GLOSSAR BEGRIFF FREIARBEIT Allgemeine Didaktik Gestaltung von Lernumgebung in Schule und Unterricht Rebecca Knopf, Katharina Gruber, Florian Bär, Eric Müller
KURZBESCHREIBUNG DES BEGRIFFS Form des offenen Unterrichts selbstgesteuertes Lernen soll ermöglicht werden schülerorientiertes pädagogisches Prinzip der Erziehung zur Selbstständigkeit Öffnung von Schule nach innen und außen
BESCHREIBUNG DES BEGRIFFS Schüler- und handlungsorientiert auf Problemlösen angelegt (notwendig ist hierbei fächerübergreifender Unterricht) Projektarbeit um einen Themenschwerpunkt Organisationsform: freies arbeiten Wichtigste Vorbedingungen: Freiwilligkeit und Motivation zu eigeninitiativem Lernen.
HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER FREIARBEIT Maria Montessori (1870-1952) v Bedürfnissen des Kindes stehen im Vordergrund v pädagogischen Gedanken und Prinzipien: - Hinführung des Kindes zu optimaler Selbstständigkeit - Förderung zu eigenständiger Aktivität - Technik der Selbstkontrolle v Grundgedanke: Entwicklung bestimmter Kompetenzen, totale Konzentration und Selbsttätigkeit und Bewegung
HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER FREIARBEIT Celestin Freinet (1896-1966) v Forderungen: Aufgabe der Schule dem Kind das Wort geben, damit diese sich selbst mit Dingen und Problemen auseinander setzten können. v Ziel der schulischen Erziehung: ganzheitliche Entfaltung und Bildung der kindlichen Persönlichkeit
HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER FREIARBEIT Peter Petersen (1881-1952) v Idee: Auflösung von Jahrgangsklassen- und Fachunterricht altersübergreifendem Gruppenunterricht und Kurssystem v Rücksichtnahme auf unterschiedliche Interessen und Fähigkeiten der Kinder
MERKMALE VON FREIARBEIT Vorbereitete Umgebung (Lern-) Umgebung abgestimmt auf individuelle Interessen und Lernausgangslage der Schüler / Schülerinnen Interessen entdecken, Arbeitsprozess selbstständig planen und gestalten Arbeitsergebnisse bewerten Arbeitsmittel mit Selbstkontrollmöglichkeiten freie Wahl von Arbeitsthemen und Materialien und der Reihenfolge ihrer Bearbeitung
MERKMALE VON FREIARBEIT Freiheit im Rahmen akzeptierter Ordnung Individualität der Lernenden fördern Entscheidungsfreiheit über die Zahl der Wiederholungen, das Arbeitstempo, den Arbeitsfluss, die Beendigung der Arbeit sowie die Art ihrer Präsentation eigene Arbeitsstrategie Wahl der geeigneten Sozialform, Partner und Arbeitsplatz
MERKMALE VON FREIARBEIT Der Lehrer als Begleiter und Helfer Liebevolle, verantwortliche und schülerzugewandte Grundhaltung des Pädagogen Vertrauen
FUNKTIONEN UND ZIELE VON FREIARBEIT Öffnung des Unterrichts: Stärken und Schwächen der Schüler / Schülerinnen feststellen und Lernsituationen so gestalten, dass jeder dort abgeholt wird, wo es steht. Weitere Öffnung der Schule durch: Einbeziehen der Eltern und Wahl außerschulischer Qualitätskriterien: Methodenvielfalt, Freiräume, offene und trotzdem strukturierte Umgangsformen, Selbstständigkeit, Öffnung zur Umwelt, Akzeptanz des Unterrichts und Lernberatung
FUNKTIONEN UND ZIELE VON FREIARBEIT Herkömmliche Lehrerolle lösen Lernen initiieren und sich auf gemeinsame Lernprozesse einlassen Förderung von Kreativität und Entscheidungsfähigkeit
FUNKTIONEN UND ZIELE VON FREIARBEIT umfassende Persönlichkeitsentwicklung Freiarbeit soll Spaß machen und Freude bereiten und Vertrauen in die eigenen Leistungen fördern durch selbsttätige Auseinandersetzung werden Schüler selbständiger, lernen selbst zu planen, Lösungen zu finden, Verantwortung zu übernehmen und auch ohne Lehrer aktiv zu sein Erziehung zu Ehrlichkeit und Kritikfähigkeit Hilfe suchen und Hilfe geben Sozialkompetenzen fördern
FUNKTIONEN UND ZIELE VON FREIARBEIT Nebeneffekte: Stärkung des Selbstvertrauens, Erhöhung der Motivation und der Belastbarkeit, Verantwortungsbewusstsein, kooperatives Verhalten
PROBLEME DER FREIARBEIT Akzeptanz der offenen Leistungskontrolle und Bewertung: Kein Arbeitsatmosphäre: Möglichkeit von zu viel Unruhe Der Lehrplan-Soll Der soziale Aspekt: erhöhte Gruppenbildung Gruppen- und Klassenstärke
LEHRERROLLE BEI FREIARBEIT drei Phasen mit unterschiedlichen Vor- und Nachbereitungen: 1. Vor der Freiarbeit: geeignete Lernumgebungen schaffen, Materialien sorgfältig aussuchen und bereitstellen 2. Während der Freiarbeit: Lehrer = beratende, beobachtende, anregende und zusehende Haltung 3. Nach der Freiarbeit: angefertigte Arbeiten durchschauen und korrigieren und gemachte Beobachtungen aufschreiben
LEHRERROLLE BEI FREIARBEIT Intensive Arbeit, Schüler / Schülerinnen nicht verunsichern keine wertenden Kommentare Vorbildrolle Funktionen des Lehrers: Diagnostizieren, beraten, unterrichten, fördern, kooperieren, innovieren, verwalten und organisieren.
QUELLENANGABEN Krieger, Claus Georg (2005) Wege zu Offenen Arbeitsformen; Schneider Verlag Hohengehren Krieger, Claus Georg (1989) Mut zur Freiarbeit; Schneider Verlag Hohengehren Krüger, Rudolf (1991) Projekt Offener Unterricht; SL Verlag Braunschweig http://www.sonderpaed-online.de/unter/freia/freia.htm http://www.sembs.rv.bw.schule.de/forum/_disc/0000000 a.htm