Der eitle Spatz und der Wurm



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Transkript:

Der eitle Spatz und der Wurm Ein hungriger Spatz flog über eine Wiese und suchte Futter. Plötzlich entdeckte er einen fetten Wurm. Er stieß hinunter, schnappte sich die Beute und war schnell wieder in der Luft. Der Wurm erholte sich nur langsam von seinem Schreck und flehte dann: Lass mich doch wieder los, ich habe drei Kinder, die ich versorgen muss! Der Vogel blieb stumm, er antwortete nicht. Wieder versuchte es der Wurm: Ich habe einen Vetter, der ist viel länger als ich, da ist mehr dran! Der Spatz reagierte nicht und flog weiter. Da ergriff der listige Wurm seine letzte Chance. Er schmeichelte dem Spatz: Weißt du eigentlich, wie schön du bist? Der eitle Spatz öffnete den Schnabel, um dies zu bejahen. Schwupp und der Wurm flog durch die Luft, fiel sanft auf die grüne Wiese und verschwand blitzschnell im Boden.

Der gefräßige Fuchs Einst zog ein hungriger Fuchs durch den Wald. Hoffentlich finde ich was zu essen, murmelte er vor sich hin und starrte mit gierigen Augen nach rechts und nach links. Plötzlich kam ein kräftiger Hase des Weges. Dem Fuchs lief schon das Wasser im Maul zusammen. Ich muss dich leider fressen, denn sonst komme ich um vor Hunger, brüllte er. Nun ja, wenn du nicht anders kannst, dann friss mich eben, lispelte der listige Hase. Aber wäre es nicht noch besser für deinen riesigen Hunger, wenn ich dir noch einen ganz jungen Hasen zur Vorspeise bringen würde? Der Fuchs rieb sich voller Vorfreude seine großen Pfoten. Ja, das wäre noch besser. Ich bin einverstanden, sagte er. Der kluge Hase verschwand und der Fuchs sah ihn nie wieder.

Der Schafhirte und der Wolf Der Schafhirte Peter musste jeden Tag zur Weide gehen, um die Schafe seines Vaters zu beaufsichtigen. Manchmal war ihm langweilig und so hatte er eines Tages eine dumme Idee. Laut schrie der Junge: Der Wolf! Der Wolf! Die Nachbarn eilten sofort herbei. Sie waren mit Rechen und Stöcken bewaffnet. Alle wollten dem Schafhirten zur Hilfe kommen, doch weit und breit war kein Wolf zu sehen. Da lachte der Bub die hilfsbereiten Leute aus. Peter gefiel es, seine Nachbarn zu ärgern. Immer wieder spielte er ihnen den gleichen Streich und sie kamen jedes Mal herbeigelaufen, um das Schlimmste zu verhindern und ihm zu helfen. Einige Zeit später fiel nun aber wirklich der Wolf in die Herde ein. Der Wolf! Der Wolf!, schrie der Schafhirte aus Leibeskräften. Es ist der Wolf! Doch diesmal rührte sich nichts. Obwohl alle Leute das Rufen hörten, kam kein einziger, um dem Jungen zu helfen. Falscher Alarm!, sagte einer der Nachbarn. Wie schon so oft! Der Junge hält uns nur zum Narren! Der Wolf konnte nun ungestört viele Schafe reißen und der Hirtenjunge musste hilflos zusehen.

Die gerechte Teilung Eines Tages fanden ein Fuchs und ein Hund im Wald ein Stück Wurst. Kurz darauf schlug der Hund vor, die Wurst zu teilen. Also halbierte der Fuchs das Stück. Doch da meinte der Hund: Dein Teil ist viel größer als meiner, das ist ungerecht! Deswegen biss der Fuchs gleich darauf von seinem Stück ab. Jetzt war aber die Wurst des Hundes größer. Gierig fraß der listige Fuchs auch noch vom Wurstteil seines Freundes. So ging das eine Weile hin und her. Auf diese Weise konnte der schlaue Fuchs fast die ganze Beute verzehren. Zum Schluss blieb nur mehr ein kleiner Wurstzipfel übrig. Da meinte der Fuchs großzügig: Ich verzichte auf meinen Teil, du kannst ihn haben!

Die Amsel und die Ameise An einem heißen Tag im Sommer eilte eine durstige Ameise zu einem Brunnen, um Wasser zu trinken. Als sie die Steine hinauf krabbelte, verlor das Tier plötzlich das Gleichgewicht und stürzte kopfüber in den Brunnen hinein. Verzweifelt strampelte die Ameise mit ihren Füßen. Neben dem Brunnen stand ein hoher Baum, auf dem eine Amsel saß. Diese sah das winzige Tier vergeblich im Wasser strampeln und hatte Mitleid. Sofort brach der Vogel mit dem Schnabel einen dünnen Zweig ab und warf ihn der Ameise zu. Das arme Tierchen kroch auf den Ast, dann auf die Wand des Brunnens und schließlich aus dem Brunnen heraus. Die Amsel steckte ihren Kopf unter die Flügel und wollte weiter in der Sonne dösen. Sie bemerkte gar nicht, dass ein Vogelfänger zum Brunnen kam. Der böse Mann entdeckte den Vogel oben am Baum und streckte sofort sein Netz nach ihm aus. Als die Ameise das sah, biss sie den Vogelfänger in seinen nackten Fuß. Der Mann zuckte zusammen und ließ das Netz vor Schmerz fallen. So rettete zuerst die Amsel der Ameise das Leben und dann bewahrte die Ameise die Amsel vor dem Tod.

Der Hase und die Schildkröte Immer wieder erzählte der Hase seiner Freundin, der Schildkröte, wie schnell er rennen könne. Oft verspottete er die Schildkröte, weil sie so langsam ist und nicht mit ihm mithalten kann. Eines Tages sagte sie zu ihrem Freund, dem Hasen: Lass uns ein Wettrennen veranstalten. Ich bin mir sicher, dass ich gewinnen werde! Belustigt meinte der Hase: Ich will kein Spielverderber sein. Wir können es gerne versuchen! Die beiden bestimmten eine Laufstrecke und legten Start und Ziel fest. Dann ging es los. Natürlich war der Hase viel schneller als die Schildkröte. Sein Vorsprung war so groß, dass er seine Freundin, die Schildkröte, wieder einmal nur belächelte. Stolz legte er sich auf halber Strecke an den Wegrand und schaute der Schildkröte beim Laufen zu. Bald aber nickte er ein. Als er von einer Fliege geweckt wurde, rannte er blitzschnell auf das Ziel zu. Doch die Schildkröte war schon lange da.

Die Geschichte von der Kuh Einmal schmeckte einer Kuh das Gras, das sie täglich fressen musste, nicht mehr. Sie wollte lieber etwas anderes, nicht immer nur Gras! Zuerst knabberte sie am Zaun. Doch das Holz war so hart und trocken und schmeckte der Kuh überhaupt nicht. Da sah sie die Wäscheleine hinter dem Zaun. Das Tier machte einen langen Hals, streckte die Zunge weit aus dem Maul und zog ein Hemd von der Leine, um es zu kosten. Das Kleidungsstück schmeckte jedoch nach Seife, so aß es die Kuh nur halb auf. Nach einiger Zeit entdeckte sie in einem Gebüsch einen alten Schuh. Mal sehen wie das schmeckt?, dachte sich die Kuh. Sie kaute lange, aber die Schuhbänder baumelten ihr ums Maul. Das ärgerte sie sehr, außerdem schmeckte das Leder nach Schuhpaste. Somit spuckte das Tier den alten Schuh wieder aus. Nach einer Weile legte sich die Kuh erschöpft in den Schatten, um ein bisschen zu schlafen. Als sie wieder aufwachte, beobachtete das Tier die anderen Kühe. Sie fraßen auch Gras, jedoch mit Löwenzahn und Margeriten dabei. Die Kuh wollte auch etwas davon probieren. Schließlich stand sie auf und find an, Gras mit Blumen zu fressen. Und siehe da, es schmeckte köstlich!

Die Geschichte von den Grashüpfern Einmal stritten sich zwei Grashüpfer. Der eine sagte: Ich bin der beste Grashüpfer. Ich kann viel höher hüpfen als du! Und geschickt sprang er auf einen hohen Baum. Der andere Grashüpfer meinte: Nein, ich bin der beste Grashüpfer! Ich kann viel weiter hüfen als du! Und flink hüpfte er mit einem riesigen Sprung über die große Wiese. Der Grashüpfer auf dem Baum schrie: Schau mich an, wie hoch ich hüpfen kann! Wohingegen der Grashüpfer in der Wiese rief: Schau mich an, wie weit ich springen kann! Aber keiner konnte den anderen sehen und hören. Der eine saß viel zu hoch oben im Baum und der andere sprang viel zu weit über die Wiese. Sie schrieen den ganzen Tag herum und das wurde ihnen irgendwann doch zu langweilig. Am Abend hüpfte der eine endlich wieder vom Baum und der andere sprang schließlich über die Wiese zurück. Der eine Grashüpfer sagte: Du bist der beste Weithüpfer! Der andere erwiderte: Und du bist der beste Hochhüpfer! So vertrugen sich die beiden zum Glück am Ende doch noch.

Der Fuchs und die Krähe Eines Tages stibitzte eine Krähe aus der Küche des Bauernhofes ein Stück Käse. Der Bauer schimpfte den frechen Vogel: Verschwinde, du Dieb! Geschwind flog die Krähe hinüber zum Wald und ließ sich in einem Baumwipfel nieder. Hier bin ich in Sicherheit!, keuchte sie und wollte sich genüsslich über den Käse machen. Zufällig kam gerade ein Fuchs des Weges. Dieser hatte seit Tagen nichts mehr im Magen und als er den Käse roch, lief ihm das Wasser im Munde zusammen. Es wäre doch gelacht, dachte er, wenn ich mit meiner Schlauheit nicht an den Käse herankommen könnte! Er setzte sich also unter den Baum und rief überschwänglich: Welch schöner Vogel sitzt dort oben? Welch schillernde Farbe er hat! Wahrlich, einen prächtigeren Vogel habe ich hier noch nie gesehen! Die Krähe fühlte sich sehr geschmeichelt, sie schloss die Augen und spreizte eitel ihr Gefieder. Der schlaue Fuchs sprach weiter: Bei soviel Schönheit hat dieser Vogel sicher auch eine süße Singstimme! Die Krähe war über ihren Verehrer so sehr entzückt, dass sie dem Fuchs sogleich beweisen wollte, dass auch ihre Singstimme bewunderungswürdig sei doch sie stieß nur ein heiseres Gekrächze aus! Natürlich war dabei der Käse herab gefallen, und schwupp hatte ihn der schlaue Fuchs gefressen!

Der Esel und der dumme Wolf Ein Esel weidete auf einer Wiese, als ihn ein hungriger Wolf angriff. Grrr!, knurrte er. Esel, du bist heute mein Mittagessen! Ich werde dich auffressen! Da ersann sich der Esel eine List, denn zum Weglaufen war es zu spät. Er hinkte mühsam umher, so dass ihn der Wolf fragte: Esel, was hast du? Der Esel antwortete: Ach, ich leide an einer Krankheit, die sehr gefährlich für dich ist! Der Wolf war neugierig geworden und so erzählte ihm der Esel von einem großen Dorn, den er sich in seinen Fuß eingetreten hatte. Stell dir vor, sagte der Esel zum Wolf, Wie dieser spitze Dorn deinen Hals verletzen wird, wenn du mich frisst! Es wäre besser, wenn du ihn vorher mit deinen Zähnen herausziehst! Heb deinen Fuß und zeig mir, wo der Dorn sitzt!, meinte der Wolf bereitwillig. Der Esel hob sein Bein, und als der Kopf des Wolfes genau am Huf des Esels war, schlug dieser mit aller Kraft aus. Er versetzte seinem Feind einen solch starken Schlag in das Maul, sodass dem Wolf all seine scharfen Zähne abbrachen. Da lachte der Esel und rief dem heulenden Wolf zu: Sieh doch, wie lahm ich bin!, und lief, so schnell er nur konnte, davon.

Die ängstliche Biene Es war einmal eine Biene, die lebte mit vielen anderen Bienen in einem hohlen Baum. Die kleine Biene war sehr ängstlich und flog ganz selten mit den anderen in den Wald hinaus, um Blütenstaub zu holen. Sie fürchtete sich vor allem: vor den Tieren des Waldes, vor den unbekannten Geräuschen und sogar vor den Regentropfen. Eines Tages verließen alle Bienen den Baum, nur sie allein blieb in der Höhle zurück. Da hörte die kleine Biene plötzlich ein Kratzen am Baum. Ängstlich schaute sie hinaus, konnte aber nichts entdecken. Erneut vernahm sie das Geräusch. Nun wagte das Tier einen Flug um den Baum. Dabei sah die Biene einen Bären, der versuchte hinaufzuklettern, um an den Honig zu gelangen. Erschrocken flüchtete sie in den Baum zurück und überlegte. Wäre ich doch nicht allein zurück geblieben, seufzte sie. Da nahm die Biene all ihren Mut zusammen, flog aus dem Baum und begann, ihre Freunde zu suchen. Zum Glück entdeckte sie bald den Bienenschwarm auf einem nahe gelegenen Busch. Das Tier rief: Der Bär will unseren Honig stehlen, wir müssen ihn verjagen! Schnell, helft mir! Alle Bienen flogen so schnell sie konnten hinter dem Bienchen her. Beim Honigbaum angekommen, schwirrten sie so lange um die Nase des Bären herum, bis dieser ganz schwindlig wurde und er vom Baum herunter rutschte. So war es den Bienen mit Hilfe der kleinen ängstlichen Biene gelungen, den Honig zu retten.

Eine Höhle für die Elefanten Der kleine Elefant David lebte im Urwald in einer großen Herde mit vielen kleinen Elefantenfreunden. Die Freunde machten viele lustige Spiele miteinander. Sie bauten Türme mit Baumstämmen oder spielten Verstecken hinter großen Felsblöcken. Alle hatten großen Spaß. Doch der kleine Elefant David zerstörte die Türme und verriet die Verstecke. Das ärgerte die anderen Elefanten sehr und sie wollten nicht mehr mit ihm spielen. Da wurde David sehr zornig, und er verkroch sich in einer großen Höhle. Dort war er jedoch sehr einsam. Eines Tages spielten seine Freunde in der Nähe der Höhle. Plötzlich kam ein fürchterliches Unwetter auf und erschrocken liefen alle wirr herum und hatten große Angst. Als der kleine Elefant wegen des Lärms aus der Höhle schaute, erblickte er seine Spielkameraden und holte sie in die Höhle. Dort waren sie sicher. Alle kuschelten sich aneinander und fühlten sich geborgen. Der kleine David freute sich, nicht länger allein zu sein. Als das Unwetter vorbei war, verließen sie gemeinsam die Höhle. Die Elefanten spielten nun alle miteinander beim großen Wasserloch. Und David ärgerte seine Freunde nicht mehr.

Die Hasen und die Frösche Einst trafen sich die Hasen zu einer Diskussion über ihre ganz und gar jammervolle Lage. Wir leben auf Schritt und Tritt in Angst vor Mensch und Tier, klagte der Anführer laut. Hunde und Raubvögel, ja nahezu alle Raubtiere stellen uns nach. Tagtäglich sind wir Opfer unerbittlicher Feinde. Ist es nicht so, meine Freunde? Die Hasen nickten und murmelten zustimmend. Wir sind es leid, fuhr der Anführer fort, verfolgt und gehetzt zu werden. Lieber sterben als in Todesangst leben! Zum Äußersten entschlossen, hüpften sie alle miteinander auf den nahe gelegenen Teich zu, um darin zugrunde zu gehen. Am Ufer saßen Frösche. Als sie den nahenden Hasentrupp bemerkten, erschraken sie und sprangen in schönster Einigkeit ins Wasser. Halt!, rief da der Anführer der Hasen. Lasst uns vernünftig sein und am Leben bleiben! Es gibt Lebewesen, die uns fürchten und die wohl noch unglücklicher sind als wir!