Yoga mit dem Weihnachtsmann

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Transkript:

036 Yoga mit dem Weihnachtsmann Rudolf Gigler 8223 Stubenberg am See 191 Austria Tel.: +43 664 1388675 verlag@unda.at www.unda.at

Inhalt Der Weihnachtsmann ist besorgt, denn seine Helfer sind mit ihren Aufgaben im Verzug. Bei einem Gespräch erfährt er, dass der Grund für die fehlende Leistung die schlechte Stimmung untereinander ist. Ein Personaltrainer empfiehlt, zur Verbesserung des Arbeitsklimas einen Yogalehrer einzuladen. Aber der Versuch bessert die Lage genauso wenig wie das gemeinsame Zumba- Tanzen mit einer Fitnesstrainerin. Erst als der Weihnachtsmann nach einem Telefonat mit dem Christkind seinen Helfern die drei F Friede, Freude und Fröhlichkeit in Erinnerung ruft, erkennen sie wieder den wahren Sinn des Weihnachtsfests. Personen Erzähler... 8 Einsätze Weihnachtsmann... 28 Einsätze 1. Helfer... 12 Einsätze 2. Helfer... 11 Einsätze 3. Helfer... 11 Einsätze 4. Helfer... 10 Einsätze 5. Helfer... 10 Einsätze 6. Helfer... 10 Einsätze 7. Helfer... 10 Einsätze Weitere Helfer (Anzahl beliebig, wenig Text)... 4 Einsätze Personaltrainer... 3 Einsätze Yogalehrer... 10 Einsätze Fitnesstrainerin... 8 Einsätze Christkind (ohne Auftritt)... 8 Einsätze 3

1. Akt Personen: Erzähler, Weihnachtsmann, Helfer, Personaltrainer Bühnenbild: im Büro des Weihnachtsmanns Erzähler: (vor dem Vorhang) In der Abteilung, die für das Verpacken und Zustellen der Weihnachtsgeschenke zuständig ist, gibt es wie immer um diese Zeit viel zu tun. Aber in diesem Jahr herrscht besondere Hektik und Unruhe. Viele unbearbeitete Wunschzettel liegen umher und erst wenige Rentierschlitten sind zum Abtransport beladen. Das macht besonders einem, nämlich dem Weihnachtsmann, große Sorgen und so ruft er seine sieben wichtigsten Helfer zu sich. Der Vorhang öffnet sich und man sieht den Weihnachtsmann, der an einem Tisch sitzt und sorgenvoll dreinblickt. Die sieben Helfer marschieren herein. Weihnachtsmann: (freundlich) Alle Helfer: Einen vorweihnachtlichen Gruß, meine treuen Helfer! Wir begrüßen dich auch, lieber Weihnachtsmann. Weihnachtsmann: Ich habe euch rufen lassen, weil wir ein ernstes Problem haben. 1. Helfer: (neugierig) Welches? Weihnachtsmann: (streng) Ich habe gestern einen Rundgang durch die Abteilung gemacht und musste zu meiner größten Sorge arge Versäumnisse feststellen. 4

2. Helfer: (fragend) Arge? Weihnachtsmann: (bestimmend) Sehr arge sogar! 3. Helfer: Waren die Türen nicht versperrt? 4. Helfer: Oder die Wolkenvorhänge nicht zugezogen? 5. Helfer: 6. Helfer: Hat vielleicht jemand die Weihnachtskeksdose geplündert? Sind die Rentiere ausgebrochen? 7. Helfer: Oder die Kufen der Schlitten nicht gereinigt worden? Weihnachtsmann: Nichts von alldem. Ich habe gestern bei meinem Rundgang festgestellt, dass noch viele Wunschzettel nicht bearbeitet sind, kaum einige Rentierschlitten bepackt und die Geschenklager noch ziemlich gefüllt sind. In den Vorjahren waren all diese Arbeiten um diese Zeit schon längst erledigt. Nun frage ich euch, woran kann das liegen? 1. Helfer: Wir haben mehr Wunschzettel als in den Vorjahren. 2. Helfer: Die Kinder schreiben immer schlampiger und wir brauchen länger, um die Schrift zu entziffern. 5

Weihnachtsmann: (unterbricht) Aber nicht alle! Ich habe mir unlängst die Briefe der Kinder aus... (Aufführungsort einsetzen) angesehen. Die waren gestochen scharf geschrieben. Das müssen sehr ordentliche Schüler sein. 3. Helfer: Die Kinder aus... sind eine Ausnahme. Es gibt andere Gründe. Die etwas fülligeren Helfer lachen uns dünne immer aus. 4. Helfer: Das stimmt nicht! Im Gegenteil, ihr Dünnen lacht über uns Dicke. 5. Helfer: Und die neu eingestellten Helfer sind fauler als wir! 6. Helfer: (aufgeregt) Da muss ich aber sehr protestieren! Wer macht denn alle 7. Helfer: fünfzehn Minuten eine Kekspause? Als ältester Helfer des Teams muss ich leider feststellen, früher war alles viel friedlicher, freudiger und fröhlicher. Weihnachtsmann: (nachdenklich) Was ich da von euch zu hören bekomme, gefällt mir aber ganz und gar nicht. Dagegen muss etwas unternommen werden. Geht wieder an eure Arbeit! Ich muss in Ruhe über die Sache nachdenken. Die Helfer gehen gestikulierend ab. Der Erzähler kommt auf die Bühne. 6

Erzähler: Die Helfer gingen und nahmen ihre Arbeit wieder auf. Der Weihnachtsmann überlegt, was er gegen die schlechte Stimmung unternehmen könnte, und ruft einen Personaltrainer zu sich. Der Personaltrainer kommt geschäftig auf die Bühne. Personaltrainer: (wichtig) Guten Tag, Herr Weihnachtsmann! Sie haben mir am Telefon Ihr Problem geschildert und es passt genau zu meinem Wahlspruch: Gibt es Probleme mit dem Personal, löse ich sie immer, auf jeden Fall! Weihnachtsmann: Und Sie meinen, mein Problem ist auch so leicht zu lösen? Personaltrainer: Selbstverständlich! Ich habe auch schon einen Plan. Das Gemeinschaftsgefühl muss wieder aktiviert werden, die Bindung unter den Kollegen gestärkt und das Ich gegen das Wir ausgetauscht werden. Weihnachtsmann: (unsicher) Wie soll das denn funktionieren? Personaltrainer: Lassen Sie mich nur machen. Rufen Sie bitte alle Mitarbeiter für morgen zusammen. Licht aus. 7

2. Akt Personen: Erzähler, Weihnachtsmann, Helfer, Yogalehrer Bühnenbild: im großen Saal Erzähler: (vor dem Vorhang) Der Weihnachtsmann ließ alle Helfer in den großen Wolkenraum kommen. Da niemand wusste, was nun passieren würde, war die Aufregung groß. Nach und nach kommen die Helfer, auch die ohne Text (Anzahl beliebig), auf die leere Bühne. 1. Helfer: (mürrisch) Ich bin gespannt, was wir heute wieder hören werden. 2. Helfer: (abschätzig) Den üblichen Vortrag, nehme ich an. Schneller arbeiten... 3. Helfer: Und besser vertragen 4. Helfer: Das wäre wichtig. Erst gestern hat... 5. Helfer: (vorwurfsvoll zum 4. Helfer) Könntest du versuchen, einen Tag nicht zu petzen? 6. Helfer: Das nervt! 7. Helfer: Ruhe! Er kommt! 8

Der Weihnachtsmann kommt mit dem Yogalehrer auf die Bühne. Weihnachtsmann: (stolz) Liebe Mitarbeiter, ich habe euch den berühmten Yogalehrer Mazu Mazu mitgebracht. Er wird versuchen, unser Gemeinschaftsgefühl wieder zu stärken. Gelingt es, wird die Arbeit wieder leichter und schneller von der Hand gehen. Herr Mazu Mazu, bitte! Yogalehrer: (hebt die Hände, blickt zum Boden, dann nach links und rechts) Om, om. (sehr gedehnt) Seid umarmt, meine Freunde! Lasst uns gemeinsam stark werden. Ich begrüße euch mit einem Om. Begrüßt auch ihr mich mit einem zweifachen Om! Alle Helfer: (etwas ratlos) Om, om. Yogalehrer: Nun nehmt euch an den Händen und sagt nochmals Om! 4. Helfer: (zum 5. Helfer) Wäh, deine Hände kleben. Du hast wieder Kekse genascht. Weihnachtsmann, ich weiß was! Yogalehrer: (gütig) Bitte keine Beschuldigungen und keine Unterbrechungen! Om! 3. Helfer: (unterbricht) Herr Mazu Mazu, schreibt man Om mit zwei oder drei m? Yogalehrer: (leicht irritiert) 3. Helfer: Mit einem! Ist das wichtig? Ja, schon, denn sollte sich ein Kind einmal zu Weihnachten ein Om wünschen, ist es gut zu wissen, wie man Om schreibt. 9

Yogalehrer: (schon etwas genervt) Wo waren wir? Weihnachtsmann: Beim Om, mit einem M. Yogalehrer: Wir halten uns an den Händen, heben den Kopf nach oben zum Himmel und sagen dazu Om. Alle Helfer sagen Om, neigen den Kopf jedoch nach unten. Yogalehrer: (schon etwas verzweifelt) Ich sagte nach oben zum Himmel. 1. Helfer: Entschuldigung, Herr Mazu Mazu, aber wir sind im Himmel. Deshalb können wir nicht mehr weiter nach oben blicken. Yogalehrer: (ungeduldig) Dann schaut geradeaus! 2. Helfer: Darf ich auch nach links schauen? 6. Helfer: (trotzig) Immer muss alles nach deinem Kopf gehen. Ich will lieber nach rechts blicken! Yogalehrer: (verzweifelt) So wird das nichts! Noch ein Versuch! Breitet die Arme aus und macht Flugbewegungen und was sagen wir dabei? 7. Helfer: Geh mir aus dem Weg! 2. Helfer: Oder flieg nicht zu hoch und zu schnell! 10

Weihnachtsmann: (unterbricht) Herr Mazu Mazu, wir können fliegen. Deshalb ist diese Übung nicht so ratsam, denn wenn meine Helfer einmal zu fliegen beginnen, kommen sie nicht so schnell zurück. Yogalehrer: (verzweifelt) Tut mir leid, Herr Weihnachtsmann, aber hier ist meine Kunst am Ende. Ich kann Ihnen leider nicht helfen! (geht ab) Alle: Om, om. Licht aus. 11

3. Akt Personen: Erzähler, Weihnachtsmann, alle Helfer, Fitnesstrainerin Bühnenbild: im großen Wolkenraum Erzähler: (steht seitlich auf der Bühne) Doch der Personaltrainer war mit seinem Latein noch nicht am Ende. Er hatte einen weiteren Vorschlag, der sicher funktionieren würde. Deshalb ließ der Weihnachtsmann wieder alle Helfer in den großen Wolkenraum rufen. Nach und nach kommen die Helfer, auch die ohne Text (Anzahl beliebig), auf die leere Bühne. 1. Helfer: Was wird sich der Boss nun wieder ausgedacht haben? 2. Helfer: Vielleicht sollen wir einen Kopfstand machen? 3. Helfer: Oder ein Rad schlagen? 4. Helfer: Ich kann einen Purzelbaum! 5. Helfer: 6. Helfer: Mir wäre ein Kekswettessen am liebsten. Ich hätte lieber Zeitausgleich oder noch besser Urlaub! 7. Helfer: Ruhe! Er kommt! 12

Erzähler: Die Überraschung war riesengroß, als der Weihnachtsmann mit einer sportlich gekleideten Dame erschien. Alle Helfer: Om, om! Der Weihnachtsmann winkt ab. Weihnachtsmann: Liebe Mitarbeiter, die Sache mit dem Yogalehrer ist vorbei. Fitness ist angesagt! Darf ich euch Jessica, unsere neue Trainerin vorstellen. Jessica: (übertrieben) Hi! Alle Helfer: (ebenso übertrieben) Hi! Jessica: Ich werde mit euch nun tanzen! Tanzen vereint, Tanzen legt Glücksgefühle frei, Tanzen macht einfach happy! Wollt ihr das sein? (niemand antwortet) (lauter) Wollt ihr happy sein? 1. Helfer: (zaghaft) Weihnachtsmann, dürfen wir das sein? Weihnachtsmann: (zustimmend) Ja, seid happy! Jessica: Dann rufen wir gemeinsam: Wir sind happy! Das gesamte Stück hat 18 Seiten 13