Tiergestützte Interventionen Geschichte: 8. Jhdt. Belgien: Tiere zu therapeutischen Zwecken. 1792 Quäker in England eine Einrichtung für Geisteskranke Behandlungsmethode: Versorgung von Tieren. 19. Jhdt. Bethel Heilende Kräfte von Hunden, Katzen, Ziegen, Schafen. Mitte 20 Jhdt. Tiere im Krankenhaus (USA). 70iger Jahre viele Länder interessierten sich für tiergestützte Therapie. Deutschland: erst Ende der 80iger Jahre wird das Thema der Tiergestützten Therapie aufgegriffen Arbeit mit Tieren heißt: Achten lernen auf nonverbale Signale, Systeme und Zeichen. Sensible unmittelbare Reaktionen des Tieres auf die Aktion des Menschen. Tiere reagieren instinktiv auf menschliche Stimmungen, innere Befindlichkeit. Unaufrichtigkeit/Unklarheit in der Kommunikation wird unmittelbar rückgemeldet. Reaktionen des Tieres sind beim gesunden Tier zum Teil unabhängig von seiner Befindlichkeit. Beobachten des Tieres lernen. Welche Geräusche gibt das Tier von sich? Wie fühlt sich das Tier an? An welchen Stellen ist das Fell am weichsten? Wie nehme ich meinen Körper z.b. beim Reiten wahr? Welchen Geruch hat das Tier? Möglichkeiten der Kontaktaufnahme: Eigene Haustiere in der Einrichtung. Zur Einrichtung gehörenden Tiere. Tierbesuchsdienste Schulzoo, Jugendfarmen, Kinderbauernhöfe, etc.. Tiergestützte Ergo-, Psycho-, Spieltherapie, Logopädie.
Delfintherapie, Delfin-gestützte Therapie. Lama, Alpaka, Kamele - ambulante tiergestützte Aktivitäten. Tiergestützte Therapie und Pädagogik durch Haus- und Nutztiere auf dem Bauernhof. Behindertenbegleit-, Signal-, Epilepsie-, Blinden-, Diabetiker-, Therapie- und Sozialhunde. Therapeutisches Reiten, Hippotherapie, Heilpädagogisches Reiten und Voltigieren, Psychotherapeutisches Reiten, Behindertenreitsport, pferdegestütztes Coaching, Persönlichkeitstraining am Pferd Verschiedene Formen der Tiergestützten Interventionen Delfine Anderes Lebenselement Wasser Ansprechen der taktilen Sinne des Klienten durch die Umgebung (ganzheitliches Spüren) Es wirken 3 Bausteine: Urlaubs- und Freizeitatmosphäre Sozialpädagogische/psychologische Betreuung der Familien Interaktion mit den Delfinen Teuer und sehr aufwendig. Aus dem Forschungsbericht der Uni Würzburg geht nicht hervor, ob die von den Eltern wahrgenommenen Effekte beim Kind tatsächlich vorhanden waren. Ob Delfine im besonderen Maße geeignet sind, um lang anhaltende Veränderungen zu bewirken, ist noch relativ ungeklärt. Es gibt ein subjektives Empfinden von Familien die durchaus zu Veränderungen im System führen können. Nicht belegt ist, ob nicht andere Tiere langfristig den gleichen Effekt haben. Vorsicht vor Allheilmittel-Thematisierung bei Autismus
Lama und Alpaka Begleiten gerne Menschen. Vermitteln Kuschelgefühl und wirken durch die Wolle nicht bedrohlich. Hoher Motivationsfaktor für Menschen, die isoliert und/oder ängstlich sind oder physische, psychische und mentale Einschränkungen haben. Kontakt findet am und mit dem Tier statt z.b. bei Spaziergängen, Pflege etc.. Kamele Bewegung des Tieres kommt dem Menschen mit Autismus entgegen. Begrenzung durch zwei Höcker. Tiere sind nicht schreckhaft. Kuschelfaktor. Putzen und Füttern. Grundsätzlich vielfältige Erfahrungen möglich. Vor allem für Menschen mit Autismus, die Angst vor Pferden haben, sind Kamele berechenbarer. Menschen mit Autismus lernen Verantwortung zu übernehmen. Fördert den Gemeinschaftssinn. Kosten angemessen. Zeitintensiv. Hunde Vermitteln das Gefühl von Verlässlichkeit und das Gefühl, um seiner selbst willen akzeptiert und angenommen zu werden. Spaß, Freude und Unbefangenheit im Umgang. Stärken das Selbstwertgefühl und die Persönlichkeitsentwicklung.
Fördern soziale Fähigkeiten (z.b. Empathie, Rücksichtnahme, Akzeptanz von Grenzen, Zurückstellung eigener Bedürfnisse). Reagieren auf nonverbale Kommunikation. Strukturieren den Tagesablauf. Vorsicht mit Therapiehunden bei Menschen mit Autismus, sie können häufig nicht trennen, dass Therapiehunde anfassbar und andere Hunde evtl. nicht anfassbar sind. Hundehaltung in Einrichtungen je nach Familiensituation manchmal sinnvoller, da Familien häufig schon mit dem autistischen Kind/Jugendlichen/Erwachsenen überlastet sind. Positiv in Einrichtungen zum Abbau von gesetzten Ängsten ( Fass den Hund nicht an, der beißt! ). Umgang mit dem unberechenbaren berechenbaren wird einfacher. Mehr Sicherheit außerhalb der Einrichtung bei Begegnung mit Hunden. Pferd Förderung von (Selbst-)Vertrauen, Selbstsicherheit und kooperativem Verhalten, Selbsteinschätzung, Aufmerksamkeit, Konzentration, Körperkontrolle, Motorik Reagieren und Einstellen auf einen Partner in der Interaktion Training der sensorischen Integration, Körperwahrnehmung Zeitintensiv/Kostenintensiv. Deutliche Veränderungen bei Menschen mit Autismus im Umgang mit dem Pferd wahrnehmbar. Längerfristiger/regelmäßiger Einsatz möglich. Erfolge bei der Sozialkontaktaufnahme, beim Abbau von auffälligen Verhaltensweisen, Öffnung nach außen.
Quellenangaben: Breuer, Sabrina: Tiere als Co-Therapeuten. Wie Tiere Menschen helfen können; VDM Verlag, Dr. Müller, Saarbrücken, 2008; ISBN: 978-3-639-062557 Kaune, William (Hrsg.): Das Heilpädagogische Voltigieren und Reiten mit geistig behinderten Menschen; FN-Verlag der Deutschen Reiterlichen Vereinigung, Warendorf, 1995 2; ISBN: 3-88542-265-4 Kröger, Antonius: Partnerschaftlich miteinander umgehen; FN-Verlag, Warendorf, 1997; ISBN: 3-88542-293-x Greiffenhagen, Sylvia; Buck-Werner Oliver N.: Tiere als Therapie. Neue Wege in Erziehung; KYNOS-Verlag, Mürlenbach, 2007; ISBN: 978-3-933228-24-6 Olbrich, Erhard Prof.Dr.; Otterstedt, Carola Dr. (Hrsg.): Menschen brauchen Tiere: Grundlagen und Praxis der tiergeschützten Pädagogik und Therapie; Kosmos-Verlags-GmbH& Co. KG, Stuttgart, 2003; ISBN: 978-3-440-09474-7 Vernooij, Monika Prof.Dr., Schneider, Silke: Handbuch der tiergestützten Intervention. Grundlagen-Konzepte-Praxisfelder, Quelle&Mayer; ISBN: 978-3-494-01443-2