Die Microsoft Cloud OS-Vision 29-01-2014, itnetx/marcel Zehner Seit Oktober 2013 steht Microsoft mit dem neuen Betriebssystem Microsoft Windows Server 2012 R2 am Start. Aus Sicht von vielen Unternehmen handelt es sich dabei lediglich um ein neues Serverbetriebssystem mit noch mehr Funktionen als seine Vorgänger. Das mag stimmen, aber die Philisophie hinter dem von Microsoft als Cloud OS bezeichneten Betriebssystem ist viel weittragender als das es ist ein zentraler Bestandteil einer mehrfährigen Transformation und der Cloud-OS-Vision. Zur Einführung: Was genau ist Cloud Computing? Für ein vollständiges Verständnis dieser Vision beleuchten wir den aktuellen Hype mit der Bezeichnung Cloud kurz. Cloud Computing ist in aller Munde und praktisch alle Unternehmen und Privatpersonen haben bereits in irgendeiner Form Erfahrungen damit gemacht. Schnell, leider oft zu schnell und ungerechtfertigt, werden Cloudlösungen von Unternehmen als mögliche Option verworfen. Gründe dafür sind unter anderem folgende: Regulatorien und Richtlinien verhindern das Daten ausserhalb des Unternehmens oder der Landesgrenzen gespeichert werden dürfen Nicht authorisierte Personen können Zugriff auf Daten erhalten Bei einer instabiler oder limitierten Internetanbindung kann nicht mit der gewünschten Performance oder gar nicht auf Daten und Services in der Cloud zugegriffen werden Es besteht keine Kontrolle über die Infrastruktur auf der die Daten oder Services betrieben werden Anpassungen an der Kostenstruktur seitens des Cloud-Anbieters könnten die Kosten explodieren lassen Die aufgeführten Punkte scheinen absolut berechtigt. Leider wird aber beim Begriff Cloud Computing fälschlicherweise automatisch davon ausgegangen, das Services und Daten an einen unbekannten oder nicht sehr vertrauenswürdigen Partner abgegeben werden. Das ist aber nicht ganz richtig. Schauen wir uns dazu kurz die Definition von Cloud Computing vom NIST (National Institute of Standards and Technology) an. Es definiert Cloud Computing mit folgenden Merkmalen und Charakteristiken: Pooling von Ressourcen: Mehrere Kunden werden mit einer einheitlichen, standardisierten Infrastruktur bedient
Elastizität: Bei Bedarf soll jederzeit mehr oder weniger Kapazität genutzt werden können um die Leistung und die Kosten zu optimieren Flexibler Zugriff: Ein Zugriff auf Daten und Dienste soll jederzeit und mit jedem Gerät möglich sein Automatisierung: angeforderte Dienste sollen schnell und ohne Eingriffe provisioniert werden können Self Service: Kunden sollen jederzeit die Möglichkeit haben Services zu bestellen, anzupassen oder zu terminieren um schneller bedient zu werden Klar definierte und gemessene Services: Der Kunde kennt die Leistung der bezogenen Services und die damit verbundenen Kosten Das ist soweit nicht wirklich neu. Was für Sie aber möglicherweise neu ist ist die Tatsache, dass in keinem dieser Kriterien etwas über die effektive Lokation der in der Cloud betriebenen Services bzw. Daten erwähnt wird. Cloud Computing heisst somit nicht automatisch dass Firmen Daten ausser Haus geben müssen, es handelt sich lediglich um eine Computing-Methodik. Was aber bedeutet das nun genau? Microsoft Cloud Computing Microsoft Ist einerseits Hersteller von Software die von Kunden erworben werden kann um eigene Cloud Infrastrukturen aufzubauen. Kunden können beispielsweise Unternehmen sein die das Bedürfnis haben eine Infrastruktur für die eigene Nutzung aufzubauen die den erwähnten Cloud- Charakteristiken entspricht. Das kann durchaus Sinn machen, denn solche Infrastrukturen sind flexibel, effizient und kostenoptimiert. Da diese Infrastruktur lediglich für die eigene Nutzung vorgesehen ist, muss sie für genau einen einzigen Kunden ausgelegt sein für die eigene Unternehmung. Diese Art der Infrastruktur wird auch als Private Cloud bezeichnet. Neben Unternehmen zählen natürlich auch Service Provider zu dem Kundenkreis von Microsoft. Diese Clientel hat das Bedürfnis ihren Kunden verschiedenste Arten von Services anzubieten. Im Gegensatz zu Unternehmen sind die Service Provider-Plattformen aber für mehrere Kunden ausgelegt, die eingesetzten Produkte sind allerdings die gleichen. Microsoft agiert selber auch als Service Provider und bietet unter den Brands Windows Azure und Office 365 verschiedenste Dienste an, beispielsweise den einfachen Betrieb eines virtuellen Servers (Infrastructure-as-a- Service), die Provisionierung und Nutzung von Datenbanken oder Websites (Platform-as-a- Service) oder den Betrieb von Exchange-Postfächern und SharePoint-Seiten (Software-as-a- Service). Lösungen wie Windows Azure, Office 365 oder Service Provider-Plattformen die für mehrere Kunden ausgelegt sind werden als Public Cloud-Infrastrukturen bezeichnet.
Microsoft stellt einen umfangreichen Produkt- und Technologiestack bereit der für den Aufbau und Betrieb von Private- oder Public Cloud-Infrastrukturen genutzt werden kann. Der gleiche Stack wird auch für Windows Azure eingesetzt. Die nachfolgend aufgeführten Produkte bilden das Grundgerüst für solche Infrastrukturen. Microsoft Windows Server 2012 R2 Das Windows-Betriebssystem stellt mit Microsoft Hyper-V und dem Storage-Management die Basis für skalierbare, elastische und performante Virtualisierungslösungen bereit. Virtualisierung ist die Basis für Cloud Computing. Microsoft System Center 2012 R2 Für die Provisionierung, das Monitoring und das Management von Cloud Plattformen stellt die Microsoft System Center Suite eine Reihe von Komponenten zur Verfügung um den gesamten Management-Lifecycle abzudecken. Windows Azure Pack Damit Unternehmen und Service Provider ähnliche Funktionen anbieten können wie Microsoft mit Windows Azure, gibt es die wichtigsten Windows Azure-Features in dieser Lösung auch für den eigenen Einsatz. Unternehmen haben somit die Möglichkeit mit den genannten Produkten ihre eigene Cloud im Datacenter aufzubauen. Für bestimmte Bereiche macht es für Unternehmen allerdings kaum Sinn eine eigene Infrastruktur zu betreiben weil dafür zu hohe Investitions- und Betriebskosten entstehen. Möglicherweise können solche Dienste kosteneffizienter von einem anderen Anbieter gekauft bzw. gemietet werden. Solche Dienste lassen sich ggf. innerhalb kürzester Zeit aktivieren und nutzen. In den nächsten Jahren dürften Mischlösungen, sog. Hybrid Clouds am häufigsten anzutreffen sein. Dabei verwenden Unternehmen eine eigene Private Cloud für die kritischen Daten und Services, nutzen aber zusätzlich auch Services eines externen Cloud-Anbieters. Private Cloud Hybrid Cloud Public Cloud
Ein Problem bei Hybrid Cloud-Szenarien liegt darin, dass einige Komponenten auf einer unternehmensfremden Infrastruktur laufen und somit die Verwaltung mit den intern bereits etablierten Werkzeugen nicht oder zumindest nur sehr begrenzt möglich ist. Und genau hier kommt der Vorteil der Cloud OS-Vision von Microsoft zum tragen da alle beteiligten Parteien (das Unternehmen mit der Private Cloud, der lokale Service Provider und/oder Windows Azure) die identischen Produktstacks nutzen. Die Vorteile bei diesem Ansatz liegen auf der Hand: Für jeden Service und alle Daten kann entschieden werden ob der optimale Betriebsort das eigene Datacenter, die Infrastruktur eines Service Providers oder Windows Azure sein soll Die Verwaltung und Überwachung aller Services erfolgt mit mit einem einheitlichen Toolset, unabhängig davon wo diese betrieben werden Die Entwicklung, die Konfiguration und der Betrieb von Services wird unabhängig vom schlussendlichen Betriebsort vereinheitlicht Services und Daten können jederzeit an zwischen den verschiedenen Plattformen verschoben werden Die Investitions- und Betriebskosten können drastisch gesenkt werden Der Kunde entscheidet somit für alle einzelnen Services, wo der Dienst risikotechnisch sowie am flexibelsten und kostengünstigsten betrieben werden kann. Sicherheitsrelevante oder unternehmenskritische Services verbleiben möglicherweise in der Private Cloud und somit im eigenen Datacenter. Dürfen Services auch ausserhalb betrieben werden kann zwischen einem lokalen Service Provider mit garantierter Datenhaltung innerhalb der Landesgrenzen oder der weltweit aufgestellten Windows Azure-Plattform entschieden werden um die Kosten für diese Services zu optimieren.
Ihr Weg in die Microsoft Cloud Was müssen Sie als Kunde unternehmen um auf den Microsoft Cloud OS-Zug aufzuspringen? Der Schritt in Richtung Cloud Computing bedarf einiger wichtiger Vorabklärungen. Dazu gehören unter anderem folgende: Klassifizieren Sie Ihre Service und Daten nach Vertraulichkeit, Verfügbarkeit und Risiko Weisen Sie allen Services und Daten einer möglichen Betriebsplattform zu: Private Cloud im eigenen Datacenter, Hoster Cloud (innerhalb der eigenen Landesgrenzen) oder Windows Azure (weltweit) Definieren Sie den/die Microsoft Cloud-OS-ready Hoster mit denen Sie zusammenarbeiten möchten (in der Schweiz gibt es bereits einige Hoster die Cloud OS-ready sind) Bereiten Sie Ihre Infrastruktur im eigenen Datacenter für Cloud Computing vor Stellen Sie die entsprechenden Services bereit und betreiben Sie diese anschliessend effizient mit einem einheitlichen Toolset rund um Windows Server und System Center itnetx gmbh Ihr Partner für Microsoft Cloud-Lösungen Fall dieser Artikel Ihr Interesse nach Cloud Lösungen geweckt hat und Sie Ihre Unternehmung in eine flexible, effiziente und kostenoptimierte IT-Zukunft führen möchten, dann nehmen Sie mit uns Kontakt auf. Die itnetx ist Microsoft Gold Partner für die Bereiche Management and Virtualization, Server Platform und Devices and Deployment sowie Microsoft Partner of the Year Datacenter. In den letzten Monaten und Jahren durften wir viele Kunden hinsichtlich Microsoft Cloud- Strategien beraten und auf ihrem Weg in die Private, Public oder Hybrid Cloud begleiten. itnetx gmbh Fabrikstrasse 20a 3012 Bern-Schweiz http://www.itnetx.ch Über den Autor Marcel Zehner leitet den Bereich Cloud & Datacenter Management bei der itnetx gmbh, einer Spezialistin für Microsoft-Cloud-Infrastrukturen mit Sitz in Bern. Als Microsoft Most Valuable Professional (MVP) für den Bereich System Center Cloud & Datacenter Management gehört er zu einer Gruppe von weltweit 80 von Microsoft handverlesenen Experten für diesen Bereich und arbeitet eng mit der Microsoft Produktgruppe an der Entwicklung neuer Produkte und Technologien zusammen.