ERASMUS Erfahrungsbericht PERSÖNLICHE DATEN Name des/der Studierenden (freiwillige Angabe) Maria Pauer E-Mail (freiwillige Angabe) maria-elisabeth.pauer@student.i-med.ac.at Gasthochschule Universtité Toulouse III-Paul Sabatier Aufenthaltsdauer von 5.1.2013 bis 23.4.2013 vorbreitender Sprachkurs EILC von 7.1.2013 bis 18.1.2013 Ich habe das 12. Semester im Ausland absolviert. ALLGEMEINES Wo haben Sie Informationen über die Gastuniversität gefunden? Internet (http://www.univ-tlse3.fr/) Welche Unterstützung bei der Organisation wird im Gastland vom International Office geboten und wer ist der Ansprechpartner? Ansprechpartner Bureau Europe: Mme Duchesne Ansprechpartner medizinische Fakultät: Mme Thomas Mme Duchesne hilft einem bei diversen Fragen weiter, Mme Thomas ist für die Praktikumseinteilungen (und Unterschrift Learning Agreement) zuständig Wo findet man Informationen zum Studium (Kursplan, etc.)? Weiß ich nicht, da das für das KPJ nicht notwendig ist Welche Kurse wurden besucht? Praktikum Chirurgie und Neurologie Welche Kurse sind empfehlenswert? Die Praktika sind grundsätzlich nicht schlecht, hängt aber natürlich von der Abteilung ab Ist die Organisation von Famulaturen einfach? weiß ich nicht KOSTEN Wie hoch waren die monatlichen Kosten? Unterbringung 326 Verpflegung 200 An-/Abreise (Flug, Zug, Auto) 415 (nur die Hälfte, wenn man Hin-und Rückflug gemeinsam bucht)
Kosten für Unterlagen, Bücher, etc. 0 Sonstiges SPRACHKURS (FALLS ZUTREFFEND) Haben Sie im Jahr vor dem Aufenthalt einen vorbereitenden Sprachkurs absolviert? Ja Nein Wenn ja, wo/bei welcher Einrichtung (z.b. MUI-Sprachkurs, etc.): MUI Sprachkurs Französisch für Mediziner Wie zufrieden waren Sie? empfehlenswert, weil man wichtige Vokabeln lernt und die Sprachkenntnisse auffrischt Kosten des Sprachkurses: 0 UNTERKUNFT Wie haben Sie Ihre Unterkunft im Gastland gefunden? Wie zufrieden waren Sie? Tipps für andere Studierende (z.b. Homepages, Zeitungen, Preis, ) selbst gesucht Gasthochschule hat Wohnungs-/Zimmersuche übernommen/war behilflich Freunde andere: Das Zimmer ist sehr klein, aber sauber und gut eingeteilt Man kann bei der Bewerbung einen Antrag auf ein Studentenzimmer stellen, die Wohnungssuche ist in Toulouse angeblich nicht allzu leicht NARRATIVER ERFAHRUNGSBERICHT (MINDESTENS 1-2 SEITEN): Reisevorbereitungen, Versicherung, Vorbereitung auf die Gastuniversität Abreise und Ankunft am Studienort Betreuung an der Gasthochschule (International Office, Lehrende, Veranstaltungen für Erasmus- StudentInnen) Unileben am Studienort Studium (fachlicher Nutzen, welche Kurse haben Sie belegt, Niveau der Kurse, ) Tipps für zukünftige Erasmus-Outgoings Ich habe mich für einen 4-monatigen Erasmus-Aufenthalt im KPJ von Jänner bis April (also im Sommersemester) in Toulouse beworben, um die Module Chirurgie und Neurologie zu absolvieren. Vor Beginn meines Erasmus-Aufenthalts habe ich versucht, alles genau zu planen und in Erfahrung zu bringen. Das war aber nicht einfach: Ich habe mehrere Mails geschrieben bezüglich Sprachkurs, Praktika und Studentenheim, mit dem Ergebnis, dass ich trotzdem nicht wusste, wann und wo der Sprachkurs stattfinden sollte, ich für einen falschen Zeitraum im Studentenheim angemeldet war (was ich richtigstellen konnte) und ich für einen falschen Zeitraum für die Praktika 2/6
eingeteilt war (was ich vorher nicht mehr richtigstellen konnte, weil die ganze Universität in den Weihnachtsferien war und nicht einmal die Telefonvermittlung erreichbar war- ich konnte es dann aber vor Ort noch klären). Mein erster Tipp ist, sich nicht allzu große Sorgen wegen organisatorischer Dinge in Toulouse zu machen, es klappt dann trotzdem irgendwie :-) (vielleicht halt etwas komplizierter). Eigentlich besteht die Möglichkeit, einen Paten zu bekommen, der sich am Anfang um einen kümmert und einem hilft, was ich auch gerne in Anspruch genommen hätte, das versprochene Mail mit den Daten habe ich aber nie bekommen. Also bin ich etwas nervös nach Toulouse geflogen, ich hatte aber das Glück, über eine Freundin mit einem Toulouser Studenten Kontakt aufnehmen zu können, der mich netterweise vom Flughafen abgeholt und mich zum Essen eingeladen hat. In der Nähe vom Studenteneim bekommt man am Abend nämlich nichts Essbares und wo das Stadtzentrum ist, habe ich auch nicht gewusst. Man würde sicher jemanden finden, der einem weiterhelfen kann, aber es ist nicht schlecht eine Notration Essen mitzunehmen, wenn man, so wie ich, am Samstag Abend ankommt :-) (Am Sonntag haben die Geschäfte geschlossen, aber man kann natürlich in der Stadt essen). Wenn man im Studentenheim (Tripode A, B oder C) wohnt, erwartet einen bei der Ankunft ein sehr kleines Zimmer mit Bad (mit oder ohne Küche), in dem aber erstaunlich viel Platz ist, und ein Bett mit Matratze und Kopfrolle ohne Überzug und keine Decke! Da mich meine Freundin darüber bereits informiert hatte, habe ich glücklicherweise einen Schlafsack mitgehabt. Kochsachen gibt es überhaupt keine, man kann aber angeblich in der Rezeption nachfragen, dort haben sie manchmal etwas. Ich habe in der ersten Woche den Sprachkurs für Erasmus-Studenten besucht, über dessen Ort und Zeit mich eine andere Erasmusstudentin auf Nachfrage per Mail verständigt hat, weil nur ein paar Teilnehmer das Informationsmail erhalten haben, aber nicht alle. Es ist auf jeden Fall sehr gut diesen Kurs zu besuchen, weil man dadurch andere Studenten kennenlernt, mit denen man gemeinsam die administrativen und anderen Probleme des Anfangs lösen kann. Von offizieller Seite gab es keine Begrüßungsveranstaltungen, die erste Erasmus-Veranstaltung fand nach ca. 2-3 Wochen statt (sie wurde von einer Studentenorganisation organisiert). Man musste sich also selbst um soziale Kontakte und Informationen bemühen, was allerdings trotzdem nicht allzu schwer war, da man sehr schnell Leute kennen lernt. Außerdem konnte man mit Fragen rund um das Studium ins Bureau Europe gehen, wo man ein Willkommenspackage und freundliche Auskunft bekam. Ich glaube, dass die Ankunft der Erasmusstudenten im September (für das Wintersemester) besser organisiert ist. Außerdem ist das Wetter im Herbst (bis inkl. November) angeblich sehr angenehm, im Jänner bis März hingegen ist das Wetter sehr nass und kalt, es ist also das Wintersemester vermutlich der bessere Zeitraum für einen Auslandsaufenthalt in Toulouse. Im Anschluss an den Sprachkurs habe ich dann die Praktika im Krankenhaus absolviert. Die französischen Studenten ("Externes") besuchen das ganze Jahr am Vormittag die Praktika und am Nachmittag Vorlesungen, die Ärzte sind es also nicht gewohnt, dass Studenten auch am Nachmittag da sind, wie es im KPJ ja vorgesehen ist. Die Ärzte, die ich getroffen habe, waren aber alle recht nett und haben mich am Nachmittag in die Ambulanz mitgenommen oder mich bei speziellen Untersuchungen zuschauen lassen. Auf der Chirurgie war ich am Nachmittag im OP, wie am Vormittag auch. Am Vormittag macht man gemeinsam mit den französischen Studenten die auf der Station übliche Studentenarbeit. Normalerweise heißt das, dass jeder Student für ein paar Patienten zuständig ist und über diese Bescheid wissen sollte und die Krankenakte vervollständigen und ergänzen muss. Die meiste Zeit verbringt man üblicherweise bei der Visite. Man kann auch manchmal Patienten untersuchen oder befragen - wenn man den Ärtzen sagt, dass man das gerne machen würde, ist es meistens kein Problem. Die Stationsarbeit wie Venflons legen oder Infusionen anhängen erledigen die Krankenschwestern, das ist in Frankreich nicht die Aufgabe der Studenten. Eines der interessantesten Praktika ist meiner Information nach in der Notaufnahme ("Urgences"). Dort übernehmen die Studenten nur Nachtdienste (nicht jeden Tag, sondern je nach Einteilung), bei denen sie selbstständig Anamnese und klinische Untersuchung bei den Patienten machen und das dann mit einem Arzt besprechen. Das ist sicher anstrengender als die anderen Praktika, aber sehr interessant. Ich selbst war aber leider nicht in der Notaufnahme. Es ist im Krankenhaus auf jeden Fall wichtig, dass man Französisch spricht, sonst 3/6
kann man nicht viel tun. Die Ärzte und Studenten sprechen üblicherweise sehr schlecht Englisch. Wenn man halbwegs Französisch kann, versteht man aber relativ viel, weil die Fachbegriffe oft sehr ähnlich sind, wie auf Deutsch. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es sich meiner Meinung nach auf jeden Fall auszahlt, die Mühen auf sich zu nehmen, die ein Auslandsaufenthalt natürlich mit sich bringt, da man ein anderes Leben, andere Kulturen und andere Studien- und Gesundheitssysteme kennen lernt. Dadurch bekommt man wirklich eine andere Sicht auf die eigene Lebensweise. Und man lernt sehr viele verschiedene Menschen und gute Freunde kennen. Nicht zu vergessen sind natürlich auch die diversen touristischen und sozialen Aktivitäten! :-) Meine Tipps für einen Aufenthalt in Toulouse sind also das Wintersemester für den Beginn des Aufenthalts zu wählen, den Kurs "Französisch für Mediziner" zu besuchen oder sich mit einem der zahlreichen Bücher die medizinischen Vokabeln anzuschauen und dann das Toulouser Leben zu genießen! :-) 4/6
FOTOS VON IHREM AUFENTHALT 5/6
6/6