Statements und Reflexionen

Ähnliche Dokumente
Schüler mit offenen Herzen und Hirnen Fünf Tage in Auschwitz und Krakau

Kinder und Jugendliche - Mit der Reichsbahn in den Tod

die Jugendlichen aus Belgien und Deutschland, die ihr diese Gedenkfeier heute mitgestaltet.

Schindlers Liste eine Annäherung an den Holocaust mittels eines Filmabends

Rede von Herrn Oberbürgermeister Klaus Wehling anlässlich der Veranstaltung Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus Mittwoch, 27.

Auf den Spuren des Nationalsozialismus

Projekt zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus : (Das Projekt begleiteten Frau Brändle und Herr Sterk)

Leitbild des Max Mannheimer Studienzentrums

Konzentrationslager Dachau

Im Anschluss an die intensive Auseinandersetzung mit dem Theaterstück Andorra von Max Frisch haben wir befunden, dass wir uns mit der Kultur der

Unterrichtseinheit Kinderzeichnungen aus Theresienstadt. Verwendete Bilder

Auschwitz-Birkenau. Eindrücke. Ich gehe durch dieses Tor, mit Blick auf das gesamt Lager, wie Millionen vor mir, ich sehe ihre Geister vor mir wandern

Auschwitz / Birkenau 2014

Auschwitzfahrt ( )

Es gilt das gesprochene Wort

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

Hallo du, Deine Stefanie

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus:

Weber Mélissa. Auschwitz Besichtigung von Auschwitz-Stammmlager und Birkenau

Fotoausstellung zum Themenmonat Leben und Tod

JFK in Polen am Wirtschafts-Lyzeum Piotrków April 2011

Der Junge im gestreiften Pyjama von John Boyne

Ausflug zur Gedenkstätte für die ermordeten Juden Europas

Heißer und kalter Dank Predigt am zu Lk 17,11-19 Pfr. z.a. David Dengler

I. Auschwitz Symbol für Kernschmelze unserer Zivilisation. Worum es heute hier im Bayerischen Landtag geht?

15 Minuten Orientierung im Haus und Lösung der Aufgaben, 30 Minuten Vorstellung der Arbeitsergebnisse durch die Gruppensprecher/innen.

Das war die eine Seite in mir. So selbstbewusst konnte sie sprechen. Aber da gab es auch noch eine andere Seite. Erinnert ihr euch? Ich hatte Angst.

Berlin Gedenkstätte "Stille Helden" in Berlin

Informationen über das Denkmal für die ermordeten Juden Europas und über den Ort der Information. Leichte Sprache

Leben von Oskar und Emilie Schindler in die Gegenwart geholt

I. KZ Dachau Die Mörderschule der SS

Copyright: Julia Gilfert 2017

Demokratie hautnah erleben

ERINNERN, VERSTEHEN UND HANDELN

HAUSAUFGABEN ANNE FRANK UND DER HOLOCAUST

Autorenlesung im Rahmen der Osthessischen Jugendbuchwoche an der Konrad-Duden-Schule ( )

Schulausflug in Auschwitz-Birkenau 2016

Gedenkveranstaltung am Lagerfriedhof Sandbostel

DIE KINDER. Walter Jungleib

Schüleraustausch mit Zakliczyn (Polen) vom 6. bis 13. Juni 2017

Fragebogen zu Gefühlen im Umgang mit Menschen (Vorversion V1.1)

bitte lassen Sie mich gleich zu Beginn meiner Rede Dankesworte, auch im Namen von Stadtbürgermeister Michael Thiesen, an die Organisatoren richten.

Weihnachts-Sinn-Meditation

Ein Jahr ganz anders erleben

Unsere Heimat in der NS-Zeit

Widerstand und Überleben

Material-Anhang: Erscheinungsformen des Antisemitismus Zitate. Ach, die Juden haben Jesus. nicht umgebracht?

Wo einst die Schtetl waren... - Auf den Spuren jüdischen Lebens in Ostpolen -

UCLA PTSD REACTION INDEX FÜR DSM IV Jugendlichenversion

Sollte der Besuch in KZ-Gedenkstätten wieder zur allgemeinen Pflicht werden? Bericht: Albrecht Radon

ANNE FRANK TAG JAHRE TAGEBUCH

Unterrichtsmaterialien in digitaler und in gedruckter Form. Auszug aus: Ich bin ein Stern - Literaturblätter. Das komplette Material finden Sie hier:

Nadine Rosendahl gestorben am 30. November 2015

#uploading-holocaust. Schauen Sie sich das Video an und beantworten Sie folgende Fragen mit den Informationen:

! # # % & ( ) % + #, % ) +.! /, /! 0 + % 1 % . / 22! /, ( % 6,,! 7 / , % ( 1 %! / 8 % 5. ( , 1 ( ( / #% / % 29: 1 0! # % #, # %! 8 ; <&!

ARBEITSBLÄTTER 13/16 ANNE FRANK UND DER HOLOCAUST

Arbeitsblätter. zu Tina ist verliebt

Denn Joseph Goebbels selbst organisierte das Geschehen vom Münchner Rathaus aus und setzte die schrecklichen Ereignisse von dort aus in Szene.

Sehr verehrte Damen und Herren, das Liebe Dresdnerinnen und Dresdner, liebe Touristen, Durchreisende und Geschäftsleute, liebe Gäste, Mittel

LITERARISCHE BILDER DES HOLOCAUST.

Januar Pressespiegel. zur Gründung der Forschungsstelle NS-Pädagogik an der Goethe-Universität

Der gutgelaunte Fremde «Thema: Umgang mit (dem) Tod und Sterben»

Es gilt das gesprochene Wort!

Studienfahrt zum ehemaligen Konzentrationslager Buchenwald

feministische Haltung sie anfangs dafür hatte kämpfen lassen, dass Frauen den gleichen Lohn bekommen sollten, war sie inzwischen fest entschlossen,

Gesprächsleitfaden zur religions- und kultursensiblen Pädagogik

Zu ihm ist man gepilgert. Wollte ihn erleben.

BULLETIN DER BUNDESREGIERUNG

Projektbeschreibung Februar 2011

Fragen an die Ausstellung Krefeld und der Nationalsozialismus

"Alle Revolutionen fressen ihre eigenen Kinder"

Ich bin mir nicht sicher, ob ich an Gott glauben kann, weil... Ich bin mir nicht sicher, ob ich an Gott glauben kann, weil...

Faire Perspektiven für die europäische Jugend sichern den sozialen Frieden in Europa Herausforderung auch für das DFJW

1. Frankfurter Auschwitz-Prozess»Strafsache gegen Mulka u.a.«, 4 Ks 2/63 Landgericht Frankfurt am Main Verhandlungstag, 11.1.

Das Bandtagebuch mit EINSHOCH6 Folge 9: DIE BERLINER MAUER

Ausführungen von Gert Hager, Oberbürgermeister der Stadt Pforzheim, anlässlich der Gedenkfeier am auf dem Hauptfriedhof

Andreas Knuf. Gesundung ist möglich! Borderline-Betroffene berichten

Krakau ist eine Schatzkammer alter Kunstwerke und Kulturdenkmäler und ein Zentrum für Kultur und Wissenschaft.

Was ich gern lese. von. ...Klasse... Schule... Best.Nr. 4/04

Praktische Anleitung im Umgang mit Demenz

+++Sperrfrist 16. Februar 2009, 18 Uhr +++ Es gilt das gesprochene Wort!

Kennenlernen des Engels (1. Einheit)

LESEN - NACHDENKEN - HANDELN

Darüber spricht man nicht? Jugendforum denk!mal 17

Unterrichtsreihe: Liebe und Partnerschaft

Zur Legitimation seien hier drei Gründe angeführt, die ein solches Projekt rechtfertigen:

den 31. Juli Liebes Tagebuch! Du wirst nicht glauben, was mir passierte ist! Ich traf Michael und ich machte mich schrecklich lächerlich.

Aus: Inge Auerbacher, Ich bin ein Stern, 1990, Weinheim Basel: Beltz & Gelberg

Maria, die Mutter von Jesus wenn ich diesen

JÜRGEN ZWICKEL. Potenzialsätze. Inspiration für Herz und Kopf

Welche Farbe sollen sie haben? Rot, sagt Martha.

Wirklichkeit doch so vollkommen anders erscheint. Natürlich kann er froh sein, dass er sich mit diesen Gedanken nicht herumplagen muss, so wie seine

Volkstrauertag 13. November 2016

Transkript:

Statements und Reflexionen von SchülerInnen der Realschule Steinhagen nach der Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz und Birkenau vom 13.- 18.06.2012 Gründe für die Fahrt nach Auschwitz Wir sind nach Auschwitz gefahren, weil es für uns wichtig ist, über unsere Vergangenheit aufgeklärt zu sein. Außerdem wollten wir die Chance nutzen, einen Überlebenden des Holocaust zu treffen. Diese Gelegenheit wird sich in Zukunft nicht mehr häufig bieten. Einige von uns wollten auch noch die polnische Kultur kennenlernen. Für uns ist es wichtig, dass wir das, was dort damals geschehen ist, niemals vergessen. Am meisten hat uns bewegt, an diesem >Ort der Unmenschlichkeit< gewesen zu sein und es in voller Größe gesehen und erlebt zu haben. Es ist wichtig, dass wir die Erinnerungen an diesen Ort wach halten und darauf achten, dass so etwas nicht ein zweites Mal geschieht. Und uns das Ziel zu nehmen, die Welt ein wenig besser zu verlassen als wir sie vorgefunden haben, wie es uns der Zeitzeuge Tadeusz Sobolewicz mit auf den Weg gegeben hat, hat in Auschwitz eine besondere Bedeutung bekommen. Paul Dettling, Paul Blankert, Leon Karklis, Lennart Beimdiek, Lucas Mergelkuhl, Tim Hermbecker, Philipp Siebert Die Erinnerungen wach halten! Warum? Wir denken, man darf die Erinnerungen an die SS-Zeit und die Judenverfolgung (bzw. Ermordung) nicht verdrängen und muss diese Erinnerung wach halten, denn wir sind es den Opfern schuldig, dass sie nicht in Vergessenheit geraten bei dem Leiden, welches sie erleben mussten, nur durch die Erzählungen, Aufklärungen und die Auseinandersetzung mit dem Gesehenen, kann eine Wiederholung vermieden werden. die Beschäftigung mit dieser schrecklichen Zeit und dieser dunklen Geschichte sollte ohne Schuldgefühle, dafür aber mit erhöhter Verantwortung für die Zukunft geschehen. Johanna Vogt und Wiebke Adrian

Freiwilligkeit für eine solche Fahrt Für die Teilnahme an dieser Studienfahrt im Allgemeinen war es sehr wichtig, dass sie auf einer freiwilligen Basis aufgebaut war. Für uns alle war relativ schnell klar, an der erlebnisreichen Fahrt teilzunehmen, um sich die damaligen Geschehnisse aus dem 2. Weltkrieg mal genauer vor Augen führen zu können. Ich persönlich kann auch sagen, dass es für mich nicht leicht gewesen wäre, wenn ich nicht von mir aus den Entschluss dazu gefasst hätte an dieser Fahrt teilzunehmen. Jeder muss für sich selbst wissen, ob man sich mit dem Thema beschäftigen und auseinander setzen will oder ob man die Vergangenheit verdrängt. Außerdem ist es wichtig, nicht zu der Teilnahme gezwungen zu werden, denn sonst wäre das Interesse an dem Thema nicht da und dann ist es schwer sich damit auseinander zu setzen. Im Großen und Ganzen bin ich sehr froh, an der Fahrt teilgenommen zu haben und somit die Ereignisse aus der Zeit des Nationalsozialismus und dem Krieg besser verstehen und verarbeiten zu können. Christine Frick Das Bewegendste an der Studienfahrt war für mich der Besuch im KZ in Auschwitz. Dort haben wir die Schuhe, die Brillen, Bekleidungen und die Haare der Häftlinge gesehen. Wenn man im Geschichtsbuch liest, wie viele Menschen damals umgekommen sind, kann man es sich nicht richtig vorstellen. Doch wenn man dann sieht, wie viele Haare dort liegen, oder wie viele Schuhe dort gesammelt wurden und dies nur ein kleiner Teil von dem ist, was den Häftlingen abgenommen wurde, dann stärkt dies unsere Vorstellungskraft. Obendrein ist es viel emotionaler, weil diese Sachen doch sehr persönlich sind. Insgesamt sehe ich die Studienfahrt für etwas sehr Besonderes in meinem Leben an, da man nicht nur viel sieht und hört, sondern man seinen Horizont auch erweitert. Alev Kayguruz

Begegnung mit einem Zeitzeugen Ein sehr bewegendes Erlebnis war für mich die Begegnung mit dem Zeitzeugen. Wir sind möglicherweise einige von den letzten, die die Geschichte eines Zeitzeugen persönlich hören durften. Mitten in Krakau wurden wir durch einen eher schmalen Gang in einen Veranstaltungsraum geführt. Nach kurzer Zeit betrat ein uns noch unbekannter Mann im Alter von 87 Jahren den Raum. Sein Name war Tadeusz Sobolewicz. Er erzählte uns seine Geschichte, sein Über-Leben in insgesamt 6 Konzentrations- und Arbeitslagern in der Zeit von 1940 1945. Noch nie musste ich so oft schlucken und meine Tränen zurückhalten. Es ist unglaublich, dass er das Geschehene überhaupt überlebt hat. Er hat seine Geschichte so gefühlvoll und mit vielen Emotionen erzählt, dass man geradezu gefesselt war und seine Worte in sich aufgezogen hat. Es war eine Ehre für mich, einen Einblick in sein früheres Leben zu erhalten und daran teilhaben zu dürfen. Außerdem konnte man ihm alle möglichen Fragen stellen, die er dementsprechend beantwortete. Für mich war es ein einmaliges Erlebnis, was ich so schnell nicht vergessen werde. Alessa Emich Es war wichtig Wir finden es wichtig einmal persönlich in Auschwitz gewesen zu sein. Es ist wichtig, da es ein Teil unserer Vergangenheit ist, an die wir uns immer wieder erinnern sollten, damit sich so etwas nicht mehr wiederholt. Das, was dort passiert ist, haben wir durch einen Zeitzeugen und durch Besuche in den beiden Konzentrationslagern nähergebracht bekommen. Es war sehr interessant, eindrucksvoll und wir haben viele neue Erfahrungen gemacht. Wir hatten großes Glück, denn der Zeitzeuge sagte, dass es nicht mehr lange möglich sei, mit diesem Personenkreis zu sprechen. Viele Schüler sollten diese einmalige Chance nutzen und diesen Ort besuchen, denn kein einziger von uns bereut diese Fahrt. Markus Nissen, Luisa Fleischhauer Die Ausstellung Bilder im Kopf von Mariana Kołodzieja Mariana Kołodzieja war ein begnadeter Künstler, diese Gabe verhalf ihm, das KZ zu überleben. Er war vom ersten Tag der Existenz des KZ in Auschwitz (Birkenau) ein Häftling und überlebte bis zum Schluss. In dieser sehr bewegenden Ausstellung sah man häufig die Zahl 432, seine Häftlingsnummer.

Mit dem Malen wollte der Künstler seine Erlebnisse verarbeiten, denn er fing erst damit an, nachdem ein Schlaganfall seine berufliche Karriere als Bühnenbildner in Danzig beendet hatte und er sich dazu entschloss, der Nachwelt ein Zeugnis zu hinterlassen. Die Bilder zeigen viele Symbole und auch viele Situationen, die der Künstler erlebt hat. Jedoch sollte man diese Ausstellung nicht besuchen, wenn man mit der Geschichte des Konzentrationslagers nicht vertraut ist. Den Sinn der Bilder versteht man erst, wenn man sich vorher mit dem Leben im KZ beschäftigt hat und weiß, was dort ungefähr passiert ist. Die meisten Bilder sind schwarz-weiß gehalten und sollen die Kälte in dem KZ zeigen. Es werden wenige Gesichter gezeigt, nur Totenköpfe oder Monster mit drei Köpfen, welche die unmenschlichen SS-Wärter zeigen sollen. Die Galerie ist so ausgiebig, voller Details und war in der Zeit von 90 Minuten kaum zu bewältigen. Die Bilder erzählen die Geschichte von Mariana Kołodzieja und seine Erlebnisse, man kann sich richtig reinversetzen und viele Emotionen in und durch die Bilder spüren. Ich bin sehr froh, dass ich diese Ausstellung besucht habe, da diese auch freiwillig war. Kristina Barkov Zwei Gesichter: Die Zahl 432 ersetzt seine Identität Schindlers Fabrik als Museum Wir fanden die Ausstellung in der historischen Emaillewarenfabrik von Oskar Schindler ziemlich interessant. Man sollte sich auf jeden Fall die Zeit nehmen, dieses Museum zu besichtigen. Schindlers Büro zu sehen ist ein Erlebnis, das man nicht vergisst. Die Ausstellung lief unter dem Titel: > Krakau - die Okkupationszeit 1939-1945<. In dem Museum erfährt man jede Menge über jüdisches Leben in Krakau vor 1939 und dann die Zeit der Nazi-Herrschaft in Krakow, die Entstehung des Ghettos und des späteren Konzentrationslagers Płazow. Natürlich gibt es auch Informationen über jene 1000 Juden, die für Schindler gearbeitet haben. Das Museum versucht die Atmosphäre nachzubauen, die damals in Krakau herrschte und versucht die Situation der Juden, als sie verfolgt und ausgebeutet wurden, erfahrbar zu machen. Mal ging man über einen weichen Boden, der darstellen sollte, dass die Juden keinen festen Boden unter den Füßen hatten, dann lief man über einen mit Hakenkreuzen gefliesten Flur oder stand plötzlich in einer von Menschen überfüllten, nachgebauten Ghettowohnung. Außerdem sind in der Ausstellung irre Dinge ausgestellt, wie zum Beispiel eine Zigarrentasche aus Menschenleder. Man konnte Briefe über die Situation der einzelnen Opfer lesen. Interessante Zeitungsartikel und Fotos, aber auch Plakate und Poster aus der NS-Zeit waren in der Ausstellung vorhanden. Das Museum ist auf jeden Fall empfehlenswert. Das Reinschauen hat sich gelohnt. Kevin Kuß und Adrian Wedman

Nicht vergessen - die Erinnerung wachhalten Ich bin der Meinung, man sollte die Ereignisse der nationalsozialistischen Geschichte wach halten. Es ist wichtig, dass Menschen späterer Generationen darüber aufgeklärt werden, was die Deutschen den Juden damals angetan haben. Sie wurden qualvoll getötet - meistens durch die Vergasung in den extra dafür gebauten sogenannten Gaskammern. Davor mussten sie Tage, Monate manchmal sogar Jahre unter unzumutbaren Bedingungen arbeiten und leben. Der Grund dieser Verfolgung und Ausrottung der Juden war, dass sie nicht dem Bild eines Deutschen entsprachen. Das rassistische Bild eines damaligen Deutschen kann man sich so vorstellen: blondes Haar, blaue Augen und den gleichen Glauben und dieselbe Ideologie. Die Juden haben einer anderen Religion angehört und deshalb wurden sie durch die Nationalsozialisten zu Untermenschen erklärt. Um bei Ihnen die Akzeptanz für die Deportationen zu erhöhen, wurde ihnen eine Umsiedlung ins Paradies vorgespielt. Es wurde ein System von Lügen aufgebaut. Sarah Koske Das Gefühl des Wieder-Erkennens Oft sieht man in Filmen Orte und Dinge über Auschwitz, mit denen man vor unserer Studienfahrt nicht viel anfangen konnte. Jetzt ist das anders. Man erkennt Gebäude und Gebilde, wie zum Beispiel das Eingangstor in Birkenau sofort wieder. Schon beim ersten Anblick dieses Tores weiß man jetzt, was es zu bedeuten hat. Ich finde es ist ein erschreckendes Gefühl, dort zu stehen, wo diese Menschen standen; zu sehen, was diese Menschen sahen - das ist unbeschreiblich und unbegreiflich. Das ist etwas anderes, als wenn man solche Dinge nur in Büchern oder in Filmen zu sehen bekommt. Ich bin sehr froh mitgefahren zu sein und auf diesem Wege Erfahrungen wie diese machen zu dürfen. Ich kann mir nun in Ansätzten vorstellen, wie die Leute sich fühlten, als sie unschuldig ins KZ eingeliefert wurden. Doch ich denke auch, dass wir niemals voll und ganz verstehen können, was damals passiert ist. Wir können nur versuchen, es zu begreifen. Und das ist meiner Meinung nach unsere Pflicht. Es ist unmöglich durch Erzählungen, Bilder oder Unterricht, so zu fühlen und zu lernen, wie wir es konnten. Die Reise war eine einzigartige Chance und ich bin froh, sie ergriffen zu haben und nun so fühlen zu können. Lena Hibler

Jeder sollte die Welt ein wenig besser verlassen, als er sie vorgefunden hat! Wenn ich nun an Auschwitz denke, an die Vergangenheit Deutschlands und die damalige NS-Zeit, dann denke ich an diesen Satz von Tadeusz Sobolewicz, den er uns mit auf den Weg gegeben hat. Nachdem er uns als Zeitzeuge von seinem Leben, insbesondere seinem Leben im KZ, erzählt hat, finde ich diesen Auftrag sehr wichtig. Ich denke man kann sich im Leben Ziele setzen, die auf dieser Aussage basieren. Würde jeder von uns sich diesen Satz zu Herzen nehmen, so könnten wir auch andere Menschen damit bereichern. Die Fahrt nach Auschwitz war prägend. Prägend fürs ganze Leben, wie ich finde. Die vielen Eindrücke, die Ausmaße, waren traurig und sehr schwer zu verstehen. Einige Fragen springen mir persönlich dann immer in den Kopf. Wie unmenschlich können Menschen sein? Warum lassen sich Menschen unter falscher politischer Führung so beeinflussen? Ist nicht jedem Menschen Freiheit gewährt? Je mehr ich darüber nachdenke, desto weniger verstehe ich diese Grausamkeit und desto mehr Mitleid empfinde ich für die Menschen, die etwas so Schlimmes erleben mussten. Milena Stürz