Die Atmosphäre der Erde (1)

Ähnliche Dokumente
Fernerkundung der Erdatmosphäre

Version 1.1 Einführung in die Physik der Atmosphäre

Wettersysteme HS 2012

Parameter für die Habitabilität von Planeten - Atmosphäre

wir-sind-klasse.jimdo.com Exosphäre (ab ca. 600km) Thermosphäre (85 600km) Temperaturanstieg elektrisch leitende Schicht (reflektiert Rundfunkwellen)

Aufbau der Atmosphäre

Die Atmosphäre der Erde (2)

Die Atmosphären der Erde, der Planeten unseres Sonnensystems und der Exoplaneten

Atmosphären von Braunen Zwergen und Gasplaneten

Geografie, D. Langhamer. Klimarisiken. Beschreibung des Klimas eines bestimmten Ortes. Räumliche Voraussetzungen erklären Klimaverlauf.

Der Treibhauseffekt. Tabelle 1: Übersicht der wichtigsten Charakteristika der "Treibhausgase"

Einführung in die Klimatologie (1)

Das Energiebilanzmodell MSCM

Klimawandel und Ozonloch

Gase. Eigenschaften, Gasgesetze, techn. Anwendungen & wichtige Gase. Mag. Gerald Trutschl

Die Suche nach den Ursachen globaler Temperaturänderungen (Teil 1)

2 Luft. 2.1 Die Lufthülle der Erde. Aufbau

Doppelplanet Erde Mond. Auswirkungen der Bahnform der Erde und der Erde-Mond-Wechselwirkungen auf den solaren Energieeintrag des Planeten Erde

Welche Auswirkungen hat die Sonnenstrahlung auf uns?

Wellenlängen bei Strahlungsmessungen. im Gebiet der Meteorologie nm nm

Einführung in die Allgemeine Klimatologie

TH emeneft. Klima und Klimawandel. Kohlendioxid das besondere Gas. Aufgaben:

Die Wirkung der Reibungskraft

Berechnung von Oberflächendrücken

Das Wetter. Mit Rätseln, Spielen und Entdecker-Klappen! SEHEN I HÖREN I MITMACHEN. Band 18.

Kompetenzcheck Atmosphärische Prozesse KT 05/L

Wolken und Gewitter. Perlmutterwolken und leuchtende Nachtwolken

Das Klima der Erde I. Mensch, Klima und Klimasystem

Was bestimmt unser Klima?

Ökoregionen & Makroökologie

ZUSAMMENFASSUNG WETTER & KLIMA. Zusammenfassung für die Geografie-Prüfung über das Wetter & Klima

Zweihundertjährige Abnahme der Solarstrahlung führt zu einem Ungleichgewicht des thermischen Budgets der Erde und zu einer Kleinen Eiszeit

Der Hitzetod der Erde

Inhalt. Vorwort zur ersten Auflage 5. Vorwort zur siebten Auflage 7. 1 Das Klima mit seinen Raum- und Zeitdimensionen 15

Erdatmosphäre Stand :

Klimawandel: Ist die Welt noch zu retten?

Das Klima der Welt. 02a / Klimawandel

Terrestrische Wirkungen der Sonne. Christian-Weise-Gymnasium Zittau - FB Physik - Mirko Hans 1

Die atmosphärische Entwicklung von Venus und Mars

5 Atmosphären. 5.1 Skalenhöhen. definiert als Länge, über die eine Größe x (z. B. Dichte, Druck,... ) auf 1/e abfällt lokale Definition: H x.

Physik Q4 (sp, )

Planungsblatt Physik für die 3B

Wetter. YC Bregenz, Christoph Zingerle Arnold Tschofen

Planungsblatt Physik für die 3B

Energie-Bilanz der Erde

Die Atmosphäre der Erde (4)

Wie lässt sich aus Luftdruck die Höhe berechnen und umgekehrt?

Physische Geographie - Klimatologie

Die Reise durch die Atmosphäre

Physische Geographie - Klimatologie

Haas Lisa Astronomical aspects of the origin of life WS 12/13

Vorfahrt fürs Klima Schulprojekt für Jugendliche der 7./8. Klasse

Das Sonnensystem. Teil 6. Peter Hauschildt 6. Dezember Hamburger Sternwarte Gojenbergsweg Hamburg

DER JUPITER. Paradies oder nutzlos für Lebewesen?

Wetter. Benjamin Bogner

Gewitter. Physik der Atmosphäre. Überblick. Entstehung Aufbau Gefahren. 1. Wolken: Entstehung eines Gewitters in Bildern. 2. Physik der Atmosphäre:

Umweltphysik / Atmosphäre V1: Strahlungsbilanz Erde WS 2011/12

Instrumentenpraktikum

Klimawandel. Inhalt. CO 2 (ppm)

Jet Stream. und sein Einfluss auf die Synoptische Wetterlage in den mittleren Breiten

Aufbau einer Gewitterwolke:

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus:

Die Atmosphäre der Erde

Übersicht. 1. Allgemeine Betrachtung. 2. IPCC bisherige Klimaentwicklung. 3. Antrieb Strahlung. 4. Strahlungs-Forcing. 5. IPCC globale Entwicklung

Terra 2.0 Was macht einen Planeten eigentlich bewohnbar?

Die Allgemeine Zirkulation

Die Temperatur als wichtiges Klimaelement

10. Thermodynamik Wärmetransport Wämeleitung Konvektion Wärmestrahlung Der Treibhauseffekt. 10.

Kármánsche Wirbelstraßen in

Dossier Klimawandel. Nachdem ihr nun zu zweit (oder alleine) die gegebenen Fragen diskutiert habt, sollt ihr eure Antworten

Energie und das Klima der Welt

Sind wir allein im Universum? Die Suche nach Wasser und nach einer zweiten Erde

Erdatmosphäre. Schichtung und Temperaturverlauf. 500 km. Thermosphäre. Temperaturkurve. 90 km. Mesosphäre. 50 km. Stratosphäre O Z O N S C H I C H T

Kohlendioxid und Kohlenstoffkreislauf (Teil 3)

Das Ende der Eis-Zeit?

Thema der vorliegenden Arbeit:

Energiebilanzmodell I

Unsere Planeten. Kein Planet gleicht einem anderen Planeten. Kein Mond gleicht genau dem eines anderen Planeten.

Woher kommen die Daten? Klimaarchive und Proxies

Michael Kurzemann, Nicole Pühringer 1

Wenn Zyklone über Jupiter fegen und Neptun fleckig wird

Einführung in Atmosphäre und Klima

Abweichungen vom idealen Gasverhalten: van der Waals. Abweichungen vom idealen Gasverhalten: van der

Unsere Erde. Die anderen Planeten heissen: Die Erde ist der fünft grösste Planet unsres Sonnensystems. Der grösste Planet ist, der kleinste ist.

Übung 4: Potentielle Vorticity Lösung

Zusammenfassung des Vortrags vom 28. April 2012

Natürliche Voraussetzungen menschlichen Lebens auf der Erde

1. Wie berechnet man die globale Temperatur der Erde? 2. Wie kann man die historischen Klimadaten (vor 1880) ermitteln? 3. Wie funktioniert der

Das Ozonloch. Heini Wernli Institut für Physik der Atmosphäre Universität Mainz

Gwendy Lisa. Christine

Karsten Brandt. Das Wetter. Beobachten Verstehen Voraussagen. Anaconda

Prüfung zum Thema Druck (total 36 P möglich)

Was ist Windkraft? Lehrerinformation

Physik unserer Umwelt: Die Atmosphäre

Planungsblatt Physik für die 3B

Transkript:

Die Atmosphäre der Erde (1)

Wiederholung: Milankovich-Zyklen Gegenwärtiger Mittelwert von S: 1366W/m² Variationsbreite von S pro Umlauf: 19 W/m² (1,4 %) Variationsbreite von S über 25000 a +55 W/m² (+4%) und -31 W/m² (-2,3%) Die Einstrahlung an der Oberkante der Erdatmosphäre hängt ab von: a) Änderungen der Sonnenleuchtkraft b) Änderungen der Bahnform der Erde c) Änderung der Achsenlage der Erde Die Überlagerung dieser Effekte führt zu den Milankovichzyklen. Sie zeigen eine gewisse Korrelation mit dem Wechsel von glazialen und interglazialen Phasen der Nordhemisphäre der Erde während des Holozäns.

Simulation der Temperaturverteilung auf der Erde gemäß der aufgrund der Milankovich- Zyklen sich ändernden Energieeinstrahlung von der Sonne aufgrund der Variation der Erdbahnexzentrizität zwischen 0 und 0.83 (nach D. Spiegel et al. 2010) Hinweis: Diese Simulation zeigt das Prinzip, ist aber ansonsten unrealistisch Grün: Für Leben geeigneter Temperaturbereich Rot bis Blau: immer kälterer

Einige Daten zur Erdatmosphäre Die Erdatmosphäre stellt eine im Vergleich zum Erddurchmesser äußerst dünne Gasschicht um den Planeten dar (50% ihrer Masse liegt unterhalb einer Höhe von 5 km), deren chemische Zusammensetzung sich im Laufe der Zeit verändert und in der hochkomplexe dynamische Vorgänge stattfinden. Die Erdatmosphäre ist eng mit der Geosphäre (Vulkanismus) und der Biosphäre (chemische Stabilität) verbunden (Stichwort Gaia Hypothese) Neben der Erde besitzen unter den erdähnlichen Planeten Mars und Venus auffällige Atmosphären. Merkur und Mond besitzen zwar auch Gashüllen, aber nur temporäre in Form planetenumspannender Exosphären. Unter den Planetenmonden besitzt nur der Saturnmond Titan eine ausgeprägte Atmosphäre, in der ähnliche meteorologische Prozesse stattfinden wie in der Erdatmosphäre. Atmosphäre des Saturnmondes Titan

Planetenatmosphären im Vergleich Aufgrund ihrer völlig unterschiedlichen chemischen Zusammensetzung und auch der unterschiedlichen physikalischen Randbedingungen unterscheiden sich die Infrarotspektren von Venus, Erde und Mars: 96,5 % Kohlendioxid + Spurengase Oberflächendruck: 9.2 MPa (92 bar) Temperatur: 464 C 78 % Stickstoff, 21 % Sauerstoff + Spurengase Oberflächendruck: 101 kpa (1 bar) Temperatur: 15 C 96 % Kohlendioxid + Spurengase Oberflächendruck: 600 Pa (6 mbar) Temperatur: -55 C

Allgemeine Daten zur Erdatmosphäre die Masse der Erdatmosphäre entspricht etwas einem Millionstel der Erdmasse es handelt sich um eine Stickstoff - (78,084%) Sauerstoff (20,946 %) Atmosphäre Oberflächendruck bei NN: 1.014 bar (101 kpa) Temperaturbereich Oberfläche: -89 15 58 C Chemische Zusammensetzung Die chemische Zusammensetzung ist nur in der unteren Atmosphäre homogen. Je höher man aufsteigt, desto größere Entmischungstendenzen machen sich bemerkbar. Homosphäre (erstreckt sich bis in eine Höhe vom 80 120 km) Heterosphäre (alles oberhalb der Homopause) Nur im Bereich der Homosphäre treten vielskalige Turbulenzen auf, die eine vollständge Durchmischung der Atmosphäre bewirken. Die mittlere Molmasse mit ~29 g/mol bleibt in diesem Bereich konstant. erlaubt die Anwendung der barometrischen Höhenformel

Momentane stoffliche Zusammensetzung (Der Wasserdampfgehalt ist extrem variabel, weshalb die chemische Zusammensetzung der Erdatmosphäre immer nur für trockene Luft angegeben wird) Der hohe Gehalt an Sauerstoff ist biogenen Ursprungs (Photosynthese). Er ist nur solange existent, wie Pflanzen permanent Nachschub liefern. Ohne Pflanzen würde der O2-Gehalt der Erdatmosphäre in Zeitskalen von ~10^6 Jahren verschwinden.

Variable Spurengase (außer Wasser) Die Variabilität ergibt sich durch biogene und geochemische Vorgänge wie z. B. dem Kohlenstoffzyklus (hier besonders vulkanische Exhalationen) Nicht-homonukleare Moleküle spielen als temporäre Energiespeicher eine wichtige Rolle in der Atmosphärenchemie, die sie Energie in ihren Vibrationsund Rotationsfreiheitsgraden speichern können.

Änderung der chemischen Zusammensetzung mit der Höhe Exosphäre Homopause Vollständige Durchmischung

Wasserdampf das wichtigste Spurengas der unteren Erdatmosphäre Die untere Atmosphäre enthält lokal und zeitlich stark variable Anteile an Wasserdampf (so zwischen 1 bis 4 Volumen-%) Wasserdampf tritt in der Atmosphäre in allen drei Aggregatzuständen auf 90 bis 95% des Wasserdampfs konzentrieren sich unterhalb der 5 km-grenze Hauptquelle des atmosphärischen Wasserdampf sind die Ozeane Wasserdampf bestimmt durch seine außergewöhnlich große latente Wärme energetische Prozesse in der Troposphäre Wasser in Form von Wolken ist der wichtigste Tracer für atmosphärische Strömungs- und Transportprozesse Wasserdampf ist das wichtigste Treibhausgas der Erdatmosphäre (um die 60% mit großem Fehlerintervall) Die sogenannte Wasserdampf Rückkopplung stellt den stärksten positiven Rückkopplungsmechanismus der Erdatmosphäre dar (mit jedem Grad Temperaturerhöhung kann die Atmosphäre 7% mehr Wasserdampf aufnehmen Wolkenbildung Erhöhung Albedo Kühleffekt)

Vertikaler Aufbau der Erdatmosphäre Die Erdatmosphäre läßt sich nach verschiedenen Gesichtspunkten in ihrer vertikalen Struktur beschreiben: in Bezug auf die Abnahme des Gasdrucks mit der Höhe nach ihrer chemischen Homogenität nach ihrer chemischen Zusammensetzung in Bezug auf die Temperatur als Funktion der Höhe nach ihrem aerodynamischen Zustand nach ihrem radio-physikalischem Zustand (Ionisationsgrad)

Für die Abgrenzung der einzelnen Schichten der Erdatmosphäre wird gewöhnlich der Verlauf des Temperaturgradienten herangezogen

Troposphäre Unterste Schicht der Erdatmosphäre, in der sich alle Wetterphänomene abspielen. Mächtigkeit an den Polen 6 km (Winter) bis 8 km (Sommer) Mächtigkeit am Äquator 18 km In der Troposphäre konzentrieren sich ~90% der Gase der Erdatmosphäre Die Erwärmung der Troposphäre erfolgt durch die Sonneneinstrahlung von unten, d. h. das Sonnenlicht durchquert die für sichtbares Licht durchsichtige Atmosphäre und wird vom Boden (Land, Meer) absorbiert, was dessen Erwärmung zur Folge hat. Die IR-Strahlung des Bodens erwärmt wiederum die Gase. Auf diese Weise entsteht ein vertikaler Temperaturgradient, d. h. die Temperatur nimmt mit der Höhe um ca. 6,5 pro 1000 m ab. An der Troposphärenobergrenze dreht sich der Temperaturgradient aufgrund der Ozonheizung um Tropopause Die Tropopause gibt die Grenze zur darüber liegenden Stratosphäre an

Feineinteilung der Troposphäre Laminare Unterschicht Mächtigkeit wenige Zentimeter, in der kaum Luftbewegungen stattfinden Geiger-Schicht unterste 2 Meter mit starkem Temperaturgradient und einer damit verbundenen vertikalen Luftbewegung Prandtl-Schicht Mächtigkeit ca. 50 Meter, die horizontale Windkomponente nimmt mit abnehmender Reibung stark zu. Die Vegetationsschicht ragt in diesen Bereich hinein Planetarische Grenzschicht 0.5 bis 2 km Höhe. In dieser Höhe hat die Bodenreibung starken Einfluß auf die lokalen Windströmungen Freie Atmosphäre oberhalb von 2 km über den Boden hat das Relief kaum mehr Auswirkungen auf die Strömungsverhältnisse Gewöhnlich wird der gesamte Bereich zwischen Boden und ca. 2 km Höhe als Planetarische Grenzschicht oder Peplosphäre bezeichnet. In ihr wird der freie geostrophische Wind durch die Bodenreibung beeinflußt. In dieser Schicht liegt der primäre Antrieb allen Wettergeschehens. Die Grenze zur freien Atmosphäre wird als Peplopause bezeichnet. Sie liegt im Mittel bei ca. 2 km Höhe.

Stratosphäre Die Stratosphäre ist die Deckschicht (lat. stratum = Decke) der Troposphäre. Sie erstreckt sich von der Tropopause bis in eine Höhe von ~ 50 km. In der Stratosphäre nimmt die Temperatur im Mittel mit steigender Höhe zu (von -60 C bis zu knapp unter 0 C). Dieser inverse (im Vergleich zur Troposphäre) Temperaturverlauf wird hauptsächlich durch das in der Stratosphäre befindliche Ozon, das UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht absorbiert und dabei elektromagnetische Strahlung in Wärme umwandelt, verursacht. Ozon entsteht durch Photolyse von Sauerstoff. OZONSCHICHT

Globale Ozonverteilung mit den ersten Anzeichen der Bildung eines Ozonlochs (blau) im Bereich Antarktika (31. Juli 2011)

Mesosphäre Erstreckt sich in einer Höhe von ~50 km (Stratopause) bis in 80 bis 90 km Höhe (der Mesopause), wobei die Temperatur von ~0 C auf ~ 80 C absinkt. Ursache: Keine Ozonabsorption mehr möglich. Temperaturgradient ~ -3K/km Die Temperatur der Obergrenze (im Mittel 85 km) ist stark jahreszeitabhängig, wobei die Temperaturdifferenz zwischen Sommer und Winter an den Polen mehr als 130 K betragen kann (Ausbildung einer hemisphärenüberschreitenden Konvektionszelle mit adiabatischer Kühlung (aufsteigende Strömung) oder Heizung (absteigende Strömung)). Meteore verglühen gewöhnlich in der Mesosphäre

Leuchtende Nachtwolken treten im Bereich der Mesosphäre auf

Thermosphäre Die Thermosphäre erstreckt sich oberhalb der in 80 85 km Höhe liegenden Mesopause (obere Grenze der Mesosphäre) bis unter die Exosphäre in etwa 500 600 Kilometern über der Erdoberfläche. Ihre Temperatur (300 2000 C) ist ansteigend und hängt stark von der Sonnenaktivität ab. Die mittlere freie Weglänge der Gasteilchen erreicht einige Kilometer, so daß es kaum noch zu Stößen zwischen ihnen kommt. Fast alle bemannten und unbemannten Erdsatelliten bewegen sich innerhalb der Thermosphäre der Erde. Da es dabei zu Reibungsprozessen zwischen dem Gas und den Satelliten kommt, verlieren sie an kinetischer Energie, was zu einer Verringerung ihrer Bahnhalbachsen führt. Dehalb muß die ISS auch ab und an angehoben werden Meteore leuchten in der unteren Thermosphäre auf

Exosphäre Die Exosphäre schließt sich an die Thermosphäre im Bereich der Exobase an und beginnt je nach Sonnenaktivität in einer Höhe zwischen 400 km und 2000 km. Ihre äußere Grenze wird mit etwa 10.000 km angegeben. Allerdings ist die Grenze nicht genau definiert, weil die Gasdichte kontinuierlich abnimmt und theoretisch nie den Wert null erreicht. Die Exosphäre wird gewöhnlich schon zum interplanetaren Raum gerechnet. In ihr erfolgt ein Abfluß leichter Teilchen (insbesondere Wasserstoff) in den interplanetaren Raum u. a. aufgrund des Jeans Escape