Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.v.
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- Justus Junge
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1 Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.v. Die lokale Hilfepyramide ein Anforderungsprofil für lokale Wohnungsnotfall- Rahmenpläne BAG W Bundestagung 2013, Dortmund, AG 1 a am Donnerstag, 26. September, bzw. AG 1b am Freitag, 27. September Dr. Thomas Specht, Geschäftsführer, BAG Wohnungslosenhilfe e.v.
2 Überblick I. Funktion lokaler Wohnungsnotfall Rahmenpläne II. III. Anforderungsprofile für lokale Rahmenpläne Thesen zur Einordnung lokaler Entwicklungsdynamik
3 Integrierten lokale Wohnungsnotfall Rahmenplänen: Warum ein Anforderungsprofil? Rahmenpläne von den politischen Akteuren in Kommunen und Landkreisen einfordern Beitrag zu lokalen Plänen zur Armutsbekämpfung leisten Orientierung für freie und öffentliche Träger des Hilfesystems zur Schwerpunktsetzung bei ihrer lokalen Strategieentwicklung anbieten
4 Strategische Globalziele für Kommunen und Landkreise Die lokale Entwicklungsagenda sollte mindestens vier globale strategische Ziele verfolgen: 1.Niemand soll mehr draußen auf der Straße schlafen müssen. 2.Die Zahl der Wohnungsnotfälle insgesamt soll nachhaltig quantitativ reduziert werden. 3.Das Hilfesystem soll so weiterentwickelt werden, dass alle Bedarfsgruppen der Wohnungsnotfälle ein Hilfeangebot finden. 4.Das Hilfesystem ist durch Sozialplanung zu koordinieren und integriert zu steuern
5 Strategischer Ansatz Ziele zeitlich pro Landkreis und Stadt konkretisieren und danach Planung ausrichten, z.b. Agenda globaler Ziele schrittweise bis 2020 erreichen. Quantitatives Ausmaß der Zielgruppen erkennen Qualitative Bedarfe Zielgruppen zuordnen
6 Zielgruppenorientierung Wohnungsnotfallpyramide IV. Menschen in unzumutbaren Wohnverhältnissen III. Von Wohnungsverlust unmittelbar Bedrohte II. Wohnungslos und institutionell untergebracht I. Ohne Unterkunft auf der Straße
7 Zielgruppenorientierung Die Wohnungsnotfallpyramide schichtet die Lebenslagen der Wohnungsnotfälle nach ihrem quantitativen Ausmaß und steht deshalb auf der Spitze. Aus der relativen Quantität der Bedarfslagen folgt, dass der quantitativ größte Ressourceneinsatz bei den größten Bedarfsgruppen erfolgen sollte. aus der Qualität der Bedarfslagen ergibt sich, dass der qualitativ größte Ressourceneinsatz bei den relativ kleineren Bedarfsgruppen erfolgen muss, da diese höhere Hilfebedarfe aufweisen. Die Kunst dabei ist, die rechte Balance im lokalen Gesamthilfesystem zu finden.
8 Interventionsstrukturen Hilfesystempyramide V. Sozialplanung / Wohnungsnotfallhilfeplanung IV. Wohnungspolitik III. Präventive Hilfen II. Existenzsicherung und weiterführende Hilfen I. Niedrigschwellige Hilfen
9 Interventionsstrukturen 4 Interventionsebenen des Hilfesystems I Niedrigschwellige Hilfen II Existenzsicherung + weiterführende Hilfen 4 Schwerpunktzielgruppen Ohne Unterkunft auf Straße Aktuell wohnungslos +untergebrachte III Präventive Hilfen IV. Kommunale Wohnungspolitik Von Wohnungsverlust bedrohte Menschen in unzumutbaren Wohnverhältnissen
10 V. Sozialplanung, bzw. Wohnungsnotfallhilfeplanung Sozialplanung, bzw. Wohnungsnotfallhilfeplanung, ist keine Zielgruppe zugeordnet, weil ihre Aufgabe die Gesamtintegration der Stufen I bis IV zu einem integrierten Hilfesystem ist. Sozialplanung ist bei der heutigen Komplexität von Hilfesystemen, ins. in Großstädten über EW Daueraufgabe. Sie bedarf personeller Verankerung bei freien und öffentlichen Trägern. Schlüsselaufgabe: Jährliche Berichterstattung zumindest für Wohnungslose und Bedrohte etablieren nicht nur im Bereich nach 67 ff.
11 Anforderungsprofil I Niederschwellige Hilfen Erreichbare und menschenwürdige Notunterkünfte Winternothilfeprogramm, inkl. Kältebusse Mobile Medizinische Hilfen Aufsuchende Straßensozialarbeit
12 Anforderungsprofil II Existenzsicherung Flächendeckende zielgruppenorientierte Beratungsangebote: Frauen, Migration, U-25 Ausreichende personelle und räumliche Kapazitäten in ambulanter, teilstationärer und stationärer Versorgung Hinweis: Ordnungsrechtliche Unterkunft mit Minimalpersonal ist keine fachgerechte stationäre Hilfe Ausreichende spezialisierte ambulante und stationäre Hilfeangebote, bzw. Vermittlungshilfen im Bereich Wohnen, Gesundheit, Qualifikation und Arbeit.
13 Anforderungsprofil III Prävention Flächendeckendes System von Fachstellen zur Verhinderung von Wohnungsverlusten in Kommunen und Landkreisen Beteiligung freier Träger an den aufsuchenden Hilfen Rechtskreisübergreifende Organisation in Abstimmung mit Jobcenter (eine Stelle für SGB II und SGB XII) Ausreichende finanzielle Mittel für Mietschuldenübernahme in den Haushalten
14 Anforderungsprofil IV Wohnungspolitik Entwicklung eines kommunalen Wohnraumversorgungskonzepts insb. für Bezieher von Niedrigeinkommen sowie Transferleistungen Spezifisches Wohnungsbauprogramm für Wohnungsnotfälle Feststellung angemessener Mietobergrenzen: Ausrichtung an den Vergleichsmieten unter Bezug auf Bestands- und Neuvermietungsmieten Schlichtwohnungen / ordnungsrechtliche Unterbringung auflösen und durch Normalwohnraum ersetzen, zumindest dezentralisieren
15 Thesen zur Entwicklungsdynamik lokaler Hilfesysteme 1. Die historische Entwicklung der Wohnungslosenhilfe verläuft in den meisten Kommunen und Landkreisen stufenweise, bisweilen sprunghaft von Stufe I bis Stufe V. 2. Die Interventionsdichte der deutschen Kommunen und Landkreise nimmt im Durchschnitt zur Spitze der Pyramide hin progressiv ab. Oft fehlen Stufe III, IV und V. Dies korrespondiert der vorherrschenden Problemwahrnehmung, die sich im Regelfall zu sehr auf die Spitze der Wohnungsnotfallpyramide konzentriert. 3. Keine Interventionsebene darf fehlen, wenn man den Umfang der Straßenpopulation nachhaltig senken will, weil sich die Straßenpopulation aus den drei vorgelagerten Zielgruppen ständig erneuert. 4. Der Grad der Reduktion der Menschen in Notunterkünften und auf der Straße hängt in erster Linie von einem ausbalancierten kommunalen Gesamtkonzept der Intervention ab. 5. Bei Gesamthilfesystemen, die die Stufen I und II entwickelt haben und die Ebene der Prävention angehen wollen, muss parallel dazu die wohnungspolitische und sozialplanerische Ebene zeitgleich aktiviert werden. 6. Auf den Ebenen III, IV und V muss die Ausweitung der Zielgruppen auf wohnungslose Familien sowie die koordinierte Zusammenführung von kommunaler Obdachlosenhilfe und frei- gemeinnütziger Wohnungslosenhilfe erfolgen.
16 Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.v. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!
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