Methodische Übungsreihen Vorwort Für das erlernen komplexer Bewegungen wie z.b. Wurftechniken ist es durchaus sinnvoll, aufeinander bezogene Lernschritte zu vollziehen. Das aufbauende methodische Vorgehen soll dem Übenden den Lernerfolg sichern. Für diese Vorgangsweise hat sich der Begriff Methodische Reihe herauskristallisiert. Die Methodische Reihe (MR) Methodische Reihen sind nach methodischen Grundsätzen erstellte Folgen von Übungen oder Tätigkeiten, die auf ein konkretes Ziel z.b. Wurftechnik hin ausgerichtet sind. Die Methodische Übungsreihe (MÜR) Methodische Übungsreihen können?? Vorbereitende Übungen (konditionelle Basis)?? Vorübungen (stufenförmige Aufbau - typisches Lehrprogramm)?? Zielübung(en) (mit Festigung und Anwendung) enthalten Eine MÜR kann sowohl kurzfristig angelegt sein (1 Training), als auch langfristig (mehrere oder viele Trainings, Kraftaufbau).
Die Prinzipien der methodischen Übungsreihe?? Prinzip der verminderten Lernhilfe Die Erleichterungen nehmen von Übung zu Übung ab.?? Immer die komplette Übung, aber mit Hilfen. Die Technik kann im ganzen geübt werden, aber mit Erleichterungen wie z.b. den Partner bei einer Wurftechnik auf eine Erhöhung stellen.?? Prinzip der graduellen Annäherung Die technische Ausführung kommt der Idealvorstellung durch einen Methodischen Aufbau immer näher.?? Kraftaufbau mit zunehmenden Lasten. Um beispielsweise Krafttraining effektiv zu machen dürfen zu Beginn die Lasten nicht zu hoch gewählt werden, da die Bewegungsausführungen u.u. derart ab gefälscht werden, dass die Übungen nicht nur einen schlechten Wirkungsgrad haben sondern zusätzlich die Gelenke zu stark belasten.?? Prinzip der Aufgliederung in funktionelle Teileinheiten komplexen Techniken / Bewegungsabläufe können in sinnvolle Teile aufgegliedert werden.?? Teile werden herausgelöst und einzeln geübt, später wieder zusammengefaßt. Aufgegliederte Teilstücke komplexer Techniken werden isoliert geübt. Somit kann sich der übende auf spezielle / schwierige Bewegungen konzentrieren. Vorsicht bei Veränderungen der Zeit oder des Widerstands (Bsp. Wurftechnik: Wenn die Wurftechnik aus dem Stand ausgeführt wird,) verändert sich die Bewegungsstrukt
Methodische Reihe zum Aufbau des Ko-Uchi-Gari Uke steht im Parallelstand Tori kniet in T-Stellung vor Uke. Uke stellt sein Bein mit einem weiten Schritt nach vorne. Tori zieht Ukes Knie über den Fußballen und versucht anschließend Ukes Fuß mit der rechten Handfläche in Richtung Ukes Zehen weg zu Sicheln. Es wird nicht funktionieren. Anschließend schiebt er Ukes Knie hinter die Ferse und wiederholt die Sichelbewegung. Es wird funktionieren.
Uke steht im Parallelstand. Tori steht in T-Stellung vor Uke. Uke stellt sein Bein mit einem weiten Schritt nach vorne. Nachdem Tori stehen bleibt wird Ukes Knie hinter seiner Ferse sein. Tori sichelt Ukes Fuß mit seiner aufgestellten Fußsohle in Richtung Ukes Zehen weg.
Tori und Uke stehen sich im Parallelstand gegenüber. Beide fassen sich im Rechtsgriff. Tori geht mit seinem rechten Fuß zurück und führt die Zug- und Druckbewegung aus. Tori korrigiert bei Bedarf sein linkes Bein (ohne Ukes Gleichgewichtsbruch aufzugeben) und steht nun in T-Stellung vor Uke. Tori sichelt Ukes Fuß mit seiner Fußsohle in Richtung Ukes Zehen weg und lenkt seinen Zug / Druck zu der Stelle um, wo vorher Ukes Standbein auf der Matte stand. Uke fällt dabei sehr nah bei Tori auf die Matte.