Smart Graphics: Graphics and Design
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- Fritzi Rothbauer
- vor 8 Jahren
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Transkript
1 Smart Graphics: Graphics and Design Lecture Smart Graphics Andreas Butz
2 Themen heute Farbe (exemplarisch zum Thema Gestaltung) Farbwahrnehmung Farbmodelle Farbharmonie und -akkorde Farbwirkung 2
3 Was ist Licht? Licht kann als Elektromagnetische Welle beschrieben werden (oder als Teilchen) Sichtbarer Bereich zwischen 350 nm und 750 nm Zerlegung des Farbspektrums durch ein Prisma 3
4 Eigenschaften des Lichts Energieverteilung über den gesamten Spektralbereich Unterschiedliche Lichtquellen haben unterschiedliche Verteilungen Tageslicht Abendsonne Glühbirne Neonröhre Relative Energiemenge Relative Energiemenge Wellenlänge Wellenlänge 4
5 Additive Farbmischung (1) Die Farbe der Mischung zweier Lichter ergibt sich aus der Addition der Energiespektren Relative Energiemenge Wellenlänge 5
6 Additive Farbmischung (2) Grundfarben: Rot, Blau und Grün Komplementärfarben: Cyan, Magenta und Gelb 6
7 RGB-Farbmodell 3D-Farbwürfel 7
8 Vom Spektrum zum Farbkreis Magenta als Grenzwert an beiden Enden des Spektrums Physikalisch nicht ganz korrekt, aber von der Wahrnehmung her plausibel 8
9 Farbkreis nach Goethe (1810) Abgeleitet aus Naturbetrachtung Angelehnt an Farbsymbolik Zuordnung von Farben zu Verstand, Sinnlichkeit, Phantasie, Vernunft farbcodes/theorie/goethe.html 9
10 Farbenkugel nach Philipp Otto Runge (1810) 10
11 Farbkreis nach Johannes Itten (1961) 3 Primärfarben: rot, gelb, blau 3 Sekundärfarben: grün, orange, violett Verschieden von heutigem RGB Modell Gewichtung angelehnt an Wahrnehmung und Empfindung von Farben 11
12 Farbsechseck nach RGB-Mischung Andere Gewichtung der Farben Angelehnt an physikalische Grundlagen 12
13 Natürliches Farbsystem 13
14 Munsell Farbsystem 14
15 DIN
16 Subtraktive Farbmischung (1) Farbfilter absorbieren Teile des Farbspektrums Cyan filtert Rot Magenta filtert Grün Gelb filtert Blau 16
17 Subtraktive Farbmischung (2) Verringerung der Lichtintensität durch Farbpigmente nach dem Beer-Lambertgesetz: A(α) = log(1/t(α)))=a(α)bc T(α)=gefiltertes Licht A(α)=Absorption a(α)=materialkonstante der Absorption b= Dicke des Materials c= Konzentration der Pigmente 17
18 oder einfacher: Die doppelte Menge von Pigmenten halbiert die transmittierte Lichtintensität. Die doppelte Dicke des Materials halbiert die transmittierte Lichtintensität Die Absorption verschiedener Filter, die hintereinander liegen ist additiv. 18
19 Umrechnung RGB - CMY Beispiel (8 bit/kanal, w max = 255): (255r,0g,0b) = (0c,255m,255y) 19
20 Umwandlung RGB Graustufen Naiver Ansatz: g=(r+g+b)/3 führt zu falschen Helligkeiten (bzgl. unserer Wahrnehmung) Farbrezeptoren im Auge: 1:20:40 20
21 HSV Farbmodell Saturation (Farbsättigung) Hue (Farbton) Value (Farbwert, Helligkeit) 21
22 HSV Farbraum, andere Darstellung HSV kommt dem menschlichen Denken und Reden über Farbe Näher als RGB. Heller/dunkler Un-/Gesättigter..andere Grundfarbe Value Hue liegen jeweils entlang einer einzigen Achse! Saturation 22
23 Umrechnung RGB HSV 23
24 Farbkreis nach Johannes Itten (1961) 24
25 Komplementärfarben Liegen im Farbkreis gegenüber Höchstmöglicher Farbkontrast Harmonischer Zweiklang 25
26 Harmonische Dreiklänge Gleichseitiges oder gleichschenkliges Dreieck im Farbkreis Auch als eingeschriebenes Dreieck in der Farbkugel 26
27 Harmonische Vierklänge Quadrat oder rechtwinkliges Viereck im Farbkreis Je zwei Komplementärfarben auch als eingeschriebenes Viereck in der Farbkugel 27
28 Harmonische Sechsklänge Regelmäßiges Sechseck im Farbkreis auch als eingeschriebenes Sechseck in der Farbkugel 28
29 Beziehung zur Mathematik 12 = 2 x 2 x 3 Farben im Farbkreis Regelmäßige Formen: 2,3,4,6-Eck Fünf-, Siebeneck usw. mit kontinuierlichem Farbkreis konstruierbar Wichtig für harmonische Farbkombinationen: gleiche Abstände im Farbkreis oder auf der Farbkugel 29
30 Beziehung zur Musik 12 Farben im Farbkreis <==> 12 Töne in der Oktave Frequenzverhältnis einer Oktave = 1:2 Frequenzverhältnis von rotviolett zu blauviolett im sichtbaren Spektrum = 1:2 Komplementärfarben = Tritonus Farbdreiklang = übermäßiger Akkord Farbvierklang = verminderter Akkord 30
31 Reine und getrübte Farben 31
32 Kalte und warme Farben hell kalt warm dunkel 32
33 Farbtemperatur Physik Temperatur eines Schwarzen Strahlers Angabe in Kelvin Glut des Strahlers fängt bei Rot an, und geht mit steigender Temperatur ins Blaue über rot=kalt, blau=warm Kunst Farbwirkung als Basis Angabe als qualitative Beschreibung warm oder kalt Rot, orange wirken warm, blau wirkt kalt rot=warm, blau=kalt 33
34 Harmonische Farbakkorde (in Ittens Farbkreis konstruiert) 34
35 Andere harmonische Farbkombinationen Benachbarte Farben Nur warme Farben Nur kalte Farben Bildquelle: 35
36 Andere harmonische Farbkombinationen Bunte/unbunte Farben Aufgehellte/Volltöne Entsättigte/Volltöne Bildquelle: 36
37 Die sieben Farbkontraste (1) Farbe-an-sich-Kontrast Hell-Dunkel- Kontrast Kalt-Warm-Kontrast Komplementärkontrast Komplementärkontrast 37
38 Die sieben Farbkontraste (2) Simultankontrast Qualitätskontrast 38
39 Farbwirkung Weiß Schnee Reinheit Unschuld Friede Leichtigkeit Sauberkeit Kälte Krankenhaus Verletzlichkeit Leichenblässe Kapitulation Sterilität 39
40 Farbwirkung Schwarz Nacht Kohle Energie Stabilität Förmlichkeit Solidität Angst Leere Tod Verschwiegenheit Anonymität Böses 40
41 Farbwirkung Grau Intelligenz Reife Wohlstand Würde Hingabe Zurückhaltung Verwirrung Verfall Beton Schatten Depression Langeweile 41
42 Farbwirkung Rot Sieg Leidenschaft Liebe Stärke Energie Sexualität Blut Krieg Feuer Gefahr Wut Teufel 42
43 Farbwirkung Grün Vegetation Natur Frühling Fruchtbarkeit Hoffnung Sicherheit Normalität Verfall Unerfahrenheit Neid Geiz Drückeberger Pech 43
44 Farbwirkung Gelb Sonne Sommer Frische Heiterkeit Gold Ernte Innovation Feigheit Verrat Eifersucht Gefahr Krankheit Torheit 44
45 Farbwirkung Blau Himmel Meer Ruhe Vertrauen Spiritualität Stabilität Friede Einheit Kälte Nachlässigkeit Traumtänzerei Melancholie Mysterium Konservativ 45
46 Farbwirkungen aus der Natur Beispiel: Schwarz-gelb: Vorsicht, Warnung, Vorbild: Wespe = Gefahr 46
47 Überlegungen bei der Wahl eines Farbschemas Wie viele Farben brauche ich? Welche Grundstimmung möchte ich? Welche Kontraste möchte ich? Welche Harmonien möchte ich? Welche Farben haben eine vorbelegte Bedeutung oder Symbolik? Entscheidung aus dem Bauch 47
48 7 Goldene Regeln für Farbe Helligkeitskontrast für klar unterscheidbare Farben mindestens 1:3 Farbkontrast alleine genügt nicht Vermeide farbigen Text auf farbigem Hintergrund Get it right in Black and White Starke Farben mit extremer Vorsicht verwenden Angenehme Helligkeit der Umgebung schaffen Sowohl Bildschirmumgebung als auch Bildrand Raumbeleuchtung möglichst neutral halten Minimiere die gesamte Anzahl der Farben Weniger ist mehr 48
49 Literatur Johannes Itten: Kunst der Farbe, ISBN: studio 7.5: Farbe digital, ISBN Richard Jackson et al.: Computer Generated Colour: A Practical Guide to Presentation and Display, ISBN
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