Diakonieverband Reutlingen

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Transkript:

Diakonieverband Reutlingen Psychosoziale Beratungsund ambulante Behandlungsstelle für suchtgefährdete und suchtkranke Erwachsene und deren Angehörige Reutlingen

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Inhaltsverzeichnis Einrichtungsprofil...5 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Hauptamtliche)...6 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter...8 (auf Honorarbasis und geringfügiger Beschäftigung)...8 Das Angebot der Suchtberatung im...9 Diakonieverband Reutlingen...9...9 I. Rückblick und Ausblick...9 Rückblick und Ausblick...10 I. Informationen und Berichte aus unserer Arbeit...12 1. Personelle Veränderungen...12 2. Verwaltung...12 3. Außenstelle Bad Urach...12 4. Außenstelle Münsingen...12 5. Angehörigenarbeit...13 6. Ambulante Rehabilitation...13 7. Nachsorge...15 8. Glücksspielsucht...15 9. Arbeit im Bereich Essstörungen...16 10. Aufsuchende Suchtkrankenhilfe auf der Alb...16 11. Ambulant betreutes Wohnen...17 12. Arbeit mit suchtmittelauffälligen Kraftfahrern...17 13. Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen...17 14. Prävention und betriebliche Suchtprävention...17 II. Jahresstatistik 2019...19 nach unserem Dokumentationsprogramm zur Patientenverwaltung und Leistungsfakturierung (Patfak)...19 3

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Einrichtungsprofil Träger: Evangelischer Verband für Diakonie der Kirchenbezirke im Landkreis Reutlingen Planie 17 72764 Reutlingen Tel. 07121/9486-0 Einrichtung und Anschrift: Psychosoziale Beratungs- und ambulante Behandlungsstelle für Suchtgefährdete, Suchtkranke und deren Angehörige Planie 17 72764 Reutlingen Zuständigkeitsbereich: Landkreis Reutlingen Klientel: Erwachsene Alkohol- und Medikamentenabhängige und deren Angehörige sowie Klienten mit Spielsucht und Essstörungen Telefonische Sprechzeiten: Mo + Di, Do + Fr Mi Mo - Do 9.00-12.00 Uhr 10.00-12.00 Uhr 14.00-17.00 Uhr Termine und Abendsprechzeiten nach Vereinbarung Telefon: 07121/9486-15 (Sekretariat: Frau Kümmerle/Frau Nerud) E-Mail: psb@diakonie-reutlingen.de www.diakonie-reutlingen.de Außensprechstellen: Nach Terminvereinbarung Frau Andrea V o l l m e r Diakonische Bezirksstelle Bad Urach, Neue Straße 23 Frau Susanne K l ö t z l Diakonische Bezirksstelle Münsingen, Kirchplatz 2 5

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Hauptamtliche) Hartmut Nicklau Dipl.-Sozialarbeiter (FH), Sozialtherapeut (GVS), Fachbereichsleiter, 75 % RT, 25% TÜ Stellvertretender Geschäftsführer Dr. Birgit Egerter Peter Eisenhardt Lucia Elia-Holder Kerstin Giesa-Weinland Susanne Klötzl Fabian Sikeler Dipl. Psychologin, psychologische Psychotherapeutin, je 25% Anstellung in RT und TÜ, im Bereich ambulante Rehabilitation. Sozialarbeiter/Sozialpädagoge (BA), 70%, allgemeine Beratung, Arbeit mit pathologischen Glücksspielern und betriebliche Suchtprävention Dipl.-Sozialpädagogin, 80 %, allgemeine Beratung, Essstörungen und Angehörigenarbeit Dipl.- Sozialpädagogin (FH), 50%, ambulant betreutes Wohnen bis zum 28.02.2019 Ab 01.03.2019 Aufsuchende Suchthilfe 50% Ab 01.03.2019 allgemeine Beratung 25% Dipl.-Sozialarbeiterin (FH), MI Ausbildung Sozialtherapeutin (GVS), 80 %, allgemeine Beratung und ambulante Rehabilitation Sozialarbeiter, (BAC.), 75%, aufsuchende Suchthilfe und Beratung bis 28.02.2019 Andrea Vollmer Dipl.-Sozialarbeiterin (FH), System. Beraterin, 90%, allgemeine Beratung, Außenstelle Bad Urach, Nachsorge und Angehörigenarbeit Elisabeth Kümmerle Sekretariat, 50% Silke Nerud Sekretariat, 20% 6

Beratender Arzt: Dr. Klaus Wirsum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, ambulante Rehabilitation Supervision: Dieter Barth Dr. Dietmar Czycholl Sozialwissenschaftler, Organisationsberater, Leitungscoaching Dipl. Psych. Psychologischer Psychotherapeut, Supervision ambulante Rehabilitation Ulrich Häufele Dipl. Soz.päd. (FH), Supervision PSB Reutlingen Team 7

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (auf Honorarbasis und geringfügiger Beschäftigung) Doris Dahmen Heilpraktikerin (Psychotherapie) Entspannungsarbeit im Rahmen der ambulanten Rehabilitation Angehörigengruppen Reutlingen und Tübingen Michael Glück Dipl.-Sozialpädagoge (FH) Informations- und Motivationsgruppe für Glücksspielsüchtige Reinhold Kiegelmann Freiwilliger Suchthelfer Aufsuchende Suchtkrankenhilfe Peter Klaes Heilerziehungspfleger Motivations- und Rehabilitationsvorbereitungsgruppe in Bad Urach Aufsuchende Suchtkrankenhilfe Michael Rominger Dipl.-Psychologe Kompaktangebot Führerscheinverlust Dieter Sager Freiwilliger Suchthelfer Aufsuchende Suchtkrankenhilfe Bernhard Schraml Dipl.-Sozialpädagoge (FH), integrativer Sozialtherapeut Rehabilitationsvorbereitungsgruppe und ambulante Rehabilitation im Rahmen der Nachsorgebehandlung Reutlingen 8

Das Angebot der Suchtberatung im Diakonieverband Reutlingen Einzelberatung Beratung Aufsuchende Suchthilfe Ambulant betreutes Wohnen (ABW) Gruppenangebote Alkohol Spielsucht Angehörige MPU- Vorbereitung Rehabilitation Vermittlung in ambulante, teilstationäre und stationäre Rehabilitation Durchführung von ambulanter Rehabilitation im Behandlungsverbund RT-TÜ Nachsorge Prävention Vorträge und Seminare Betriebliche Suchtprävention DBS Bad Urach Dienstag: Motivationsgruppe und Beratung DBS Münsingen Mittwoch: Beratung Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen des Blauen Kreuzes, I. Rückblick und Ausblick der Freundeskreise für Suchtkrankenhilfe und dem Verein Vergessene Kinder e.v. 9

Rückblick und Ausblick Rückblick auf die Arbeit im Berichtsjahr 2019 und Ausblick auf die Planungen und Ziele im Jahr 2020 Rückblick auf die bisherige Arbeit (Berichtszeitraum: 01.01.2019-31.12.2019) Liebe Leserinnen und Leser! Das Jahr 2019 stand im Zeichen des Wandels. Das neue war noch nicht ganz greifbar, doch rückte in unmittelbare Nähe. Günter Klinger, langjähriger Geschäftsführer des Diakonieverbands, verabschiedete sich im Januar 2019 in den wohlverdienten Ruhestand. Sein Nachfolger wurde Pfarrer Dr. Joachim Rückle, zuvor Abteilungsleiter Theologie und Bildung im Diakonischen Werk Württemberg e.v. Weitere einschneidende Veränderungen gab es im Vorfeld auf den Wechsel der Fachbereichsleitung, die Vorbereitungen auf den Weggang von Hartmut Nicklau. Dieser blieb zwar im Berichtsjahr noch in der PSB, aber übergab mehr und mehr die unterschiedlichsten Aufgabenfelder seinen designierten Nachfolgern: Peter Eisenhardt zukünftiger Fachbereichsleiter RT/TÜ sowie Teamleitung Tübingen und Susanne Klötzl Teamleitung Reutlingen. Hartmut Nicklau hat das Bild der PSB entscheidend geprägt und bei aller anstrengenden Arbeit für eine wertschätzende und angenehme Atmosphäre gesorgt. Dafür danken wir ihm herzlich. Das ABW (ambulant betreutes Wohnen) in Kooperation mit dem bwlv (Baden- Württembergischer Landesverband) haben wir zu Beginn des Jahres beendet. Kerstin Giesa-Weinland (bis 28.02.2019 ABW) übernahm dann ab dem 01.03.2019 die aufsuchende Suchthilfe sowie die allgemeine Beratung, da zum gleichen Zeitpunkt Fabian Sikeler kündigte, der seither für diese Arbeit zuständig gewesen war. Die Kooperation mit dem medizinischen Versorgungsystem in der Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik Reutlingen, kurz PPrt, genannt, entwickelte sich sehr positiv. Die Zusammenarbeit wurde zum einen durch regelmäßige Info-Veranstaltungen durch Mitarbeiter der PSB für Patienten der Station 7 intensiviert. Zum anderen gab es zwei Treffen aller Kolleg*innen der Suchtberatung und der Entgiftungsstation und der Tagesklinik Sucht. Die Tagesrehabilitation Reutlingen (bwlv) wurde Ende 2019 nach Tübingen verlegt. Dieses ganztägig ambulante Angebot hat eine wichtige Brückenfunktion für unser Klientel zwischen stationär und ambulant. Wir bedauern, dass für unsere Klienten die Wege zur Facheinrichtung länger geworden sind. 10

Ausblick 2020 Nachdem im Januar Hartmut Nicklau sein Büro ausgeräumt hatte, blieb für das Team der PSB etwas Wehmut zwischen den Büromöbeln hängen. Nicht auch zuletzt, weil die neue Besetzung der Stellenanteile von Hartmut Nicklau sich schleppend gestaltete. Ende Januar fanden dann Vorstellungsgespräche statt, die auf Anhieb erfolgreich waren. Mit Jonas Kaiser und Julia Reiff konnten wir zwei neue Kolleg*innen gewinnen. Julia Reiff wird ab dem 01.04.2020 mit einem Stellenumfang von 40% in die Suchtarbeit einsteigen. Sie wird langfristig die Arbeit in der Bezirksstelle Münsingen weiterführen. Jonas Kaiser stößt am 01.05.2020 zu uns mit einem Stellenumfang von 75%. Er wird im Bereich Glücksspiel-, Computerspiel- und Internetabhängigkeit der Nachfolger von Peter Eisenhardt. Peter Eisenhardt möchte in diesem Jahr seine Präsenz in der Suchtberatungsstelle Tübingen auf- und ausbauen. Momentan sind die räumlichen Gegebenheiten hierzu noch nicht vorhanden. Susanne Klötzl wird nach der Einarbeitung von Julia Reiff die Beratungsarbeit in der Bezirksstelle Münsingen abgeben. Sie wird zukünftig mehr Präsenz in der PSB Reutlingen zeigen. Das Jahr 2020 wird sehr stark durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt sein. Aktuell wissen wir nicht, wann Gruppenangebote und Einzelberatungen vor Ort wieder starten können. Stattdessen kompensieren wir so weit möglich durch Beratung am Telefon. Neue Formate, z.b. Gruppen als Videokonferenz müssen erst noch entwickelt und evaluiert werden. Gleichzeitig ist damit zu rechnen, dass der Bedarf an Beratung mit dem wachsenden Alkoholkonsum und den damit verbundenen Konflikten zuhause zunehmen wird. Angesichts dieser Situation ist es wichtig, dass die Zuschüsse des Landes und des Landkreises in voller Höhe erhalten bleiben. Wir bedanken uns an dieser Stelle bei unseren Kooperationspartnern und Leistungsträgern für die konstruktive Zusammenarbeit und Förderung und hoffen auch für das Jahr 2020 auf weitere gemeinsame innovative Prozesse. Sollten Sie Rückfragen zu unserem Jahresbericht haben, möchten wir Sie freundlich bitten, sich an uns zu wenden. Dr. Joachim Rückle Geschäftsführer Peter Eisenhardt Fachbereichsleiter Teamleitung Reutlingen: Susanne Klötzl Beratung und Rehabilitation: Dr. Birgit Egerter Lucia Elia-Holder Kerstin Giesa-Weinland Andrea Vollmer Für die Verwaltung: Elisabeth Kümmerle Silke Nerud 11

I. Informationen und Berichte aus unserer Arbeit 1. Personelle Veränderungen Am 28.02.2019 wechselte Fabian Sikeler zu unserem Bedauern zu einem anderen Arbeitgeber. Sein Arbeitsfeld, die aufsuchende Suchthilfe, wurde von Kerstin Giesa- Weinland mit 75% Deputatsumfang übernommen, deren bisheriges Arbeitsfeld, das ambulant betreute Wohnen, eingestellt wurde. 2. Verwaltung Die telefonischen Hauptansprechpartnerinnen für unsere Arbeit sind weiterhin unsere Verwaltungsfachkräfte Frau Elisabeth Kümmerle und Frau Silke Nerud. 3. Außenstelle Bad Urach Das Angebot der wöchentlichen Suchtberatung findet dienstags in der Diakonischen Bezirksstelle in Bad Urach statt. Die Zusammenarbeit mit der Leitung der Diakonischen Bezirksstelle und der Schuldnerberatung in Bad Urach ist sehr gut. Der direkte Kontakt ermöglicht zügige und unbürokratische Hilfestellungen für die Klientinnen und Klienten, sowohl in Fragen finanzieller Unterstützung als auch im Rahmen der Schuldnerberatung. Es finden in der Außenstelle Bad Urach neben den Beratungsgesprächen für suchtkranke Menschen auch Beratungen für Angehörige und Einzelgespräche im Rahmen der Nachsorge bzw. der Ambulanten Rehabilitation statt. Die wöchentliche Motivationsgruppe in Bad Urach wird von unserem freiwilligen Suchtkrankenhelfer Peter Klaes geleitet. Herr Klaes begleitete in diesem Jahr 18 Personen aus Bad Urach und Münsingen. Es fanden 47 Gruppensitzungen statt mit durchschnittlich 5-10 Teilnehmern pro Treffen. (Andrea Vollmer) 4. Außenstelle Münsingen Das Beratungsangebot der psychosozialen Beratungsstelle für Suchtkranke wird in der Diakonischen Bezirksstelle Münsingen mittwochs ganztägig angeboten. Das Angebot umfasst u.a. Beratungen für suchtkranke Menschen und deren Angehörige. Für Nachsorgeklienten, also Klienten, die bereits einer Rehabilitation absolviert haben, wurde eine kontinuierliche Einzelnachsorge in der PSB Münsingen angeboten. Die Klienten hatten vor allem Interesse an rehabilitativen Maßnahmen, wie die Einleitung und Beantragung von Abhängigkeitsentwöhnungsbehandlungen oder Interesse an Gruppenangeboten zur Stabilisierung ihres Abstinenzwillens. Unter der Leitung von Herrn Peter Klaes findet das Angebot der Motivationsgruppe in Bad Urach statt. Mit den Mitarbeitenden der Diakonischen Bezirksstelle hatten wir ebenfalls eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Im Berichtsjahr 2019 wurde in Münsingen die Kooperation mit der Erziehungsberatungsstelle Münsingen intensiviert. Vorgestellt haben wir unser Angebot im Rahmen der Arbeitsgemeinschaft der Erziehungsberatungsstelle Münsingen mit den freien Trägern der Jugendhilfe. Der kollegiale Austausch fand im Evangelischen Gemeindehaus am 08.10.2019 mit dem Thema Suchthilfenetzwerk und Angehörigenarbeit statt. Der Sozialkreis Münsingen ist ein Arbeitskreis, der alle Einrichtungen und Dienste in Münsingen vernetzt und in dem Austausch und gegenseitige Information 12

stattfindet. Auch hier waren wir als Kooperationspartner dabei. (Susanne Klötzl) 5. Angehörigenarbeit Wir haben auch in diesem Jahr im Angehörigenbereich verschiedene Angebote machen können, die sehr gut angenommen wurden. Der Bereich der Angehörigenarbeit nimmt seit Jahren merklich zu und wird zu einem Schwerpunkt unserer Beratungsstellentätigkeit. Sie beinhaltet zwei Angehörigengruppen mit jeweils 8-9 Teilnehmerinnen und Teilnehmern, eine Frauengruppe und eine gemischtgeschlechtliche Gruppe. Das Angebot des Angehörigen Workshops wurde auch in diesem Jahr sehr gut besucht. Es geht bei dem Workshop um ein Angebot über 4 Abende, an denen Angehörige sich mit dem Thema der Suchterkrankung auf verschiedenen Ebenen auseinandersetzen können. Sie bekommen Informationen über die Erkrankung und über Hilfesysteme, sowohl für die Betroffenen als auch für sich selbst. Es geht darum, verfestigte Muster zu hinterfragen und Ausstiegsoptionen aus dem Kreislauf der Sucht zu erarbeiten. Die Besonderheit in diesem Jahr war, dass wir in Kooperation mit dem Verein vergessene Kinder und der Oberlin-Jugendhilfe während der Workshops auch eine Betreuung für die minderjährigen Kinder der Teilnehmer*innen anbieten konnten. Es gab ein altersgerechtes Spielangebot für die Kinder. Dort konnten dann auch erfolgreich Kontakte geknüpft werden, um den Kindern die Tür zu einer speziellen Kindergruppe zu öffnen. Die Einzelberatungen und Begleitungsprozesse der Angehörigen sind in der Beratungsstelle ein fester Bestandteil geworden und sie werden gut angenommen (127 persönliche und 92 telefonische Kontakte). (Lucia Elia-Holder) 6. Ambulante Rehabilitation Die Ambulante Rehabilitation ist ein Angebot für erwachsene alkohol- und medikamentenabhängige Menschen. Behandlungsziele sind die Stabilisierung der Abstinenz, die Entwicklung eines Verständnisses für die eigene Suchtentwicklung und die Bearbeitung der auslösenden und aufrechterhaltenden Bedingungen der Sucht. Die Behandlung setzt sich aus verschiedenen Therapiebausteinen zusammen. Im Zeitraum von einem Jahr finden einmal wöchentlich Gespräche in der sogenannten Stammgruppe statt. Weitere Behandlungsbausteine sind medizinische Vorträge, Entspannung und aktive Stressbewältigung, Rückfallprophylaxe und ein Angehörigenseminar. Zusätzlich werden nach Bedarf Einzel- und Angehörigengespräche angeboten. Im Behandlungsverbund - Ambulante Rehabilitation - Reutlingen/Tübingen gibt es grundsätzlich an beiden Standorten die Möglichkeit, eine Ambulante Reha zu absolvieren. Aufgrund des Rückgangs der Vermittlungszahlen in die Ambulante Reha wird seit Oktober 2016 im Behandlungsverbund nur noch eine Behandlungsgruppe am Standort Tübingen durchgeführt. Die Statistik wird im Bericht Tübingen dargestellt. Sobald die Vermittlungszahlen wieder ansteigen, soll auch am Standort Reutlingen wieder eine Ambulante-Reha-Gruppe begonnen werden. 13

Katamnese Ambulante Rehabilitation Reutlingen 1-Jahres Katamnese Da im Jahr 2018 keine Behandlungsgruppe in Reutlingen stattgefunden hat, konnte 2019 keine Nachbefragung durchgeführt werden. 4-Jahres Katamnese Bei der 4-Jahres Katamnese wurden die Klienten berücksichtigt, die die Behandlung im Jahr 2015 in Reutlingen beendet haben. Im Jahr 2015 haben 17 Klienten die Maßnahme abgeschlossen. Davon haben 12 Klienten die Maßnahme regulär beendet, drei Klienten vorzeitig. Zwei Klienten sind verstorben. Ein Klient hat einer Nachbefragung nicht zugestimmt. Es wurden daher 14 Katamnesebögen verschickt. Von den 14 verschickten Bögen wurden 10 Bögen zurückgeschickt. Zwei Klienten waren unbekannt verzogen. Von den 10 Klienten, die geantwortet haben (71%), gaben 6 Klienten an, seit Behandlungsende keinen Alkohol mehr konsumiert zu haben. Drei Klienten gaben an, seit Behandlungsende wieder Alkohol konsumiert zu haben, jedoch in den letzten 30 Tagen (zum Zeitpunkt der Befragung) wieder durchgängig suchtmittelfrei zu leben. Ein Klient gab an, rückfällig zu sein. Die nachfolgende Tabelle veranschaulicht die Ergebnisse: 4-Jahres Katamnese Reutlingen Anzahl (%) Beender 2015 17 Verschickte Bögen 14 Antwortende 10 (71%) Nicht-Antwortende 4 (29%) Von den 10 Antwortenden (= 100%) sind abstinent 6 (60%) abstinent nach Rückfall 3 (30%) rückfällig 1 (10%) 14

7. Nachsorge Frau Andrea Vollmer koordiniert diese Arbeit in Reutlingen. Die Klienten und Klientinnen für die Nachsorgegruppe kommen in aller Regel über die Rehabilitationseinrichtungen mit Empfehlung und Kostengenehmigung durch die DRV in unsere Beratung. Vor Aufnahme in die Nachsorgegruppe finden 1-2 vorbereitende Gespräche statt, in denen die Ziele für die weitere Behandlung festgelegt werden. Die Nachsorgebehandlung dauert in der Regel 20 Wochen und kann durch den Leistungsträger verlängert werden, wenn eine besondere Indikationsstellung dies erforderlich macht. In Konfliktsituationen (Paarkonflikte, drohender Arbeitsplatzverlust oder Rückfall) werden begleitende Einzelgespräche mit der/dem zuständigen Beraterin/Berater angeboten. Im Notfall können auch Hausbesuche durch unseren aufsuchenden Dienst angeboten werden. Die wöchentliche Gruppe in Reutlingen wird von Herrn Schraml durchgeführt. In Reutlingen findet ein regelmäßiger monatlicher Austausch zwischen dem Gruppenleiter und den jeweiligen Bezugsberaterinnen und Bezugsberatern statt. In Reutlingen nahmen 51 Klienten das Nachsorge-Angebot wahr. Im Schnitt besuchten 3 8 Klientinnen und Klienten die Nachsorge-Gruppen. (Susanne Klötzl und Andrea Vollmer) 8. Glücksspielsucht Die Arbeit mit erwachsenen glücksspielsüchtigen Menschen ist ein fester Bestandteil unserer Beratungsarbeit. Die Einzelschicksale werden dramatischer. Neben ganzen Familien, die ein Glücksspieler häufig in den Ruin treibt, nehmen delinquente Handlungen und Komorbiditäten (Angststörungen, Psychosen, Depressionen ) aufgrund des außerordentlich starken Drucks zu. Der Glücksspielmarkt wird zwar massiv zu reglementieren versucht, aber die Betreiber finden immer wieder Gesetzeslücken oder schaffen es wie in diesem Jahr tatsächlich neue Bereiche zu legalisieren. Ab Mitte 2021 wird Onlineglücksspiel nach dem neuen Glücksspielneuregulierungsstaatsvertrag legal werden. Dieser Bereich nimmt zusammen mit den Sportwetten, die nahezu unreguliert sind, zahlenmäßig in den Beratungsstellen deutlich zu, so auch in Reutlingen. Die Motivationsgruppe für Glücksspielsüchtige hat sich nach einem Tief Mitte 2018 wieder stabilisiert und konnte unter der Leitung von Herrn Glück und im Vertretungsfall von Herrn Eisenhardt durchgängig jede Woche stattfinden. Das Spieleraustauschtreffen für Klienten, welche nach einer erfolgreich absolvierten Rehabilitationsmaßnahme zurück nach Reutlingen kommen, hat im vergangenen Jahr wachsenden Zuspruch erfahren. Es fand vierteljährlich statt und wurde von den Klienten als stützender und fester Baustein in ihr spielfreies Leben integriert. Geplant ist, zusammen mit Teilnehmenden der Gruppe eine Spielerselbsthilfegruppe zu etablieren. (Peter Eisenhardt) 15

9. Arbeit im Bereich Essstörungen Nach wie vor teilten sich die Beratungen in persönliche und telefonische Beratungen auf. Persönliche Beratungsfälle waren es 7, die sich in längeren Prozessen unterschiedlich gestalteten. Glücklicherweise konnten alle in ein passenderes Hilfesystem weitervermittelt werden. Grundsätzlich sehen wir uns im Bereich der Essstörungen in der clearing-funktion. Es geht darum zu schauen, welche Hilfe-Optionen es gibt und wie motiviert werden kann, diese Hilfen dann auch in Anspruch zu nehmen. Häufig hilft dieses erste Ernstgenommen werden den Betroffenen, sich auf einen längeren und nicht einfachen Weg zu begeben, um sich die angemessene Hilfe zu holen. Die Beratungen im Adipositas-Bereich bzw. atypische Essstörungen und Binge Eating in Kombination mit anderen psychischen Beeinträchtigungen haben insgesamt zugenommen. Beratungen im Bereich Essstörung in Kombination mit stoffgebundenen Suchterkrankung fanden statt. Jedes Jahr wird dennoch erneut deutlich, wie wichtig insbesondere - niedrigschwellige Hilfsangebote wären. Leider gibt es nach wie vor im Landkreis Reutlingen keine niedrigschwelligen Optionen für erwachsene Menschen mit Essstörungen. In meiner Beratungstätigkeit muss ich hauptsächlich auf Hilfeangebote der angrenzenden Landkreise verweisen, was die Arbeit teilweise erschwert. Die Vernetzung mit dem Arbeitskreis Essstörungen Tübingen, KOMET und Tima e.v. Tübingen ist nach wie vor die wichtigste Komponente, um in diesem Bereich arbeiten zu können. Durch die regelmäßigen Treffen werden wichtige Optionen für unsere Arbeit eröffnet. Die Kooperation und Unterstützung durch den Tübinger Arbeitskreis funktioniert und ist sehr wertvoll. (Lucia Elia-Holder) 10. Aufsuchende Suchtkrankenhilfe auf der Alb Im Jahr 2019 wurden insgesamt 33 Klient*innen im Rahmen der Aufsuchenden Suchthilfe betreut und unterstützt. Bei 20 Klient*innen ergaben sich aus deren Bedarf regelmäßige Kontakte. Die Klientel setzt sich aus 9 weiblichen und 24 männlichen Personen zusammen. Die Altersspanne der Klient*innen liegt zwischen 24 und 80 Jahren. Das Durchschnittsalter liegt bei ca. 52 Jahren. Die Abhängigkeitsproblematik beinhaltet bei der Klientel überwiegend die Alkoholproblematik (Wein, Bier, Weinbrand). Bei nahezu 90% der regelmäßig betreuten Klient*innen liegt eine komorbide Störung vor. 4 Klienten konnten aufgrund eines JVA Aufenthaltes nicht weiter begleitet werden, eine Person verstarb, 2 Klienten wurden in ein stationäres betreutes Wohnen vermittelt, 2 Klient*innen in ein ambulant betreutes Wohnen. Bei vier Klient*innen wurde die Begleitung regulär beendet. Durch engen Kontakt zur suchtmedizinischen Abteilung der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik Reutlingen und der Albklinik Münsingen, zum Sozialpsychiatrischen Dienst in Reutlingen und auf der Alb sowie zum Pflegestützpunkt der Stadt Reutlingen, Sozialdienst der Krankenkassen und Anfragen von Gemeinden konnten neue Klient*innen aufsuchend begleitet werden. Ebenso konnten einige Klient*innen zur Krisenintervention in die Klinik in Reutlingen vermittelt werden und zur weiteren Begleitung an den Pflegestützpunkt der Stadt Reutlingen. 16

Die wertvolle Unterstützung durch ehrenamtliche Suchthelfer verbessert die persönliche Situation von 8 Klient*innen. (Kerstin Giesa-Weinland) 11. Ambulant betreutes Wohnen Ende Februar 2019 beendete der Diakonieverband seine Kooperation mit dem bwlv bei der Arbeit im Ambulant Betreuten Wohnen (ABW). Frau Kerstin Giesa-Weinland hatte diese Arbeit mit einem Stellenumfang von 50% beim Diakonieverband durchgeführt. Seit 01.03.2018 wurden in Kooperation mit dem bwlv im Ambulant Betreuten Wohnen beim Diakonieverband 5 Klientinnen mit 17,2 Stunden pro Woche in Hilfebedarfsgruppen 2 und 3 betreut. Nach Beendigung des Ambulant Betreuten Wohnen zum 01.03.2019, hatte bereits im Vorfeld ein Klient aus persönlichen Gründen sein ABW gekündigt, einem Klienten musste gekündigt werden und drei KlientInnen konnten an unseren ehemaligen Kooperationspartner im ABW - dem bwlv - übergeben werden. (Kerstin Giesa-Weinland) 12. Arbeit mit suchtmittelauffälligen Kraftfahrern Durch unsere Beratungs- und regelmäßige Pressearbeit konnten wir wieder drei Gruppenangebote mit durchschnittlich 6-8 Personen und jeweils 8 Gruppenabenden durchführen. Das Angebot ist kostenpflichtig und wird von unserem Honorarmitarbeiter und Verkehrspsychologen Herrn Rominger durchgeführt. 13. Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen Mit den Selbsthilfegruppen des Blauen Kreuzes und den Freundeskreisen für Suchtkrankenhilfe sowie den freien Gruppen in Reutlingen gibt es auf Verbandsund regionaler Ebene eine sehr gute Zusammenarbeit in Form von regelmäßigen gegenseitigen Besuchen, Besprechungen, Einladungen und Fortbildungsveranstaltungen. Alle Selbsthilfegruppen in der Stadt und im Landkreis Reutlingen treffen sich 2-3mal jährlich zum gemeinsamen Austausch bei uns in der Suchtberatungsstelle. 14. Prävention und betriebliche Suchtprävention Seminare 12 Ganz- und Halbtagesseminare für Führungskräfte der Industrie und Verwaltung Informationsveranstaltungen/Öffentlichkeitsarbeit/Prävention 2 Unterrichtseinheiten an der Steinbeiß-Schule zum Thema Suchtmittelkonsum Vortrag zum Thema Sucht fällt nicht vom Himmel im Rahmen einer IHK - Fortbildungsreihe für Personalverantwortliche in Betrieben 17

Austausch mit Mitarbeitenden des Kreisjugendamtes im Rahmen der Kooperation Teilnahme an einer Präventionsveranstaltung der Freundeskreise mit dem Thema Zum Wohl im Franz K. in Reutlingen 2 Vortragsveranstaltungen zum Thema Sucht und Behinderung in der BruderhausDiakonie Reutlingen und Bad Urach Informationsveranstaltung zum Thema Beratung suchtkranker Menschen beim Dolmetscherpool der Flüchtlingshilfe RT Mitwirkung am Fachtag des Landkreises Jugend-Sucht-Hilfe in Münsingen Mit 21 Veranstaltungen haben wir insgesamt 195 Multiplikatoren und Endadressaten erreicht. Arbeitskreise, Gremienarbeit: 2 Sitzungen des Steuerungsgremiums im Netzwerk Suchthilfe 2 Sitzungen des Trägergremiums im Netzwerk Suchthilfe 6 Hilfeplankonferenzen des Suchthilfenetzwerkes Reutlingen 4 Sitzungen im AK Suchtprophylaxe des Landkreises 4 Sitzungen für Fachgebietsleitungen im DWW 3 Sitzungen der Fachgruppe Rehabilitation 3 Sitzungen des Arbeitskreises Kinder aus Familien mit sucht- und/oder psychisch kranker Eltern 2 Sitzungen der Stiftung Suchthilfe Reutlingen 2 Sitzungen mit den VertreterInnen der Suchtselbsthilfe im Landkreis RT 3 Sitzungen mit den betrieblichen Ansprechpartnern Suchtprävention der Landkreise RT und TÜ 2 Besprechungen mit MitarbeiterInnen der Drogenberatung RT 1 Mitgliederversammlung Fachverband Sucht im DWW 2 Vorstandssitzungen der Psychosozialen Arbeitsgemeinschaft RT (PSAG) SKOLL SKOLL-Spezial ist ein Training, um riskanten Konsum und riskantes Verhalten für die eigene Gesundheit zu überprüfen. Der Präventionskurs gibt Raum zum offenen Austausch und zur gegenseitigen Unterstützung den eigenen individuellen Weg für einen gesundheitsgerechten Umgang unter anderem z.b. mit Alkoholkonsum oder Rauchen zu finden. Dabei bietet sich die Möglichkeit an 10 Gruppenabenden mit aufeinander folgenden Bausteinen, neue Verhaltensweisen kennenzulernen und auszuprobieren. Im vergangenen Jahr bemühten wir uns um die erfolgreiche Zertifizierung unseres Kursangebotes durch die Zentrale Prüfstelle Prävention, die wir dann im Herbst erhalten haben. Woraufhin wir zum Endes des vergangenen Jahres mit der Planung für einen ersten SKOLL-Kurs in unserer Beratungsstelle begonnen haben und die Akquise für Kursteilnehmer*innen starten konnte. 18

II. Jahresstatistik 2019 nach unserem Dokumentationsprogramm zur Patientenverwaltung und Leistungsfakturierung (Patfak) In dem neuen Programm update, das im Frühjahr 2018 eingeführt wurde, haben sich die Fragestellungen und Antwortmöglichkeiten teilweise verändert. Die Antworten unter Keine Angaben Sonstige umfassen Klienten, die nur einmal in unserer Beratung waren, sonstige Personen, z.b. im Rahmen einer kollegialen Beratung oder Angehörige. Betreuungsart und Gesamtzahl der Klienten: (N: 522 ) Betreuungsart Anzahl Einmalkontakte 97 Klient*innen mit 2 und mehr Kontakten 425 Gesamt Frauen Männer davon Münsingen davon Bad Urach 522 192 330 30 36 Einzel- und Gruppenkontakte: Unsere Klient*innen hatten im Berichtsjahr insgesamt 2.451 Einzelberatungen mit unserem Beratungsteam und insgesamt 2.363 Gruppenkontakte in den verschiedenen Gruppenangeboten unserer Beratungs- und Behandlungsstelle. Im Durchschnitt hatte jeder Klient*in vier Einzelberatungen mit seiner Beraterin oder seinem Berater und fünf Gruppenkontakte in unserer Beratungsstelle. Vermittlungen in Rehabilitation: Rehabilitationsform Klienten Stationäre Rehabilitation 68 Ambulante Rehabilitation 6 Tagesrehabilitation 6 Vermittlung in Kombi-Rehabilitation 2 Gesamtzahl der Vermittlungen 82 Statistische Angaben 19

Hauptdiagnosen (N:522) Hauptdiagnosen (n.icd-10) Häufigkeit Alkohol schädlicher Gebrauch 24 Alkoholabhängigkeit 263 Cannabis (schädlich und abhängig) 6 Essstörungen (versch.) 4 Medikamente (schädlich und abhängig) 8 Pathologisches Spielen 46 Exzessive Mediennutzung 3 Sonstige und keine Angaben 168 Altersgruppen (N:522) Unter 18 Jahre 18 bis 29 Jahre 30 bis 39 Jahre 40 bis 49 Jahre 50 bis 59 Jahre 60 bis 69 Jahre Über 70 Jahre 8 37 101 139 132 86 18 Der Großteil unserer Klient*innen ist im Alter von 40 bis 46 Jahren. Ausbildungsabschluss (N:522) Keine Ausbildung in Ausbildung Betrieblicher Berufsabschluss Meister/ Techniker Akademischer Abschluss Sonstige/ keine Angab. 69 5 223 17 37 171 Partnerbeziehung (N:522) keine Beziehung feste Beziehung Sonstige, keine Angaben 165 206 151 Problematische Verschuldung zu Beginn der Beratung (N:522) Keine Bis 10 Tsd. Bis 25 Tsd. Bis 50 Tsd. > 50 Tsd. Sonstige, keine Angaben 186 58 26 18 13 221 20

Vermittelnde Instanz (N:522) Nach Angaben der Klient*innen kamen rund 30 % von sich aus - ohne Vermittlung - in die Beratung. 8,2 kamen durch ihre Angehörigen (Familien und Freunde), 5,6% kamen durch Rehabilitationseinrichtungen, 5,9 kamen durch Krankenhäuser, Entgiftungsabteilungen und Vermittelt durch... (N:522) Selbstmelder Kostenträger Beratungsstellen Justizbehörden Betriebe Rehabilitationseinr. Krankenhaus Institutsambulanz Arbeitsamt, Jobcenter Arztpraxis Angehörige Sonstige 2,1% 3,1% 3,0% 4,2% 5,6% 5,9% 1,8% 0,6% 2,9% 8,2% 27,0% 35,6% 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% 30,0% 35,0% 40,0% 21

Erwerbssituation zu Beginn der Betreuung (N:522) Die Zahl der Klienten, die in einem Beschäftigungsverhältnis als Arbeiter, Angestellte Beamte oder Selbstständig Tätige sind ist mit fast 40% im Vergleich zu den Vorjahren konstant gleich geblieben. Auch der Anteil bei den Erwerbslosen mit ALG I Bezug (6,1%) und derjenigen mit ALG II Bezug (10,9%) blieb auf gleich hohem Niveau. Sonstige/keine Angaben, sind Schüler und Studenten, Hausfrauen, Hausmänner oder Frauen und Männer in Elternzeit, sowie Einmalkontakte und Angehörige. Erwerbssituation zu Betreuungsbeginn (N:522) Berufstätig 36,8% Selbständig 2,3% Rentner ALG I 6,9% 6,1% ALG II 10,9% Sonstiges & k.a. 37,0% 0,0% 5,0% 10,0% 15,0% 20,0% 25,0% 30,0% 35,0% 40,0% 22

Art der Beendigung (N:522) Rund 38 % unserer Klienten beendeten die Beratung und Behandlung in unserer Einrichtung planmäßig. Davon wurden 13 % in Rehabilitationsmaßnahmen oder andere Einrichtungen vermittelt. 11 % beendeten unser Angebot vorzeitig nach Vereinbarung und lediglich 2% durch Abbruch der Beratung und Behandlung. Unter Sonstiges haben wir Einmalkontakte und die Zahl der Angehörigen zusammengefasst. 60,0% Art der Beendigung (N:367) 50,0% 49,3% 40,0% 30,0% 25,7% 20,0% 10,0% 12,6% 10,7% 1,7% 0,0% Planmäßig Wechsel in andere Behandlungsform Vorzeitig mit Vereinbarung Abbruch Sonstiges & k.a. 23

Beurteilung der Suchtproblematik am Betreuungsende (N:367) Bei über der Hälfte unserer Klienten hat sich die Situation gebessert. Besserung bedeutet in diesem Kontext eine Abstinenz oder die Reduktion der Trinkmenge oder auch die Bereitschaft, sich weiterhin mit der eigenen Problematik auseinanderzusetzen. Eine unveränderte Problematik zeigte sich bei rund einem Drittel unseres Klientels am Betreuungsende, d.h. bzgl. der Problemstellung, gab es keine Veränderung. Keine Angaben umfassen die Einmalkontakte und die Angehörigen. verschlechtert 0,70% unverändert 30,50% K. Angaben 16,90% gebessert 51,90% 24