Trainerausbildung C-Basis 18.-24.10.2010 Nachwuchstraining Landestrainer Jan-Erik Aeply 1
Inhalt 1 Olympische Geschichte Pistolendisziplinen 2 Die Rolle des Trainers 3 4 Leistungsbestimmende Faktoren - Trainingsmethodische Inhalte Material und Ausrüstung - Pistolengriff, Schießbekleidung 2
Inhalt 5 6 Technik-Leitbild Luftpistole -Anschlag, 4 Technikelemente Trainingsmethodik. 3
Olympische Geschichte Pierre de Coubertin, ein begeisterter Pistolenschütze Sportschießen bereits 1896 in Athen eine der olympischen Disziplinen. 4
Olympische Pistolen Karriere seit Athen 1896 Pistolendisziplinen Athen 1896: FP, OSP Los Angeles 1984: SP Damen Seoul 1988 10m Luftpistole Damen, Herren 5
Die Rolle des Trainers: Verkrustete Strukturen, die keine Flexibilität, keine Phantasie und Emotionalität zulassen, führen dazu, dass jede Idee im Keim erstickt wird. (Nicolas Hayek) 6
Die Rolle des Trainers: Wann gewinne ich als Trainer das Vertrauen des Sportlers? Glaubwürdig Ehrlich Echtheit Authentisch Vorleben Aufrichtig 7
Die Rolle des Trainers: 8
Leistungsbestimmende Faktoren Langfristiger Aufbau 9
Nachwuchstraining Luftpistole Wer hohe Türme bauen will, muss lange am Fundament verweilen. (Anton Bruckner) 10
Frei nach dem Motto Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! Jeder Sportler durchlebt daher folgende Schritte des sportlichen Trainings: Nachwuchs: 1. Anfänger/Basistraining Alter ca. 10-1313 Jahre 2. Grundlagentraining Alter ca. 13-1616 Jahre 3. Aufbautraining Alter ca. 17-21Jahre Erwachsenenbereich: 4. Anschlusstraining Alter ca. 21 Jahre 5. Hochleistungstraining Alter ca. 28 Jahre 11
Nachwuchstraining Luftpistole Anfänger/Basistraining Alter ca. 10-1313 Jahre Leistung Physis Technik Rahmenbedin gung 12
Nachwuchstraining Luftpistole Grundlagentraining Alter ca. 13-1616 Jahre Psyche Ausrüstung Leistung Physis Technik Rahmenbedin gung 13
Nachwuchstraining Luftpistole Aufbautraining Alter ca. 17-21 Jahre Psyche Ausrüstung Leistung Physis Technik Taktik Rahmenbedin gung 14
Nachwuchstraining Luftpistole SWP Trainingsmethodische Inhalte: Anfängertraining/Basis Alter 10-1313 Jahre Anschlagfindung Atmung - Bewegung Zielbild - Grobzielen Grobkoordination Wettkämpfe ohne Leistungsdruck Schießspiele Sportspiele (allg.kond., Koordination, Beweglichkeit 15
Nachwuchstraining Luftpistole SWP Trainingsmethodische Inhalte: Grundlagentraining Alter 13-1616 Jahre Spezielles Material Anschlagstabilität Atmung - Bewegung Zielbild Grobzielen/Feinzielen Abziehen Feinkoordination Leistungstraining spezielle Kondition, allg. Kondition Psychologische Grundlagen Konzentrations- - und Reaktionsübungen 16
SWP Nachwuchstraining Luftpistole Trainingsmethodische Inhalte: Aufbautraining Alter 17-21 Jahre Spezielles Material Zielbild - Feinzielen Abziehen Feinkoordination Leistungstraining Objektivierung der Schießtechnik (z.b. Scatt) spezielle Kondition allg. Kondition Individuelle Psychologische Verfahren Konzentrations- und Reaktionsübungen 17
Nachwuchstraining Luftpistole Erstes Fazit.. Kind- und jugendgerechtes Training Entwicklung des Kindes und Jugendlichen beachten Vom Spaßtraining zum Hochleistungstraining Trainingstage variabel gestalten: Technik-Sport-Psyche Motto. Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen! 18
Material und Ausrüstung Der Pistolengriff Schießbekleidung 19
Der Pistolengriff Die Waffe schießt, aber der Schaft trifft 20
Allgemeines: auch bei Nachwuchsschützen muss der Griff in einigen Punkten passen Warum? besseres Erlernen der Technikelemente kein unnötiges Nachkorrigieren aus dem Handgelenk 21
Schwerpunkte der Griffbearbeitung Verlängerte Visierlinie ( Auge/Kimme/Korn/Scheibe) verläuft gedacht über die Hand- bzw. Armmitte Griffbreite gleich Handgabelbreite Daumen und Zeigefinger liegen parallel am Griff an Innere Handfläche anpassen erste und zweite Fingerglied (Abzugsfinger) sind frei! erste Fingerglied muss am Druckpunkt 90 zur Laufrichtung sein 22
Verlängerte Visierlinie Arm Auge Kimme Korn Scheibe Wichtig!... Korn - Kimme führen über die Mitte vom Handrücken und Unterarm zum Auge Kopfhaltung gerade zum Griff 23
Griffbreite das Maß zwischen Daumen und Zeigefinger (parallel) auf den Griff übertragen 24
Position der Finger Daumen und Zeigefinger liegen parallel am Griff beim Abzugsfinger (Zeigefinger) liegt das erste und zweite Glied nicht am Griff an 25
Bekleidung 2.0.2 Bekleidungsregeln 26
Ausrüstung Schießschuhe: steife rutschfeste Sohle fester Schaft Individuelle Einlegesohle 27
Ausrüstung Schießbrillen 28
Technik Leitbild Präzisionsdisziplinen Äußere Innere Anschlagposition 29
Die Anschlagposition Es wird unterschieden in: äußeren Anschlag inneren Anschlag - äußere Anschlag ist objektiv zu sehen - innere Anschlag ist nicht zu sehen 30
Der äußere Anschlag Äußere sichtbare Kriterien des Anschlages: Kopfhaltung Armhaltung Körperhaltung Fußstellung 31
Der äußere Anschlag der steile Anschlag: - Schulterachse in Schussrichtung - Kopf stark in Schussrichtung verdreht - Schultergelenk verdreht - Schultergürtelmuskulatur angespannt 32
Fußstellung steiler Anschlag Schussrichtung Diese Fußstellung erfordert eine hohe Beweglichkeit der Hals- und Nacken- Muskulatur, weil der Kopf stark verdreht werden muss. Starke Verdrehung im Schultergelenk 33
Der äußere Anschlag der offenere Anschlag: - Schulterachse quer in Schussrichtung - Kopf wenig in Schussrichtung verdreht - Schultergelenk leicht verdreht - lockeres Anschlaggefühl 34
Fußstellung offene Anschlag Schussrichtung Bei dieser Fußstellung werden die Hals- und Nackenmuskulatur nicht so stark beansprucht. Der Kopf wird nur leicht verdreht. Physiologisch richtiger Anschlag, da Schultergelenk wenig verdreht 35
Körperhaltung Oberkörper aufrecht Körpergewicht ist gleichmäßig auf beide Beine Körperschwerpunkt in der Mitte der Standfläche um das Waffengewichtauszugleichen, leichte Rückwärtsneigung des Oberkörpers 36
Körperhaltung Der Oberkörper darf im Bereich der Hüfte nicht verdreht werden linke und rechte Schulter bleiben im Bereich der Fußmitte (Verspannungen der Muskulatur unnatürliche Körperhaltung) 37
Armhaltung Schießarm nicht hochziehen schießfreier Arm fixiert schießfreie Schulter locker 38
Kopfhaltung allgemeine Grundsätze: Die Kopfhaltung und damit der Blick über die Visierung müssen immer gleich sein. eine gerade Kopfhaltung zur Visierung und Scheibe gewährleistet eine optimale Sehschärfe 39
Kopfhaltung starke Beanspruchung der Muskulatur Die Hals- und Nackenmuskulatur darf in der Schießposition nicht extrem verspannt oder verdreht sein. Bei zu starker Anspannung ermüdet die Muskulatur sehr schnell und der Kopf dreht leicht zurück. Die Folge ist meist ein links verklemmtes Korn in der Kimme. 40
Fehlerkorrektur - Kopfhaltung falsche Kopfhaltung verspannte Nackenmuskulatur Schielstellung der Augen Korrektur: Fußstellung zur Scheibe hin aufdrehen, Schulterspannung kontrollieren 41
Fehlerkorrektur - Griff Korn links oder rechts verklemmt Visierlinie falsch Korrektur : - Kopfhaltung prüfen - Handhaltung im Griff oder evtl. Griff abändern 42
Fehlerkorrektur - Körperschwankung Vertikales oder horizontales Schwanken Korrektur: - Fußstellung drehen - Fußstellung enger oder breiter: - Verschieben der Hüfte (seitlich/ vorn) - Kontrolle Nullposition ausgeatmet Trockenanschlag! 43 43
Der Innere Anschlag nicht sichtbar für das Auge Physische Spannungszustand des Körpers Wird durch anatomische und physikalische Bedingungen des Organismus beeinflusst Muskelgefühl optimale Muskelarbeit 44
Innerer Anschlag - Muskelgruppen Handmuskulatur Ellbogenstreckmuskulatur, Schultergürtel, Schultergelenkmuskulatur Muskelgruppen des Rumpfes und Beckens Um einen möglichst hohen Muskelgruppen stabilen inneren der unteren Anschlag zu erreichen, ist Extremitäten eine gute allgemeine und spezielle Kondition erforderlich! Schema der Anschlagsstellung (Pinning, 1975, 24). 45
Technik Leitbild Präzisionsdisziplinen - 5 Phasen der Schießtechnik - die 4 Technikelemente 46
5 Phasen des Bewegungsablauf 1. Atemzug 2. Atemzug Auslöse phase Vorbereitungs phase Nachhaltephase 47
4 Technikelemente Atmung Bewegung Zielen Abziehen + Koordination gibt den Rhythmus des Schusses an nach oben einatmen nach unten ausatmen was tut das Auge während des Schusses was tut der Finger während des Schusses 48
Atmung Doppelatmung Bauchatmung Atmung steuert den Ablauf 49
Atmung 50
Bewegung Armbewegung ruhig und kontrolliert 51 51
Zielen Das Schussabkommen wird bestimmt: Durch die Stellung des Korns in der Kimme, im Halteraum, unmittelbar vor dem Auslösen des Schusses. 52 52
Zielen Halteraum ca. 5 tief 53
Abziehen 54
Abziehen Auslösekraft muss axial zur Laufrichtung erfolgen 55
Koordination Die 4 Technikelemente: Atmung Bewegung Zielen Abziehen werden beim Anfänger in dieser Reihenfolge trainiert und im späteren Trainingsprozess immer wiederholt. Eine hohe Trainingshäufigkeit fördert die Automatisierung der einzelnen Technikelemente und fördert die Koordination des Gesamtablaufs. 56
57
Zusammenfassung 80 % der Abzugsfehler haben ihre Ursache in Fehlern im vorhergehenden Schussablauf Die Fehlersuche muss daher dort beginnen!!! 58
Ende. 59
Training Schwerpunkte üben üben üben 60
Folgende Trainingsmethoden bieten sich an: Trockentraining: - keine Beeinträchtigung durch den Schuss bzw. Knall - Konzentration voll auf den Ablauf und Vermeidung der Jagd nach der 10 - Munitionsersparnis - überall und jederzeit durchführbar Scharfes Training: - Umsetzung der Technikelemente in der Reihenfolge der Lernschritte - Variation in der Trainingsstruktur und Trainingsbelastung Observatives Training: - Beobachtung der eigenen Abläufe - Beobachtung anderer Sportler 61
Folgende Trainingsmittel bieten sich an: weiße Scheibe Kugelfang und viele andere mehr! 62
Schwerpunkte beim Training Anschlagposition Luftpistole: Häufiger Standwechsel Trockentraining Schussbilder 63
Schwerpunkte beim Training Technikelemente Luftpistole: Trockentraining für Atmung - Bewegung Trockentraining für Abzugstraining viel weiße Sch. und ohne Beobachtung für Zielbildtraining viel weiße Scheibe für Abzugstraining 64
Schwerpunkte beim Training Phasentraining Luftpistole Vorbereitungsphase: Anschlagspannung aufbauen und kontrollieren Kontrollierte Arbeitsphase beim Auslösen Augen offen lassen - Blick aufs Korn Nachzielen! 65
Schwerpunkte beim Training Luftpistole, Präzision, Freie Pistole Nachwuchsschützen nicht mehr als 50-80 Schuss Training Mindestens 20 Schuss für ein Technikelement Max. 2 Schwerpunkte für das Training z.b. Atmung-Bewegung Zielen-Abziehen Leistungstraining um Technik zu überprüfen 66
Schwerpunkte beim Training alle Disziplinen vor dem Training Schwerpunkte erläutern (5-10 min) üben lassen!! nach dem Training Auswertung der Schwerpunkte!! am Ende Positives Fazit eventuell Ausblick 67
Trainingstag Zeit 2 Stunden Luftpistole, Präzision, Freie Pistole Schwerpunkte: Saubere kontrollierte Arbeitsphase Stoppen im Halteraum-konsequentes Auslösen nach ca.15 sec 10 min Trockenanschläge/Vorbereitung 20 Sch. w.s.- saubere Bewegung über die Atmung 30 Sch. o.b.- Druckpunkt konzentriert aufnehmen und erhöhen 20 Sch. m.b.- Atmung Bewegung -konzentriertes Druck erhöhen 15 Sch. Schießspiel 68
Trainingstag Zeit 2 Stunden Luftpistole, Präzision, Freie Pistole Schwerpunkte: Atmung - Bewegung Spezielle Kondition 10 min Trockenanschläge/Vorbereitung 20 Sch. w.s.- saubere Bewegung über die Atmung 20 Sch. o.b.- saubere Bewegung über die Atmung mit Spiegel 30 Sch. 45 sec halten rechts, 45 sec halten links 15 Sch. Schießspiel 69
Viel Erfolg beim Trainieren 70