Pressekonferenz mit Landeshauptmann Dr. Josef PÜHRINGER Bürgermeister Heinz KÖPPL Stadtrat Gerhard MEINGAST und VD Alfred BRUCKSCHLÖGL Geschäftsführer der OÖ Seilbahnholding GmbH am 20. Juli 2010 zum Thema "Projekt GRÜNBERGBAHN NEU" Weitere Gesprächsteilnehmer: HR Dr. Dieter Widera, Direktion Finanzen
Seite 2 Investitionen in das Salzkammergut Das Salzkammergut ist eine Vorzeigeregion und eine besondere Visitenkarte des Landes Oberösterreich. Es ist aber auch jene Region, in die in den letzten Jahren besonders viel investiert wurde. So war und ist der Ausbau der touristischen Infrastruktur im Salzkammergut einer der Investitionsschwerpunkte in den letzten Jahren und wird auch in den zukünftigen Jahren ein Schwerpunkt sein. Schon alleine die wichtigsten touristischen Großprojekte machen ein Investitionsvolumen von einem dreistelligen Millionen Euro Betrag aus. Dazu kommen noch zahlreiche Einzelinvestitionsaktivitäten der touristischen Betriebe im Salzkammergut. Damit wurden und werden auch wichtige volkswirtschaftliche Ziele erreicht, wie die Stärkung der regionalen Bauwirtschaft, ein Mehr an Wertschöpfung für das Salzkammergut, eine massive Attraktivitätssteigerung des Tourismuslandes OÖ sowie die direkte und indirekte Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen. Projekt GRÜNBERGBAHN NEU Das Land Oberösterreich besitzt und betreibt im Wege der OÖ Seilbahnholding GmbH als Geschäftsführerin der Traunsee Touristik GmbH Nfg. & Co KG auch die Seilbahn auf den Gmundner Hausberg den Grünberg. Die Grünberg- Seilbahn in Gmunden ist die europaweit letzte in Betrieb stehende 2- Seilumlaufbahn der Type Wallmannsberger. Sie wurde im Dezember 1957 eröffnet und seither mehrmals saniert. Die Konzessionsdauer wurde bis Herbst 2017 festgelegt. Das bestehende Bahnsystem ist nun am Ende der Lebensdauer angelangt und wird mit Abschluss der Sommersaison 2010 eingestellt. Die OÖ Seilbahnholding plant daher derzeit den Bau einer neuen Bahn unter Berücksichtigung der speziellen Erfordernisse des Umfeldes der Bahn. Die
Seite 3 Bedeutung dieser Verkehrs-Infrastruktur für die Tourismusattraktivität der Traunseeregion ist seit Jahrzehnten unbestritten, weshalb diese bestehende Attraktion zukunftsfähig gemacht werden muss. Der Gmundner Hausberg soll zum Ausflugsberg Grünberg entwickelt und damit zu einem attraktiven Familienfreizeitangebot werden. Standort und Trassierung der neuen Bahn Insgesamt wurden sieben Grundvarianten von möglichen Trassenführungen für die Neuerrichtung der Grünbergseilbahn angedacht und auf Umsetzbarkeit geprüft. Letztlich stellte sich heraus, dass nach Analyse aller relevanten Kriterien die Neuerrichtung der Seilbahn auf der bestehen Trasse erfolgen soll. Die Positionierung der Talstation erfolgt auf demselben Standort wie bisher. Das Stationsgebäude soll Richtung Osten um rund drei Meter verbreitert werden. Die Fassade soll in heller und freundlicher Glasbauweise ausgeführt werden. Mit den Anrainern im Bereich der Talstation konnte eine gute Kompromisslösung erzielt werden. Die Positionierung der Bergstation erfolgt etwas vorgelagert zum derzeitigen Stationsgebäude, das natürlich in das Gesamtkonzept am Berg mit eingebunden wird. Die schräge Bahnlänge beträgt rund 2.020 m, die mittlere Neigung 28 Prozent und der Höhenunterschied 549 m. Seilbahnsystem Aufgrund der Erfordernisse des Betriebsschwerpunktes in der Sommersaison und des erwarteten Besucheraufkommens von bis zu 70.000 Gästen ist eine zweispurige Pendelbahn das effizienteste und von den Betriebskosten her gesehen das wirtschaftlichste Bahnsystem für den Grünberg. In großräumigen 60-Personen-Kabinen können die Besucherinnen und Besucher die Berg- und Tal-Fahrt und das herrliche Panorama des Grünbergs und des Traunsees genießen. Es werden auch einige Sitzplätze in den Kabinen vorgesehen, die bei geringer Auslastung der Kabinen genützt werden können. Insgesamt wird die Anlage behindertengerecht ausgeführt.
Seite 4 Je Fahrspur werden zwei Tragseile mit einem Durchmesser von je 46 mm gespannt. Das Zug- und Gegenseil wird in der Mitte der beiden Tragseile auf Tragseilreitern geführt.
Seite 5 Die Fahrgeschwindigkeit beträgt maximal 10 m/s und kann bei Bedarf und je nach Besucherandrang entsprechend reduziert werden. Die Förderleistung beträgt bei optimaler Ausnutzung der Fahrzeit bis zu 600 Personen pro Stunde, die Fahrzeit der Bahn wird ca. sechs Minuten betragen. Vorgesehen sind zwei Stützen mit einer Bauhöhe von rund 30 Metern. Die Spurweite wird in der Talstation mit fünf Metern geplant, ab der Stütze 1 sind 12 Meter Spurweite vorgesehen. Die gesamte Seilbahntechnik wird von der Firma Steurer (Vorarlberg), die Elektrotechnik von Siemens und die Kabinen der Bahn von der Firma Cavatech (Oberweis) erzeugt, errichtet und installiert. Die Planung der Gesamtanlage erfolgt durch das Ingenieurbüro Salzmann (Vorarlberg). Investitionskosten Für die Demontage der alten Bahnanlage und die Neuerrichtung werden Investitionskosten in Höhe von ca. 9,5 bis 10 Mio. Euro anfallen. Die Lebensdauer der neuen Pendelbahn wird wiederum auf 50 Jahre ausgelegt. Die Finanzierung der Investitionskosten erfolgt durch das Land Oberösterreich. Der Betrieb der Seilbahnanlage soll aufgrund einer sehr optimierten Betriebsweise kostendeckend möglich sein. Bauzeitplan Projekt GRÜNBERGBAHN NEU Erstellung der Vereinbarungen mit den Anrainern der Seilbahntrasse bis Ende Juli 2010 Erstellung der Projekt-Einreichunterlagen und Einreichung des Projektes bei der Seilbahnbehörde bis Ende Juli 2010 Bauverhandlung durch das BMVIT Ende Oktober 2010 Einstellung des Betriebs der alten Bahnanlage Ende Oktober 2010 Baubeginn 1. November 2010 Betriebsbewilligung neue Seilbahnanlage Anfang Mai 2011 Öffentlicher Betrieb ab Mai 2011 Alle Fotos: Bildtext: Entwürfe der neuen Kabinen Quelle: Carvatech