145 Hatschi, das Weihnachtskamel Sylvia Ledwinka 8223 Stubenberg am See 191 Austria Tel.: (+43) 3176 / 8700 verlag@unda.at www.unda.at
Inhalt Das Kamel, das die Geschenke der Heiligen drei Könige zu tragen hat, hat sich verlaufen und den richtungsweisenden Stern aus den Augen verloren. Nun sucht das Kamel im bitterkalten Wald den Weg zur Krippe. Dort trifft es niesend auf die Waldtiere, die einen Baum für das Weihnachtsfest schmücken wollen. Doch die Tiere verhalten sich nicht weihnachtlich und haben Vorurteile gegen das Kamel. Nur die kleine Maus erkennt Hatschis Notsituation und bittet die Leseratte um Hilfe. Diese weiß Rat und macht den anderen Tieren klar, dass Vorurteile und Ängste gegen Fremdes unbegründet sind. Personen Kamel... 14 Einsätze 1. Hase... 14 Einsätze 2. Hase... 14 Einsätze 3. Hase... 14 Einsätze Fuchs... 18 Einsätze Wildschwein... 16 Einsätze Maus... 17 Einsätze Frosch... 13 Einsätze Specht... 14 Einsätze 1. Rabe... 13 Einsätze 2. Rabe... 13 Einsätze Leseratte... 4 Einsätze Requisiten Halbmasken für Tiere, Stern, Baum. 3
1. Szene Personen: Alle Tiere Bühnenbild: Im Winterwald Drei Hasen kommen zuerst auf die Bühne. Nach und nach treten die anderen Tiere auf. 1. Hase (zu den anderen Hasen): Kommt schnell! Das ist ein schöner Baum. 2. Hase: Den schmücken wir für unser Weihnachtsfest. 3. Hase: Ich bin schon sooo aufgeregt! (Knabbert an seiner Karotte) 1. Hase (vorwurfsvoll): Ich dachte, die willst du auf den Baum hängen? 3. Hase (kleinlaut): Entschuldigung. Fuchs: Ah, ihr habt schon angefangen. Da riecht s ja fein. (Beschnuppert die Hasen) Wildschwein (streng): Fuchs!! Heute ist eine wundersame Nacht! Denk an dein Versprechen und halt dich daran! Fuchs (erschrickt): Schon gut! Man wird ja noch schnuppern dürfen (seufzt). 4
Kamel (tritt auf, niest ständig): Haaaa tschiii! Haaaa tschiii! Alle (ohne das Kamel zu sehen): Gesundheit! Der Fuchs hebt die Nase und schnuppert. Als das Wildschwein das Kamel sieht, versteckt es sich rasch hinter einem Baum und schaut kampfeslustig hervor. Die Hasen kuscheln sich ängstlich und zitternd zusammen. Von der anderen Seite kommen Frosch und Maus. Sie sehen das Kamel vorerst nicht. Maus: Das glaube ich dir nicht, Frosch! Es gibt keine Ungeheuer in unserem Wald. Frosch: Wenn ich es dir aber quake. Ich habe es gesehen! Es hat, quak-quak, sehr viel Wasser aus unserer Wasserstelle getrunken. Quak-quak! Maus (erblickt nun das Kamel, ruft erschrocken): Hilfe, da ist das Ungeheuer!!! Der Specht und die Raben kommen auf die Bühne. Specht (aufgeregt): Was soll denn das Geschrei? 1. Rabe: Wenn jemand Lärm macht, krah-krah, dann wir! 2. Rabe: Jawohl, krah-krah! 5
Specht (zum Frosch): Hallo Frosch! Du bist ja ganz grün im Gesicht. Geht es dir nicht gut? Frosch: Quak-quak, quak-quak (zeigt stotternd auf das Kamel)! Nun drehen sich alle ganz langsam zum Kamel und erstarren in ihrer Haltung. Das Kamel zittert vor Kälte und niest immer wieder. Alle durcheinander: Wer bist denn du? Was willst du hier? Woher kommst du? Wildschwein (bestimmend): Ruhe! So geht das nicht! Wenn alle durcheinander reden,versteht niemand ein Wort! (Zum Kamel) Wer bist du? Ich bin ein Kamel. (Niest) Haaaa tschiii! Alle weichen zurück und schütteln verwundert den Kopf. Wildschwein: Aha, du bist ein Kamel und wirst Hatschi genannt. Maus: Hatschi, woher kommst du? Ein Tier wie dich, kennen wir hier nicht. Ich, haaaa tschiii, komme aus einem Land, in dem es sehr warm ist. Hier ist es sooo kalt. Brrrrrr! Haaaa tschiii! 6
2. Hase: Aha! Das ist ja interessant. Fuchs: In deinem Land gibt es merkwürdige Sitten. Musst du jedes Mal beim Sprechen deinen Namen sagen? Nein, haaaa tschiii, nur wenn ich niese. 3. Hase: Aber was willst du bei uns? Wo bin ich hier eigentlich? Alle: Du bist in unserem schönen Wald, in der Gegend von. Kamel (traurig): Da habe ich mich ja ziemlich verlaufen. Maus (mitleidig): Oh, du armer Hatschi! Specht: Wohin willst du? Ich, haaaa tschiii, bin auf dem Weg zur Krippe. 1. Rabe: Zur Krippe? Was willst du dort? 7
Kamel (traurig): Ich soll die Geschenke der Heiligen Drei Könige überbringen. Und nun habe ich mich nicht nur verlaufen, sondern die Geschenke auch noch verloren. Fuchs (skeptisch zu den anderen Tieren): Glaubt ihr das? Es klingt alles irgendwie sonderbar. Specht: Was hast du da auf deinem Rücken? Das sind meine Höcker, haaaa tschiii, meine Wasserbehälter. Frosch (überrascht): Die sind voll gefüllt mit Wasser? Mit unserem Wasser? Fuchs (aufgebracht): Das Kamel will uns alles wegnehmen. 1. Rabe: Das müssen wir verhindern. Stellt euch vor, jeder Fremde der daherkommt, würde zwei riesige Behälter mit unserem Wasser füllen. 2. Rabe (aufgeregt): Dann wäre die Wasserstelle bald leer. Fuchs: Und überhaupt, die ganze Geschichte mit den Königen und Geschenken, die ist doch sicher erlogen. Ich habe bei uns noch nie einen König gesehen. Haaaa tschiii! Das ganze Stück hat 13 Seiten 8