des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision der Kammer der Wirtschaftstreuhänder

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Transkript:

Fachgutachten des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision der Kammer der Wirtschaftstreuhänder über die Erteilung von Bestätigungsvermerken nach den Vorschriften des UGB i.d.f. RÄG 2014 bei Abschlussprüfungen von Jahresund Konzernabschlüssen (Rumpfgeschäftsjahre 2016) (beschlossen in der Sitzung des Fachsenats für Unternehmensrecht und Revision am 15. März 2016 als Fachgutachten ) Inhaltsverzeichnis Seite 1. Vorbemerkungen...3 2. Anwendungsbereich...3 3. Allgemeines...3 4. Inhalt und Gliederung des Bestätigungsvermerks...4 4.1. Übersicht... 4 4.2. Bestandteile des Bestätigungsvermerks... 5 4.2.1. Bezeichnung Überschrift... 5 4.2.2. Empfänger des Bestätigungsvermerks... 5 4.2.3. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Abschluss... 5 4.2.4. Verantwortung des Abschlussprüfers... 6 4.2.5. Prüfungsurteil... 7 4.2.6. Erhebliche Zweifel an der Fähigkeit zur Unternehmensfortführung... 8 4.2.7. Modifikationen zum Prüfungsurteil... 8 4.2.7.1. Allgemeines... 8 4.2.7.2. Form und Inhalt des Bestätigungsvermerks bei modifiziertem Prüfungsurteil... 9 4.2.8. Bericht zum Lagebericht... 9 4.2.8.1. Sonstige Angabepflichten im Vermerk... 9 4.2.8.2. Gesetzlich vorgeschriebenes Urteil und Erklärung... 9 4.2.8.3. Bericht bei ordnungsgemäß erstelltem Lagebericht...10 4.2.8.4. Erhebliche Zweifel an der Fähigkeit zur Unternehmensfortführung...10 4.2.8.5. Bericht bei nicht ordnungsgemäß erstelltem Lagebericht...11 4.2.8.5.1. Urteil zum Lagebericht...11 4.2.8.5.2. Erklärung zum Lagebericht...11 4.2.8.6. Konsequenzen des Fehlens eines Lageberichts...12 5. Vergleichszahlen... 12 6. Unterzeichnung des Bestätigungsvermerks... 12 7. Veröffentlichung des Bestätigungsvermerks... 13 8. Sonderfragen... 13 8.1. Bestätigungsvermerk bei Änderung des Jahresabschlusses oder des Lageberichts (Nachtragsprüfungen)...13 8.1.1. Allgemeines...13 1

8.1.2. Prüfungsurteil...14 8.1.3. Bericht zum Lagebericht...14 8.2. Widerruf des Bestätigungsvermerks...15 8.3. Bestätigungsvermerk bei freiwilligen Abschlussprüfungen...16 9. Anwendungszeitpunkt... 16 Muster 1: Bestätigungsvermerk über die Abschlussprüfung eines Jahresabschlusses einer mittelgroßen GmbH, aufgestellt nach dem UGB i.d.f. RÄG 2014, samt Lagebericht (PG 3a/Rumpfgeschäftsjahre 2016)...17 Muster 2: Bestätigungsvermerk über die Abschlussprüfung eines Konzernabschlusses, aufgestellt nach dem UGB i.d.f. RÄG 2014, samt Konzernlagebericht (PG 3a/Rumpfgeschäftsjahre 2016)...19 Muster 3: Bestätigungsvermerk über die Abschlussprüfung eines Konzernabschlusses, aufgestellt nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, samt Konzernlagebericht (PG 3a/Rumpfgeschäftsjahre 2016)...21 2

1. Vorbemerkungen (1) Der Bestätigungsvermerk beschreibt die Aufgabe des Abschlussprüfers, grenzt diese gegenüber der Verantwortlichkeit der gesetzlichen Vertreter der geprüften Einheit (vgl. KFS/PG 1, Rz 12) für das Rechnungswesen, den Jahresabschluss und den Lagebericht bzw. für den Konzernabschluss und den Konzernlagebericht ab, stellt Gegenstand, Art und Umfang der Prüfung dar und fasst das Prüfungsergebnis in einer Beurteilung zusammen. (2) In diesem Fachgutachten legt der Fachsenat die Berufsauffassung dar, wie Wirtschaftsprüfer als Abschlussprüfer unbeschadet ihrer Eigenverantwortlichkeit Bestätigungsvermerke über Abschlussprüfungen nach den Vorschriften der 268 ff. UGB in Verbindung mit der Anwendung der International Standards on Auditing (ISA) 700, 705, 706 und 710 1 zu erteilen oder zu versagen haben. Dieses Fachgutachten konkretisiert die Anforderungen der angeführten ISA zur Erteilung von Bestätigungsvermerken bei Abschlussprüfungen. 2. Anwendungsbereich (3) Dieses Fachgutachten gilt für alle Abschlussprüfungen von Jahres- und Konzernabschlüssen für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2016 beginnen und vor dem 15. Dezember 2016 enden. Für Abschlussprüfungen betreffend Geschäftsjahre, die am oder nach dem 15. Dezember 2016 enden, gelten überarbeitete Fassungen der einschlägigen ISA 2 und werden Basis für eine weitere Fassung dieses Fachgutachtens sein. (4) Dieses Fachgutachten gilt für alle gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen von Jahres- und Konzernabschlüssen und für freiwillige Prüfungen, die den gesetzlichen Prüfungen nach Art und Inhalt entsprechen. Es gilt für die Prüfung von Abschlüssen ohne Rücksicht auf Größe, Rechtsform und wirtschaftliche Zielsetzung (z.b. Gewinnorientierung) der geprüften Einheit. Im Folgenden wird der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber regelmäßig soweit nicht missverständlich lediglich auf den Jahresabschluss bzw. den Lagebericht Bezug genommen. (5) Dieses Fachgutachten gilt nur für Bestätigungsvermerke über Prüfungen von Abschlüssen für allgemeine Zwecke (vgl. KFS/PG 1, Rz 6 ff.). Zur Berichterstattung über Prüfungen von Abschlüssen für einen speziellen Zweck, von einzelnen Finanzaufstellungen und bestimmten Bestandteilen, Konten oder Posten einer Finanzaufstellung sowie von verdichteten Abschlüssen wird auf die ISA 800, 805 und 810 verwiesen. (6) Abschlussprüfer (Konzernabschlussprüfer) können gemäß 268 Abs. 4 UGB nur Wirtschaftsprüfer oder Wirtschaftsprüfungsgesellschaften sein. 3. Allgemeines (7) Der Bestätigungsvermerk ist schriftlich zu verfassen und hat die Ergebnisse der Prüfung deutlich und in übersichtlicher Form darzustellen (vgl. 274 Abs. 8 UGB). 1 ISA 700, 705, 706 und 710 in der Fassung, die für die Prüfung von Abschlüssen für Zeiträume gilt, die am oder nach dem 15. Dezember 2009 beginnen. 2 ISA 700, 701, 705, 706 und 710 in der Fassung, die für die Prüfung von Abschlüssen für Zeiträume gilt, die am oder nach dem 15. Dezember 2016 enden. 3

(8) Der Bestätigungsvermerk enthält ein Gesamturteil über das Ergebnis der nach den geltenden gesetzlichen Vorschriften und Berufsgrundsätzen pflichtgemäß durchgeführten Prüfung. Beurteilt wird, ob der Jahresabschluss mit den für die geprüfte Einheit geltenden Normen für die Rechnungslegung übereinstimmt und ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage in Übereinstimmung mit den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen vermittelt. Die geltenden Normen für die Rechnungslegung ergeben sich aus gesetzlichen Vorschriften, den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung oder sonstigen maßgeblichen Rechnungslegungsgrundsätzen. Weiters sind die Stellungnahmen des österreichischen Beirats für Rechnungslegung und Abschlussprüfung (Austrian Financial Reporting and Auditing Committee AFRAC) und die von den Fachsenaten des Instituts für Betriebswirtschaft, Steuerrecht und Organisation der Kammer der Wirtschaftstreuhänder und vom Institut Österreichischer Wirtschaftsprüfer beschlossenen Fachgutachten, Richtlinien und Stellungnahmen, welche die Auffassung des Berufsstands der österreichischen Wirtschaftsprüfer zu Fragen der Rechnungslegung, insbesondere zur Interpretation von Rechnungslegungsvorschriften, enthalten, sowie die Rechtsprechung von Höchstgerichten in Österreich und der Europäischen Union zu Fragen der Rechnungslegung zu berücksichtigen. (9) Gemäß 274 Abs. 4 UGB muss der Bestätigungsvermerk eine Erklärung zu etwaigen wesentlichen Unsicherheiten in Verbindung mit den Ereignissen oder Gegebenheiten enthalten, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können. (10) Gemäß 274 Abs. 5 UGB umfasst der Bestätigungsvermerk ferner 1. ein Urteil darüber, ob der Lagebericht oder Konzernlagebericht a) mit dem Jahresabschluss beziehungsweise Konzernabschluss des betreffenden Geschäftsjahres in Einklang steht, b) nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde und c) gegebenenfalls zutreffende Angaben nach 243a enthält sowie 2. eine Erklärung, ob angesichts der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über das Unternehmen und sein Umfeld wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht beziehungsweise Konzernlagebericht festgestellt wurden, wobei auf die Art dieser fehlerhaften Angaben einzugehen ist. (11) Über den nach 243b bzw. 267a UGB aufzustellenden Corporate Governance- Bericht ist im Bestätigungsvermerk keine Aussage zu machen. Im Rahmen der Abschlussprüfung ist nach 269 Abs. 3 Satz 2 UGB nur Gegenstand der Prüfung, ob dieser Bericht aufgestellt worden ist. Dies ist im Prüfungsbericht zu erwähnen. 4. Inhalt und Gliederung des Bestätigungsvermerks 4.1. Übersicht (12) In der folgenden Übersicht werden die unterschiedlichen Bezeichnungen der Abschnitte eines Vermerks des Abschlussprüfers nach dem ISA 700 und des Bestätigungsvermerks nach 274 UGB dargestellt: 4

Abschnitte ISA 700 274 UGB Überschrift Vermerk des Bestätigungsvermerk unabhängigen Abschlussprüfers Empfänger Empfänger nicht vorgesehen Einleitender Absatz Vermerk zum Abschluss Bericht zum Jahresabschluss 3 Verantwortung des Managements für den Abschluss Verantwortung des Managements für den Abschluss Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Abschluss Verantwortung des Abschlussprüfers Verantwortung des Abschlussprüfers Verantwortung des Abschlussprüfers Prüfungsurteil Prüfungsurteil Prüfungsurteil Sonstige Vermerk zu sonstigen Bericht zum Lagebericht Angabepflichten im Vermerk gesetzlichen und anderen rechtlichen Anforderungen Unterschrift des Abschlussprüfers Unterschrift des Abschlussprüfers Unterschrift des Abschlussprüfers Datum des Vermerks des Abschlussprüfers Datum des Vermerks des Abschlussprüfers Datum des Bestätigungsvermerks des Abschlussprüfers Ort des Abschlussprüfers Ort des Abschlussprüfers Ort des Abschlussprüfers 4.2. Bestandteile des Bestätigungsvermerks 4.2.1. Bezeichnung Überschrift (13) Gemäß 274 Abs. 1 UGB ist der Vermerk des Abschlussprüfers als Bestätigungsvermerk zu bezeichnen; dies drückt sich auch in der entsprechenden Überschrift aus. 4.2.2. Empfänger des Bestätigungsvermerks (14) Der Bestätigungsvermerk ist bei einer Pflichtprüfung nicht zu adressieren. Dies ergibt sich aus den EB zu 274 zum ReLÄG 2004, wo angeführt wird, dass auf Grund der Offenlegung des Bestätigungsvermerks die Öffentlichkeit der Adressat ist. Bei freiwilligen Abschlussprüfungen ist es möglich, den Bestätigungsvermerk entsprechend den Vereinbarungen im Prüfungsvertrag an den Auftraggeber zu adressieren. 4.2.3. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Abschluss (15) Gemäß ISA 700.26 muss der Vermerk des Abschlussprüfers die Verantwortung des Managements für den Abschluss beschreiben. Diese Beschreibung muss eine Erklärung enthalten, dass das Management verantwortlich ist für die Aufstellung des Abschlusses in Übereinstimmung mit dem maßgebenden Regelwerk der Rechnungslegung und für solche internen Kontrollen, die es als notwendig erachtet, um die Aufstellung eines Abschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist. 3 Die Unterüberschrift Bericht zum Jahresabschluss ist nicht erforderlich, wenn die zweite Unterüberschrift, Bericht zum Lagebericht, nicht anzuwenden ist. 5

(16) Die Formulierung sollte daher wie folgt lauten: Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften [und den sondergesetzlichen Bestimmungen] und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist. (17) Wie in KFS/PG 1, Rz 7 beschrieben, werden in Österreich das UGB und die IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, als maßgebende Regelwerke der Rechnungslegung verstanden. Bei manchen Einheiten (Banken, Versicherungsunternehmen, Universitäten, Vereine, ausgegliederte Rechtsträger etc.) können weitere, in Sondergesetzen geregelte rechnungslegungsrelevante Bestimmungen zu beachten sein. Daraus ergibt sich die Notwendigkeit, im Absatz Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss bei den Ausführungen zur Aufstellung des Jahresabschlusses auch auf allfällige sondergesetzliche Bestimmungen hinzuweisen. (18) Gemäß 269 Abs. 1 Satz 2 UGB ist in die Prüfung des Jahresabschlusses die Buchführung einzubeziehen. (19) ISA 700.A23 beschreibt, dass in einigen Rechtsräumen Gesetze oder andere Rechtsvorschriften, welche die Pflichten des Managements regeln, einen besonderen Bezug auf die Verantwortung für die Angemessenheit der Bücher und Aufzeichnungen der Rechnungslegung oder des Buchführungssystems nehmen können. Da die Bücher, Aufzeichnungen und Systeme jedoch integraler Bestandteil des internen Kontrollsystems im Sinne des ISA 315 sind, nehmen die Ausführungen im ISA 210 und in ISA 700.26 darauf keinen gesonderten Bezug. (20) Die Erwähnung der Buchführung im Bestätigungsvermerk ist daher nicht erforderlich, womit auch eine internationale Vergleichbarkeit des Bestätigungsvermerks gewährleistet wird. 4.2.4. Verantwortung des Abschlussprüfers (21) Bei Abschlussprüfungen sind regelmäßig die in Österreich geltenden gesetzlichen Vorschriften (z.b. UGB, WTBG) sowie die in den einschlägigen Fachgutachten, Richtlinien und Stellungnahmen festgehaltenen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung zu beachten. (22) Zur Verdeutlichung des Umstands, dass die ISA als österreichische Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung gelten (siehe KFS/PG 1, Rz 13), ist dies im Absatz Verantwortung des Abschlussprüfers anzuführen. (23) Die Formulierung sollte daher wie folgt lauten: Verantwortung des Abschlussprüfers 6

Unsere 4 Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Jahresabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsmäßiger Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist. Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Jahresabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Jahresabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschaft 5 relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. 4.2.5. Prüfungsurteil (24) Der Bestätigungsvermerk enthält nach 274 Abs. 1 Z 3 UGB ein Prüfungsurteil, das zweifelsfrei Auskunft darüber gibt, ob nach Auffassung des Abschlussprüfers der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften entspricht und unter Beachtung der maßgeblichen Rechnungslegungsgrundsätze ein möglichst getreues Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens vermittelt. (25) ISA 700.35 formuliert ein nicht modifiziertes Prüfungsurteil zu einem Abschluss, der in Übereinstimmung mit einem Regelwerk zur sachgerechten Gesamtdarstellung aufgestellt ist. Dabei muss eine der nachfolgend angeführten Formulierungen gewählt werden, sofern nicht auf Grund von Gesetzen oder anderen Rechtsvorschriften andere Anforderungen bestehen: a) Der Abschluss stellt in Übereinstimmung mit [dem maßgebenden Regelwerk der Rechnungslegung] in allen wesentlichen Belangen insgesamt sachgerecht dar. b) Der Abschluss vermittelt in Übereinstimmung mit [dem maßgebenden Regelwerk der Rechnungslegung] ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der In Österreich ersetzen die gesetzlich vorgeschriebenen Formulierungen teilweise die in ISA 700.35 vorgesehenen Formulierungen. 4 Der Einfachheit und besseren Lesbarkeit halber wird nur auf den Fall einer Prüfungsgesellschaft Bezug genommen. Gegebenenfalls sind die betreffenden Formulierungen anzupassen. 5 Der Terminus Gesellschaft ist gegebenenfalls an die spezifische Rechtsform anzupassen. 7

(26) Ein Prüfungsurteil mit uneingeschränkt positiver Gesamtaussage sollte daher wie folgt formuliert werden: Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum [Datum des Abschlussstichtags] sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften [und den sondergesetzlichen Bestimmungen]. 4.2.6. Erhebliche Zweifel an der Fähigkeit zur Unternehmensfortführung (27) Gemäß 274 Abs. 4 UGB muss der Bestätigungsvermerk eine Erklärung zu etwaigen wesentlichen Unsicherheiten in Verbindung mit den Ereignissen oder Gegebenheiten enthalten, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können (vgl. Rz (9)). (28) Zur Vorgangsweise bei der Prüfungsdurchführung und den Auswirkungen auf den Bestätigungsvermerk wird auf ISA 570 in der Fassung verwiesen, die für die Prüfung von Abschlüssen für Zeiträume anzuwenden ist, die am oder nach dem 15. Dezember 2009 beginnen. (29) Bezüglich der Erweiterung des Berichts zum Lagebericht bei wesentlichen Unsicherheiten zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit siehe Abschnitt 4.2.8.4. (30) Bestehen keine wesentlichen Unsicherheiten, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Unternehmenstätigkeit aufwerfen können, ist eine negative Erklärung (Negativ-Vermerk) nicht notwendig. 4.2.7. Modifikationen zum Prüfungsurteil 4.2.7.1. Allgemeines (31) Gemäß 274 Abs. 1 Z 3 UGB kann das Prüfungsurteil auch eingeschränkt oder negativ formuliert sein. 274 Abs. 2 UGB regelt die Nichtabgabe des Prüfungsurteils, falls der Abschlussprüfer nicht in der Lage ist, ein solches abzugeben. (32) ISA 705.5 (b) definiert ein modifiziertes Prüfungsurteil als eingeschränktes, versagtes oder nicht abgegebenes Prüfungsurteil. (33) ISA 705.6 gibt die Fälle an, in denen eine Modifizierung des Prüfungsurteils erforderlich ist. Der Abschlussprüfer muss das Prüfungsurteil dann modifizieren, wenn a) er auf der Grundlage der erlangten Prüfungsnachweise zu der Schlussfolgerung gelangt, dass der Abschluss insgesamt nicht frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist, oder b) er nicht in der Lage ist, ausreichende geeignete Prüfungsnachweise zu erlangen, die den Schluss erlauben, dass der Abschluss insgesamt frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist. (34) Die nachfolgende Tabelle setzt die Bezeichnungen des ISA 705 und des UGB in Beziehung zueinander. 8

ISA eingeschränktes Prüfungsurteil (ISA 705.6 (a) oder (b), 7) versagtes Prüfungsurteil (ISA 705.6 (a), 8) nicht abgegebenes Prüfungsurteil (ISA 705.6 (b), 9 f.) UGB eingeschränktes Prüfungsurteil ( 274 Abs. 1 Z 3) negatives Prüfungsurteil auf Grund von Einwendungen ( 274 Abs. 1 Z 3) Nichtabgabe eines Prüfungsurteils, weil der Abschlussprüfer nicht in der Lage ist, ein Prüfungsurteil abzugeben ( 274 Abs. 2) 4.2.7.2. Form und Inhalt des Bestätigungsvermerks bei modifiziertem Prüfungsurteil (35) Der Absatz zur Grundlage der Modifizierung (vgl. ISA 705.16 ff.) ist entsprechend den Gegebenheiten mit der Überschrift Grundlage für das eingeschränkte Prüfungsurteil, Grundlage für das negative Prüfungsurteil oder Grundlage für die Nichtabgabe eines Prüfungsurteils zu versehen. (36) Der Absatz mit dem Prüfungsurteil (vgl. ISA 705.22 ff.) ist ebenfalls entsprechend anzupassen, und die Überschrift hat Eingeschränktes Prüfungsurteil, Negatives Prüfungsurteil oder Nichtabgabe eines Prüfungsurteils zu lauten. 4.2.8. Bericht zum Lagebericht 4.2.8.1. Sonstige Angabepflichten im Vermerk (37) Nach ISA 700.38 muss der Abschlussprüfer, wenn er im Vermerk sonstigen über die ISA-Angabepflichten zum Abschluss hinausgehenden Angabepflichten nachkommt, hierfür einen gesonderten Abschnitt in den Vermerk aufnehmen und diesen mit der Überschrift Vermerk zu sonstigen gesetzlichen und anderen rechtlichen Anforderungen oder mit einem anderen, dem Inhalt des Abschnitts angemessenen Titel versehen. (38) Bei dem in diesem Abschnitt behandelten Bericht zum Lagebericht handelt es sich um Angabepflichten im Sinne von Rz (37). 4.2.8.2. Gesetzlich vorgeschriebenes Urteil und Erklärung (39) Der Bestätigungsvermerk umfasst gemäß 274 Abs. 5 UGB ferner (vgl. Rz (10)) 1. ein Urteil darüber, ob der Lagebericht a) mit dem Jahresabschluss des betreffenden Geschäftsjahres in Einklang steht, b) nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde und c) gegebenenfalls zutreffende Angaben nach 243a UGB enthält sowie 2. eine Erklärung, ob angesichts der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über das Unternehmen und sein Umfeld wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht festgestellt wurden, wobei auf die Art dieser fehlerhaften Angaben einzugehen ist. Dieses Urteil und diese Erklärung haben in einem gesonderten Teil des Bestätigungsvermerks (Bericht zum Lagebericht) zu erfolgen. 9

4.2.8.3. Bericht bei ordnungsgemäß erstelltem Lagebericht (40) Stellt der Abschlussprüfer auf Grund der Ergebnisse der Prüfung des Lageberichts fest, dass die einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen erfüllt wurden, wird folgende Formulierung des den Lagebericht betreffenden Teils des Bestätigungsvermerks empfohlen: Bericht zum Lagebericht Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt. Urteil Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden[, enthält zutreffende Angaben nach 243a UGB] und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss. Erklärung Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt. 4.2.8.4. Erhebliche Zweifel an der Fähigkeit zur Unternehmensfortführung (41) Gemäß 243 Abs. 2 UGB hat der Lagebericht unter anderem eine angemessene Analyse der Lage des Unternehmens zu enthalten. Der Lagebericht hat nach 243 Abs. 3 Z 1 UGB auch auf die voraussichtliche Entwicklung des Unternehmens einzugehen. (42) Bestehen erhebliche Zweifel an der Fähigkeit zur Unternehmensfortführung, ist eine entsprechende Ergänzung vorzunehmen, auch wenn die Ausführungen im Lagebericht sonst mit dem Jahresabschluss in Einklang stehen und keine wesentlichen fehlerhaften Angaben enthalten. (43) Die ersten drei Absätze des in Rz (40) empfohlenen Berichts zum Lagebericht bleiben unverändert. (44) Nach der Erklärung ist ein weiterer Absatz als Ergänzung einzufügen, der wie folgt lauten könnte: Ergänzung Hinsichtlich der wesentlichen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Fortführung des Unternehmens verweisen wir auf Abschnitt X im Lagebericht, der die Analyse der 10

Lage der Gesellschaft beschreibt. Weiters verweisen wir auf Abschnitt Y im Lagebericht, der auf die voraussichtliche Entwicklung der Gesellschaft eingeht. 4.2.8.5. Bericht bei nicht ordnungsgemäß erstelltem Lagebericht 4.2.8.5.1. Urteil zum Lagebericht (45) Das Urteil über den Lagebericht ist anzupassen, wenn als Ergebnis der Prüfung im Lagebericht wesentliche fehlerhafte oder fehlende Angaben bezüglich a) des Einklangs mit dem Jahresabschluss, b) der geltenden rechtlichen Anforderungen oder c) gegebenenfalls der Angaben nach 243a UGB festgestellt wurden. (46) Die Bestimmungen von ISA 705 und ISA 706 finden auf den Bericht zum Lagebericht in Bezug auf dessen Formulierungserfordernisse keine Anwendung. (47) Die ersten drei Absätze des in Rz (40) empfohlenen Berichts zum Lagebericht bleiben unverändert. (48) Nach der Überschrift Urteil ist ein neuer Absatz einzufügen, in dem die Umstände zu erläutern sind, die zu der negativen Beurteilung geführt haben, allenfalls unter Angabe entsprechender Zahlen bzw. mit Hinweisen auf die als nicht zutreffend angesehenen Angaben bzw. Beschreibungen im Lagebericht. Das Urteil ist daher entsprechend anzupassen. Abhängig davon, ob die fehlerhaften und/oder fehlenden Angaben den Einklang mit dem Jahresabschluss, die geltenden rechtlichen Anforderungen oder die Angaben nach 243a UGB betreffen, wird folgende Formulierung empfohlen: Urteil [Absatz zur Erläuterung der Umstände] Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht [in den vorstehend angeführten Punkten nicht] nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden, enthält [in den vorstehend angeführten Punkten nicht] zutreffende Angaben nach 243a UGB und steht [in den vorstehend angeführten Punkten nicht] in Einklang mit dem Jahresabschluss. 4.2.8.5.2. Erklärung zum Lagebericht (49) Die Erklärung zum Lagebericht ist anzupassen, wenn angesichts der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über das Unternehmen und sein Umfeld wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht festgestellt wurden. (50) Wurden derartige wesentliche fehlerhafte Angaben festgestellt, so ist auf die Art dieser fehlerhaften Angaben in der Erklärung einzugehen. (51) Die ersten drei Absätze des in Rz (40) empfohlenen Berichts zum Lagebericht bleiben unverändert. Das Urteil zum Lagebericht ist entsprechend der Rz (48) anzupassen. 11

(52) Für die Erklärung wird folgende Formulierung empfohlen: Erklärung Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden folgende wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht festgestellt: [Aufzählung und Beschreibung der fehlerhaften Angaben] 4.2.8.6. Konsequenzen des Fehlens eines Lageberichts (53) Erstellt die Gesellschaft keinen Lagebericht, obwohl sie gemäß den Bestimmungen des UGB dazu verpflichtet wäre, so kann der Abschlussprüfer keine ausreichenden Prüfungsnachweise zum Lagebericht erlangen (Prüfungshemmnis). (54) Unabhängig vom Fehlen des Lageberichts ist das Prüfungsurteil zum Jahresabschluss in der entsprechenden Form (uneingeschränkt, eingeschränkt, negativ oder Nichtabgabe) zu erklären. (55) Der Bericht zum Lagebericht ist entsprechend anzupassen. Es wird folgende Formulierung empfohlen: Bericht zum Lagebericht Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft haben entgegen den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften den Lagebericht nicht aufgestellt. Daher konnten wir eine Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts nicht durchführen und sind nicht in der Lage, ein Urteil und eine Erklärung zum Lagebericht abzugeben. 5. Vergleichszahlen (56) Klarstellend wird festgehalten, dass es sich bei den vergleichenden Darstellungen (Vorjahreszahlen) in Abschlüssen nach dem UGB und den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, um Vergleichszahlen (corresponding figures) im Sinne des ISA 710.6 (b) handelt, d.h. dass sich das Prüfungsurteil des Abschlussprüfers zum Abschluss nur auf den laufenden Zeitraum bezieht. 6. Unterzeichnung des Bestätigungsvermerks (57) Der Bestätigungsvermerk ist vom Abschlussprüfer zu unterzeichnen. Bestätigungsvermerke, die durch eine Gesellschaft erteilt werden, müssen gemäß 96 WTBG die firmenmäßige Zeichnung durch Unterschrift von für die Gesellschaft zeichnungsberechtigten Wirtschaftsprüfern enthalten; der gemäß 88 Abs. 7 WTBG für die Prüfung verantwortliche Wirtschaftsprüfer hat den Bestätigungsvermerk jedenfalls zu unterzeichnen. Dies ist nun auch in 274 Abs. 7 Satz 2 UGB geregelt. Der Unterschrift 12

sollte die Berufsbezeichnung Wirtschaftsprüfer ohne Verwendung anderer Berufsbezeichnungen hinzugefügt werden. (58) Gemäß 274 Abs. 7 Satz 1 UGB ist der Bestätigungsvermerk vom Abschlussprüfer unter Angabe des Datums und des Ortes der Niederlassung des Abschlussprüfers zu unterzeichnen. Der Ort sollte üblicherweise der Ort des Berufssitzes des Abschlussprüfers sein. (59) Sind mehr als ein Abschlussprüfer gleichzeitig beauftragt worden (vgl. dazu 274 Abs. 6 UGB), so ist gemäß 274 Abs. 7 Satz 3 UGB der Bestätigungsvermerk von allen verantwortlichen Abschlussprüfern zu unterzeichnen, welche die Abschlussprüfung durchgeführt haben. 7. Veröffentlichung des Bestätigungsvermerks (60) Der vollständige Wortlaut des Bestätigungsvermerks ist gemeinsam mit dem offenzulegenden Jahresabschluss wiederzugeben ( 281 UGB). Wird im Rahmen der Offenlegung ( 277 ff. UGB) von den Erleichterungsbestimmungen Gebrauch gemacht, ist darauf hinzuweisen, dass sich der erteilte Bestätigungsvermerk auf den vollständigen Jahresabschluss bezieht. Dies gilt ebenso für sonstige durch Gesetz, Gesellschaftsvertrag oder Satzung vorgeschriebene Veröffentlichungen. (61) Der Abschlussprüfer ist nicht verpflichtet, zu prüfen, ob der Jahresabschluss und der Lagebericht gemeinsam mit dem Bestätigungsvermerk richtig offengelegt werden. Gelangt jedoch dem Abschlussprüfer die Tatsache einer unvollständigen oder abweichenden Veröffentlichung eines mit einem Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschlusses zur Kenntnis, so hat der Abschlussprüfer die geprüfte Gesellschaft aufzufordern, eine Richtigstellung zu veranlassen. 8. Sonderfragen 8.1. Bestätigungsvermerk bei Änderung des Jahresabschlusses oder des Lageberichts (Nachtragsprüfungen) 8.1.1. Allgemeines (62) 269 Abs. 4 UGB enthält diesbezüglich folgende Vorschrift: Werden der Jahresabschluss, der Konzernabschluss, der Lagebericht oder der Konzernlagebericht nach Vorlage des Prüfungsberichts geändert, so ist die Änderung dem Abschlussprüfer bekanntzugeben, der sie mit ihren Auswirkungen zu prüfen hat. Über das Ergebnis der Prüfung ist zu berichten; der Bestätigungsvermerk ist gemäß 274 entsprechend zu ergänzen und erforderlichenfalls zu ändern. (63) Die in ISA 560.11 ff. und ISA 560.15 ff. angeführten Maßnahmen entsprechen den in 269 Abs. 4 UGB geregelten Nachtragsprüfungen. (64) Die Nachtragsprüfung hat nur die nachträglichen Änderungen des Jahresabschlusses und/oder des Lageberichts und die Auswirkungen dieser Änderungen zu umfassen. 13

8.1.2. Prüfungsurteil (65) Das ursprünglich erteilte Prüfungsurteil bleibt im Falle einer Nachtragsprüfung grundsätzlich wirksam, muss jedoch entsprechend ergänzt, erforderlichenfalls modifiziert werden. (66) Führt die Nachtragsprüfung zu dem Ergebnis, dass das ursprünglich erteilte uneingeschränkte Prüfungsurteil unverändert aufrechterhalten werden kann, ist eine Ergänzung des Prüfungsurteils erforderlich, um klarzustellen, dass sich das Prüfungsurteil auf einen geänderten Jahresabschluss bezieht. (67) Vor dem Prüfungsurteil ist ein Absatz einzufügen, der die Überschrift Änderungen des Jahresabschlusses trägt. Der Text könnte folgendermaßen lauten: Der Jahresabschluss wurde nach Erteilung des Bestätigungsvermerks geändert. Die Änderungen betrafen den Bilanzposten, den Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie die damit einhergehenden Änderungen im Anhang. Auf die Begründung der Änderung durch die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft in der Anhangangabe wird verwiesen. (68) Der Absatz mit dem Prüfungsurteil ist ebenfalls anzupassen, und die Überschrift hat Ergänztes Prüfungsurteil zu lauten. Das Prüfungsurteil sollte wie folgt lauten: Wir haben die Änderungen des Jahresabschlusses geprüft. Nach unserer Beurteilung entsprechen die Änderungen des Jahresabschlusses den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt der Jahresabschluss ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum [Datum des Abschlussstichtags] sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das an diesem Stichtag endende Geschäftsjahr in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften [und den sondergesetzlichen Bestimmungen]. (69) Der ergänzte Bestätigungsvermerk ist unter Angabe des Datums und des Ortes der Niederlassung des Abschlussprüfers zu unterzeichnen und in den Bericht über die Nachtragsprüfung aufzunehmen. (70) Für Modifizierungen des Prüfungsurteils hinsichtlich der Änderungen gelten im Übrigen die Ausführungen im ISA 705. 8.1.3. Bericht zum Lagebericht (71) Wird der Lagebericht geändert, ist der Bericht zum Lagebericht entsprechend anzupassen, wobei auch hier grundsätzlich das ursprünglich erteilte Urteil und die Erklärung wirksam bleiben. (72) Kann der ursprünglich erteilte Bericht zum Lagebericht weiterhin aufrecht bleiben, ist dennoch eine Ergänzung des Berichts zum Lagebericht erforderlich, um klarzustellen, dass sich der Bericht zum Lagebericht auf einen geänderten Lagebericht bezieht. (73) Die Überschrift hat Bericht zum geänderten Lagebericht zu lauten. Vor dem Urteil ist ein Absatz einzufügen, der auf die geänderten Lageberichtangaben verweist. Der Text könnte wie folgt lauten: Der Lagebericht wurde nach Erteilung des Bestätigungsvermerks geändert. Die Änderungen betrafen die Abschnitte Auf die Begründung der Änderung durch die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft in der Angabe im Lagebericht wird verwiesen. 14

(74) Die Absätze mit dem Urteil und der Erklärung sind ebenfalls entsprechend anzupassen und könnten wie folgt lauten: Ergänztes Urteil Die Änderungen im Lagebericht sind nach unserer Beurteilung nach den geltenden rechtlichen Anforderungen vorgenommen worden [, enthalten die zutreffenden Angaben nach 243a UGB] und stehen in Einklang mit dem geänderten Jahresabschluss. Ergänzte Erklärung Angesichts der bei der Nachtragsprüfung des geänderten Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben bei den Änderungen im Lagebericht nicht festgestellt. (75) Für Anpassungen des Berichts zum Lagebericht hinsichtlich der Änderungen gelten im Übrigen die Ausführungen der Rz (45) ff. 8.2. Widerruf des Bestätigungsvermerks (76) Der Widerruf des Bestätigungsvermerks ist gesetzlich nicht geregelt. (77) ISA 560.17 i.v.m..a18 enthält Regelungen zum Widerruf des Bestätigungsvermerks, ohne den Begriff Widerruf ausdrücklich anzuführen. (78) Haben die gesetzlichen Vertreter nach Auffassung des Abschlussprüfers nicht die erforderlichen Schritte unternommen, um das Vertrauen in den zu einem vorher veröffentlichten Jahresabschluss erteilten Bestätigungsvermerk zu verhindern, obwohl der Abschlussprüfer zuvor mitgeteilt hat, dass er Maßnahmen ergreifen wird, um ein solches Vertrauen zu verhindern, hängen die Maßnahmen des Abschlussprüfers von den gesetzlichen Rechten und Pflichten ab (ISA 560.A18). (79) Werden die Maßnahmen gemäß Rz (78) durch die gesetzlichen Vertreter nicht ergriffen, hat der Abschlussprüfer den Bestätigungsvermerk zu widerrufen. Der Widerruf des Bestätigungsvermerks ist schriftlich an die Adressaten des Prüfungsberichts zu richten und zu begründen. (80) Weiters hat der Abschlussprüfer unter Hinweis auf die Auftragsbedingungen die Gesellschaft darauf hinzuweisen, dass der Bestätigungsvermerk nicht mehr verwendet werden darf und die Veröffentlichung des Widerrufs in den Bekanntmachungsblättern zu erfolgen hat; weiters hat der Abschlussprüfer das Firmenbuchgericht von der Tatsache des Widerrufs zu verständigen. (81) Ein Widerruf ist nicht erforderlich, wenn die Vermeidung eines falschen Eindrucks vom Ergebnis der Abschlussprüfung bereits auf andere Art auf Grund von Informationen an die Adressaten des Bestätigungsvermerks sichergestellt ist, z.b. durch Korrektur in einem Folgeabschluss unter Berücksichtigung der entsprechenden Regelungen des maßgebenden Regelwerks der Rechnungslegung. 15

8.3. Bestätigungsvermerk bei freiwilligen Abschlussprüfungen (82) Bei nicht gesetzlich vorgeschriebenen Abschlussprüfungen ist die Erteilung eines Bestätigungsvermerks gemäß 274 UGB nur zulässig, wenn die Prüfung nach den für gesetzlich vorgeschriebene Abschlussprüfungen geltenden Grundsätzen durchgeführt worden ist. (83) Im Zusammenhang mit freiwilligen Abschlussprüfungen ist festzuhalten, dass die in 275 UGB vorgesehenen Haftungshöchstgrenzen nur für Pflichtprüfungen, nicht aber für freiwillige Prüfungen jeglicher Art gelten. Es ist jedoch geboten, in der Vereinbarung mit dem Auftraggeber über eine freiwillige Prüfung eine Haftungshöchstgrenze zu vereinbaren. Diese Vereinbarung kann in Anlehnung an die Bestimmungen des 275 UGB getroffen werden. (84) Um die Wirksamkeit der Haftungsbegrenzung gegenüber Dritten zu erreichen, wird empfohlen, die Einschränkung der Haftung im Bestätigungsvermerk offenzulegen. Im Einleitungsabsatz des Bestätigungsvermerks ist daher nach dem letzten Satz folgender Hinweis aufzunehmen: Unsere Verantwortlichkeit und Haftung bei der Prüfung ist analog zu 275 Abs. 2 UGB (Haftungsregelung bei der Abschlussprüfung einer kleinen oder mittelgroßen Gesellschaft) gegenüber der Gesellschaft und auch gegenüber Dritten mit insgesamt 2 Millionen Euro begrenzt. 9. Anwendungszeitpunkt (85) Die vorliegende überarbeitete Fassung dieses Fachgutachtens gilt für die Prüfung von Abschlüssen für Rumpfgeschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2016 beginnen und vor dem 15. Dezember 2016 enden. (86) Werden bei der Prüfung von Abschlüssen für Rumpfgeschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2016 beginnen und vor dem 30. Juni 2016 enden, entsprechend KFS/PG 1 Rz 54 die ISA noch nicht angewendet, ist das Fachgutachten in entsprechend adaptierter Form anzuwenden. 16

ISA 700/PG 3a (2016)/KFS BV 1 Muster 1: Bestätigungsvermerk über die Abschlussprüfung eines Jahresabschlusses einer mittelgroßen GmbH, aufgestellt nach dem UGB i.d.f. RÄG 2014, samt Lagebericht (PG 3a/Rumpfgeschäftsjahre 2016) Bestätigungsvermerk 1 Bericht zum Jahresabschluss Wir haben den beigefügten Jahresabschluss der ABC GmbH, [Ort], bestehend aus der Bilanz zum [Datum], der Gewinn- und Verlustrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom [Datum] bis [Datum] sowie dem Anhang, geprüft. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Jahresabschluss Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Jahresabschlusses in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften [und den sondergesetzlichen Bestimmungen] und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Jahresabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist. Verantwortung des Abschlussprüfers Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Jahresabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Jahresabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist. Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Jahresabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Jahresabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses durch die Gesellschaft relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems der Gesellschaft abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Jahresabschlusses. 1 Werden bei der Prüfung von Abschlüssen für Rumpfgeschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2016 beginnen und vor dem 30. Juni 2016 enden, entsprechend KFS/PG 1 Rz 54 die ISA noch nicht angewendet, ist dieses Muster in entsprechend adaptierter Form anzuwenden. 17

ISA 700/PG 3a (2016)/KFS BV 1 Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung entspricht der Jahresabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage der Gesellschaft zum [Datum] sowie der Ertragslage der Gesellschaft für das Rumpfgeschäftsjahr vom [Datum] bis [Datum] in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften [und den sondergesetzlichen Bestimmungen]. Bericht zum Lagebericht Der Lagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Jahresabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft sind verantwortlich für die Aufstellung des Lageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Lageberichts durchgeführt. Urteil Nach unserer Beurteilung ist der Lagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden und steht in Einklang mit dem Jahresabschluss. Erklärung Angesichts der bei der Prüfung des Jahresabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über die Gesellschaft und ihr Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Lagebericht nicht festgestellt. [Ort], [Datum] [Unterschrift] 18

ISA 700/PG 3a (2016)/KFS BV 2 Muster 2: Bestätigungsvermerk über die Abschlussprüfung eines Konzernabschlusses, aufgestellt nach dem UGB i.d.f. RÄG 2014, samt Konzernlagebericht (PG 3a/Rumpfgeschäftsjahre 2016) Bestätigungsvermerk 1 Bericht zum Konzernabschluss Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der ABC GmbH, [Ort], bestehend aus der Konzernbilanz zum [Datum], der Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung, der Konzerngeldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom [Datum] bis [Datum] sowie dem Konzernanhang, geprüft. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften [und den sondergesetzlichen Bestimmungen] und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist. Verantwortung des Abschlussprüfers Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist. Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses. 1 Werden bei der Prüfung von Abschlüssen für Rumpfgeschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2016 beginnen und vor dem 30. Juni 2016 enden, entsprechend KFS/PG 1 Rz 54 die ISA noch nicht angewendet, ist dieses Muster in entsprechend adaptierter Form anzuwenden. 19

ISA 700/PG 3a (2016)/KFS BV 2 Wir sind der Auffassung, dass die von uns erlangten Prüfungsnachweise ausreichend und geeignet sind, um als Grundlage für unser Prüfungsurteil zu dienen. Prüfungsurteil Nach unserer Beurteilung entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und vermittelt ein möglichst getreues Bild der Vermögens- und Finanzlage des Konzerns zum [Datum] sowie der Ertragslage des Konzerns für das Rumpfgeschäftsjahr vom [Datum] bis [Datum] in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften [und den sondergesetzlichen Bestimmungen]. Bericht zum Konzernlagebericht Der Konzernlagebericht ist auf Grund der österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften darauf zu prüfen, ob er mit dem Konzernabschluss in Einklang steht und ob er nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt wurde. Die gesetzlichen Vertreter des Konzerns sind verantwortlich für die Aufstellung des Konzernlageberichts in Übereinstimmung mit den österreichischen unternehmensrechtlichen Vorschriften. Wir haben unsere Prüfung in Übereinstimmung mit den Berufsgrundsätzen zur Prüfung des Konzernlageberichts durchgeführt. Urteil Nach unserer Beurteilung ist der Konzernlagebericht nach den geltenden rechtlichen Anforderungen aufgestellt worden [, enthält zutreffende Angaben nach 243a UGB] und steht in Einklang mit dem Konzernabschluss. Erklärung Angesichts der bei der Prüfung des Konzernabschlusses gewonnenen Erkenntnisse und des gewonnenen Verständnisses über den Konzern und sein Umfeld wurden wesentliche fehlerhafte Angaben im Konzernlagebericht nicht festgestellt. [Ort], [Datum] [Unterschrift] 20

ISA 700/PG 3a (2016)/KFS BV 3 Muster 3: Bestätigungsvermerk über die Abschlussprüfung eines Konzernabschlusses, aufgestellt nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, samt Konzernlagebericht (PG 3a/Rumpfgeschäftsjahre 2016) Bestätigungsvermerk 1 Bericht zum Konzernabschluss Wir haben den beigefügten Konzernabschluss der ABC AG, [Ort], bestehend aus der Konzernbilanz zum [Datum], der Konzerngesamtergebnisrechnung, der Konzerngeldflussrechnung und der Konzern-Eigenkapitalveränderungsrechnung für das Rumpfgeschäftsjahr vom [Datum] bis [Datum] sowie dem Konzernanhang, geprüft. Verantwortung der gesetzlichen Vertreter für den Konzernabschluss Die gesetzlichen Vertreter sind verantwortlich für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung dieses Konzernabschlusses in Übereinstimmung mit den International Financial Reporting Standards, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den zusätzlichen Anforderungen des 245a UGB und für die internen Kontrollen, die die gesetzlichen Vertreter als notwendig erachten, um die Aufstellung eines Konzernabschlusses zu ermöglichen, der frei von wesentlichen beabsichtigten oder unbeabsichtigten falschen Darstellungen ist. Verantwortung des Abschlussprüfers Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage unserer Prüfung ein Urteil zu diesem Konzernabschluss abzugeben. Wir haben unsere Abschlussprüfung in Übereinstimmung mit den österreichischen Grundsätzen ordnungsgemäßer Abschlussprüfung durchgeführt. Diese Grundsätze erfordern die Anwendung der internationalen Prüfungsstandards (International Standards on Auditing). Nach diesen Grundsätzen haben wir die beruflichen Verhaltensanforderungen einzuhalten und die Abschlussprüfung so zu planen und durchzuführen, dass hinreichende Sicherheit darüber erlangt wird, ob der Konzernabschluss frei von wesentlichen falschen Darstellungen ist. Eine Abschlussprüfung beinhaltet die Durchführung von Prüfungshandlungen, um Prüfungsnachweise für die im Konzernabschluss enthaltenen Wertansätze und sonstigen Angaben zu erlangen. Die Auswahl der Prüfungshandlungen liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Abschlussprüfers. Dies schließt die Beurteilung der Risiken wesentlicher beabsichtigter oder unbeabsichtigter falscher Darstellungen im Konzernabschluss ein. Bei der Beurteilung dieser Risiken berücksichtigt der Abschlussprüfer das für die Aufstellung und sachgerechte Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses durch den Konzern relevante interne Kontrollsystem, um Prüfungshandlungen zu planen, die unter den gegebenen Umständen angemessen sind, jedoch nicht mit dem Ziel, ein Prüfungsurteil zur Wirksamkeit des internen Kontrollsystems des Konzerns abzugeben. Eine Abschlussprüfung umfasst auch die Beurteilung der Angemessenheit der angewandten Rechnungslegungsgrundsätze und der Vertretbarkeit der von den gesetzlichen Vertretern ermittelten geschätzten Werte in der Rechnungslegung sowie die Beurteilung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses. 1 Werden bei der Prüfung von Abschlüssen für Rumpfgeschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Jänner 2016 beginnen und vor dem 30. Juni 2016 enden, entsprechend KFS/PG 1 Rz 54 die ISA noch nicht angewendet, ist dieses Muster in entsprechend adaptierter Form anzuwenden. 21