Integrierte Versorgung vor Ort

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Transkript:

Integrierte Versorgung vor Ort Expertenworkshop Neue Geschäftsmodelle durch Vernetzung im Gesundheitsbereich, 11. November, Berlin Ingo Kailuweit, Vorstandsvorsitzender KKH

Herausforderung in der Versorgung Häufige Probleme in der Versorgung Unkoordinierte Behandlungsabläufe und unnötige Doppeluntersuchungen geringe Orientierung an anerkannten Qualitätsstandards verspätete Diagnostik Fehlversorgung mit Arzneimitteln mangelnde und unzureichende Compliance des Betroffenen Außerdem zunehmende Multimorbidität und steigende Komplexität der Krankheitsbilder Ein Lösungsansatz: Integrierte Versorgung (IV) Verbesserung und Ausbau der Kooperationen zwischen einzelnen Leistungsbereichen durch integrierte Versorgungsverträge. 2

Gesundheitsmarkt ist innovativ Innovative Versorgungsideen Anforderungen / Kriterien Versorgungsforschung Leistungserbringer Krankenkassen Versorgungsdefizite beheben und neue Impulse für die Regelversorgung setzen. Umsetzung erfordert: Ausrichtung am tatsächlichen Bedarf Qualität der Leistungserbringer und Netzpartner klar definierte Behandlungspfade festgelegte Koordinationsfunktion gemeinsam definierte Versorgungsziele Business Case Evaluation Klare Zielsetzung: Qualität und Wirtschaftlichkeit 3

Erfolgsfaktor Vernetzung am Beispiel Migräne Beispiel: Uniklinik Essen, Westdeutsches Kopfschmerzzentrum Station Tagesklinik / Ambulanz Telefonische Betreuung - Schmerzmittelentzug - bes. schwere Fälle - Diagnostik - Beratung und Therapie - Krankengymnastik - Schmerzmittelentzug (amb.) Koordination / Schnittstelle Telefonsprechstunde Qualitätsmanagement (aktive Abfrage) Netz niedergelassener Neurologen und Schmerztherapeuten Zertifizierung, Qualitätsmanagement, Betreuung Krankenhausapotheke Um Migräne-/ Kopfschmerzpatienten eine hochwertige Versorgung zur Verfügung zu stellen, ist eine Behandlung in spezialisierten Zentren erforderlich.

Ausgezeichnete Behandlungsqualität Kopfschmerztage behandelter Teilnehmer vorher 12 Internationale Anerkennung Würdigung von Professor Porter, Harvard Business School, als eines der drei weltweit besten IGV-Modelle. Es ist fester Bestandteil des dortigen Lehrplans. nachher 5 Bei erfolgreicher Behandlung sinken die Kopfschmerztage um fast 60 % 0 5 10 15 Kopfschmerztage/Monat Große Zufriedenheit der Teilnehmer, 84 % würden das Programm weiterempfehlen. Quelle: Patientenzufriedenheitsbefragung der KKH (2010) *64 % der Teilnehmer sind berufstätig

Versorgungsverbesserung durch Einbezug der Industrie in den Behandlungsprozess IV-Vorhofflimmern: KKH-Versicherte erhalten damit eine exklusive Leistung zusätzlich zur Regelversorgung. Allerdings erfordern solche Programme Investitionen, die unter der derzeitigen Finanzierungslogik nur schwer leistbar sind. 6

Ziel: Vermeidung Erkrankung + langfristige Kosteneinsparungen IV-Vorhofflimmern mildert kostenintensive Erkrankungen ab: Bis Ende 2013 wurden mehr als 5.000 Screenings durchgeführt. Bei rund 10 % wurden im Anschluss die Diagnose Vorhofflimmern festgestellt. Dadurch konnten rund 40 Schlaganfälle vermieden werden, was neben dem Erhalt der Lebensqualität des Versicherten zu Kosteneinsparungen von ca. 1,7 Mio. Euro führte. Trotz guter Ansätze erreichen IV-Programme, wie z. B. IV-Vorhofflimmern, nicht die Durchschlagkraft, wie es möglich wäre. Die Gründe sind vielfältig. 7

Umsetzungsprobleme in der Praxis Gründe: Unzureichende Empfehlung des IV-Programms durch die Ärzte. Häufig kein Interesse an der Zusammenarbeit untereinander, so dass der Behandlungsprozess suboptimal ist. Auffällig: Nach dem Screenen wird nur jeder Zweite zur kardiologischen Behandlung überwiesen. Es wurde auch festgestellt, dass im weiteren Behandlungsverlauf nur 50 % der Betroffenen im Westen und 26 % im Osten leitliniengerecht mit Arzneimitteln behandelt werden. Auswirkung: Zu geringe Teilnahme und Umsetzungsschwierigkeiten führen häufig dazu, dass die Zielsetzung nicht erreicht wird und das Programm eingestellt werden muss. KKH begrüßt die geplanten Regelungen im GKV-Versorgungsstärkungsgesetz. Der Gesetzgeber sieht die Stärkung der Selektivverträge und die Einführung eines Innovationsfonds vor. Aber: um einen zielgerichteten und bedarfsorientierten Einsatz der Mittel zu gewährleisten, müssen IV-Programme Kriterien und Anforderungen erfüllen. 8

IV trägt zur Optimierung der Versorgung bei. Was muss getan werden, um die Integrierte Versorgung noch weiter zu stärken? www.kkh.de 9