Das offene Bein. Nach Schätzungen von Fachexperten leiden in Deutschland ca. drei bis vier Millionen Menschen an einem offenen Bein. (Expertenstandard Pflege von Menschen mit chronischen Wunden)
Was verstehe ich unter einem offenen Bein? Das offene Bein, auch Ulcus cruris oder Beingeschwür genannt, ist eine offene Wunde, meist am Unterschenkel, die auch nach längerer Zeit nicht heilt. Meist sind diese Wunden sehr schmerzhaft, nässen stark und riechen unangenehm. Diese Wunden entstehen meist durch Störungen in den Venen oder Arterien der Unterschenkel.
Unterscheidung Die Entstehung einer gefäßbedingten Wunde kann venöse Ursachen (ca.70%), arterielle Gründe (ca. 8%) oder eine Mischung aus beiden (ca 14%) sein. Die Behandlungsart ist sehr unterschiedlich. Heute möchte ich erklären, wie es zu einer venös bedingten Wunde kommt!
Was genau passiert in meinen Beinen? Blutkreislauf
Was genau passiert in meinem Bein? Unsere Venen leisten jeden Tag Schwerstarbeit. Während die Arterien das sauerstoffreiche Blut in unserem Körper verteilen, müssen die Venen dafür sorgen, das sauerstoffarme Blut wieder zurück zum Herzen zu transportieren. Die Beinvenen sind dabei besonders gefordert. Unterstützt wird dieser Kraftakt durch die sogenannte Muskelpumpe der Beinmuskulatur und durch die Venenklappen, die wie Rückschlagventile wirken, und so verhindern, dass das Blut in das Bein zurückfließt.
Was passiert genau in meinem Bein? Trotz der Muskelpumpe und den Venenklappen machen bei vielen Menschen die Beine schlapp. Schwere Beine und geschwollene Knöchel sind oft das erste Anzeichen dafür. Warum? Sind die Venen nicht mehr leistungsfähig und können das Blut nicht mehr ausreichend aus dem Bein transportieren, staut sich das Blut in den Beinen und Wasser sammelt sich im umliegenden Gewebe. Das Bein schwillt an und wird schwer!
Muskelpumpe und Venenklappen
Was hat das jetzt mit einer Wunde zu tun? Sind die Venenklappen nicht mehr in der Lage das Blut ausreichend aus dem Bein zu transportieren, kommt es zu Wassereinlagerungen (Ödemen). Der Rückstau setzt sich bis in die feinsten Blutgefäße (Kappilaren) fort. Im weiteren Verlauf kann das Gewebe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden. Das Wasser staut sich so lange zurück, bis ein erhöhter Gewebsdruck entsteht. Es kommt zu ersten Schädigungen am Gewebe.
Kann ich etwas tun, bevor es zu einer Wunde kommt? Sollten beschriebende Symptome (schwere Beine, Schmerzen in den Beinen, Wassereinlagerungen, überwärmte Beine) über einen längeren Zeitraum auftreten, ist ein Arztbesuch wichtig. Durch sogenannte Kompressionsstrümpfe oder Kompressionsverbände kann man die Venenklappen und die Muskelpume von außen unterstützen. Wer rastet, der rostet! Das gilt auch für unsere Beine. Wer seine Muskelpumpe viel betätigt, beugt ausgeleiherten Venenklappen vor.
Und wenn das Bein schon offen ist? Sollte es bereits zu Wunden, Hautveränderungen oder starken Rötungen gekommen sein, suchen Sie sofort Ihren Arzt auf! Eine fachgerechte Behandlung und Versorgung der Wunde ist zur Heilung unablässig! Erste Hautschädigung Ödeme Ulcus cruris venosum
Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Ich hoffe, wir konnten einige Fragen beantworten! Sollte es dennoch offene Fragen geben, scheuen Sie sich nicht, uns eine Nachricht zukommen zu lassen. Nutzen Sie hiefür das Kontaktformular unter Kontakt. Themenwünsche, Kritik und Lob sind natürlich ebenfalls erwünscht.