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Transkript:

LEBEN IN DEN 50ERN In den 1950er Jahren begannen die Menschen in Deutschland, sich ein neues Leben nach dem Krieg aufzubauen. Noch hatten sie allerdings wenig Geld und wenig Freizeit. Einen Fernseher konnten sich die meisten Menschen nicht leisten. Und so schaute man zusammen mit anderen oder vor den Schaufenstern großer Geschäfte fern. Beliebt waren etwa Kochshows oder Fußballspiele. Der überraschende Sieg bei der Fußballweltmeisterschaft 1954 sorgte für eine große Begeisterung in der BRD auch weil Deutschland damals international nicht gut angesehen war. Für kleine Kinder lief im Fernsehen z. B. das "Sandmännchen", eine Sendung, die 1959 in der DDR entwickelt wurde. Westdeutsche Jugendliche dagegen guckten im Kino Filme wie "Die Halbstarken", in denen ihr Lebensgefühl dargestellt wurde. Die wenigen Urlaubstage in dieser Zeit nutzten viele Menschen aus der BRD, um mit dem Zelt oder dem Wohnwagen nach Italien zu fahren. Die Adria wurde deswegen auch die Badewanne der Deutschen genannt. MANUSKRIPT ZUM VIDEO 1953 im deutschen Fernsehen: Die erste Kochshow geht auf Sendung. CLEMENS WILMENROD: Das Menü, was ich demonstrieren will, heißt: "verlorene Eier" auf Toast mit Salami, dazu einen Salat "Durieux" und dann gefüllte Erdbeeren. Der Hobbykoch Clemens Wilmenrod gibt der deutschen Hausfrau Rezeptideen, die sie nach den mageren Nachkriegsjahren zu mehr Kreativität in der Küche inspirieren sollen. CLEMENS WILMENROD: Wissen Sie, es gibt ja in der Küche keine feste Vorschrift. Es ist ja keine Kaserne. Es kann jeder machen in der Küche, was er will. Das waren nur wenige Menschen, die eigentlich einen Fernseher besaßen und wenige konnten von daher auch nur zuschauen. Aber Fernsehen war ein Gemeinschaftserlebnis: Man ging zum Nachbarn, man ging zu den Verwandten und schaute dort. Und der millionste Fernseher wurde erst Ende der 50er Jahre verkauft. Es ist auch so gewesen, dass natürlich die Fernsehgeräte in den Schaufenstern standen und dort liefen die dann zum Teil auch, zu den Zeiten, wo eine Sendung war. Also, sehr viele Menschen haben zum Beispiel die Fußballweltmeisterschaft vor einem Schaufenster gesehen. Seite 1 von 5

Die Fußballweltmeisterschaft 1954: Die deutsche Nationalmannschaft gewinnt völlig überraschend im Endspiel gegen den Favoriten Ungarn mit drei zu zwei. KOMMENTATOR (Herbert Zimmermann): Kopfball abgewehrt! Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen. Rahn schießt Tor, Tor, Tor, Tor! Horst Eckel war 1954 der jüngste Spieler in der deutschen Nationalmannschaft. HORST ECKEL: Ja, wir waren ja politisch, wirtschaftlich und auch sportlich auf der ganzen Welt zu dieser Zeit überhaupt noch net [nicht] anerkannt. Und niemand hat gewusst, wie stark dass wir auch sind. Wir selbst haben net [nicht] gewusst. Aber auch die Menschen in Deutschland, die haben ja dann später, wie wir Weltmeister geworden sind, nicht gesagt, Herberger und die Mannschaft ist Weltmeister geworden, sondern WIR sind Weltmeister geworden. Das Wir-Gefühl wurde bei den Menschen wieder ganz großgeschrieben. In den 50er Jahren haben die Deutschen nur zwölf Tage Urlaub. Vor allem als Camper beginnen sie, die Welt zu erkunden. Was das Auto hergab so weit fuhr man auch, und das war erst mal Italien. Und gleich an die Adria, das war dann die Badewanne der Deutschen. 1959 wird am Lago Maggiore bereits die millionste deutsche Urlauberin begrüßt. Die nach Italien fuhren, die brachten alle die Chianti-Flasche. Und der Wein war dann getrunken, und dann wurde diese Flasche natürlich auf einen Tisch gestellt und eine Kerze reingesteckt. Und dann hatte man sein Italien-Flair wieder. Im Kino wird unterdessen der Film "Die Halbstarken" mit Horst Buchholz zum Kult-Film der 50er Jahre. FILMSZENE: Erster Junge (Horst Buchholz): Na los, weg, macht euch dünne. Und du sagst Günther Bescheid. Hier, nimm das. Seite 2 von 5

Zweiter Junge: Danke! Die haben doch sicher schon die Polizei alarmiert. Erster Junge: Na, wenn schon! Polizei mit denen fahre ich Schlitten. Die müssen früher aufstehen, wenn sie uns kriegen wollen. Mädchen: Was haben Sie denn gemacht. Sie bluten ja! Zweiter Junge: Ach, aber deine Uhr ist hin. Erster Junge: Na, ist sie eben hin. Na, wenn schon! Der Film "Die Halbstarken" versucht, ein wenig das Lebensgefühl der jungen Generation Ende der 50er Jahre einzufangen. Also einer Generation, die im Krieg geboren wurde, und einer Generation, die langsam begann, mit diesem restaurativen Staat und mit ihren Eltern, die ja noch sehr verhaftet waren in den 30er und 20er Jahren, zu rebellieren. Der größte Fernsehstar der späten 50er Jahre stammt jedoch aus der DDR und ist für die braven Kinder gemacht: das "Sandmännchen". Es wird erstmals im November 1959 im DDR-Fernsehen gezeigt. Die Fernsehmacher in der DDR waren sicherlich sehr stolz darauf. Und das trägt ja bis heute. Und sie hatten damit einen Coup gelandet, den der Westen nicht hatte. Ohne Konkurrenz bleibt das DDR-Sandmännchen allerdings nur ein paar Tage. Noch im Dezember 1959 geht das West-Sandmännchen auf Sendung. Seite 3 von 5

GLOSSAR etwas geht auf Sendung etwas wird im Fernsehen gezeigt etwas demonstrieren hier: etwas zeigen mager hier: von Armut bestimmt; arm Kreativität, die die Fähigkeit, neue Ideen zu entwickeln etwas inspiriert jemanden etwas bringt jemanden auf neue Ideen Gemeinschaftserlebnis, das ein Ereignis, das man mit vielen anderen Menschen erlebt Schaufenster, das die großen Fenster in Kaufhäusern oder Modegeschäften Favorit, der hier: jemand, von dem die meisten glauben, dass er bei einem Sportereignis gewinnt jemanden anerkennen hier: jemanden respektieren; jemanden achten Herberger Sepp Herberger, der Trainer der Fußballnationalmannschaft 1954 etwas großschreiben hier: etwas für sehr wichtig halten Camper, der jemand, der auf einer Reise in einem Zelt oder einem Wohnwagen übernachtet etwas erkunden hier: etwas entdecken was das Auto hergibt (umgangssprachlich) so weit, wie das Auto fahren kann Adria, die das Meer an der Ostküste Italiens Lago Maggiore, der ein See im Norden Italiens Flair, das eine schöne Atmosphäre; eine besondere Stimmung Kult- sehr bekannt und von einer bestimmten Gruppe von Menschen sehr geliebt sich dünne machen hier: (veraltet, umgangssprachlich) weggehen; verschwinden Seite 4 von 5

Schlitten fahren mit jemanden hier: (veraltet, umgangssprachlich) jemanden sehr schlecht behandeln; jemandem zeigen, wer der Stärkere ist jemand muss früher aufstehen hier: (umgangssprachlich) jemand muss intelligenter oder schneller sein, um etwas zu schaffen etwas ist hin (umgangssprachlich) etwas ist kaputt Generation, die hier eine Gruppe von Menschen, die ungefähr gleich alt sind etwas einfangen hier: etwas so darstellen, wie es war restaurativ hier: sehr konservativ verhaftet sein in etwas hier: sehr stark beeinflusst sein von etwas gegen etwas rebellieren gegen etwas (auch) mit Gewalt protestieren (hier falsch gebraucht: "mit etwas rebellieren") jemand/etwas stammt aus etwas jemand/etwas kommt aus einem bestimmten Ort oder Land etwas trägt hier: etwas hat Wirkung; etwas dauert an einen Coup landen einen großen, überraschenden Erfolg haben Seite 5 von 5