Definition für Externe Effekte
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- Alma Goldschmidt
- vor 9 Jahren
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1 Externe Effekte 1
2 Definition für Externe Effekte sind in der Volkswirtschaft der Begriff für die unkompensierten Auswirkungen ökonomischer Entscheidungen auf unbeteiligte Dritte Sie stellen eine Form von Marktversagen dar 2
3 Formen externer Effekte negative externe Effekte = externe Kosten der Produktion des Konsums Positive externe Effekte = externer Nutzen der Produktion des Konsums unechte pekuniäre (positive/negative) externe Effekte 3
4 Begriffserklärungen Private Grenzkosten: die zur Produktion einer weiteren Einheit aufzubringenden zusätzlichen Kosten Soziale Grenzkosten: die tatsächlich anfallenden Gesamtkosten die bei der Produktion einer weiteren Einheit anfallen, d.h. sie setzen sich zusammen aus: den privaten Grenzkosten & den externen Effekten pareto-optimal: ein gesamtgesellschaftlich bzw. gesamtwirtschaftlich optimales bzw. effizientes Ergebnis die Verbesserung für ein Individuum ohne eine Verschlechterung für ein anderes Individuum ein gesamtgesellschaftliches Gleichgewicht Zusammengefasst bedeutet dies: private Grenzkosten +/- externe Effekte = soziale Grenzkosten private Grenzkosten soziale Grenzkosten kein Pareto-Optimum 4
5 Negative externe Effekte als Marktversagen? Konsum oder Produktion fallen aufgrund nicht berücksichtigter Nutzen- oder Gewinneinbußen Dritter aus gesamtwirtschaftlicher Sicht zu hoch aus, wenn die verursachten externen Kosten nicht in der Kostenrechnung des Verursachers berücksichtigt werden & damit der Geschädigte keine Gegenleistung erhält 5
6 Suboptimales Ergebnis durch negative Effekte der Produktion 6
7 Positive Externe Effekte als Marktversagen Konsum oder Produktion fallen aufgrund nicht berücksichtigter Nutzen- oder Gewinnsteigerungen Dritter aus gesamtwirtschaftlicher Sicht zu gering aus denn Dritte profitieren ohne eine Gegenleistung zu erbringen 7
8 Suboptimales Ergebnis durch positive externe Effekte der Produktion 8
9 Möglichkeiten zur Eindämmung externer Effekte Selbstregulierung & Selbstverpflichtung Konsumentenaufklärung Verpflichtung zur vollständigen Transparenz des gesamten Produktionsprozesses Aufdeckung & Veröffentlichung von versteckten negativen Externalitäten Gebote & Verbote, direkte Schadenshaftung Internalisierung externer Effekte 9
10 Vorteile der Internalisierung externer Effekte gegenüber gesetzlichen Geboten & Verboten Geringerer Kontrollaufwand Größerer Entscheidungsspielraum für Konsumenten & Produzenten Flexiblere Ausgestaltungsmöglichkeiten Ökonomische Effizienz ist gegeben Förderung von Innovationen 10
11 Instrumente zur Internalisierung externer Kosten Lenkungsabgaben Pigou-Steuer Ökosteuer Coase-Theorem (Verhandlungslösung) Verschmutzungszertifikate 11
12 Lenkungsabgaben Lenkungsabgaben steigern im Gegensatz zu normalen Steuern die ökonomische Effizienz, da sie die externen Kosten internalisieren dafür müssen bestimmte Bedingungen erfüllt sein Ökologisch relevante Belastung Emissionsnähe Erreichbarkeit des Umweltschutzzieles Vorhersehbarkeit Außenhandelsneutralität 12
13 Pigou-Steuer (Lenkungssteuer) Benannt nach Arthur Pigou Zentrale staatliche Lösung lastet die Differenz zwischen privaten & sozialen Kosten einer Handlung dem Verursacher Die Förderung ökologischer Leistungen (externer Nutzen) geht auf das Konzept von Pigou- Subventionen zurück hier wird die Differenz zwischen dem privaten & dem sozialen Kosten von umweltschützenden Maßnahmen überbrückt 13
14 Internalisierung negativer Produktionsexternalitäten durch die Pigou-Steuer 14
15 Das Coase-Theorem: die Verhandlungslösung Benannt nach Ronald Coase Dezentrale private Lösung: Regelung zur Übernahme externer Kosten durch Verhandlungen führt gemäß Coase zum effizienten Ergebnis ohne Wohlstandsverlust Staat übernimmt nur Ordnungspolitische Rolle die Zuweisung von Eigentumsrechten Wichtige Bedingungen für die Gültigkeit Abwesenheit von Transaktionskosten Eindeutige Zuteilung von Eigentumsrechten muss möglich sein (Wem gehört die Atmosphäre?) Es dürfen keine Vermögenseffekte auftreten Es darf keine einseitige Verhandlungsmacht vorhanden sein 15
16 Das Coase-Theorem - Die Verhandlungslösung GVK = Grenzvermeidungskoste n (des Flughafens) GSK = Grenzschadenskosten (der Anwohner) x 1 Lärmbelastung bei Status quo (ohne Einschränkung) 16
17 Im Voraus: Darstellung eines suboptimalen Ergebnisses aufgrund staatlich festgelegter Grenzwerte Grenzwert für Lärmbelastung (Lärmpegel, Lärmzeit: x 2 Kosten der Vermeidung für Flughafen: Vermiedene Vermeidungskosten des Flughafens Schadenskosten für Anwohner Suboptimales Ergebnis, denn: GVK > GSK 17
18 Das Coase-Theorem die Verhandlungslösung Gemäß Coase liegen effiziente Lösungen in Kompromissen, die durch dezentrale private Verhandlungen erreicht werden seine Invarianzthese besagt, dass es für das Verhandlungsergebnis unabhängig ist wem die Eigentumsrechte zugesprochen werden Für den Verhandlungsverlauf ist diese Frage jedoch nicht unerheblich denn es gibt 2 institutionelle Ausgestaltungsmöglichkeiten der Haftungsregel: Verursacherprinzip Nicht-Haftungsregel (laissez-faire Regel) 18
19 Verhandlungslösung nach dem Coase-Theorem unter der Annahme des Verursacherprinzips Pareto-optimales Ergebnis: x* Ein gesellschaftlich optimales Angebot: GVK = GSK Nettovorteil des Flughafens Kompensationszahlung en des Flughafens an die Anwohner 19
20 Verhandlungslösung nach dem Coase-Theorem unter der Annahme der Nicht-Haftungsregel (Laissez-faire-Sytem) Nettovorteil für Anwohner Vermeidungskosten des Flughafens Nettovorteil für den Flughafen Kompensationszahlung en an den Flughafen durch Anwohner 20
21 Umsetzung der theoretischen Modelle in die Praxis Beide Lösungen sind in ihrer theoretischen Reinform praktisch nicht umsetzbar, denn: Transaktionskosten sind immer vorhanden Mangelnde Information der Verhandlungspartner über Situation des anderen Besonders bei Umweltbelangen sind kaum Situationen gegeben, bei denen Individuen untereinander verhandeln (z.b. CO 2 Reduktion) Pigou-Steuer ist ineffizient, wenn Gesetzgeber nicht genau über Ausmaß der externen Effekte & die genaue Reaktion von Angebot & Nachfrage informiert ist 21
22 Die Ökosteuer Marktwirtschaftliche Umsetzung der Pigou-Steuer Festlegung nach dem Standard-Preis-Ansatz Exekutive bestimmt eine begründete Menge der gehandelten schädlichen Güter (Standard) Erprobung unterschiedlicher Steuersätze um formulierten Standard zu erreichen: Menge < Standard = Steuer zu hoch Menge > Standard = Steuer zu niedrig 22
23 (Verschmutzungs-)Zertifikate Marktwirtschaftliche Umsetzung des Coase- Theorem Exekutive schafft Nutzungsrechte an der Natur in Form von Zertifikaten Besitz dieser Zertifikate berechtigt zu einem bestimmten Maß an Umweltverschmutzung Zertifikate sind frei handelbar Preise ergeben sich am Markt Ergebnis ist ein marktwirtschaftlicher Anreiz Emissionen zu reduzieren 23
24 Kritik & Diskussionsanregung Ökosteuer & Verschmutzungszertifikate sind nicht effektiv genug: unzureichende Verwendung der Steuereinnahmen zur Förderung von Alternativen gem. homo oeconomicus Model müsste Alternative günstiger sein um sich für Aktionen mit geringeren Externalitäten rational zu entscheiden fehlende Alternativen machen die genannten Instrumente sozial selektiv (teures Benzin teure Bahnpreise Ausschluss sozial Benachteiligter von Mobilität) 24
25 Verwendung der Einnahmen aus der Ökosteuer Jahr Einnahmen (in Mio. EUR) Verwendung für Rentenversicheru ng Verwendung zur Förderung erneuerbarer Energien Der Beitragssatz zur gesetzlichen Rentenversicherung wäre ohne Ökosteuer um 1,7% höher 25
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