Meine Jeans- Made in??? Eine Jeans geht um die Welt. Ein klassenübergreifendes Projekt an der Grundschule an der Limesstraße in München. Mitwirkende: Je ein Teil der Klassen: 4a 3c und 3b Mit WtG Fachlehrkraft Frau Katharina Sellnow
Zur Teilnahme Ich möchte mich kurz vorstellen. Meine Name ist Katharina Sellnow und ich bin derzeit mobile Reserve. In der Zeit als mobile Reserve ist man natürlich sehr eingeschränkt was Wettbewerbe betrifft, aber ich hatte das Glück von Schuljahresanfang einen Tag an der GS Limesstraße fest zu bekommen und daher konnte ich am Wettbewerb teilhaben, was mich sehr freute. Da ich die Kinder noch nicht kannte, konnte ich mich nicht für eine der drei Gruppen entscheiden und so erzählte ich allen drei Klassen von diesem Projekt.( Somit wurden beiden Themen miteinander Verbunden. Die dritte Klasse zeigt kritisch den Herstellungsprozess der Jeans auf und die vierte Überlegt sich was man aus alten Jeans sinnvolles herstellen kann.) Die Schüler waren begeistert und brachten nach und nach alte, kaputte oder zu kleine Jeans mit. Auch das Lehrerkollegium und Freunde halfen bei der Sammelaktion. Nun musste ich nur noch die Eltern um Erlaubnis bitten, ihre Kinder bei der Aktion in Bildaufnahmen zu dokumentieren. Anzumerken ist hierbei, dass die halbe vierte Klasse leider nicht erkennbar auf Fotos durfte und so immer gleiche Kinder zu sehen sind. In den beiden dritten Klassen betraf es nur drei Schüler. Auf dem Gruppenfoto wollten aber alle Kinder sein und deswegen verstecken sich ein paar hinter dem Werkstück bzw. anderen Kindern.
Jeansvorrat zu Hause Als Hausaufgabe bekamen die Kinder auf, die Jeans der Familie zu zählen und sich zu informieren wo ihre Jeans gekauft wurden. Die Schüler waren sehr erstaunt über ihre Jeanssammlung. Und wir rechneten aus wie viele Jeans in der WtG Gruppe gezählt wurden. Nun wurde auch noch auf die Schule hochgerechnet (wir haben auf 200 Schüler reduziert- da es ja auch Geschwisterkinder gibt, und einen Durchschnittswert von 20 Jeans genommen). Das erschreckende daran 4000 Jeans nur an einer Münchner Grundschule (mit Familien) Brauchen wir wirklich so viel? Stellten sich letztendlich die Schüler die Frage. Und was hat das ganze für Folgen..
Meine Jeans- Made in? Als die Schüler in ihre Kleidungsetiketten schauen durften, entdeckten wir fast nur diese Aufschriften. Daraufhin machten sich die Schüler Gedanken warum unser Kleidung aus so fernen Ländern kommt und ob sie wirklich nur in diesem Land produziert wird. Made in China Made in India Anhand des vorbereiteten Stationenlaufes konnten sich meine Schüler darüber genauer informieren. Made in Bangladesch
Der Stationenlauf Um den Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit zu geben sich in das Thema hinein zu fühlen bereitete ich einen Stationenlauf vor. Die einzelnen Stationen waren: Wer hat die Jeans erfunden? Wer verdient an einer Jeans? Jeans zu wertvoll für den Müll! Die Weltreise einer Jeans. Vor und Nachteile der Jeansproduktion. Welche Jeans für wen? Was habe ich für Möglichkeiten?
Konzentration bei der Arbeit..
Die vierte Klasse gestaltet frei Ich entschied mich die vierte Klasse frei wie vom neuen Lehrplan Plus gewünschtarbeiten zu lassen. Da die Schüler aus der zweiten und dritten Klasse bereits mit reichlich Näherfahrung kommen, konnten sich die Schüler schon sehr schnell selbst einschätzen, ob ihr Gegenstand einfacher oder aufwändiger gestaltet werden sollte. Anregungen und Hilfestellung bekamen sie von mir- jedoch war dies gar nicht nötig da sie vor Kreativität nur so strotzen. Im Fokus stand das Upcycling von Jeans. Folgende Inhalte gab es in den Unterrichten, individuell auf die Schüler und ihre Werkstücke abgestimmt: Umgang mit der Stoffschere Logische Auswahl der Jeansteile (vorhandene Nähte nutzen) Legen, stecken, heften Drucken mit Stoffmalfarbe Verschiedene Nähstiche wiederholen Knöpfe annähen Bügeln mit Flisofix Umgang mit der Nähmaschine (unter Hilfestellung) Folgende Gegenstände sind dabei entstanden:
Rollmäppchen
Handytaschen
Nackenkissen
Ordnungshelfer
Ordnungshelfer Teil 2
Die dritten Klassen gestalten Inchies mit Keith Haring Mit den dritten Klassen nahm ich mir das Thema: Meine Jeans Made in? vor. Anhand der Weltkarte sollte dargestellt werden wie viele Länder eigentlich an der Herstellung einer Jeans beteiligt sind- nicht nur das eine Land- welches auf dem Etikett steht! Ich entschied mich für die Gestaltung mit den momentan im Trend liegenden sogenannten Inchies Zudem stellte ich den Künstler Keith Haring in den Fokus. Folgende Techniken wurden gelernt: Umgang mit der Stoffsschere Umgang mit dem Bügeleisen Stoffdruck Handnähen mit dem Schlingenstich
Wir stellen unsere Inchies her und lernen Keith Haring kennen
Wir drucken und umranden
Wir bügeln und nähen Die Schüler durften neben dem Inchi für den Wettbewerb auch noch eigene Inchies für einen Wunschgegenstand herstellen.
Gemeinsam schaffen wir es
Nähen am eigenen Gegenstand
Unsere Keith Haring Männchen haben eine Meinung Keith Haring war als Künstler sehr sozial engagiert und nutze die Popularität seiner Männchen für Botschaften für verschiedene Kampagnen (Aufklärung von Aids, Anti- Atomdemonstrationen und er arbeitete mit dem Kinderhilfswerk UNICEF zusammen). Unsere Figuren machen sich Gedanken zum Thema Jeans- mal praktisch, mal kritisch, mal nachdenklich. Jeder Schüler sollte eine Sprechblase zum Thema gestalten.
Unsere Keith Haring Figuren sind Botschafter und betrachten u.a. kritisch das Vorgehen in der Welt
Schlusswort Ein großes Projekt geht zu Ende. Ganze fünf Monate haben wir mit Unterbrechungen an dieser Idee gearbeitet und sind nun stolz, diese Arbeit präsentieren zu können. In Gemeinschaftsarbeit konnten wir zeigen wie Kinder auf die Vorgehensweise der Erwachsenen blicken und sich damit auseinandersetzen. Welche Ideen sie haben um Rohstoffe nicht sinnlos wegzuschmeißen und wie viel Freude es ihnen bereitet kreativ sein zu können. Im Anschluss an dieses Projekt habe ich vor (wenn dies zeitlich und logistisch machbar ist) mit der 4. Klasse ins Textilmuseum nach Augsburg zu fahren und nach Möglichkeit die faire und umweltfreundliche Jeansproduktion der Firma Manomama zu besuchen. Mit den dritten Klassen möchte ich noch in die kommende Keith Haring Ausstellung nach München gehen.
Meine fleißigen Helden