Ratgeber Stomaversorgung

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Transkript:

Ratgeber Stomaversorgung Der Qualität verpfl ichtet.

Vorwort Wenn Sie diesen Ratgeber zur Hand nehmen, wird Ihnen entweder der Arzt offenbart haben, dass eine Operation zur Verlegung des Darm- oder Harnausgangs unumgänglich ist, oder Sie haben diese Operation bereits überstanden. In jedem Fall werden Sie viele Fragen haben. 02

Dieser Ratgeber erläutert kurz den medizinischen Hintergrund der Stomaoperation und gibt Hinweise zur Stomaversorgung. Die Firma FOR LIFE würde sich freuen, wenn sich ihre Produkte auch bei Ihnen gut bewähren. Für Ihre Hinweise und Erfahrungen haben wir immer ein offenes Ohr. Inhaltsverzeichnis Das Verdauungssystem 04 Stomaarten 06 Stomaversorgungssysteme 12 Stomakomplikationen 20 Stomapflege 22 Ernährung 28 Stoma und Beruf 30 Stoma und Freizeit 32 Hilfsorganisationen 34 Notizen 35 03

Das Verdauungssystem Mund Speiseröhre Leber Magen Dickdarm Dünndarm Mastdarm Der Mund und die Speiseröhre Die Nahrungsmittel werden über den Mund aufgenommen. Die zerkleinerten und mit Speichel gemischten Speisen werden dann von der Speiseröhre in den Magen befördert. 04 Der Magen Im Magen wird der Nahrungsbrei mit dem Magensaft gemischt und durch den Magenausgang in den ersten Teil des Dünndarms, den Zwölffingerdarm (Duodenum), weitergeleitet.

Die Leber Die Leber produziert den für die Verdauung von Fetten wichtigen Gallensaft und gibt diesen über die Gallenblase an den Zwölffingerdarm ab. Der Dünndarm Der Dünndarm besteht aus dem Zwölffingerdarm (Duodenum), dem Leerdarm (Jejunum) und dem Krummdarm (Ileum). Im Zwölffi ngerdarm sorgen der Gallensaft und die Enzyme der Bauchspeicheldrüse dafür, dass die Nähr- und Wirkstoffe in ihre kleinsten Bauteile gespalten und somit vom Körper aufgenommen und verwertet werden können. In den weiteren Teilen des Dünndarms, dem Leerdarm und dem Krummdarm, findet der Vogang der Aufnahme (Resorption) von Nährstoffen statt. Die lebenswichtigen Substanzen werden durch die Dünndarmwand aufgenommen und gelangen auf diese Weise ins Blut. Der Dickdarm (Colon) Der dünnfl üssige Rest des unverdaulichen Magenbreis gelangt vom Krummdarm in den Dickdarm. Dort werden fl üssige Stoffe durch den Körper wieder aufgenommen und der Stuhl wird dadurch eingedickt. Der Mastdarm (Rektum) Der Mastdarm schließt sich an den Dickdarm an. Die Stuhlentleerung erfolgt durch den After. 05

Stomaarten Das Wort Stoma (griech.) bedeutet Öffnung oder Mund. Als Stoma wird eine operativ angelegte Körperöffnung bezeichnet. In diesem Ratgeber werden damit Anlagen dargestellt, bei denen Dünndarm, Dickdarm oder Harnleiter in die vordere Bauchdecke eingenäht werden. Statt Stoma wird medizinisch auch der Begriff Anus praeter (lat. für künstlicher After ) verwendet. Es werden folgende Stomaarten unterschieden: Colostomie (Colostoma) künstlicher Dickdarmausgang Endständiger künstlicher Dickdarmausgang (endständige Sigmoidostomie) Wenn der Mastdarm, der After mit Schließmuskulatur und/oder der untere Teil des Dickdarms aufgrund einer Erkrankung entfernt werden müssen, ist die Anlage einer endständigen Colostomie erforderlich, die dauerhaft bleibt. Das Ende des Dickdarms wird durch die Bauchdecke ausgeleitet. Das Colostoma ist am häufigsten im Bereich des s-förmigen Dickdarms (Sigma) am linken Unterbauch angelegt. Da fast der gesamte Dickdarm noch vorhanden ist, ermöglicht dies eine Entleerung eines normal festgeformten Stuhls. 06

Ist der entfernte Darmabschnitt relativ groß, kann sich das Colostoma auch am querverlaufenden Dickdarm (Transversum) befi nden. Durch Verlust eines so großen Dickdarmteils wird der Stuhl nicht mehr genügend eingedickt und die Ausscheidungen sind dünnflüssiger. Doppelläufiger künstlicher Dickdarmausgang (doppelläufige Transversostomie) Bei einer doppelläufigen Colostomie wird ein Teil des Dickdarms stillgelegt. Ziel ist es, den unteren Teil des Darms zeitweilig zu entlasten. Es werden zwei Öffnungen gebildet und an der Bauchdecke angenäht. Aus der zuführenden Öffnung entleert sich der breiige Stuhl, während aus dem stillgelegten Darmteil z. T. Schleimabsonderungen ausgeschieden werden. Die kann auch über den After erfolgen. Bei intakten Schließmuskeln kann die doppelläufige Transversostomie nach einigen Monaten ggf. wieder zurückverlegt werden. 07

Stomaarten Ileostomie (Ileostoma) künstlicher Dünndarmausgang Endständiger künstlicher Dünndarmausgang (endständige Ileostomie) Wenn der gesamte Dickdarm entfernt werden muss, wird das Ende des Dünndarms an der Hautoberfl äche ausgeleitet und daraus das Ileostoma gebildet. Das Ileostoma wird meist im rechten Unterbauch angelegt. Weil die Funktion der Wasseraufnahme und damit die Stuhleindickung durch den Dickdarm fehlt, sind die Ausscheidungen aus der Dünndarmöffnung dünnflüssig und reich an aggressiven Verdauungsfermenten, die die Haut um das Stoma stark reizen können. 08

Das doppelläufi ge Ileostoma wird meist vorübergehend angelegt, um bestimmte Abschnitte des Darms zu entlasten. Die Ausleitung erfolgt meist im rechten Unterbauch. Es wird ebenfalls wie bei der doppelläufigen Dickdarmausleitung eine Dünndarmschlinge nach außen gelegt. Die Darmschlinge wird eröffnet und beide Öffnungen werden an der Bauchdecke angenäht. Ist der Heilungsprozess des stillgelegten Darmabschnitts abgeschlossen, kann der Darm wieder zusammengenäht und zurückverlegt werden. Doppelläufiger künstlicher Dünndarmausgang (doppelläufige Ileostomie) 09

Stomaarten Urostomie (Urostoma) künstliche Harnableitung Unter einer Urostomie versteht man die künstliche Ableitung des Urins. Die menschlichen Harnorgane stellen eine Reinigungsanlage im Körper dar. In den Nieren werden schädliche und giftige Abfallstoffe herausgefiltert. Das Endprodukt dieser Filterung, der Urin, wird im Nierenbecken gesammelt und fließt durch die zwei Harnleiter in die Harnblase. Die Harnblase dient dazu, den Urin zu speichern. Über die Harnröhre wird der Urin schließlich ausgeschieden. Eine Stomaanlage ist notwendig, wenn das harnableitende System durch Schädigung oder Entfernung der Harnblase oder der Harnwege nicht mehr in der Lage ist, den Harn kontrolliert auszuscheiden. 10

Künstliche Harnableitung (Urostomie/ Ileum-Conduit) Urostomata werden heute meist als Ileum-Conduit angelegt. Das Ileum-Conduit ist eine der klassischen Formen der Harnableitung und gilt im Vergleich mit anderen Operationsmethoden als sicher und komplikationsarm. Beim Ileum-Conduit wird ein Stück (Segment) des Dünndarms abgetrennt. Beide Harnleiter werden an einer Seite des Darmteils eingenäht. Die andere Seite wird nach außen geleitet und als Stoma an der Bauchdecke, in der Regel im Bereich des rechten Unterbauchs, angenäht. Der Urin läuft aus dem Nierenbecken über die Harnleiter in das Dünndarmsegment und weiter an die Körperoberfläche. 11

Stomaversorgungssysteme Sie benötigen eine zuverlässige, geruchsdichte und gut verträgliche Stomaversorgung. Bei der Entscheidung für eine oder mehrere Varianten der nachfolgend beschriebenen Versorgungssysteme sollten sich die Stomaträger von Fachleuten, d. h. von Stomatherapeuten/therapeutinnen und Fachpflegepersonal, beraten lassen. Je nach Stomaart unterscheidet man folgende Versorgungssysteme: Geschlossene Beutel Offene Beutel (Ausstreifbeutel) Urostomiebeutel Bei jedem obengenannten System unterscheidet man: Einteilige Systeme Zweiteilige Systeme Es gibt auch eine Reihe von Zubehör für die Versorgungssysteme (siehe Seite 18). Colostomien kann man in bestimmten Fällen auch mit einer speziellen Methode versorgen: Die Irrigation (Darmspülung) 12

Geschlossener Beutel Der geschlossene Beutel besteht aus einer durchsichtigen oder hautfarbenen weichen Folie. Auf einer Seite weist der Stomabeutel eine Öffnung auf, die von einer Haftfläche umgeben ist. Nach Entfernen der Abdeckung von der Haftfläche soll diese den Stomabeutel an der Bauchoberfläche um das Stoma befestigen und die Haut um das Stoma vor den Ausscheidungen schützen. Wenn der Beutel gefüllt ist, wird er gewechselt. Der geschlossene Beutel wird in der Regel für die Colostomieversorgung verwendet und hat einen integrierten Filter, wodurch der geruchsfreie Austritt der Darmgase aus dem Beutel gesichert wird. 13

Stomaversorgungssysteme Offener Beutel (Ausstreifbeutel) Im Unterschied zum geschlossenen Beutel besitzt der offene Beutel eine Öffnung am unteren Ende des Beutels, die wieder verschließbar ist. Zum Entleeren wird der Verschluss geöffnet und der am Körper befestigte Beutel durch Ausstreifen (Ausstreifbeutel) geleert. Der offene Beutel wird hauptsächlich von Ileostomieträgern verwendet, da die Ausscheidungen bei Ileostomien breiig bis dünnfl üssig sind. 14

Der Urostomiebeutel Die Besonderheiten eines Urostomiebeutels bestehen darin, dass er eine Rücklaufsperre im Inneren und ein verschließbares Ablassventil am unteren Ende des Beutels besitzt. Die Rücklaufsperre verhindert einen Rücklauf des Urins zum Stoma und beugt dem Entstehen von Entzündungen der Harnwege vor. Durch das Ablassventil wird der Urin aus dem Beutel entleert. An das Ventil kann mit Hilfe eines Adapters ein größerer Nachtbeutel oder Beinbeutel angeschlossen werden. 15

Stomaversorgungssysteme Einteilige Systeme Beim einteiligen Versorgungssystem bilden die Hautschutzplatte und der Beutel eine Einheit. Der einteilige Beutel wird mittels der Haftfläche direkt auf die Haut geklebt. Bei jedem Beutelwechsel wird das System komplett entfernt. 16

Zweiteilige Systeme Beim zweiteiligen Versorgungssystem stellen die Hautschutzplatte (oft Basisplatte genannt) und der Beutel zwei getrennte Teile dar. So kann nur der Beutel durch einen neuen ersetzt werden. Der Beutel wird entweder auf die Basisplatte geklebt oder durch einen Rastring an der Basisplatte befestigt. Die Basisplatte kann für die Dauer mehrerer Beutelwechsel auf der Haut verbleiben. 17

Stomaversorgungssysteme Zubehör Es gibt unterschiedliches Zubehör, welches die Stomaversorgung unterstützen kann. Häufig verwendet werden: Hautschutzpaste, Hautschutzringe, Stomagürtel und Filterabkleber. Mit Hautschutzpaste und Hautschutzring kann man die Haut um das Stoma vor Ausscheidungen schützen und eventuelle Zwischenräume zwischen Stoma und Hautschutzplatte abdichten. Mit einem Filterabkleber verhindert man, dass eindringendes Wasser die Funktionsfähigkeit des Filters beeinträchtigt. 18

Die Irrigation (Darmspülung) Unter bestimmten Voraussetzungen können Colostomieträger eine Irrigation durchführen. Der Darm wird regelmäßig durch Spülung entleert. Nach der Irrigation gibt es eine ausscheidungsfreie Zeit. In dieser Zeit braucht man keinen Beutel zu tragen. Es empfehlen sich kleine unauffällige Stomakappen. 19

Stomakomplikationen Blutung Es kann zu leichten Blutungen an der Stomaschleimhaut kommen. Wenn es nicht auf der Schleimhaut des Stomas, sondern aus dem Darm blutet, ist unbedingt ein Arzt aufzusuchen. Retraktion (Einziehen des Stomas) In diesem Fall liegt das Stoma unter dem Hautniveau. Die Ausscheidung kommt leicht mit der Haut in Berührung, und das verursacht häufi g eine Hautentzündung. Die Retraktion kann die Stomaversorgung erschweren. Für solche Fälle wurde ein spezielles konvexes Versorgungssystem mit gewölbter Hautschutzplatte entwickelt. Als zusätzliche Hilfe zur Abdichtung werden oft Hautschutzpaste und Stomagürtel verwendet. Stenose (Verengung des Stomas) Eine massive Verengung des Ausgangs kann zu Bauchkrämpfen und Entleerungsstörungen führen. Sie ist zumeist eine Folge der Bildung von Narben nach langwierigen Entzündungen. 20

Prolaps (Darmvorfall) Beim Prolaps stülpt sich der Darm über die Bauchdecke. Hernie (Bauchdeckenbruch) Ein Bruch (medizinisch: Hernie) ist eine Ausstülpung des Bauchfells durch eine Lücke in der Bauchwand. Das Bauchfell kleidet die Bauchhöhle aus. Ein deutliches Zeichen einer Hernie ist die Auswölbung der Bauchdecke um das Stoma. Während der Operation zur Anlage eines Stomas werden die Haut-, Bindegewebsund Muskelschichten durchtrennt. Als Folge des operativen Eingriffes ist die alte Belastbarkeit und Elastizität des Gewebes nicht mehr vorhanden. Durch starke körperliche Belastungen, wie z. B. schweres Heben oder starkes Pressen, kann es zu einer Vorwölbung von Darmschlingen durch die Bruchpforte kommen. Für alle diese Komplikationen empfiehlt sich die Konsultation Ihres Stomatherapeuten/ Ihrer Stomatherapeutin oder Ihres Arztes/ Ihrer Ärztin. 21

Stomapflege Auswahl des Versorgungssystems Die modernen Stomaversorgungssysteme sollen geruchsdicht, reißfest, hautfreundlich, unauffällig und leicht zu verwenden sein. Bei der Auswahl der richtigen Versorgung sind folgende Kriterien zu beachten: Art des Stomas und Beschaffenheit der Ausscheidung Ein Colostomieträger verwendet in der Regel geschlossene Beutel als ein- und zweiteiliges Versorgungssystem. Ein Ileostomieträger wird im Allgemeinen mit ein- und zweiteiligen offenen Beuteln (Ausstreifbeuteln) versorgt, damit man den Beutel weiter verwenden kann. Urostomieträger benutzen Urostomiebeutel, die mit einer integrierten Rücklaufsperre und einem Ablassventil versehen sind. 22

Hautpflege Die wichtigsten Maßnahmen der Hautpflege können so zusammengefasst werden: Richtige Auswahl der Produkte mit hautfreundlichem Material Richtige Lochgröße der Hautschutzplatte Vollständige Abdichtung zwischen Hautschutzplatte und der Haut um das Stoma Vermeidung aggressiver Reinigungsmittel beim Reinigen, Verwendung von Wasser oder rückfettungsfreier Seife Vorsichtiges Abziehen der Klebefläche Hautreizungen Wenn Hautreizungen und Hautirritationen auftreten, kann das folgende Ursachen haben: Allergien gegenüber bestimmten Substanzen und Materialien der Stomaversorgungsprodukte. Sie sind auf die Kontaktfläche mit dem Material begrenzt, das die Allergien hervorruft, und verursachen Rötung, Bläschenbildung und Juckreiz. Bei allergischen Reaktionen ist es sinnvoll, auf andere Versorgungsprodukte umzustellen. 23

Stomapflege Hautirritation durch Stuhlkontakt. Um das zu vermeiden, sollte geprüft werden, ob die Öffnung der Hautschutzplatte die richtige Größe hat und ob die Versorgung ausreichend abdichtet. Manchmal empfiehlt sich der zusätzliche Einsatz von Hautschutzpasten oder Hautschutzringen. Bei der Reinigung kommen nur Wasser und/oder rückfettungsfreie Seife in Frage. Haarbalgentzündungen (Follikulitis) Die Haare um die Stomaumgebung werden beim Wechsel der Versorgung ausgerissen, wenn sie nicht regelmäßig entfernt werden. Dies kann zu Entzündungen der Haarbälge führen. Um Entzündungen zu vermeiden, ist gegebenenfalls eine Rasur der Stomaumgebung erforderlich. Pilzinfektionen Weißlich-gelbe Beläge auf der Schleimhaut können auf eine Pilzinfektion hinweisen. Wenn Verdacht auf eine Pilzinfektion besteht, sollte man einen Arzt aufsuchen. 24

Wechsel der Versorgung Vorbereitung: Reinigen Sie die Haut um das Stoma mit Wasser und einem weichen Tuch und tupfen Sie den Bereich trocken Verwenden Sie dabei keine Produkte, die rückfettend wirken, da sie die Haftung des Hautschutzes herabsetzen können Vergewissern Sie sich, welchen Durchmesser Ihr Stoma hat Wählen Sie eine Hautschutzplatte, deren Öffnung die gleiche Größe wie Ihr Stoma hat Verwenden Sie gegebenenfalls die Stomocur-Schere, um die benötigte Lochgröße auszuschneiden 25

Stomapflege Wechsel eines einteiligen Systems Entfernen Sie anschließend die Abdeckung vom Hautschutz Legen Sie den Hautschutz unter Ihr Stoma. Kleben Sie ihn vorsichtig, beginnend von unten, auf die Haut um Ihr Stoma herum Fahren Sie abschließend mit den Fingern über die Rückseite der Klebefläche und drücken Sie diese vorsichtig fest 26

Wechsel eines zweiteiligen Rastringsystems Beim Rastringsystem besitzen die Basisplatte und der Beutel jeweils einen Kunststoffring. Entfernen Sie das Abdeckpapier von der Klebefläche der Basisplatte Führen Sie nun die untere Hälfte der Basisplatte unter Ihr Stoma und drücken Sie die gesamte Basisplatte mit den Händen um Ihr Stoma fest Die Rastringe müssen durch leichten Druck miteinander verbunden werden Bei zweiteiligen Versorgungen trennen Sie den Beutel von der Platte durch Ziehen an der dafür vorgesehenen Lasche 27

Ernährung Es gibt keine besondere Diät für Stomaträger, außer Sie leiden unter einer Grunderkrankung (z. B. Diabetes, Morbus Crohn). Grundsätzlich sollten Sie sich ausgewogen ernähren. Bewegen Sie sich wenn möglich ausreichend und trinken Sie täglich 1,5 2 l. Sinnvoll ist es, nach der Operation eine Schonkost zu einzuhalten und leichte Speisen auf 4 6 Portionen pro Tag zu verteilen. Bereits wenige Wochen nach Ihrer Operation können Sie wieder wie gewohnt essen. Falls Sie Verdauungsprobleme haben oder nicht sicher sind, welche Lebensmittel Sie essen können, fragen Sie Ihren Stomatherapeuten/Ihre Stomatherapeutin oder Ihren Arzt/Ihre Ärztin. 28

29

Stoma und Beruf Schon während des Krankenhausaufenthaltes wird die Frage auftauchen, ob man nach der Genesung wieder den bisherigen Beruf ausüben kann. Hierüber kann man zunächst den behandelnden Arzt befragen, der Ihnen Auskunft geben kann, ob man in Anbetracht der Operation und des Gesundheitszustandes wieder arbeitsfähig wird. Berufstätigkeit ist für viele Stomaträger genauso wie für viele andere Menschen ohne Stoma ein wichtiger Teil des Lebens. Wer bisher berufstätig war, wird es zumeist auch weiter sein wollen. Viele Stomaträger können die frühere Tätigkeit in vollem oder eingeschränktem Umfang wieder aufnehmen. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass man mit der Stomaversorgung und den notwendigen Selbsthilfemaßnahmen vertraut ist und in der Nähe der Arbeitsstelle die Möglichkeit hat, sich im Notfall versorgen zu können. Sie sollten überlegen, ob Sie in Ihrem Arbeitsbereich Ihren Vorgesetzten und vielleicht Ihre nächsten Arbeitskollegen darüber informieren, dass Sie jetzt einen künstlichen Darmausgang haben. 30

Das schafft ein größeres Verständnis für Sie in Situationen, in denen Sie vielleicht schnell eine Stomaversorgung o. Ä. vornehmen müssen. Aber natürlich bleibt die Entscheidung darüber, wen Sie über Ihre Situation aufklären, vollkommen Ihnen überlassen. Durch das hohe Niveau der Stomaversorgung und die geruchsdämmenden und sicheren Materialien, die für Stomaprodukte verwendet werden, besteht in dieser Hinsicht keinerlei zwingende Notwendigkeit. 31

Stoma und Freizeit Sport Ebenso wie die Stomaträger im Alltag und Beruf körperliche Bewegung und Anstrengungen vertretbarer Art nicht meiden sollten, brauchen sie eine sportliche Betätigung (außer Kraftsport, Kampfsportarten, Geräteturnen, Wurf- und Sprungdisziplinen) nicht zu scheuen. Empfehlenswert sind: Schwimmen, Laufen, Skilauf, Gymnastik und Radfahren. Reisen Es gibt keinen Grund, dass ein Stomaträger nicht reisen kann. Es ist aber einiges zu beachten: Nehmen Sie doppelt so viele Stomabeutel und gegebenenfalls Hautschutzplatten mit, wie Sie sonst brauchen 32

Wer mit dem Flugzeug reist oder sein Gepäck bei der Bahn aufgibt, sollte alle Stomaprodukte ins Handgepäck packen, damit sie einem auch dann zur Verfügung stehen, wenn der Koffer verspätet ankommen sollte Ungewohnte Speisen und Zubereitungsarten im Ausland können auch bei Colostomieträgern zu dünnflüssigem Stuhl führen. Deshalb ist es ratsam, einige Ausstreifbeutel mitzunehmen Bei Auslandsreisen kann es zu Zoll- und Sicherheitskontrollen kommen. Dabei kann das internationale Travel Certificate sehr nützlich sein. Sie finden dieses Zertifikat in Ihrem FOR LIFE-Stomapass oder können es im Internet zum Ausdruck abrufen unter: www.stoma-welt.de/pdf/travel_certificate.pdf Vor Reiseantritt muss man es nur von seinem behandelnden Arzt mit Unterschrift und Stempel versehen lassen und kann sich so eine Reihe von Unannehmlichkeiten ersparen. 33

Hilfsorganisationen Deutsche ILCO e. V. Thomas-Mann-Str. 40 53111 Bonn Telefon: 0228 338894-50 Telefax: 0228 338894-75 E-Mail: info@ilco.de www.ilco.de FgSKW (Fachgesellschaft Stoma, Kontinenz und Wunde) e.v. Nikolaus-Groß-Weg 6 Postfach 1351 59371 Selm Telefon: 02592 97314-1 Telefax: 02592 97314-2 E-Mail: info@fgskw.org www.fgskw.org Selbsthilfe für Stomaträger www.stoma-welt.de www.stoma-forum.de 34

Notizen 35

FOR LIFE Produktions- und Vertriebsgesellschaft für Heil- und Hilfsmittel mbh Wendenschloßstraße 142 12557 Berlin E-Mail: mail@forlife-produkte.de Internet: www.forlife.info Service-Hotline: 0800-87 22 436 Stand: Dezember 2014