Dialog als Perspektive. Oder: Ansichtssache Kommunikative und Soziale Kompetenzen unter der Bedingung von Blindheit oder Sehbehinderung 30.07.2016 Graz im August 2016 Margarete Neuhaus, Erika Oks, Sabine Schröder-Kergel, Martina Müller-Korn
Ablauf 1. Vorstellung 2. Einführung 5 3. Wie Kinder kommunizieren 20 4. Fragestellung 30 5. Podiumsdiskussion 25 6. Was machen wir mit unseren Ergebnissen? 5
2. Soziale Kompetenz bedeutet: die zwischenmenschlichen Abläufe in der Gesellschaft erkennen und verstehen sowie sich mit Selbstbewusstsein darin bewegen können.
Soziale Kompetenz ist ein Diskurs zwischen Individualität und Angepasstheit. Auseinandersetzung mit der Entwicklung von Kommunikation.
Marianne Brodin, Ingrid Hylander: Wie Kinder kommunizieren. Eine Annäherung an die Entwicklungspsychologie bei kleinen Kindern von Daniel N. Stern
Marianne Brodin, Ingrid Hylander: Wie Kinder kommunizieren. Eine Annäherung an die Entwicklungspsychologie bei kleinen Kindern von Daniel N. Stern
Daniel Stern Sechs Grundannahmen
1. aktiv
2. Selbstempfinden
3. Wechselseitiger Prozess
4. Vertrauen und Verselbstständigung
5. Individualität und Gemeinsamkeit
6. Blick- kontakt
Erzählendes Selbst Verbales Selbst Subjektives Selbst Kern-Selbst Auftauchendes Selbst
0 Monate - Auftauchendes Selbst Entwicklung der Sinne - Zusammensein Alle Sinnesempfindungen sind noch eine Einheit. Erkennen und Empfinden lassen sich noch nicht trennen. Sehen: Kommunikation und Neugier. Hören: Erinnerungen. Riechen: erste Wahrnehmungsquelle. Grundbedürfnis nach Körperkontakt.
0 Monate - Auftauchendes Selbst Entwicklung der Sinne - Zusammensein Der Säugling betrachtet die Welt, sie weckt sein Interesse und er beginnt mit ihr zu kommunizieren. Der erste Blick: Erste gegenseitige Wahrnehmung -> Anerkennen von Kompetenzen.
Ab ca. 3 Monate Kern-Selbst Interaktion Empfinden, eigenständiges körperliches Wesen zu sein. Empfindung für einen anderen. Augenaufleuchten > wortlose Kommunikation. Wechselseitiger (Blick-) Kontakt ist der Kern jeder Beziehung.
Nachahmung von Gestik, Mimik, Handlungen, Gefühlsregungen. Soziales Lächeln > ansteckendes Lächeln. Soziales Spiel ist Grundlage jeden Dialogs
8 Monate Subjektives Selbst - Übereinstimmung Kommunikationsmittel: Blicke, Gestik Mimik, Körperhaltung, Stimme. Das Kleinkind wird als eigenständige Persönlichkeit wahrgenommen. Gefühle, die kein Feedback erfahren, bleiben diffus und unwirklich.
Kinder, die kein Feedback erhalten, entwickeln keine Gemeinsamkeit mit anderen und sind letztendlich einsam mit 8 Monaten!
Film Starres Gesicht
Man kann in der Wahl seiner Eltern nicht vorsichtig genug sein! Paul Watzlawick
15 Monate Verbales Selbst Sprechen Sprechen als neues Werkzeug sich verständlich machen und andere verstehen. Es beginnt, über sich und die Welt nachzudenken. Identität und Empathie entstehen.
Widersprüchliche Gefühle wechseln sich ab: Nähe suchen und gleichzeitig trotzig Abstand halten. Bedürfnis nach Einzigartigkeit als Individuum -> Einsamkeit und gleichzeitig Bedürfnis, sich mit anderen zu identifizieren.
Film Talking Twins
42 Monate (ca. 3,5 Jahre) Erzählendes Selbst Erzählen Das Kind möchte Erlebnisse und Empfindungen mitteilen. Beim Erzählen entwickelt sich die Identität. Und: es kann die Realität verlassen, verändern, erfinden und wählen.
Interaktionen Imitation Der Erwachsene interpretiert Gefühle des Kindes Die eigene Biografie bestimmt die Interpretationen. Verbale Botschaften und Gestik/Mimik stimmen nicht immer überein.
Soweit die Theorie bei Kindern, deren Sinneswahrnehmung normgerecht entwickelt sind. Weiter geht s nun mit unseren Kindern:
3. Verändertes Sehen beeinflusst die soziale Entwicklung 3.1 Körpersprache, Mimik - nonverbales Feedback 3.2 Nachahmung - Handlungskonzepte 3.3 Begriffsbildung 3.4 Selbstständigkeit - Abhängigkeit
.. alles andere kennen Sie schon. Also:
Welche Kompetenzen haben diejenigen, die erfolgreich kommunizieren? Wann - wie - wo - was sollte angeboten werden, damit gesellschaftskonforme Verhaltensweisen entwickelt, gleichzeitig die Persönlichkeiten gestärkt werden können?
4. Fragestellung für die Arbeitsgruppen Wie muss das Umfeld der Kinder (in inklusiven Kontexten) gestaltet werden, damit sich die Basis der Sozialen Kompetenzen entwickeln kann? 1. Sächlich 2. Personell 3. Pädagogisch und therapeutisch 4. Familiär 5. Politisch
3er/4er Orga der Diskussionsgruppen: Namen u. evtl. Einrichtung und Bundesland, auf Zettel dokumentieren (grobe Einsortierung für hier soll nicht in die Veröffentlichung) Jede Gruppe einen Namen (rot, gelb, blau, lila, grün), Gruppenname wird im Kongressbericht veröffentlicht Wenn Ihr eine e-mail hinterlasst, kann ich Euch das Gruppenergebnis vorab zum Korrekturlesen geben!
5. Podiumsdiskussion: Wie können förderliche Bedingungen in inklusiven Kontexten gestaltet werden 1. Sächlich 2. Personell 3. Pädagogisch und therapeutisch 4. Familiär 5. Politisch In Form von Forderungen? Z.B. auf politischer Ebene
Denn: Das Leben ist wie eine Pusteblume wenn die Zeit gekommen ist, muss man allein fliegen. Vielen Dank!