Statistisches Bundesamt Wiesbaden, 5. Dezember 2006 Pressegespräch Neue Daten zu Armut und Lebensbedingungen Ergebnisse aus LEBEN IN EUROPA 2005 am 5. Dezember 2006 in Berlin Statement von Vizepräsident Walter Radermacher Es gilt das gesprochene Wort Sehr geehrte Damen und Herren, die Bekämpfung von Armut und sozialer Ausgrenzung ist eine wichtige gesellschaftliche Herausforderung, die aktuell in Politik und Öffentlichkeit diskutiert wird. Auch in Deutschland bleibt einem Teil der Menschen die Teilhabe an bestimmten Aspekten des gesellschaftlichen Lebens verwehrt. Mit der neuen Haushaltsbefragung LEBEN IN EUROPA wird die deutsche amtliche Statistik ab dem Jahr 2006 jährlich Informationen über Armut und Lebensbedingungen in Deutschland bereitstellen können. Vor dem Hintergrund des Zusammenwachsens innerhalb der Europäischen Union wird es immer wichtiger, wirtschaftliche und soziale Tatbestände auch international vergleichbar messen und bewerten zu können. Daher hat der Europäische Rat von Laeken im Jahr 2001 ein Set von Indikatoren für die europäische Sozialberichterstattung beschlossen. Die Laeken-Indikatoren sollen es ermöglichen, die Lebensbedingungen und die Wirksamkeit der Armutsbekämpfung in den EU-Mitgliedstaaten zu vergleichen. Mit LEBEN IN EUROPA gibt es jetzt erstmals eine EU-weit vergleichbare Datenquelle zur Berechnung dieser Indikatoren. Die Einführung einer Gemeinschaftsstatistik über Einkommen und Lebensbedingungen (EU-SILC) die deutsche Bezeichnung lautet LEBEN IN EUROPA wurde im Jahr 2003 vom Europäischen Parlament und dem Europäischen Rat beschlossen. Für die Statistik gelten in allen Mitgliedstaaten einheitliche Definitionen sowie methodische Mindeststandards.
Seite - 2 - Schwerpunkt der Statistik ist die differenzierte Erfassung des Einkommens, die international abgestimmten Definitionen folgt. Daneben weist LEBEN IN EUROPA einige Besonderheiten für die deutsche amtliche Statistik auf. So werden die Befragten gebeten, zu einigen Aspekten ihrer Lebensbedingungen, zum Beispiel Wohnen oder Gesundheit, ihre subjektive Einschätzung anzugeben. So kann ein vollständigeres Bild über die Lebensbedingungen in Deutschland erreicht werden. Das übergeordnete Ziel von LEBEN IN EUROPA ist die europäische Sozialberichterstattung. Die internationale Harmonisierung der statistischen Konzepte ist hierfür eine Grundvoraussetzung. Aus diesem Grund sind die Ergebnisse aus LEBEN IN EUROPA auch nicht unmittelbar mit denen anderer nationaler Erhebungen der amtlichen Statistik, beispielsweise der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe (EVS), oder nicht-amtlichen Umfragen, zum Beispiel dem Sozioökonomischen Panel (SOEP), zu vergleichen. LEBEN IN EUROPA wurde in Deutschland erstmalig im Jahr 2005 durchgeführt. Da es sich um die erste Erhebungswelle handelt und aufgrund der eingeschränkten Vergleichbarkeit mit anderen Statistiken sind derzeit allerdings noch keine Aussagen im Zeitvergleich möglich. Das erhobene Einkommen von LEBEN IN EUROPA 2005 bezieht sich auf das Jahr 2004. Daher sind keine Aussagen zu den Auswirkungen der sogenannten Hartz-IV-Gesetze möglich. Dies wird erst im nächsten Jahr der Fall sein. Wichtigster Indikator: Die Armutsgefährdungsquote Im Mittelpunkt der durch LEBEN IN EUROPA ermittelten Indikatoren steht die Armutsgefährdungsquote. Sie gibt den Anteil der Bevölkerung an, der mit einem Einkommen von weniger als 60% des mittleren Einkommens auskommen muss. Wer halb dieser Grenze liegt, gilt als armutsgefährdet (Armutsgefährdungsgrenze). Die 60%-Grenze ist eine politische Konvention. In der Praxis werden ergänzend weitere Grenzen (40%, 50% oder 70% des mittleren Einkommens) herangezogen, um das Ausmaß und die Streuung der Armut ober- und halb der Armutsgefährdungsgrenze zu messen und zu beurteilen. Um die Armutsgefährdungsquote zu ermitteln, muss vorab definiert werden, wie das mittlere Einkommen ermittelt wird. Bei LEBEN IN EUROPA ist auch dies europaweit einheitlich geregelt. Wie wird das mittlere Einkommen ermittelt? Die Armutsgefährdungsquote sagt aus, wie viele Personen armutsgefährdet sind. Personen leben aber meist in Haushalten zusammen, die gemeinsam wirtschaften, das heißt Einnahmen und Ausgaben teilen. Zur Berechnung der Armutsgefährdungsquote muss daher das von den Haushaltsmitgliedern erzielte Haushaltseinkommen auf die Personen des Haushalts verteilt werden. Dies geschieht nicht einfach pro Kopf, sondern nach einem Gewichtungsschlüssel, der berücksichtigt, dass zusammen lebende Personen Einspareffekte durch das Zusammenleben realisieren. Größere Haushalte sparen beispielsweise Geld, da sie laufende Kosten (wie zum
Seite - 3 - Beispiel Miete, Heizung oder Telefon) gemeinsam tragen oder Haushaltsgeräte zusammen finanzieren. Das so ermittelte Einkommen der Personen wird als bedarfsgewichtetes Äquivalenzeinkommen bezeichnet. Der zur Berechnung des Äquivalenzeinkommens verwendete Gewichtungsschlüssel (die Äquivalenzskala ) ist die sogenannte modifizierte OECD-Skala. Sie weist jeder Person im Haushalt ein Gewicht zu. Die erste erwachsene Person bekommt stets das Gewicht 1. Jede weitere Person erhält ein Gewicht, das die Größenordnung des Mehrbedarfs berücksichtigen soll, der durch diese Person entsteht: Weitere Erwachsene und Kinder ab 14 Jahren erhalten das Gewicht 0,5, Kinder 14 Jahren das Gewicht 0,3. So ergibt sich bei einer Familie mit zwei Kindern beispielsweise das Gesamtgewicht 2,1. Das verfügbare Haushaltseinkommen wird nun durch die Summe der Gewichte dividiert. Jeder Person im Haushalt wird das daraus resultierende Einkommen als persönliches Äquivalenzeinkommen zugeschrieben. So erhalten also auch Kinder ohne eigenes Einkommen einen Einkommenswert, aus dem später die Kennzahlen zur Armutsgefährdung berechnet werden können. Zu beachten ist, dass es sich beim Äquivalenzeinkommen um eine fiktive Rechengröße handelt. Um nun das mittlere Einkommen zu ermitteln, wird der Median (Zentralwert) verwendet. Dabei werden die Personen ihrem Äquivalenzeinkommen nach aufsteigend sortiert. Der Median ist der Einkommenswert derjenigen Person, die die Bevölkerung in genau zwei Hälften teilt. Das heißt, die eine Hälfte hat mehr, die andere weniger Einkommen zur Verfügung. Der besondere Vorteil der Verwendung des Medians bei Einkommensanalysen liegt darin, dass er, anders als das Arithmetische Mittel (Durchschnitt), nicht durch extrem hohe oder extrem niedrige Werte ( Ausreißer ) beeinflusst wird. Dieser Medianwert wird als Grundlage für das durchschnittliche Einkommen verwendet. In der folgenden Analyse wird vorwiegend zwischen Armutsgefährdeten und nicht Armutsgefährdeten schieden. Dabei darf nicht vernachlässigt werden, dass es auch den nicht Armutsgefährdeten Menschen gibt, die zwar aufgrund der Definition nicht unmittelbar als armutsgefährdet gelten, deren Wohlstand aber dennoch besonderen Risiken ausgesetzt ist. 10,6 Millionen Menschen sind in Deutschland armutsgefährdet Gemäß EU-Definition waren in Deutschland im Jahr 2004 13% aller Menschen armutsgefährdet, das sind 10,6 Millionen Menschen. Dabei beträgt das Äquivalenzeinkommen, das die Armutsgrenze von 60% des mittleren Einkommens darstellt, 856 Euro pro Monat. Eine allein lebende Person ist also halb eines tatsächlich verfügbaren Einkommens von 856 Euro im Monat armutsgefährdet (856 Euro multipliziert mit Gewichtungsfaktor 1). Eine Familie mit zwei Kindern ist armutsgefährdet, wenn sie weniger als 1 798 Euro monatlich zur Verfügung hat (856 Euro multipliziert mit Gewichtungsfaktor 2,1).
Seite - 4 - In den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) ist die Armutsgefährdung deutlich höher als im früheren Bundesgebiet (ohne Berlin): Im Osten sind 17%, im Westen 12% der Bevölkerung armutsgefährdet. Dagegen sind in der Altersgruppe von 65 Jahren und älter die Ostdeutschen (11%) weniger stark armutsgefährdet als die Westdeutschen (16%). Bei allen anderen Altersgruppen ist es genau umgekehrt. So beträgt die Armutsgefährdungsquote der 16- bis 24-Jährigen im Osten 20% gegenüber 13% im Westen. Wie stellt sich die Situation von Familien dar? Vor allem Menschen, die in Alleinerziehendenhaushalten leben, sind in besonderem Maße von Armut bedroht. 30% leben halb der Grenze von 60% des mittleren Einkommens (Armutsgefährdungsgrenze). Bei den vollständigen Familien mit zwei Erwachsenen und einem oder mehreren Kindern liegt die Armutsgefährdungsquote deutlich niedriger, nämlich zwischen 7% (mit einem Kind) und 12% (mit drei oder mehr Kindern). Diese Familien weisen also alle eine niedrigere Armutsgefährdungsquote auf als die Gesamtbevölkerung mit 13%. Dennoch wäre es irreführend, bei Familien mit Kindern überdurchschnittlichen Wohlstand zu vermuten. Denn gerade bei den kinderreichen Familien, das heißt bei Familien mit drei oder mehr Kindern, zeigt sich, dass sich zwar nur 12% halb der Armutsgefährdungsgrenze befinden, aber bereits weitere 12% nur knapp darüber liegen. Insgesamt liegen fast zwei Drittel der kinderreichen Familien halb des mittleren Einkommens. Schaubild 1 % 80 Armutsgefährdungsquoten von Familien Anteil von Personen in den jeweiligen Haushaltstypen der Schwelle von des Medians Alleinerziehende Zwei Erwachsene, 2 Kinder Gesamt Armutsgefährdungsschwelle Zwei Erwachsene, 1 Kind Zwei Erwachsene, 3 oder mehr Kinder Mittleres Äquivalenzeinkommen 60 40 20 0 40% 50% 60% 70% 80% 90% Median Statistisches Bundesamt 2006-15 - 1360
Seite - 5 - Armutsgefährdung geht häufig einher mit Arbeitslosigkeit und niedriger Bildung Es besteht ein starker Zusammenhang zwischen der Einbindung in den Arbeitsmarkt und der Armutsgefährdung. Entsprechend ist die mit Abstand am stärksten von Armutsgefährdung betroffene Gruppe die der Arbeitslosen (43%). Von allen Vollzeiterwerbstätigen sind hingegen nur 4% armutsgefährdet. Allerdings gibt es auch den Vollzeiterwerbstätigen Menschen, die ein deutlich erhöhtes Armutsrisiko aufweisen, die sogenannten Working Poor. Dies sind insbesondere Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung: Jede/r Siebte (14%) ist hier trotz Vollzeitarbeit armutsgefährdet. Generell ist zu beobachten, dass mit höherem Bildungsabschluss die Armutsgefährdung sinkt. Menschen mit Abitur sind zu 9% armutsgefährdet, Personen mit Hochschulabschluss zu 8%, während beispielsweise den Personen, die über keine Berufsausbildung verfügen, jede/r Vierte (24%) armutsgefährdet ist. Schaubild 2 Armutsgefährdungsquote nach Ausbildungsabschluss 2004 in Prozent Keine abgeschlossene Berufsausbildung 24 Abgeschlossene Berufsausbildung 11 Hochschulabschluss 8 0 10 20 30% Statistisches Bundesamt 2006-15 - 1362 Dabei ist offenbar schon das Bildungsniveau der Eltern relevant für die zukünftige Armutsgefährdung der Kinder. Menschen, deren Eltern bereits beide keinen Schulabschluss aufweisen konnten, sind als Erwachsene selbst deutlich öfter armutsgefährdet: Jede/r Vierte ist hier betroffen. Dagegen ist nur jede zehnte Person, bei der mindestens ein Elternteil einen Schulabschluss hat, armutsgefährdet. Armutsgefährdung bringt Einschränkungen beim Wohnen und beim Konsum mit sich Armutsgefährdete schätzen ihre Wohnverhältnisse insgesamt schlechter ein als nicht Armutsgefährdete. Mangelhafte Wohnungen oder ein problematisches Wohnumfeld werden deutlich häufiger von Armutsgefährdeten als von nicht Armutsgefährdeten genannt. So leben 22% der Armutsgefährdeten, aber nur 12% der nicht Armutsgefährdeten in Wohnungen, die nach Einschätzung der Betroffenen bauliche Mängel (wie zum Beispiel feuchte Wände) aufweisen.
Seite - 6 - Auch Kriminalität oder Vandalismus in der Umgebung (14%) sowie Lärm durch Nachbarn oder Verkehr (32%) findet man überdurchschnittlich oft bei Personen mit Armutsgefährdung (bei nicht Armutsgefährdeten 9% beziehungsweise 23%). Und immerhin jede/r siebte Armutsgefährdete lebt in einer Wohnung, die aus finanziellen Gründen im Winter nicht angemessen geheizt werden kann. Aber auch bei der Einschätzung, welche Konsumausgaben man sich finanziell leisten kann, wird deutlich, dass Armutsgefährdete gravierende Einschränkungen hinnehmen müssen. Jede/r zweite Armutsgefährdete lebt in einem Haushalt, in dem es finanziell nicht möglich ist, ein Mal im Jahr eine Woche in den Urlaub zu fahren. Ebenso problematisch werden unerwartet anfallende Ausgaben bewertet: Auch hier kann es sich mehr als die Hälfte der Armutsgefährdeten nicht leisten, beispielsweise eine defekte Waschmaschine zu ersetzen. Schaubild 3 Was man sich nicht leisten kann (Selbsteinschätzung) Anteil an Personen in Prozent Armutsgefährdete nicht Armutsgefährdete 1x im Jahr einwöchige Urlaubsreise Unerwartet anfallende Ausgaben bestreiten 16 18 56 55 Jeden zweiten Tag eine Mahlzeit 8 26 Wohnung aus finanziellen Gründen angemessen heizen 3 14 0 20 40 60% Statistisches Bundesamt 2006-15 - 1368 Armutsgefährdung wirkt sich zudem auf die Ernährung aus: Immerhin jede/r vierte der armutsgefährdeten Menschen lebt in einem Haushalt, der sich nicht mindestens jeden zweiten Tag eine hochwertige Mahlzeit leisten kann, während nur 8% der nicht Armutsgefährdeten am Essen sparen müssen. Jede/r fünfte der Armutsgefährdeten geht aus finanziellen Gründen nicht zum Arzt Mit der letzten Gesundheitsreform sind die Leistungen, die von gesetzlich Versicherten selbst zu zahlen sind, deutlich angestiegen. Als Beispiele sind hier die 2004 neu eingeführte Praxisgebühr, aber auch höhere Zuzahlungen zu Medikamenten, Heil- und Hilfsmitteln zu nennen.
Seite - 7 - Gerade für Personen mit niedrigem Einkommen wurde immer wieder hinterfragt, ob hierdurch Arztbesuche weniger oder gar nicht mehr wahrgenommen werden und sich dies auf lange Sicht negativ auf den Gesundheitszustand dieser Personen auswirken könnte. Die Ergebnisse von LEBEN IN EUROPA deuten tatsächlich darauf hin, dass für einige armutsgefährdete Menschen der Zugang zur Gesundheitsversorgung durch finanzielle Gründe erschwert wird. Denn jede/r fünfte Armutsgefährdete ist aus Kostengründen nicht zum Arzt gegangen, bei den nicht Armutsgefährdeten waren es hingegen nur 7%, die die Kosten als Hauptgrund für den Verzicht auf einen Arztbesuch angaben. Schaubild 4 Gesundheitsversorgung Anteil der Personen in Prozent immer wenn notwendig, zum Arzt/Zahnarzt gegangen oder nicht krank gewesen aus anderen als finanziellen Gründen nicht zum Arzt/ Zahnarzt gegangen aus finanziellen Gründen nicht zum Arzt/Zahnarzt gegangen 81 12 7 nicht Armutsgefährdete Armutsgefährdete 66 12 22 0 20 40 60 80 100% Statistisches Bundesamt 2006-15 - 1370 Generell ist zu beobachten, dass Armutsgefährdete ihren Gesundheitszustand schlechter einschätzen als nicht Armutsgefährdete. Besonders armutsgefährdete Menschen im Alter zwischen 24 und 65 Jahren schätzen zu einem weitaus geringeren Anteil als nicht armutsgefährdete Personen ihre Gesundheit als gut oder sehr gut ein. Welche Auswirkungen haben Sozialtransfers auf die Armutsgefährdung? Grundsätzlich tragen soziale Transferleistungen dazu bei, die Armutsgefährdung von bestimmten Personen zu verringern und gegebenenfalls auch deren Einkommen über die Armutsgefährdungsschwelle zu heben. Da bei LEBEN IN EUROPA 2005 das Einkommen der befragten Haushalte aus 2004 erfasst wurde, liegen hier noch die sozialen Sicherungsinstrumente zugrunde, die vor der Einführung des Arbeitslosengeldes II bezogen werden konnten.
Seite - 8 - Reduziert man alle Einkommen um die Sozialtransfers, belässt aber die Renten und Pensionen im Gesamteinkommen, verdoppelt sich die Armutsgefährdungsquote fast (von 13% auf 24%). Vor Sozialtransfers wäre beispielsweise mehr als die Hälfte aller Personen in Alleinerziehendenhaushalten armutsgefährdet. Schaubild 5 Armutsgefährdungsquote vor und nach Sozialtransfers für Familien 2004 Anteil an Personen, die im jeweiligen Haushaltstyp leben in Prozent vor Sozialtransfers nach Sozialtransfers Alleinerziehend 30 56 2 Erwachsene, 1 Kind 10 20 2 Erwachsene, 2 Kinder 7 17 0 20 40 60% Statistisches Bundesamt 2006-15 - 1364 Wo steht Deutschland im internationalen Vergleich? LEBEN IN EUROPA wird in allen Mitgliedstaaten der EU durchgeführt. Derzeit sind allerdings noch keine Daten anderer Länder über die Erhebung 2005 verfügbar. Um die Position Deutschlands mit der anderer Mitgliedstaaten grob vergleichen zu können, kann man derzeit nur die Ergebnisse des Vorjahres heranziehen. Dies ist möglich, da eine Reihe von Mitgliedstaaten LEBEN IN EUROPA bereits ein Jahr früher als Deutschland eingeführt hat. Vergleicht man die deutsche Armutsgefährdungsquote des Jahres 2004 mit den Armutsgefährdungsquoten anderer Länder aus dem Jahr 2003, so liegt Deutschland bei der Armutsgefährdungsquote insgesamt im europäischen Mittelfeld. Generell weisen die skandinavischen Länder eine etwas niedrigere Armutsgefährdungsquote auf, die südeuropäischen Länder eine deutlich höhere. Österreich, Frankreich und Belgien liegen auf ähnlichem Niveau wie Deutschland.
Seite - 9 - Ausblick Bei LEBEN IN EUROPA werden die Befragten jeweils in vier aufeinander folgenden Jahren befragt. Ab dem zweiten Erhebungsjahr ermöglicht dies eine Betrachtung der Ergebnisse im Längsschnitt. Damit lässt sich beispielsweise suchen, welcher Anteil der Bevölkerung über mehrere Jahre von Armut bedroht ist. In Zukunft wird auch auf europäischer Ebene die Sozialberichterstattung auf Basis der gemeinsamen Indikatoren erfolgen, die aus LEBEN IN EUROPA gewonnen werden. Die aktuelle Pressebroschüre Armut und Lebensbedingungen Ergebnisse aus LEBEN IN EUROPA 2005 sowie die dazugehörenden Tabellen mit weiteren Auswertungen stehen im Internetangebot des Statistischen Bundesamtes dem Pfad Presse Presseveranstaltungen sowie www.destatis.de/lebenineuropa zum kostenlosen Download bereit.