Anlage zu Quartalsupdate Aktien Teil I Oktober Dezember 2013 Nachfolgend eine Vertiefung der Technischen Analyse Aktien Teil I Oktober Dezember 2013. Ziel: Es werden Hinweise gesucht, wie es bei Aktien weitergeht. 1. EW Analyse Nachfolgend EW-Modelle für den S&P 500, Nasdaq 100 und DAX EW Chart (Wochenchart) S&P 500 [3] 3 [5] [1] [3] [4] 5 [5] [2] [4] [5] Primärzyklus 4 3 Zyklus Hinweis: Die obige EW-Zählung für den S&P 500 weicht von der bevorzugten EW Zählung im Quartalsupdate Aktien Teil I Oktober Dezember 2013 ab. Dargestellt ist eine alternative Zählung im Zyklus-Grad, die aber zum gleichen Ergebnis führt: Der Abschluss eines höheren Zyklus steht bevor. Der Unterschied wäre dann nur im nachfolgenden Korrekturpotential zu sehen, welches in der alternativen Zählung etwas höher wäre.
Das neue Allzeithoch im DAX erforderte eine Überarbeitung der EW-Zählung für den DAX. Momentan ist noch nicht entschieden, ob die laufende Aufwärtsbewegung ab ca. 4965 DAX- Punkte (Sept. 2011) mit neuen Allzeithoch bei ca. 8770 DAX-Punkten im Degree Primärzyklus Welle [3] oder als Korrektur Primärzyklus [2]gezählt wird, wobei Zwischenzyklus (A) abgeschlossen ist und momentan eine überschießende Zwischenzykluswelle (B) läuft. Geht der DAX weiter auf neue Höchststände dann läuft die Primärwelle [3] die noch nicht beendet ist. Alternativ läuft im DAX eine überschießende Zwischenzykluswelle B. Fazit: Potenzial kurzfristig (Zeitraum 8 Wochen) für Aktien erst einmal ausgereizt?
2. Klassische Charttechnik und Marktbreite
USA NYSE AD-Linie Wochenchart
Fazit: Die Grundhaltung der Anleger ist für Aktien positiv. Damit ist die Waage eher positiv geneigt, da die Anleger ihre Grundüberzeugung mehrheitlich noch nicht umgesetzt haben. Die Anleger setzen auf eine Fortführung der Hausse und bevorzugen zyklische Aktien, aber die Marktbreite (NYSE AD-Linie) und andere Sektoren (Immobiliensektor, Finanzsektor) bestätigen den Ausbruch der Indizes noch nicht (Stichwort Umsetzung der Grundüberzeugung fehlt noch in den technischen Indikatoren). 3. Bewertung Aktienmarkt 3.1. Tobins Q Tobin s Q ist eine Kennzahl zur Unternehmensbewertung. Der Quotient ist benannt nach James Tobin, Träger des Nobelpreises für Wirtschaftswissenschaften im Jahr 1981, der diese Kennzahl ab 1968 propagierte. Ein gebräuchliches deutsches Synonym ist Marktwert-Buchwert- Verhältnis, obwohl es sich tatsächlich um ein Marktwert-Substanzwert-Verhältnis oder Kurs- Substanzwert-Verhältnis handelt. Das Tobin s Q wird ermittelt, indem man den Marktwert eines Unternehmens (Aktienkapitalisierung plus Verbindlichkeiten) durch die Wiederbeschaffungskosten aller Vermögensgegenstände teilt. http://en.wikipedia.org/wiki/tobin%27s_q 3.2. KGV_10 (Shiller KGV) Das Shiller Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV_10) bezieht sich auf die tatsächlichen. Unternehmensgewinne der letzten 10 Jahre und setzt sie in Bezug zum aktuellen Kurs. Durch den langen Zeitraum der Beobachtung werden die Daten sehr aussagekräftig für eine Anlageentscheidung.
Fazit: US-Aktienmärkte deutlich überbewertet. Shiller-KGV-10 von ca. 24 ist historisch hoch. Droht eine zyklische Baisse? 4. Indikator Optionsmarkt (VIX/VXV 1Monats-Vola/3-Monats-Vola) aus dem Chartlabor Der nachfolgende Indikator aus dem Optionsmarkt (Chartlabor!) zeigt gute Einstiegspunkte, wenn der gleitende 3-Tage-Durchschnitt für VIX/VXV unter die 0,92-Marke fiel.
Fazit: Man sollte nicht von einem einzigen Indikator seine Anlageentscheidung abhängig machen. Aber angesichts der Stärke dieses Indikators ergibt sich ein optimistischer Ausblick, dass die Ausbrüche der Indizes bestätigt werden könnten. 5. Titelseitenindikator Vorsicht vor dem Bullen-Cover des Time-Magazins. Ein klassisches konträres Titelblatt! Sollten also die Anleger, die investiert sind ihre Aktien sofort verkaufen? Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass man den Markt zu früh verlassen hat, wenn man durch das Titelblatt- Cover aufgeschreckt wurde. Schauen Sie sich das nachfolgende Diagramm an. Grün die bullischen Titelseiten-Cover, rot die bärischen Titelseiten-Cover.
6. Risikoindikator Aus dem nachfolgenden Chart kann man entnehmen, wenn der Risikoindikator Werte von größer 40 % erreicht, sind Korrekturen erfolgt. 7. Unternehmensgewinne Ein paar Worte zu den Unternehmensgewinnen. So lässt sich beispielsweise für die vergangenen 25 Jahre ein sehr enger Zusammenhang zwischen der Wertentwicklung des DAX und den (erwarteten) Unternehmensgewinnen beobachten. Mit Ausnahme des Zeitraums von 1996 bis zum Jahr 2000, als sich die Kurse von Technologie-, Medien- und Telekommunikationsaktien aufgrund der beginnenden Internet-Euphorie von der tatsächlichen Entwicklung der Firmenergebnisse zunehmend abkoppelten und sich das Kurs- Gewinn-Verhältnis des DAX von rund 15 auf gut 30 verdoppelte sowie während der Jahre 2000 bis 2003, als sich die Bewertungsrelationen wieder normalisierten, hatte der DAX ein KGV von 10 15.
Wie sieht die Gewinnentwicklung des DAX für die nächsten 12 Monate aus. Für Ende 2013 werden 682,8 Punkte als Gewinn im DAX prognostiziert. Dies ergibt bei einem KGV von 13 ca. 8877 DAX-Punkte zum Jahresende. Gewinnentwicklung Vergleich USA und Europa Fazit: Sollten sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in den kommenden 12-Monaten verbessern, sind die in 2014 von den Analysten prognostizierte Gewinnsteigerung von 12% -14% für den DAX in den Unternehmensgewinnen möglich. Höhere Unternehmensgewinne sind der Stoff für Kursträume am Aktienmarkt.
8. Hochverzinsliche Anleihen (Junk Bonds) und Aktienmarkt Seit Mai 2013 haben Junk Bonds eine Serie niedriger Hochs hingelegt, während der Aktienmarkt (S&P 500) weiter gestiegen ist. Fazit: Was bedeutet die relative Schwäche der Junk Bonds gegenüber dem Aktienmarkt? Ich denke, dass die Anleger ihre Risiken abbauen. Folgt der Aktienmarkt nach? 8. Zusammenfassung a) Zeitraum 3 6 Monate Die EW-Analyse zeigt, die meisten Aktienindizes sich in finalen Wellen sehr großer Wellengrade (Zyklus, Superzyklus) befinden. Die Rally ist in einem reifen Zustand (seit März 2009: 43 Monate bis 30.09.2013). Kursgewinne nach EW werden noch erwartet, bis die Aufwärtsbewegung im Frühjahr 2014 mit 5 vollendeten Primärwellen abgeschlossen werden könnte. Auch wenn die Aktienmärkte neue Allzeithochs erreicht haben, höhere Kurse am Aktienmarkt nur bei Erholung der Unternehmensgewinne. Was sagt die technische Chartanalyse? Anleger sind immer noch für Aktien positiv eingestellt, aber ihre Überzeugung für Investments auf diesem Kursniveau haben sie noch nicht umgesetzt. Divergenzen weiterhin als Warnsignal vorhanden.
b) Zeitraum < 3 Monate bis 8 Wochen Kurzfristig erwarte ich, dass die unerwartet starke Septemberrally auslaufen wird. Begründet wird dies wie folgt: Die Bewertung der Assetklasse Aktie stufe ich als leicht negativ ein. Die Einschätzung kurzfristig zu den Unternehmensgewinnen bleibt negativ, da die Analysten ihre Gewinnerwartungen weiter reduzieren. Die verhaltenen Gewinnperspektiven wirken als Bremse für einen weiteren kraftvollen Kursanstieg. Positiv wird das konjunkturelle Umfeld eingestuft, da die monetären Indikatoren durch die Entscheidung der US-Notenbank weiteren Rückenwind erhalten. Auch wenn sich das Wirtschaftswachstum global stabilisiert hat, fehlt mir aktuell die Phantasie, um kurzfristig großes Potential am Aktienmarkt zu finden. In den nächsten 4 Wochen bis zum Anfang November dürfte sich der DAX zwischen 8.500 bzw. 8000 und 8.800 - Indexpunkten seitwärts bewegen.