Flüchtlinge in Stuttgart Stand: 30.03.2016 Folie 1
Zahlen und Fakten Weltweit über 60 Mio. Menschen auf der Flucht, ein Jahr zuvor ca. 50 Mio. Menschen, vor zehn Jahren ca. 37 Mio. Menschen Fluchtursachen: Kriege, Bürgerkriege Menschenrechtsverletzungen Staatliche Gewalt Umweltkatastrophen Armut Frauenspezifische Fluchtgründe Fluchtziele: Nachbarländer (Bsp. Türkei), Europa, Nordamerika Folie 2
Prognose der Zugänge 2016 Bundesrepublik Deutschland 800.000 Asylerstantragsteller pro Jahr 12,86 %* Land BW 102.880 Erstantragsteller 6,92 %** Stuttgart 7.119 Erstantragsteller *Verteilung nach dem Königsteiner Schlüssel Berechnung entsprechend der Steuereinnahmen (Gewichtung zwei Drittel) und der Bevölkerungszahl (Gewichtung ein Drittel) der Länder ** Verteilung nach der Bevölkerungszahl Folie 3
Verteilungsquoten für 2016 nach dem Königsteiner Schlüssel Bundesland Quote Baden-Württemberg 12,86456 % Bayern 15,51873 % Berlin 5,04927 % Brandenburg 3,06053 % Bremen 0,95688 % Hamburg 2,52968 % Hessen 7,35890 % Mecklenburg-Vorpommern 2,02906 % Niedersachsen 9,32104 % Nordrhein-Westfalen 21,21010% Rheinland-Pfalz 4,83710 % Saarland 1,22173 % Sachsen 5,08386 % Sachsen-Anhalt 2,83068 % Schleswig-Holstein 3,40337 % Thüringen 2,72451 % Folie 4
Situation in Stuttgart (Stand: 30.03.2016) 119 Flüchtlingsunterkünfte Verteilt auf 22 Stadtbezirke (von 23 Stadtbezirken), Ende 2016 Verteilung auf alle 23 Stadtbezirke 8.608 Flüchtlinge Anteil an Personen in Familien und alleinstehenden Personen: in etwa 68 % zu 32 % Ca. 35 % der Flüchtlinge unter 18 Jahre Aufgrund Landesprognose 09/2014 monatliche Zuweisungen von 153 Flüchtlingen Aufgrund Landesprognose 02/2015 monatliche Zuweisungen von 207 Flüchtlingen Aufgrund Landesprognose 05/2015 monatliche Zuweisungen von 307 Flüchtlingen Aufgrund Landesprognose 09/2015 Zuweisungen ab 10/2015: rd. 1.200 Flüchtlinge Tatsächliche Aufnahmen 12/2015: 826 Personen Ende 2015 waren in Stuttgart 6.904 Flüchtlinge in 100 Unterkünften in 21 Stadtbezirken untergebracht. Tatsächliche Aufnahmen 01/2016: 863 Personen Tatsächliche Aufnahmen 02/2016: 802 Personen Zuweisung 03/2016: 529 Personen Städtische Prognose 04/2016 bis Ende Jahr 2016: 600 Zuweisungen 120 Auszüge = 480 Personen/monatlich Folie 5
Demographische Daten der Flüchtlinge in Stuttgart (Stand 29.02.2016) Alter* Anzahl Personen 0-3 Jahre 591 3-6 Jahre 487 6-11 Jahre 788 11-15 Jahre 514 15-18 Jahre 376 Summe 2.756 davon männlich 1.542 davon weiblich 1.214 Summe ab 18 Jahren 5.443 davon männlich 3.487 davon weiblich 1.956 Summe über 18 Jahre; 66% 0-3 Jahre; 7% 3-6 Jahre; 6% 6-11 Jahre; 10% 11-15 Jahre; 6% 15-18 Jahre; 5% Gesamtsumme 8.199 davon männlich 5.029 davon weiblich 3.170 *Die Altersgruppen wurden ab Februar 2016 denen der Jugendhilfeplanung angepasst. 0-3 heißt in diesem Fall 0 bis unter 3 Jahre, etc. Folie 6
14.000 Entwicklung der Flüchtlingsunterbringung in Stuttgart 12.000 ca. 12.000 10.000 8.000 6.904 7.642 8.199 6.212 6.000 5.207 4.426 4.000 2.615 3.298 2.000 641 714 871 1.095 1.584 1.815 0 12/10 06/11 09/12 06/13 12/13 05/14 12/14 06/15 09/15 10/15 11/15 12/15 01/16 02/16 12/16 Folie 7
Bei den Top-Ten-Ländern des Monats Februar steht an erster Stelle Syrien mit einem Anteil von 50,6 %. Den zweiten Platz nimmt der Irak mit einem Anteil von 15,1 % ein. Danach folgt Afghanistan mit 11,0 %. Mehr als drei Viertel (76,7 %) aller in diesem Monat gestellten Erstanträge entfallen damit auf diese ersten drei Herkunftsländer. (Quelle: Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: Aktuelle Zahlen zu Asyl, S. 8, Ausgabe Februar 2016) Folie 8
Hauptherkunftsländer TOP 10 in den Flüchtlingsunterkünften der (Stand 29.02.2016) Herkunftsland Personen 1. Syrien 2.549 (31%) 2. Irak 1.243 (15%) 3. Afghanistan 1.046 (13%) 4. Kosovo 291 (4%) 5. Albanien 286 (3%) 6. Serbien 282 (3%) 7. Mazedonien 257 (3%) 8. Nigeria 243 (3%) 9. Eritrea 236 (3%) 10. Pakistan 231 (3%) Folie 9
Der Stuttgarter Weg Dezentrale Unterbringung in Wohnheimen und Wohnungen (Anmietobjekte und Systembauten) verschiedenster Größe in möglichst allen Stuttgarter Stadtbezirken. Adäquate Betreuung der Flüchtlinge durch 7 freie Träger. Personalschlüssel sowohl für die soziale Betreuung als auch für die pädagogische Hausleitung jeweils 1:136. D. h. vor Ort ist faktisch ein/-e Mitarbeiter/-in für 68 Bewohner/-innen verantwortlich. Hausorganisation und Betreuung grundsätzlich in einer Hand Berücksichtigung der besonderen Belange unterschiedlicher Zielgruppen Bedarfsgerechte und zeitgemäße Versorgung mit Grundleistungen, seit 2013 Geldleistungen Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements (Flüchtlingsfreundeskreise) Qualifizierte Rückkehrberatung Folie 10
Flüchtlingsbetreuungsverbände Arbeiterwohlfahrt Kreisverband Stuttgart e. V. Arbeitsgemeinschaft Dritte Welt e. V. Caritasverband für Stuttgart e. V. Deutsches Rotes Kreuz Evangelische Gesellschaft Stuttgart e. V. Israelitische Religionsgemeinschaft Württembergs Malteser Hilfsdienst e. V. Folie 11
Soziale Betreuung Allgemeine Lebenslagen (Hilfestellung im täglichen Leben, Rechtsfragen, Gesundheitsvorsorge, Familienplanung etc.) Qualifikation und Arbeit (Sprachförderung, gemeinnützige Arbeit/Arbeitsgelegenheiten, berufliche Qualifizierungsmaßnahmen, Unterstützung bei Arbeitssuche und -aufnahme) Bildung und Freizeit (Bildungs- und Teilhabepaket, Hausaufgabenbetreuung, Beschäftigungs- und Freizeitangebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Fördern und Vermitteln von Kita- und Schulbesuch) Wohnen (Wohnungssuche) Kooperationen mit allen sozialraumorientierten Akteuren Öffentlichkeitsarbeit (Fördern des Verständnisses für Flüchtlinge) Folie 12
Pädagogische Hausleitung Belegung Wohnraum (Zimmer) Kontrolle und Konfliktmanagement Gewährleistung des Gesundheitsschutzes und der Verkehrssicherheit innerhalb und außerhalb der Unterkunft Organisation der Reinigung der Gemeinschaftsflächen und Kehrwoche Ansprechpartner für die Nachbarschaft Präventiver Brandschutz Technische Anlagen Reparaturen und Instandhaltung Organisation von Arbeitsgelegenheiten (gemeinnützige Arbeit) für Flüchtlinge im häuslichen Umfeld Folie 13
Flüchtlingsunterbringung, -versorgung und Flüchtlingsbetreuung Sozial- und Gesundheitsausschuss Task Force Lenkungsgruppe Flüchtlinge Referat Koordination und Planung / Abteilung Integration Sozialamt (Leitung der Lenkungsgruppe) Abteilung Kommunikation Amt für Liegenschaften und Wohnen Hochbauamt Bezirksämter (Sprecher/-in) Amt für öffentliche Ordnung Jugendamt Sachkundiges Mitglied des Internationalen Ausschusses des Gemeinderats Flüchtlingsbetreuungsverbände (Sprecher/-in) Flüchtlingsfreundeskreise (1 Vertreter/-in) Staatliches Schulamt themenbezogen externe Gäste Folie 14
Integrationsmaßnahmen Sprachvermittlung, Deutschförderung - Niederschwellige Sprachförderung und Hausaufgabenhilfen in Unterkünften durch Ehrenamtliche - Qualifizierte Deutschkurse (200 Unterrichtsstunden) durch ausgebildete Lehrkräfte des städtischen Trägernetzwerks - Kurse für Seiteneinsteiger (Kinder- und Jugendliche) Anerkennung von Abschlüssen u. Berufsqualifizierung Arbeitsgelegenheiten nach 5 Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) Projekt Tagesstruktur und Ausrichtung auf den Arbeitsmarkt 1. Arbeitsmarkt, falls rechtlich zulässig Folie 15
Flüchtlingsfreundeskreise 40 Freundeskreise, rd. 3.500 Ehrenamtliche Lebendige Diskussion in Stadtgesellschaft, aber auch Ängste Zusammenarbeit mit Stadtbezirken, Gründung von Freundeskreisen bevor Flüchtlinge einziehen, damit Aufnahme von Beginn an gelingt Gute Öffentlichkeitsarbeit durch Oberbürgermeister Zusammenarbeit unterschiedlicher Ämter zur Förderung der Integration der Flüchtlinge mit Unterstützung der Freundeskreise (Bsp. Kulturamt, Sportamt etc.) Qualifizierung der Freundeskreise Folie 16
Flüchtlingsunterkünfte in Systembauweise am Beispiel: Wagrainstr. 17
Flüchtlingsunterkünfte in Systembauweise am Beispiel: Wagrainstr. Folie 18
Folie 19
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.