Kinder als Friedensstifter



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Transkript:

Kinder als Friedensstifter Es ist erwiesen, dass die Gruppe der Gleichaltrigen (peer group) auf Kinder mit zunehmendem Alter einen großen Einfluss hat. Diese Tatsache lässt sich mit den Ressourcen der Kinder verbinden und führt zu der Idee, Kinder zu Friedensstiftern auszubilden. Damit können Kinder andere Kinder darin unterstützen, ihre Konflikte zu klären. Das gilt für Kinder ab 9 Jahre. Wenn Sie die Kinder Ihrer Gruppe oder Klasse zu Friedensstiftern ausbilden wollen, halte ich es für wichtig, in folgender Reihenfolge vorzugehen: - Ein Elternabend für alle Eltern, in denen diese über das geplante Projekt informiert werden.. Hinweis auf diese website. Machen Sie Eltern, die über keinen eigenen Internetzugang verfügen diese Informationen zugänglich. Überlegen Sie mit den Eltern gemeinsam, wie diese das Friedensprojekt zu Hause unterstützen können. Noten und Leistungsdruck ist sind natürlich kontraindiziert. - Schulung der Friedensstifter über die Dauer des Projektes mit mindestens einer Zeitstunde pro Woche. - Kontinuierliche Weiterentwicklung, Wiederholung, Vertiefung und Training der Friedenskompetenzen. Ausbildungsablauf Besprechen Sie mit den Kindern, was Sie vorhaben und legen sie den Zeitplan gemeinsam fest. Wertschätzung - was ist das? Spiel: Alle, (die blonde Haare oder keine Geschwister haben, Inliner fahren, ein Instrument spielen usw.) gehen in die Mitte und bekommen dafür Beifall. Anschließend: Wie war es, für etwas Beifall zu bekommen, was man vielleicht für normal hält oder wofür man gar nichts kann. Weitere Übungen und Spiele zum Thema Wertschätzung - Steckbrief - Mir gefällt an dir Meines Erachtens liegt fast jedem Konflikt, der eskaliert, die Tatsache der mangelnden Wertschätzung zu Grunde. Lassen Sie die Kinder Konfliktsituationen sammeln und besprechen und anschauen, wodurch sie eskaliert sind. Einführung von Grundbedürfnissen und dem Bedürfnis eines jeden Menschen nach Wertschätzung und Akzeptanz - welche Bedürfnisse haben Kinder - mit den Kindern eine Bedürnispyramide entwickeln und aufmalen Gefühle wie fühlen sie sich an, wie drücke ich sie aus? 1

Moderation mit verschiedenfarbigen Kärtchen an der Stellwand zu: Was macht mir gute, was macht mir schlechte Gefühle? Herausarbeiten: Was sind Gefühle? Wo spürst du sie? Wie drückst du sie aus? Was fühlst du in bestimmten Situationen (jemand schreit dich an, jemand macht dir eine Freude...)? Weitere Übungen und Spiele zum Thema Gefühle - ein Dino zeigt Gefühle - Gefühle Quartett - Da war ich stinksauer - Damit es mir gut geht, tue ich - wenn ich glücklich bin, dann - Lied: Dieses Lied spielt mein Gefühl Körpersprache Gespräch zu den Aspekten von Körpersprache: Haltung, Gestik, Mimik, Tonfall und Abstand. Zusammenhang von Gefühlen und Körpersprache. Zweidrittel unserer Kommunikation findet durch Körpersprache statt. Gefühlsskulpturen Wenn es mehr als 5 Kinder sind, teilen sie sich mit Hilfe eines Spiels in zwei Gruppen auf und stellen Gefühle pantomimisch dar, die sie auf Zetteln, die sie ziehen, genannt bekommen (Wut, Ekel, Freude, Angst, Zufriedenheit, Trauer, Enttäuschung, Glück, Liebe, Unsicherheit, Begeisterung, Bewunderung, Überraschung...). Die Aufgabe lautet, ein anderes Kind aus der eigenen Gruppe in eine Skulptur zu modellieren, die das gezogene Gefühl ausdrückt, und zwar ohne dabei zu sprechen. Das modellierte Kind darf zuerst raten, dann die anderen der Gruppe. Weitere Übungen zur Körpersprache - Zaubersack - Pantomime (siehe auch Spiele zum Dinobuch) - Mach doch mal ein Gesicht Übung: Sätze unterschiedlich sagen und mit betontem Einsatz von Körpersprache. Die Kinder sammeln zunächst Sätze, die sie gerne selbstsicher sagen möchten: - Das ist mein Platz - Ich möchte neben dir sitzen - Kann ich mitspielen? Usw. Jedes Kind sucht sich einen Satz und trägt ihn mit Einsatz von Körpersprache vor der Gruppe vor. Die Gruppe gibt feed back. Kriterium: Ist er/sie glaubhaft rüber gekommen? Nehme ich ihr/ihm ab, was sie/er sagt? Sprich von dir die nicht verletzende Ärgermitteilung Wir alle haben ständig Gefühle, aber andere können die nicht immer erraten. Wenn du möchtest, dass jemand weiß wie es dir geht, ob du traurig, wütend oder verletzt bist, dann ist es wichtig zu lernen, wie du sie mitteilst. Wichtig ist, die Gefühle so mitzuteilen, dass sie niemanden verletzen. 2

Unterschied herausarbeiten zwischen Ich- und Du-Botschaften Bestandteile einer Ich-Botschaft Ich bin...nennen eines Gefühls Wenn du Nennen des Auslösers Und ich möchte Erwartung/Ziel Sammeln Sie mit den Kindern Situationen, in denen es nach Einschätzung der Kinder hilfreich wäre, diese Ich-Botschaften anzuwenden. - meine kleine Schwester stört mich bei den Schulaufgaben - beim Mittagessen will mir Michael den Stuhl wegziehen - beim Fußball auf dem Hof wollen sie mich nicht mitspielen lassen Üben Sie an Hand der Situationen mit den Kindern diese Ich-Botschaften ein, die auch unter dem Begriff nicht verletzende Ärgermitteilung bekannt sind. Bringen Sie zunächst selbst ein Beispiel. So sagen Sie im Beispiel mit der störenden kleinen Schwester: Ich ärgere mich, wenn du hier immer um mich herum schleichst und mit mir reden willst. Ich will jetzt in Ruhe Hausaufgaben machen und ich möchte, dass du jetzt woanders hin gehst. Selbstbehauptung Es gibt Situationen, in denen Kinder immer wieder provoziert werden, weil sie kein Repertoire habe, sich angemessen abzugrenzen und ihr Recht einzufordern. Übung: Steh auf, das ist mein Platz Die Kinder finden sich zu zweit zusammen und bekommen folgende Aufgabe. Sie sollen sich vorstellen, dass sie nach der Pause in die Klasse kommen. Auf ihrem Platz sitzt ein Mitschüler und grinst heraus fordernd. Sie gehen auf den Jungen/auf das Mädchen zu und sagen mit aller Entschlossenheit: Steh auf, das ist mein Platz. Auswertung - wie war es, etwas zu fordern, was mir zu steht - ist es mir leicht gefallen, entschlossen zu sein - wann hat der/die andere meinen Platz geräumt - wie war es, als sitzendes Kind, so entschieden aufgefordert zu werden aufzustehen - was hat mich bewogen, aufzustehen. Für selbstsicheres Auftreten ist die Technik der kaputten Schallplatte wichtig: Den eigenen Standpunkt ( Ich will, dass du meinen Platz räumst) immer wiederholen, dabei das Kind mit Namen ansprechen, bis der Erfolg sichtbar wird. Noch einmal auf Körpersprache hinweisen: feste Stimme, entschiedener Gesichtsausdruck, aufrechte Körperhaltung, die mit der inneren Haltung übereinstimmt. Weitere Beispiele sammeln und ausprobieren. Weitere Übungen - Ja Nein - Gib das zurück, das gehört mir Zuhören 3

Nachdem Sie mit den Kindern geübt haben, klar zu senden und sich verständlich zu machen mit den eigenen Anliegen, geht es im nächsten Schritt darum, gut zuhören zu lernen. Übung: Schlechtes Zuhören Gutes Zuhören Woran kann ich erkennen, ob mir jemand gut zuhört oder nicht? Aktiv Zuhören bedeutet, sich in andere einfühlen/hineinversetzen ( 2 km in ihren Mokassins gehen ) Die Kinder bilden Paare und erzählen sich gegenseitig etwas. 1. Runde: Verständnis und Interesse zeigen durch: - Blickkontakt - Körperhaltung - freundlichen Ton - Gesichtsausdruck Wichtig ist außerdem: - die andere ausreden lassen - Gedanken und Gefühle der/des anderen wiedergeben - Eigene Ideen und Meinungen zurückstellen 2. Runde: Schlecht Zuhören bedeutet: - fehlender Blickkontakt - Langeweile zeigen - Unterbrechen - Auf die Uhr schauen - Etwas nebenher tun - Unpassende Fragen stellen oder Bemerkungen machen - Lachen, obwohl es gar nichts zu lachen gibt Auswertung: Wie fühlt sich das an, wenn jemand gut zuhört? Wie geht es dir, wenn jemand schlecht zuhört? Wie kannst du künftig üben, gut zuzuhören? Ausreden lassen und aktiv zuhören Die Kinder sitzen im Kreis. Anna erzählt etwas, was sie wütend, traurig oder ängstlich macht. Benno, der neben ihr sitzt, wiederholt das in eigenen Worten. Anna sagt, ob sie sich verstanden gefühlt hat. Wenn ja, klatschen alle, wenn nicht, muss es Benno noch einmal versuchen, bis Anna sagt, dass sie sich jetzt verstanden fühlt. Dann klatschen alle. Sichtweisen beider Seiten verstehen Schauen Sie mit den Kindern sogenannte Kippbilder an: alte Frau/junge Frau, Hase/Ente oder Gesichter/Moschee. Je nachdem, worauf wir fokussieren, entsprechend nehmen wir wahr. Bilderbücher zur weiteren Veranschaulichung - Kirsten Boje: Ist doch Klar, dass Mama Anna/Ole lieber mag - Dumme Gans und blöde Ziege - Alles verzankt und ruck zuck wieder vertragen Fallen Euch noch Beispiele ein, in denen ähnliches passiert ist? Wann hast du nach einem Streit den/die andere/n verstehen können? 4

Hausaufgabe: Konflikte beobachtenwerten Sie den Fragebogen (siehe unten) mit den Kindern aus. Und gehen Sie dann zu den Schritten am Friedensteppich über. Konflikte beobachten Beobachte im Verlauf dieser Woche einen Konflikt bei anderen oder dir selbst, in der Freizeit, in der Kita, zu Hause oder in der Schule. Schreibe kurz auf, worum es ging und was passierte. Worum ging es? _ Meinungsverschiedenheiten _ körperlicher Angriff _ Beleidigung _ Verletzen einer Regel Wie ging es aus? _ Kampf _ Übereinkunft _ Anschreien _ durch Erwachsene geregelt _ Strafe Welche Lösung wurde gewählt? _ Gewinner Gewinner _ Gewinner Verlierer _ Verlierer Verlierer 5

Schritte am Friedensteppich Sammeln Sie mit den Kindern Konfliktsituationen und spielen Sie diese mit ihnen am Friedensteppich durch. Siehe ausführliche Beschreibung unter Friedensteppich. Bescheinigung für Friedensstifter Name... Gruppe... hat an der Ausbildung zum Friedensstifter/zur Friedensstifterin teilgenommen. Folgende Themen wurden behandelt Was Friedensstifter können müssen Wertschätzung - so wichtig wie essen und trinken Allparteilichkeit - Sichtweisen beider verstehen Körpersprache - sagt mehr als Worte Gefühle - werden mit dem Körper ausgedrückt Ich-Botschaften - helfen verstehen, was gemeint ist Du-Botschaften - greifen den anderen an Konflikte beobachten - gut, wenn alle Beteiligten gewinnen Selbstbehauptung - ich will mich selbst vertreten können aktiv zuhören - zusammenfassen, was ich gehört habe Schritte am Friedensteppich Das hast du gut gemacht 6

Ort Datum Unterschrift Lea Galilea 7