Einführung in CAE-Systeme Dipl.-Ing. Mark Müller 1 Inhalt 1. Motivation für CAE-Werkzeuge 2. Modellierung technischer Prozesse 3. Übersicht über CAE-Simulationssysteme Kommerzielle Programme Freeware 4. Funktionsinhalte von Simulationssystemen 5. Beispiel MATRIXx 2
1. Motivation für CAE-Werkzeuge Klassische Entwurfsmethoden der Regelungstechnik lineare Entwurfsmethoden (Frequenzkennlinie,WOK) nichtlinearer Entwurf (z.b. Phasenebene) Optimierungsverfahren Zustandsregler Neuere Entwurfsmethoden Fuzzy-Control Expertenregler Hybride Regelstrukturen Modellierung technischer Prozesse Generierung von Source-Code 3 2. Modellierung technischer Systeme Problemstellung: Keine geschlossene mathematische Lösung angebbar Test an realem Prozess nicht möglich Ursprüngliche Vorgehensweise (ohne CAE): 1. Strukturbild & Systemgleichungen 2. Diskretisierung und Verwendung von numerischen Routinen zur Integration 3. Implementierung mit Programmiersprachen (Basic, C/C++, Pascal, FORTRAN etc.) 4. Simulation 4
2. Modellierung technischer Systeme Nachteil der Implementierung in Quellcode: Umsetzung in diskretes Simulationsmodell Programmierkenntnisse Abkehr von der eigentlichen Aufgabe, dem Reglerentwurf Individuelle Simulationsprogramme intransparent, fehlende Kompatibilität Fehleranfällig Zeitraubend (Fehlersuche) Komplexe Simulationsprogramme 5 2. Modellierung technischer Systeme Vorgehensweise mit CAE-Werkzeugen: 1. Strukturbild & Systemgleichungen meist bereits in graphischer Form angebbar 2. Entfällt! 3. Entfällt! 4. Simulation 5. Kritisches Bewerten der Simulationsergebnisse 6
2. Modellierung technischer Systeme Vorteile: C Keine Programmierkenntnisse C Konzentration auf Modellbildung und Simulation C Weniger fehleranfällig C Transparent C Zeit- und kosteneffizient C Leicht dokumentierbar 7 2. Modellierung technischer Systeme Nachteile: D Kauf eines CAE-Simulationssystems (Hard- und Software) D Numerische Rechenfehler Fehlinterpretationen, oberflächliche Analyse (wahlloses Simulieren) D Fehlinterpretation aufgrund ungenügender Kenntnis der verwendeten Rechenverfahren 8
3. CAE-Simulationssysteme Übersicht über Simulationssysteme kommerziell: MATLAB : Modellbildung, Simulation, Reglerentwurf, Matrixalgebra MATRIXX: Modellbildung, Simulation, Reglerentwurf, Matrixalgebra MATHEMATICA: symbolische und numerische Mathematik MAPLE: symbolische Mathematik MSC.ADAMS: Modellbildung, Simulation, Reglerentwurf, Matrixalgebra, FEM-Untersuchung MODELICA, DYMOLA, DYNASIM: Chemische Modelle, elektrische Schaltkreise, Petrinetze, Zustandsdiagramme, thermodynamische Systeme, Hybridesysteme,... 9 Übersicht über Simulationssysteme kommerziell: LabView: Messwerterfassung und Verarbeitung PSPICE: Elektrische Schaltkreise gproms: chemische Prozessmodelle DORA-PC: Regelungstechnik, Entwurf, Analyse, Simulation http://esr.e-technik.uni-dortmund.de/software_dfw.htm MADONNA: Differentialgleichungen, graph. Ausgaben... http://www.berkeleymadonna.com/ 3. CAE-Simulationssysteme Software Guide mit Preisliste 10
3. CAE-Simulationssysteme Übersicht über Simulationssysteme Freeware: SCILAB: Matrixalgebra, Reglerentwurf, Simulation, FEM,... (Win/Linux/Mac) http://scilabsoft.inria.fr/ ASCEND: Chemical engineering http://www.cs.cmu.edu/~ascend/ ITI SimulationX: Simulation von Fahrzeugen und Antriebssträngen (kostenlose Studi-Ver.) http://www.iti.de 11 4. Funktionsinhalte Grundsätzlich: mathematische Operationen - insbesondere Matrix-Operationen Systemanalyse - Zustandsdarstellung dynamischer Systeme Reglersynthese Simulation Weiterhin: Fuzzy-Control-Systeme System-Identifikation Modellvereinfachung Adaptive Regelungen Neuronale Netze... 12
Weiterhin häufig: 4. Funktionsinhalte Blockorientierte Modellierung möglich Modellbibliotheken Anbindung von Hardware Echtzeitsimulation Software- und Hardware-in-the-Loop (SiL und HiL) Simulation möglich Autocodeerzeugung Steuergerätetest Rapid-Prototyping... 13 5. Beispiel MATRIXx Modularer Aufbau: Core Xmath: mathematisches Analysepaket mit Komandozeilen-Interpreter, Matrizendarstellung und berechnung, Komplexe Zahlen, Graphischer Datenanzeige, Objektorientierter Skriptsprache, Mathematische Grundfunktionen (sin, cos,...) Erweiterbar mit Funktions-Bibliotheken Module wie: Control Design, Robust Control, Signal Analysis,... 14
5. Beispiel MATRIXx Modularer Aufbau: Xmath Control Design Modul: Differentialgleichungen Übertragungsfunktionen Pol/Nullstellen-Darstellung Zustandsdarstellung Reglerentwurf nach Frequenzkennlinien Wurzelortskurve Zustandsregler 15 5. Beispiel MATRIXx Modularer Aufbau: Systembuild: Graphisches Userinterface, Hierarchische Modellstruktur (Superblocks) Katalog-Browser, Online-Hilfe, Viele Erweiterungsmodule für Neuronale Netze, Fuzzy-Control, Zustandsautomaten,... 16
5. Beispiel MATRIXx Modularer Aufbau: Systembuild 17 Modularer Aufbau: AutoCode: Echtzeitcode Generierung, für verschiedene Prozessoren optimiert C und Ada Hardware-in-the-Loop Dokument it: automatische Erstellung von Dokumentationen aus den Modellen 5. Beispiel MATRIXx MatrixX mit Toolboxen Preisliste 18
5. Beispiel MATRIXx 19 5. Beispiel MATRIXx Beispiel Lissajous-Figuren t = [0:pi/200:pi] ; x1 = sin(8*t); x2 = sin(10*t); plot(x1,x2) 20