LWL- Jugendhilfezentrum



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Transkript:

LWL- Jugendhilfezentrum Marl Regionalleiterin: Nicole Eisinger Tel.: 02365 / 924 88 48 Gruppenleiter: Jens Krause Tel.: 02365 / 50 87 21 Konzeption Tagesgruppe Marl Max Planck - Str. 21 a 45768 Marl

1. Trägerschaft und konzeptionelle Grundgedanken Die heilpädagogische Ambulanz (HPA) ist ein teilstationäres und ambulantes Angebot des LWL-Jugendhilfezentrums, in dem Kinder und Jugendliche mit erheblichen sozialen und individuellen Problemlagen eine intensive heilpädagogische und sozialpädagogische Förderung und Begleitung erleben. In der Tagesgruppe entwickeln wir in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt, sowie mit den Eltern und Schulen- für Kinder und Jugendliche mit seelischen und sozialen Besonderheiten fördernde und tragende Lebensbedingungen. Dies geschieht unter Berücksichtigung der persönlichen Möglichkeiten der Kinder und Jugendlichen, sich zunehmend als einheitliche Person von Körper, Seele und Geist im sozialen Raum zu erleben. Darüber hinaus kann wenn im Einzelfall erforderlich im Rahmen eines zusätzlichen Arbeitsauftrages eine intensive Einbeziehung der Herkunftsfamilie und des sozialen Umfeldes im Sinne einer Klärung von Beziehungsstrukturen innerhalb der Familie und Stärkung der Erziehungskompetenz geleistet werden. 2. Zielsetzung Die Zielsetzung und Aufgabenstellung orientiert sich an 32 SGB VIII. Die Ziele der ganzheitlichen, heilpädagogisch orientierten Förderung in der Tagesgruppe sind: Die Vermeidung von stationären Aufenthalten Die Entlastung der Familien, ohne sie aus der Verantwortung für das Kind zu entlassen Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien und von adäquaten Verhaltensweisen zur Ausübung veränderter Selbstkompetenz Abstimmung der Erziehung zwischen Schule, Elternhaus und HPA Verbesserung der schulischen Leistungsfähigkeit 3. Zielgruppe Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 13 Jahre Jahren, welche in erheblich problembehafteten familiären/sozialen Bezügen aufwachsen, aus dem Bereich der Psychiatrie in die Jugendhilfe integriert werden und daher heil- und sozialpädagogische Begleitung benötigen so wie darüber hinaus deren Eltern, die erzieherische Defizite und/oder soziale Problemlagen des familiären Systems die Erziehung des Kindes/Jugendlichen beeinträchtigen. 2

4. Leistungsangebote An einem Standort im Stadtgebiet Marl wird eine Tagesgruppe mit 9 Plätzen für Kinder im Alter von 6-13 Jahren vorgehalten. Die Kinder der Tagesgruppen werden von 3 Mitarbeiter- Innen von Montag bis Freitag in der Zeit von 12:30 18:00 Uhr begleitet und gefördert. Die Beförderung einzelner Kinder von und zur Tagesgruppe wird durch das LWL-Jugendhilfezentrum gewährleistet, wenn dies pädagogisch begründet im Einzelfall erforderlich ist. Die Kinder erhalten, nachdem sie von der Schule in die Gruppe gekommen sind, ein Mittagessen. Pädagogische Grundleistungen: Tägliche Schulaufgabenbetreuung und täglicher Kontakt zur Schule Spielerische Vermittlung von schulischen Inhalten Konzentrationsförderung Psychomotorik, schwerpunktmäßig die Bereiche der Körperwahrnehmung und Entspannung Rollenspiele Kreativangebote Spiele zur Problemlösung und zum Abbau von Aggressivität Gespräche sowohl in nondirekter Gesprächsführung als auch zur Konfliktlösung Elemente aus der Verhaltenstherapie zur Verstärkung positiver Verhaltensweisen Elemente aus der Tanztherapie zur psychologischen Regulation Soziale Gruppenarbeit (Stärkung der sozialen Kompetenzen im Gruppengeschehen) Sportliche Aktivitäten zur Entwicklung der Körpereigen-Wahrnehmung und zur Kraftdosierung Kontinuierlicher Kontakt zum Elternhaus (täglich telefonisch), Beratungsangebot in aktuellen Erziehungsfragen (Richtwert 2x ½ Std./Woche je Fall face to face ) und Elternabende in unregelmäßigen Abständen Die methodische Umsetzung der päd. Grundleistungen spezifiziert sich in den jeweiligen Hilfeplänen. Die pädagogischen Grundleistungen sind in ihrer Intensität abhängig von der vorgegebenen Betreuungsdichte. Sie werden somit im Regelfall im Form von Gruppenangeboten, bzw. Kleingruppenarbeit geleistet und soweit dies erforderlich ist und die jeweilige Gruppensituation dies ermöglicht in Form von individueller Einzelförderung (Richtwert 1 Std. /Woche) je nach Schwerpunktsetzung erbracht. Darüber hinaus: Erstellen von detaillierten Entwicklungsberichten alle 3-6 Monate (u.a. als Tischvorlagen für die Hilfeplangespräche) Regelmäßige Teilnahme an Fach- und Hilfeplangesprächen Fortlaufende, tägliche Dokumentation des Erziehungsgeschehens Kontinuierlicher Kontakt zu den jeweiligen SachbearbeiternInnen des Jugendamtes 3

Pädagogische Zusatzleistungen Kontinuierliche, intensive Einzelförderung im Rahmen der Tagesgruppen ist je nach individuellem Bedarf möglich. Im Rahmen der Hilfeplanung wird diese über die Grundleistungen hinausgehende Betreuungsintensität im Einzelfall zeitlich und inhaltlich definiert. Gleiches gilt für den Bereich der Elternarbeit, wenn der Beratungs- und Betreuungsbedarf im Einzelfall eine höhere Intensität erfordert, als dies im Rahmen der Grundleistung realisiert wird. Einzelförderung Das Angebot der Einzelförderung gilt für Kinder und Jugendliche, welche auf Grund ihrer besonderen Problematik (noch) nicht in die eine Tagesgruppe/Jugendgruppe integriert werden können, bzw. deren Integration nur mittels zeitlich befristeter zusätzlicher Einzelförderung gelingen kann. Die inhaltliche Ausgestaltung der Hilfe richtet sich nach dem individuellen Bedarf des Kindes/des Jugendlichen. Ebenso wird eine über die Grundleistungen hinausgehende intensive Einzelberatung und Betreuung für die Eltern der betreuten Kinder und Jugendlichen angeboten, wenn eine besondere Problematik des Familiensystems dies mit Blick auf die Kindesentwicklung erforderlich macht. 5. Sachliche Ausstattung Die Heilpädagogische Ambulanz verfügt über folgende Ausstattung: 1 Büro/Gesprächsraum 1 Küche 1 Sanitätsbereich 4-5 Spiel- bzw. Schulaufgabenräume 1 Werkraum 1 Toberaum 1 Entspannungsraum Sowohl das Mobiliar als auch das Spiel- und therapeutische Material werden den Bedürfnissen der jeweiligen Kinder und Jugendlichen angepasst und laufend aktualisiert. 6. Personelle Besetzung Betreuungsschlüssel der Tagesgruppe:1 : 3,0 Betreuungsintensität der Einzelförderung: je nach individuellem Bedarf Fachbereichsleitung: (3 MA) (1 MA) Die MitarbeiterInnen verfügen über die Grundqualifikationen Dipl. Sozialarbeit, Dipl. Sozialpädagogik, ErzieherIn. Hinzu kommen diverse Zusatzqualifikationen der MitarbeiterInnen. Anforderungsgemäße Weiterbildungen und Supervision sind regelmäßiger Bestandteil der Personalqualifizierung. Fachbereichsleitung: Gruppenleitung: Nicole Eisinger Jens Krause 4

Rahmenkonzept der in der Tagesgruppe Marl integrierten Sozialen Gruppenarbeit 1. Rechtliche Grundlage Nach 29 SGB VIII soll älteren Kindern und Jugendlichen durch soziales Lernen in der Gruppe bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten und Verhaltensproblemen geholfen werden. 2. Zielgruppe Unsere Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 13 16 Jahren, bei denen aus sozialpädagogischer Sicht ein notwendiger Bedarf an sozialer Gruppenarbeit vorhanden ist. Das Angebot der sozialen Gruppenarbeit richtet sich vor allem an Jugendliche, bei denen folgende Verhaltensmuster bzw. Konstellationen gegeben sind: Geringe Erfahrung in Bezug zu positiven Gruppenprozessen Konfliktreiches Lebensumfeld Soziale Benachteiligung Geringer Kontakt zu anderen Jugendlichen Aggressives und gewaltbereites Verhalten Unterstützungsbedarf in einer schwierigen Lebensphase 3. Konzeptioneller Rahmen Die soziale Gruppenarbeit ist gedacht als Ort des sozialen Lernens. Sie ist geeignet, individuelle Hilfen in vielen Fällen zu ersetzen bzw. zu ergänzen. Da sich die Arbeit an der Akzeptanz der Jugendlichen ausrichtet, ist sie angewiesen auf Möglichkeiten der Partizipation der Gruppenmitglieder hinsichtlich der Auswahl an Themen und Methoden. Die pädagogische Arbeit zielt darauf ab, die entstehenden Gruppenprozesse zu einer positiven Weiterentwicklung der einzelnen Jugendlichen zu nutzen. Hierbei setzen wir ein Focus auf die Ressourcen unserer Gruppenmitglieder sowie deren lebensweltlichen Komponenten (Familie, Schule, Freunde, usw.) unserer Schützlinge, gemäß der systemischen Sichtweise. 4. Arbeitsformen Soziales Kompetenztraining Rollenspiele Körperbetonte Spiele Handlungs- und Erlebnisorientierung Methoden der Systemischen Theorie und der Themenzentrierten Interaktion 5

5. Ziele Integration der Jugendlichen in der Gruppe Gegenseitige Akzeptanz unter den Gruppenmitgliedern Entwicklung von Konfliktlösungsstrategien und von adäquaten Verhaltensweisen zur Ausübung veränderter Selbstkompetenz Erlernen von Planungs- und Entscheidungskompetenz Differenzierung der Selbst- und Fremdwahrnehmung Veränderung konfliktreichen Problemverhaltens Hilfe bei dem Aufbau gelingender sozialer Beziehungen 6. Elternarbeit Die Einbeziehung der Eltern in unsere Arbeit ist selbstverständlich und gewünscht, orientiert sich aber an dem Bedarf der Jugendlichen und deren Elternhaus 6