Der 36. schappo geht an «HELP! Patenschaften» Wenn Eltern psychisch stark belastet sind, leiden die Kinder mit. Die Freiwilligen von «HELP! Patenschaften» schenken diesen Kindern unbeschwerte Stunden und Momente ungeteilter Aufmerksamkeit. Als verlässliche Bezugspersonen sorgen die Patinnen und Paten für eine Bereicherung des Alltags sowie für eine Entlastung der Kinder und Eltern. Ein vorbildliches Engagement. Stellvertretend für 16 Patinnen und Paten von «HELP! Patenschaften»: Maya Meyer, Patsawee Rodcharoen, Barbara Büchler.
«Kinder müssen mit Erwachsenen sehr viel Nachsicht haben.» Antoine de Saint-Exupéry (1900 1944), franz. Flieger und Schriftsteller. Freiwillige Patinnen und Paten geben betroffenen Kindern Sicherheit sowie Vertrauen und erhöhen ihre Chancen auf eine positive Entwicklung. In der Schweiz wachsen mehr als 20 000 Kinder mit einem psychisch erkrankten Elternteil auf. Trotz liebevoller Zuwendung der Eltern können die Kinder phasenweise erhebliche Belastungen erleben. Die Kinder von psychisch erkrankten Eltern müssen zeitweise irgendwie und oft alleine zurechtkommen. Die Folgen können gravierend sein: Schlafstörungen, schulischer Leistungsabfall, Beziehungsstörungen. Auch wenn sich viele dieser Kinder gesund entwickeln, besteht ein erhöhtes Risiko, im späteren Lebensverlauf selbst psychisch zu erkranken. Vor diesem Hintergrund hat der Verein HELP! For Families in Basel ein Pionierprojekt lanciert. Das Angebot richtet sich an Familien, in denen eine psychische Erkrankung oder starke psychische Belastung besteht. Das Patenschaftsprojekt fördert die Entwicklungschancen, indem die Kinder und Jugendlichen in einem stabilen Umfeld neue soziale Kontakte sowie neue kulturelle Erfahrungen erleben. Eine Patenschaft kann von Familien, Paaren oder Einzelpersonen mit oder ohne eigene Kinder übernommen werden. Einer sorgfältigen und genauen Passung der involvierten Parteien schenkt HELP! For Families grösste Aufmerksamkeit. Optimale Rahmenbedingungen sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Patenschaft. Im Rahmen der Patenschaft werden die Freiwilligen von «HELP! Patenschaften» in ihre Aufgabe eingeführt sowie während drei Jahren regelmässig geschult und professionell begleitet. Die Begleitung beinhaltet auch den regelmässigen Austausch zwischen Experten, Patinnen sowie Paten und betroffenen Eltern. Die Freiwilligen von «HELP! Patenschaften» ermöglichen den Kindern und Jugendlichen während einem halben Tag pro Woche sowie einem Wochenende pro Monat ein intaktes Alltagsleben zu erfahren und freudige Stunden der Normalität zu erleben. Ausserhalb der eigenen Familie werden die freiwilligen Patinnen und Paten zu Bezugspersonen, mit denen die Kinder auch über ihre Ängste und Sorgen sprechen können. Die Kinder erleben eine stabile Beziehung sowie das Gefühl von Verlässlichkeit und Sicherheit. Das Engagement der freiwilligen Patinnen und Paten vergrössert die Chancen der Kinder in einem krankheitsbelasteten System gesund zu bleiben und sich gut zu entwickeln.
Die Patin Mirjam Frey ist verantwortungsvoll und mit Herzblut für ihr 13-jähriges Patenkind da. Ein wertvolles Projekt mit Vorbildcharakter Kinder und Jugendliche psychisch kranker Eltern haben ein erhöhtes Risiko, später selber psychisch zu erkranken. Die Kinder geben sich häufig selbst die Schuld an der Krankheit der Eltern. Währenddessen sind psychisch kranke Eltern im Umgang mit ihren Kindern unter Umständen schneller überfordert. Hilfsangebote gibt es, doch dem oft alleinerziehenden Elternteil fehlt die Energie, Unterstützung zu suchen oder sie haben Angst, ihnen würden die Kinder weggenommen. Die Freiwilligen von «HELP! Patenschaften» unterstützen solche Familien. Sie stehen den Kindern regelmässig als zuverlässige, aufmerksame Bezugspersonen zur Seite. Einen halben Tag pro Woche und ein Wochenende pro Monat verbringt das Kind bei ihnen. Dabei wird das Kind in die Patenfamilie eingebunden. Durch die professionell begleitete Vermittlung von freiwilligen Patenschaften, erfahren die Kinder verlässliche und stabile Beziehungen. Die betroffenen Eltern werden entlastet und die Freiwilligen können sich sozial engagieren. Ein Gewinn für alle! Prof. Dr. Martin Hafen, Mitglied der schappo Expertenkommission. «HELP! Patenschaften» wird von schappo konkret unterstützt durch: Weiterbildung von Patinnen und Paten Unterstützung bei der Suche von neuen Patinnen und Paten Öffentlichkeitsarbeit
Projekt-Steckbrief Ziel. Die Patenschaft unterstützt die Entwicklungschancen für Kinder und Jugendliche mit einem psychisch erkrankten Elternteil. Soziale Aussenkontakte, der Sozialraum und damit auch kulturelle Erfahrungen in einem anderen Familienalltag tragen dazu bei. Die Kinder erfahren eine Bereicherung des Alltags sowie eine Förderung der Resilienz. Die Eltern werden punktuell entlastet. Organisation. Der Verein HELP! For Families bietet seit über 20 Jahren sozialpädagogische Familienbegleitung an. Eltern werden bei Erziehungsfragen sowie bei der Betreuung ihrer Kinder unterstützt und begleitet. Absicht ist die Wiederherstellung der selbstständigen Funktion der Familie. Initianten. Durch den Bedarf der sich in der sozialpädagogischen Familienbegleitung zeigte, entstand vor drei Jahren das Angebot zur Unterstützung von Kindern psychisch belasteter Eltern. Freiwillige Patinnen und Paten unterstützen diese Kinder frühzeitig, da sie zu dem Zeitpunkt meistens noch unauffällig und gesund sind. Zielgruppen. Das Angebot richtet sich an Familien, in denen eine psychische Erkrankung oder starke psychische Belastung vorhanden ist. Motivation. Die verlässlichen Patinnen und Paten sind für ein belastetes Kind da. Gemeinsam mit dem Patenkind gestalten sie selbstlos dessen Freizeit und lassen es einen stabilen Alltag erleben. Resultat. Jährlich verbringen zurzeit 16 freiwillige Patinnen und Paten ohne finanzielle Entschädigung mehr als 10 000 Stunden mit betroffenen Kindern. Eine Patenschaft wird während drei Jahren begleitet. Danach können die Patenfamilien die Beziehung eigenständig und losgelöst von HELP! For Families weiterführen. Finanzierung. «HELP! Patenschaften» finanzieren sich mittels Stiftungsgeldern sowie Spenden. Für die betroffenen Familien ist eine Patenschaft und die Teilnahme an diesem vorbildlichen Programm kostenlos. Zukunft. Fokussierung auf die Gewinnung von neuen Patinnen und Paten über 10 Kinder mit psychisch belasteten Eltern warten auf eine Patenschaft. Finanzierung des Projekts nachhaltig sichern. HELP! For Families Patenschaften Franza Flechl, Clarastrasse 6, 4058 Basel 061 386 92 18, franza.flechl@help-for-families.ch www.help-for-families.ch
Die Freiwilligen stehen ihren Patenkindern als regelmässige, zuverlässige und achtsame Bezugspersonen zur Seite und werden zu vertrauensvollen Wegbegleitern. Die Kinder und Jugendlichen werden in die Patenfamilie eingebunden und erleben eine kleine Auszeit in einem unbeschwerten Rahmen. «Die Patin meines Sohns ist immer da auch wenn sie nicht anwesend ist.» Kompliment einer psychisch belasteten Mutter.
Jetzt anmelden! www.schappo.ch schappo anerkennt und unterstützt Engagement im Alltag in der Entstehung und in der Umsetzung. Wenn Sie im Kanton Basel-Stadt leben oder arbeiten, können auch Sie sich für einen schappo anmelden. Die Kriterien und Ziele sind im Prospekt oder unter www.schappo.ch ausführlich beschrieben. Eine Initiative des Kantons Basel-Stadt mit Unterstützung von Partnern aus Wirtschaft, Medien und gemeinnützigen Institutionen. schappo. Für Engagement im Alltag. Kantons- und Stadtentwicklung Marktplatz 30a, 4001 Basel Telefon 061 267 91 31 E-Mail schappo@bs.ch Überraschen Sie jemanden mit einem schappo Pin! Wir schicken einer engagierten Person Ihrer Wahl gratis und franko den schappo Pin. Einfach auf der Webseite das Formular ausfüllen und schon geht der Pin auf die Reise. Jenny Hartmann, Michi Oswald, Bruno Steiger, Basel. Fotos: Armin Roth Anmeldeformulare, Porträts von ausgezeichneten Projekten und weitere Informationen finden Sie unter www.schappo.ch Hauptpartner Partner Medienpartner