTOLOGIE
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- Hinrich Weiß
- vor 9 Jahren
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1 DIE GEWEBELEHRE/HISTOLOGIE Philipp Hausser GluckerSchule BINDE- UND STÜTZGEWEBE 1
2 Das Bindegewebe: Der Ursprung liegt im Mesoderm (eines der drei Keimblätter des Embryos) Ausgehend davon entscheidet insbesondere das chemische Milieu und später die mechanische Belastung, zu welchen Zielzellen sie sich entwickeln Es zählt zum passiven Teil des Bewegungsapparat Es ist im gesamten Körper verbreitet 2
3 Unterteilung von Bindegewebe: Mesenchym Gallertartiges BG embryonales BG Retikuläres BG Fettgewebe Eigentliches BG Zu retikuläres BG: Es ist das netzförmige BG Kommt im Lymphatischen System und in der Milz vor Es ist zur Phagozytose befähigt 3
4 Zu Fettgewebe: Sonderform des retikulären BG Fähigkeit Fett zu speichern Gewichtszunahme durch Volumenzunahme der Zellen Man unterscheidet zwei Arten von Fettgewebe: Baufett = Ferse, bzw. allg. Druckpolster Speicherfett = Energiereserven 4
5 Zu eigentliches BG: Bestandteile Zellen Matrix Kapillare Zu Zellen: Die Zelle des Bindegewebes nennt sich Fibrozyt Der Fibroblast produziert und ist ortsfest (fixe Zellen) Die freien Zellen sind für die Beseitigung von Fremdkörpern verantwortlich 5
6 Zur Matrix: Matrix Fasern Grundsubstanz (Proteoglykane) Wasser Mineralstoffe Zu Fasern: Wie Seile die aus aneinander geketteten Molekülen bestehen Wie eine Kordel verdreht 6
7 Bild: MT-Skript FOMT Es gibt verschiedene Bindegewebsfasern: Kollagene Fasern Elastische Fasern Retikuläre Fasern 7
8 Zu kollagene Fasern: Eine kollagene Faser unterliegt einem hierarchischem Aufbau Kollagen ist ein Glykoprotein (Zucker/Eiweiß) Es ist in Wasser nicht löslich Bild: MT-Skript FOMT 8
9 Kollagen ist zugfest bzw. nur etwa 5% reversibel dehnbar Es hat einen Anteil von 30% am gesamten Eiweiß des Körpers bzw. des Organismus Ca. 10 verschiedene Kollagenfasertypen Die wichtigsten Kollagentypen: Typ 1: kommt in 80% der Gewebe mit hoher Festigkeit vor Typ 2: eher in elastischem Gewebe, wie z.b. elastischer Knorpel und Nucleus Typ 3: wird meistens nach Verletzungen in der Wundheilung produziert und muss dann mechanisch (Training) umgebildet werden 9
10 Kollagen bildet sich alle Tage neu Dieser Prozess wird Turn-Over genannt Kollagen richtet sich immer in eine der Belastung verlaufenden Form aus Zusammenfassung Kollagen: Kollagenfasern treten praktisch überall im Körper auf und bilden die größte Fraktion aller Bindegewebsfasern Sie sind die durch Zugkräfte besonders beanspruchten Bauelemente des Körpers Kollagen ist fest! 10
11 Zu elastischen Fasern: Sie sind % reversibel dehnbar Sie kommen vermehrt in dehnungsbeanspruchten Organen wie z.b. in der Lunge vor Elastische Fasern kommen auch in Bändern vor, so z.b. Lig. flava (gelb) an der WS Elastische Bänder sind mikroskopisch gelb Zu retikulären Fasern (netzförmig): Sie befinden sich hauptsächlich im lymphatischen System, sowie in der Leber, Niere und im Nervensystem 11
12 Zu Grundsubstanz: Sie wird auch Amorphe/gestaltlose Grundsubstanz genannt Besteht aus Molekülen die sich zu einem großen Aggregat (Proteoglykane/PG) zusammenfinden Dabei werden so genannte Glukosaminoglykane (GAG) über Verbindungsproteine an eine zentrale Eiweißkette gebunden Das Aggregat ist ein Zucker-Eiweiß Komplex 12
13 Funktion: Die Grundsubstanz ist für die Widerstandsfähigkeit bzw. Widerstandskraft gegen Kompressionskräfte verantwortlich Dies liegt an der Anordnung der (GAG) sowie deren Ladung. Die GAG sind innerhalb eines PG s wie die Borsten einer Bürste angeordnet, wobei die Borsten eine negative Ladung aufweisen Bei Belastung werden die GAG aufeinander zu bewegt. Da sich gleichnamige Ladungen abstoßen, treten entgegengesetzte Kräfte auf (repulsive forces) Bild: MT-Skript FOMT 13
14 Zu Wasser: Wasser als dritter Bestandteil der Matrix, bindet sich an die Fasern und insbesondere an die Grundsubstanz Wasser ist ebenfalls für den Widerstand gegen Kompressionskräfte verantwortlich Zusammenfassung: Insgesamt entsteht ein homogenes Gewebe, indem die Zelle als intelligente Struktur den Auf- und Abbau steuert und die Matrix die Stabilität gebende Struktur darstellt. Jedes Bindegewebe (Band, Sehne, Knorpel usw. ) besteht aus diesen Anteilen, lediglich das Verhältnis der Bestandteile ist unterschiedlich 14
15 Bild: MT-Skript FOMT Das Stützgewebe: Unter Stützgewebe versteht man Gewebe die durch ihre besondere Festigkeit dem Körper eine bestimmte Form geben Knorpel Knochengewebe 15
16 Das Knorpelgewebe Der hyaline Knorpel Der Faser Knorpel Der elastische Knorpel Die Knorpelzellen nennt man Chondrozyten(eigentliche Knorpelzelle) Die Chondroblasten sind eine Sonderform und produktionsfähig 16
17 Die kleinste funktionellste Einheit des Knorpels: Chondron Zu hyaliner Knorpel: Das Primordialskelett (Embryonalzeit) besteht aus hyalinem Knorpel Nach Wachstumsabschluss nur noch an den Gelenkflächen bzw. im Bereich der Rippen (sternal) 17
18 70% des Gesamtvolumen von hyalinem Knorpel ist Wasser (Bezug Matrix) Er hat auch kollagene Fasern und natürlich Proteoglykane als weitere Bestandteile Der hyaline Knorpel ist Schutz für den darunter liegenden Knochen (Bezug Arthrose) Diese Lage nennt man Subchondral 18
19 Bild: Rheumazentrum.ch Der hyaline Knorpel ist ein avaskuläres Gewebe Bradytrophes Gewebe 19
20 Bild: Swissklinik.ch Bild: Sportarzt.at 20
21 Zu Faserknorpel: Der Faserknorpel hat eine Zwischenstellung zwischen straffem Bindegewebe und dem hyalinen Knorpel Es gibt ihn avaskulär und teilweise vaskulär Bandscheibe, Menisken, Symphyse und Atemwegen Bild: Atos.de Bild: onmeda.de 21
22 Bei einem Knorpeldefekt (Menisken), sollte man genau analysieren in welchem Bereich der Defekt ist. Davon hängt die Regeneration ab und man kann eine adäquate Therapie wählen Zu elastischem Knorpel: Der elastische Knorpel kommt im Ohr und in den Atemwegen vor Seine Faserbestandteile sind hauptsächlich elastische Fasern 22
23 Bild: Wdr.de Bild: Essom.com Organische Substanzen 30-40% Anorganische Substanzen 60% Kalksalze Kollagene Fasern, Grundsubstanz 23
24 Auf Druck-, Zug-, Biegungs- und Torsionsbelastungen passt sich Knochengewebe sehr gut an Es gibt fast kein vergleichbares Material, dass so anpassungsfähig ist Funktionen des Knochengewebe: Blutbildung Formgebung Calciumspeicher Bewegung Schutz, Stabilisation 24
25 Der Weg in das Innere des Knochen: Knochenhaut (Sehr gute Innervation) Substantia Compacta (feste Knochenschicht) Substantia Spongiosa (schwammartige Schicht) Markraum/Markhöhle des Knochen 25
26 Bild: Bildwörterbuch.com Die kleinste funktionellste Einheit des Knochengewebes nennt man Osteon bzw. Haversches-System -Zentraler Kanal -Haversches Gefäß -Lamellen um das Gefäß Bild: Bildwörterbuch.com 26
27 Bild: Bildwörterbuch.com Die Blutversorgung von Knochengewebe: Die arterielle Versorgung funktioniert Zentrifugal Zentrifugal = von einer Hauptarterie in alle Himmelsrichtungen 27
28 Die venöse Versorgung funktioniert Zentripedal Zentripedal = Das Blut wird in einem Zentralen Kanal (Sinus) gesammelt und dann in einer Hauptvene abtransportiert Der Knochen ist im Verhältnis zum Knorpel perfekt vaskularisiert 28
29 Woraus entsteht Knochen? Chondrale Ossifikation: Aus Knorpel wird Knochen (Primordialskelett) Die meisten Knochen des Menschen werden durch chondrale Ossifikation angelegt 29
30 Endchondrale Ossifikation: Dickewachstum (z.b. Epiphyse) Perichondrale Ossifikation Längenwachstum (z.b. Diaphyse) Bild: G-Netz.de 30
31 Desmale Ossifikation: Aus Bindegewebe wird Knochen Gesichtsknochen 31
32 Der Knochen unterliegt einem ständigen Wechsel von Aufbau (Osteoblasten) und Abbau (Osteoklasten) Turnover von Knochen = 10 Jahre Aufbau eines Röhrenknochens: Diaphyse = Mittelstück d. Röhrenknochens Epiphyse = Endstück d. Röhrenknochens Apophyse = Knochenfortsatz! Metaphyse = Wachstumszone 32
33 Bild: Answers.com 33
34 Literatur: Werner Platzer, Taschenatlas der Anatomie, Bewegungsapparat, Thieme- Verlag Stuttgart Michael Schünke, Erik Schulte, Udo Schumacher, Markus Voll, Karl Wesker, Prometheus, LernAtlas der Anatomie, Thieme-Verlag Stuttgart 2005, J. Weineck, Sportanatomie, Perimed Fachbuch-Verlagsgesellschaft Erlangen Frank Diemer, Volker Sutor, Praxis der medizinischen Trainingstherapie, Thieme-Verlag Stuttgart
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