Demographische Entwicklung Statistische Auswertung 2012 Rottweil Schwarzwald-Baar Tuttlingen Quelle: Statistisches Landesamt Letzte Aktualisierung: 30. März 2012 0
Einwohnerzahl der Region in den ersten drei Quartalen des Vorjahres konstant Während sich die Einwohnerzahl Baden-Württembergs in den ersten drei Quartalen des vergangenen Jahres um etwa 30 000 Personen auf rund 10 784 000 Einwohner erhöht hat, blieb sie in der Region mit knapp 480.000 Einwohnern konstant. Damit setzt sich die langfristige negative Entwicklung in der Region fort. Zwar lag nach Angaben des Statistischen Landesamtes die Zahl der Geborenen im Betrachtungszeitraum um rund 600 unter der der Gestorbenen. Gleichzeitig hat sich aber der Wanderungsgewinn, also die Differenz zwischen Zu- und Fortgezogenen um 328 Personen erhöht. Ursächlich für diesen Wanderungsgewinn dürften nach Aussagen des Statistischen Landesamtes 1, insbesondere die seit dem 1. Mai 2011 gültige volle Arbeitnehmerfreizügigkeit für Bürger aus acht EU-Staaten sowie die überdurchschnittliche Wirtschaftsentwicklung im Vergleich zum übrigen Bundesgebiet gewesen sein. Landkreis Tuttlingen mit Bevölkerungszuwachs Die durchschnittliche Einwohnerzahl einer Kommune in der Region lag bei 6.333 Einwohnern, das entspricht der Einwohnerzahl von Dornhan und lag dabei über den Landesdurschnitt von 4 667 Personen je Gemeinde. Im Durchschnitt die wenigsten Einwohner in Baden-Württemberg haben die Kommunen im Landkreis Tuttlingen. In den einzelnen Landkreisen verlief die Entwicklung der Bevölkerungszahlen unterschiedlich. Während Landkreis Tuttlingen 0,5 Prozent Bevölkerungszuwachs verzeichnen konnte, verminderte sich die Zahl der Einwohner im Landkreis Rottweil um 1,5 Prozent im Schwarzwald-Baar-Kreis um 2 Prozent. Überdurchschnittlich viele ausländischer Bürger verließen zwischen 2001 und 2009 den Schwarzwald-Baar-Kreis, insgesamt 9,5 Prozent. Im Vergleich: Baden-Württemberg betrug der Gesamtbevölkerungszuwachs 1,8 Prozent, während die Zahl ausländischer Mitbürger um 2,4 Prozent zurückging. Von den 76 Gemeinden in der Region konnten im vergangenen Jahr allerdings nur 20 ihre Einwohnerzahl steigern. Größtenteils war der Anstieg bei Gemeinden mit weniger als 5.000 Einwohnern zu beobachten Bei den größeren Städten legten lediglich Villingen-Schwenningen und Trossingen zu. 47 Gemeinden wiesen ein negatives Geburtensaldo auf 58 Gemeinden ein negatives Wanderungssaldo. Den mit Abstand stärksten Bevölkerungszuwachs verzeichnete die Gemeinde Dauchingen mit 1,6 Prozent, den höchsten Bevölkerungsverlust die Stadt Schiltach und die Gemeinde Buchheim mit jeweils 2,1 Prozent. 1 Deutlich gestiegene Zuwanderung in den Südwesten vor allem die Großstädte haben profitiert Stuttgart, 2. Februar 2012 Nr. 27/2012 Quelle: Statistisches Landesamt 1
Bevölkerungsentwicklung Erhöht hat sich in der Region vor allem das Geburtendefizit, also die Differenz zwischen Geborenen und Gestorbenen, von knapp 620 Personen im Jahr 2009 auf zuletzt knapp 850 im Vorjahr. Den höchsten Geburtenüberschuss konnte im letzten Jahr Immendingen verzeichnen (+ 22), gefolgt von Frittlingen (+ 17). In der Stadt Villingen-Schwenningen gab es dagegen 126 mehr Sterbefälle als Geburten, gefolgt von Bad Dürrheim mit einem Geburtendefizit von 110 Personen. Für die Zukunft prognostiziert das Statistische Landesamt für die Region eine Zunahme des Durchschnittsalters um etwa 4,2 Prozent, das entspricht in etwa dem erwarteten Zuwachs in Baden- Württemberg. 2030 hat dann der Landkreis Tuttlingen die jüngste Bevölkerung im in der Region mit 45,9 Jahren, gefolgt vom Landkreis Rottweil mit 46,5 und Schwarzwald-Baar-Kreis mit 47,3 Jahren (Baden- Württemberg 46,6) 2 Junge Erwachsene zieht es in die Großstädte 3 Die Einwohnerzahl in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg ist auch 2010 weiterhin rückläufig. Insgesamt verlor die Region durch Wanderungsbewegungen mehr als 10.000 Einwohner. Etwa ein Zehntel davon war im Alter zwischen 18 und 30 Jahren. Insbesondere im Landkreis Rottweil und Tuttlingen war eine starke Abwanderung der jungen Bevölkerung festzustellen. In dieser Altersgruppe verließen 43 Prozent den Landkreis Rottweil, 36 Prozent den Landkreis Tuttlingen. In Baden-Württemberg war die Umzugshäufigkeit in der Altersgruppe am höchsten: Rund 40 Prozent aller Zu- und Wegzöge über die Gemeindegrenzen hinweg entfielen auf die jungen Erwachsenen, obwohl ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung nur bei knapp 15 Prozent liegt. Während Die Stadt- und Landkreise im Südwesten haben sehr unterschiedlich von Zuwanderungen profitiert. In der Regel konnten Stadtkreise auf Kosten ländlicher Gebiete die höchsten Wanderungsgewinne erzielen. Hauptmotiv für Umzüge in dieser Altersgruppe ist der Beginn einer Ausbildung, eines Studiums oder der Berufseinstieg. Erwartungsgemäß profitieren deshalb vor allem die Stadtkreise als Hochschulstandorte und / oder als Arbeitsplatzzentren von dieser Zuwanderung. Zugezogen sind 2010 insgesamt 9.322 Männer und 9.245 Frauen, während bei den Fortzügen die Frauen den größeren Anteil mit 9.961 stellten, bei den Männern waren es 9.714, die unsere Region verließen. Innerhalb Baden-Württembergs zog es die meisten Abwanderer in die Region Hochrhein-Bodensee (5,5 Prozent), gefolgt von Region Stuttgart (5,4 Prozent), und der Region Südlicher Oberrhein (4,9% Prozent). Die meisten Baden-Württemberger kamen aus den Regionen Südlicher Oberrhein und Hochrhein- Bodensee (jeweils 4,3 Prozent) und der Region Reutlingen (3,3 Prozent). 4 2 Statistisches Landesamt 2010: Voraussichtliche Veränderung des Durchschnittsalters in den Stadt- und Landkreisen Baden- Württembergs 2008 bis 2030 3 Pressebericht Statistisches Landesamt Nr. 91/2012 4 Statistischer Bericht Baden-Württemberg A III 1 j/10 Quelle: Statistisches Landesamt 2
Unter Senioren sind Frauen überpräsentiert Nach den Ergebnissen des Mikrozensus, der größten amtlichen Haushaltsbefragung in Deutschland, lebten im Jahr 2010 in der Region rund einhundert Tausend Menschen im Alter von 65 und mehr Jahren. Damit war jeder fünfte im Seniorenalter. Migranten sind unter den Senioren vergleichsweise schwach, mit einem Anteil von gut 6 Prozent, während deren Gesamtanteil an der Bevölkerung in der Region bei 10 Prozent liegt. In Baden-Württemberg liegt die Gesamtquote der Migranten bei 26 Prozent, der Anteil der ausländischen Senioren bei knapp 15 Prozent. Bei der älteren Bevölkerung handelt es sich mehrheitlich um Frauen (knapp 57 Prozent, Ba-Wü 56 Prozent). Deren Anteil wächst weiter mit zunehmendem Alter. So sind unter den 65- bis unter 75-jährigen die Geschlechterproportionen mit rund 48 Prozent Männern und gut 52 Prozent Frauen noch nahezu ausgeglichen. Unter den 75-Jährigen und Älteren hingegen sind die Frauen deutlich stärker präsent: In dieser Altersgruppe beträgt das Verhältnis Frauen zu Männern 62 Prozent zu 38 Prozent (Baden- Württemberg-Anteil der Frauen 60). Unter den 85- jährigen und älteren beträgt das Verhältnis 71 zu 29. Dieses Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern resultiert lt. Statistischen Landesamt zum einen aus der höheren Lebenserwartung von Frauen. Es zeigen sich jedoch auch in diesen Zahlen noch immer die Folgen des Zweiten Weltkriegs, in dem wesentlich mehr Männer als Frauen frühzeitig ums Leben kamen. Gute Aussichten? Der landesweite Trend, wonach die Einwohnerzahl in immer mehr Kommunen des Landes zurückgeht, ist laut Statischen Landesamt zum einen darauf zurückzuführen, dass die Zuwanderung nach Baden- Württemberg im vergangenen Jahrzehnt deutlich geringer als noch in den 90er-Jahren war. Hinzu kommt, dass sich das zahlenmäßige Verhältnis von Geburten zu Sterbefällen aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung es gibt immer mehr ältere und immer weniger junge Menschen tendenziell verschlechtert hat. Für die Zukunft rechnet das Statistische Landesamt mit einem Anstieg der Zuwanderungen in Baden- Württemberg, weil der deutsche Arbeitsmarkt seit dem 1. Mai vollständig für Bürger von acht osteuropäischen Staaten geöffnet wurde. Andererseits ist davon auszugehen, dass die Zahl der Zuzüge aus den neuen Bundesländern weiter zurückgehen wird und zwar allein deshalb, weil die Altersgruppe der besonders wanderungsaktiven jungen Erwachsenen schwächer besetzt sein wird. Mittel- und langfristig erwartet das Statistische Landesamt aber, dass die Einwohnerzahl im Südwesten zurückgehen wird. Denn aufgrund der Altersstruktur der Bevölkerung immer mehr ältere stehen immer weniger junge Menschen gegenüber wird sich das Geburtendefizit stetig vergrößern. Die zu erwartenden künftigen Wanderungsgewinne werden dann aller Voraussicht nach das deutlich steigende Geburtendefizit nicht mehr kompensieren können. Quelle: Statistisches Landesamt 3
Immer weniger Minderjährige In der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg leben derzeit nur noch knapp 90 Tausend Kinder und Jugendliche 1970 waren es noch gut 129 Tausend. Damit ist nach Angaben des Statistischen Landesamtes die Zahl der Minderjährigen in der Region seit 1970 um immerhin 30 (Baden-Württemberg 26 Prozent), zurückgegangen, während die gesamte Einwohnerzahl um 12 Prozent angestiegen ist. Der Anteil der Minderjährigen an der Gesamtbevölkerung in der Region hat sich in den letzten vier Jahrzehnten von rund 30 Prozent auf gut 19 Prozent verringert, in Baden-Württemberg von 28 auf 17 Prozent. Innerhalb der Region ist der Anteil der Jugendlichen im Landkreis Tuttlingen mit knapp 20 Prozent am höchsten, gefolgt vom Landkreis Rottweil mit 19 Prozent und dem Schwarzwald-Baar-Kreis mit knapp 18 Prozent. Die Gemeinde mit dem höchsten Anteil von jugendlichen ist Reichenbach am Heuberg mit mehr als 24 Prozent, die Gemeinde mit dem niedrigsten Anteil Bad Dürrheim mit etwas mehr als 15 Prozent. Ursächlich für die regional unterschiedlichen Anteile Minderjähriger sind vor allem die Unterschiede in der Geburtenhäufigkeit in Verbindung mit der Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter, so das Statistische Landesamt. Traditionell liegt die durchschnittliche Kinderzahl je Frau in den eher dünn besiedelten Kreisen höher als in den Stadtkreisen. Allerdings haben sich diese Unterschiede in den letzten Jahren tendenziell verringert. Daneben spielt auch der Zu- bzw. Wegzug von Minderjährigen (mit ihren Familien) eine entscheidende Rolle. So sind in den 60er- bis in die 90er-Jahre vor allem viele Familien mit Kindern von den Zentren in das Umland gezogen und haben damit zu einer»verjüngung«der dortigen Bevölkerung beigetragen. Seit etwa einem Jahrzehnt ist aber ein neuer Trend zu beobachten, wonach die Zentren für Zuziehende wieder attraktiver geworden sind, so das Statistische Landesamt. Diese Entwicklungen Angleichung der Geburtenraten und ein stärkerer Zuzug in die Ballungsräume haben in Verbindung mit Änderungen in der Altersstruktur der Bevölkerung dazu geführt, dass sich in den letzten Jahren die regionalen Unterschiede beim Anteil der Minderjährigen innerhalb des Landes verringert haben. Quelle: Statistisches Landesamt 4
Bevölkerungsentwicklung in den Landkreisen der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 Landkreis Rottweil 141.779 142.302 142.322 142.357 142.309 141.970 141.671 141.343 140.307 139.697 Schwarzwald-Baar-Kreis 211.321 211.922 211.807 211.712 211.585 210.971 210.303 209.447 207.259 207.063 Landkreis Tuttlingen 133.866 134.407 134.614 135.035 135.194 135.291 135.295 135.331 134.712 134.565 Bevölkerung in der Region Schwarzwald-Baar-Heuberg am 30. Juni 2010 nach Bevölkerung in Bevölkerung insgesamt Ausländer Gemeinden mit bis Anteil in Prozent Anteil in Prozent Anzahl Anzahl unter Einwohnern Region Baden-Württemberg Region Baden-Württemberg unter 5.000 123.534 25,7% 14,5% 13.206 28,0% 7,1% 5.000 bis 20.000 174.222 36,2% 35,5% 8.731 18,5% 26,8% mehr als 20.000 183.569 38,1% 50,0% 25.169 53,4% 66,1% Quelle: Statistisches Landesamt 5
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