Präsentation Toter Winkel

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1 Präsentation Toter Winkel Vorbemerkungen Alleine in Vorarlberg verunglücken jährlich an die 20 ungeschützte Verkehrsteilnehmer (Radfahrer, Fußgänger) bei Unfällen mit nach rechts abbiegenden Bussen und LKW. Über die Hälfte der Unfallopfer sind Kinder und Jugendliche sowie über 60-Jährige. (Aussendung des Kuratoriums für Verkehrssicherheit in Vorarlberg vom ) Diese erschreckenden Zahlen und die Tatsache, dass die Unfallopfer oft schwerste Verletzungen mit Folgeschäden davontragen oder sogar getötet werden (großes Fahrzeug gegen ungeschützten Verkehrsteilnehmer) betonen die Notwendigkeit einer möglichst frühen Aufklärung der jungen Verkehrsteilnehmer. Die vorliegende Präsentation ist als visuelles Hilfsmittel für die Auseinandersetzung mit den Gefahren im Umgang mit den Großen auf der Straße entstanden. Die vorliegende Arbeit kann nicht das Gespräch und die Diskussion ersetzen, sondern sie soll vielmehr betroffen und aufmerksam machen. Sie soll Ziel eines Gespräches zwischen Lehrer (Moderator) und Schüler vorgeben und somit die praktische Arbeit am Fahrzeug vorbereiten. Demzufolge enthält der erste Teil drei Bilder von einem Unfall mit Todesfolge, welche einerseits betroffen machen sollen und andererseits zu einer Diskussion über den möglichen Unfallhergang führen sollen. Der anschließende Zeitungsbericht und die Unfallskizzen sind als Auflösung gedacht und weisen darauf hin, dass sich der verunglückte Radfahrer im toten Winkel befand. Anschließend werden anhand von graphisch aufbereiteten Bildern die Sichtverhältnisse rund um den LKW aus der Sicht des Fahrers erklärt. Eine Fotoserie soll weiters die Gefahr veranschaulichen, die aufgrund des engeren Kurvenradius von den Hinterrädern eines langen Fahrzeuges ausgeht. Abschließend sollen mit den Schülern die drei wichtigsten Verhaltensregeln im Umgang mit großen Fahrzeugen im Straßenverkehr erarbeitet werden. Das beigefügte Arbeitsblatt kann nach der praktischen Arbeit am Fahrzeug als Wiederholung und Lernzielkontrolle eingesetzt werden. Fonds Sichere Gemeinden Realschulstraße 6 / 1. Stock A-6850 Dornbirn T +43 / 5572 / F +43 / 5572 / [email protected] Der Fonds wird getragen von den Gemeinden und des Landes Vorarlberg, der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt sowie der Sozialversicherungsanstalt der Bauern, Versicherungsanstalt öffentlich Bediensteter, Versicherungsanstalt für Eisenbahn & Bergbau und der Vorarlberger Gebietskrankenkasse.

2 Beschreibung und methodische Anregungen 1 DER TOTE WINKEL Das Einstiegsbild informiert über das Thema und bietet die Möglichkeit, mit den Schülern über Vorkenntnisse und eventuell vorhandene persönliche Erfahrungen zu sprechen. 2 3 Dieses Bild stammt wie die zwei folgenden Bilder von einem tödlichen Unfall im August 2001, bei dem an einer Kreuzung in Lustenau ein elfjähriger Radfahrer von einem nach rechts abbiegenden Sattelzug niedergestoßen und überrollt wurde. Die Bildbeschreibung durch Schüler soll einerseits über die Art der beteiligten Fahrzeuge und deren Größenunterschied Aufschluss geben und andererseits Spekulationen über den möglichen Unfallhergang auslösen. Es soll die Schüler betroffen machen, indem es die oft fatalen Folgen von Unfällen mit Schwerfahrzeugen schonungslos darstellt. Das Bild gibt einem Überblick über die Unfallstelle. 4? Wie ist es zu diesem folgenschweren Unfall gekommen? Die Schüler sollen nochmals versuchen, den Unfallhergang zu rekonstruieren.

3 5 Lustenau: Lenker von Sattelzug hat Bub auf Fahrrad beim Abbiegen übersehen 6 Lustenau (VN-gt) Bei einem Verkehrsunfall in Lustenau wurde gestern ein neunjähriger Bub mit seinem Fahrrad von einem Sattelschlepper erfasst. Das Kind war sofort tot. Das Unglück passierte um Uhr bei der Kreuzung Bahnhofstraße/Reichsstraße. Der 34-jährige Lkw-Lenker aus Dornbirn hielt seinen Lastzug bei Rot an der Ampel beim Lustenauer Hof an. Als die Ampel auf Grünlicht umgeschaltet hatte, fuhr laut seinen Angaben zuerst ein Mädchen rechts an seinem Fahrzeug vorbei, teilt die Gendarmerie mit. Anschließend fuhr der Mann los. Dabei dürfte er beim Abbiegen den Radfahrer übersehen haben. Der Bub wurde von der Zugmaschine erfasst und mit dem Auflieger überrollt. Der Zeitungsbericht aus den VN soll den Schülern die Möglichkeit bieten, den tatsächlichen Unfallhergang mit ihren Mutmaßungen zu vergleichen. Die folgenden vier Bilder geben eine graphische Rekonstruktion des Geschehens wieder. (Der Zeitungstext blendet sich nach kurzer Verzögerung selbst ein.) Die Graphik gibt die Ausgangssituation wieder. Ein Sattelzug hält an einer Kreuzung vor einer roten Ampel. Neben ihm befinden sich, für den Fahrer nicht sichtbar, zwei Radfahrer. 7 Nachdem die Ampel auf Grün umgeschaltet hat, fährt die erste Radfahrerin los und wird im letzten Moment vom Fahrer bemerkt. Sie kann unbeschadet die Kreuzung überqueren. 8 Der zweite Radfahrer bewegt sich jedoch weiterhin im toten Winkel und wird vom Lenker des LKW nicht bemerkt. Dieser setzt seine Fahrt fort und stößt den Jungen frontal nieder, wodurch dieser unter das Fahrzeug gerät. 9 Das Fahrrad wird zwischen Straße und Zugfahrzeug eingeklemmt und mitgeschleift. Das Unfallopfer bleibt liegen und wird durch den engeren Kurvenradius der Hinterräder des Sattelzuges von diesen überrollt. Es ist auf der Stelle tot.

4 10 Der LKW Fahrer kann auch mit seinen Rückund Spezialspiegeln nicht alles sehen, was um ihn herum geschieht. Dieses Bild soll dem Schüler nochmals in Erinnerung rufen, dass der LKW-Lenker auch bei gewissenhaftester Fahrweise nicht alles sehen kann, was um ihn herum geschieht. 11 TOTER WINKEL = TODESWINKEL Der Text und das an den schrecklichen Unfall erinnernde Hintergrundbild sollen den Schülern die tödliche Gefahr des toten Winkels, der in den folgenden Bildern genauer erklärt wird, ins Bewusstsein rufen. (Die baut sich selbst auf. Kein weiterer Mausklick notwendig.) 12 Dieses graphisch aufbereitete Bild zeigt dem Schüler jenen Bereich grün eingefärbt, der vom LKW-Fahrer durch den rechten Rückspiegel eingesehen werden kann. 13 Der gelb eingefärbte Bereich entspricht dem Gesichtsfeld des Fahrers durch das rechte Seitenfenster. 14 Den dazwischen liegenden Bereich nennt man den toten Winkel, da man in diesem Bereich vom Fahrer nicht gesehen werden kann (auch links neben dem LKW existiert dieser Bereich). In diesem Zusammenhang sollen die Schüler darauf hingewiesen werden, dass es noch weitere tote Winkel gibt, die in der Folge noch dargestellt werden.

5 15 Dieses Bild gibt den Blick des LKW-Fahrers durch den rechten Außenspiegel wieder. Eine Radfahrerin nähert sich von Hinten dem Fahrzeug. 16 Dieses Bild zeigt, wo sich die Radfahrerin zu diesem Zeitpunkt befindet. 17 Hier wird gezeigt, wie die Radfahrerin langsam aus dem Rückspiegel verschwindet. 18 Wiederum wird die dazu passende Position der Radfahrerin in der Seitenansicht gezeigt. 19 Die Radfahrerin ist nun in keinem der beiden Spiegel sichtbar.

6 20 Dennoch befindet sich die Radfahrerin direkt rechts neben dem LKW und kann vom Fahrer weder durch den Rückspiegel noch durch das rechte Seitenfenster gesehen werden, was bei einem Rechtsabbiegemanöver tödliche Folgen haben kann. 21 Ein Blick durch die Windschutzscheibe aus der Position des LKW-Lenkers zeigt keinerlei Hindernisse. 22 Dennoch befindet sich unsere Radfahrerin knapp vor dem Fahrzeug in einer vom Fahrer nicht sichtbaren Position. Die Schüler sollen erkennen, dass sich auch in anderen Bereichen rund um das Fahrzeug tote Winkel finden Die folgenden sieben n sollten in rascher Folge gezeigt werden. Sie simulieren ein Rechtsabbiegemanöver eines Sattelzuges. Den Schülern soll bewusst werden, dass der zunächst groß erscheinende Raum neben dem LKW beim Abbiegen gefährlich eng werden kann. Frühzeitiges Verlassen des Gefahrenbereiches kann Leben retten.

7 25 26 An dieser Stelle kann nochmals kurz darauf hingewiesen werden, dass sich die hinteren Räder des Fahrzeuges nun fast unmittelbar am Fahrbahnrand befinden

8 30 Wie verhalte ich mich richtig? Blickkontakt suchen (auch über den Außenspiegel des LKW) Abstand halten (Das rechte Hinterrad eines LKW hat einen engeren Kurvenradius als das vordere Rad) Umdrehen (Ich muss mich vergewissern, dass kein LKW knapp hinter mir steht) Im Lehrer Schüler Gespräch sollen nun die drei wichtigsten Verhaltensregeln erarbeitet werden. Durch Mausklicks ergänzt sich der Merktext nach und nach. Blickkontakt suchen: Der Schüler soll verstehen, dass er von einem LKW-Fahrer nur dann gesehen werden kann, wenn er selbst diesen direkt oder über einen der Rückspiegel sehen kann. Abstand halten: Der Schüler soll verstehen, dass ein großes Fahrzeug beim Befahren von Kurven sehr viel Platz braucht und deshalb ein größerer seitlicher Sicherheitsabstand notwendig ist (siehe Bilder). Umdrehen: Wenn ein Radfahrer an einer Kreuzung anhält, kann es lebensrettend sein sich umzudrehen, um nicht in den toten Winkel vor einem dahinter stehenden LKW zu geraten. Über Blickkontakt kann sichergestellt werden, dass man gesehen wird. Andernfalls sollte der Standort gewechselt werden.

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