theaterboerse.de DER THEATERVERLAG FÜR SCHULTHEATER, LAIENTHEATER UND AUTOREN Sigrid Vorpahl UND DER Märchen Alle Rechte zur Vervielfältigung, anderweitige Nutzung und die Aufführungsrechte liegen bei der: theaterbörse GmbH, Nussbergstraße 17 a, D-38102 Braunschweig, www.theaterboerse.de THEATERSTÜCKE UND AUTOREN IM VERLAG theaterbörse GmbH, Nussbergstraße 17 a, D-38102 Braunschweig
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UND DER Rotkäppchen und der Weihnachtsmann, beide etwas angejahrt, leiden darunter, dass die Kinder nicht mehr an sie glauben. 2 Menschenkinder kommen zu ihnen und helfen ihnen. Personen Christine Schröder Niclas Schröder Marie Schröder Rotkäppchen DER Weihnachtsmann Kasper Wolf Kinder und Erwachsene etwa 13 Jahre alt ihr Bruder, etwa 11 Jahre alt oder ihre Schwester etwa 11 Jahre alt etwas angejahrt, (fast 40 Jahre alt) Das Stück spielt in der Gegenwart. Ort der Handlung: Wohnung der Kinder und die des Weihnachtsmannes in Himmelpfort theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 3
UND DER Erstes Bild / Erste Szene Niclas und Christine kommen in dicker Winterkleidung auf die Bühne gelaufen. Sie haben Schulmappen auf dem Rücken und tragen gemeinsam ein Bündel Briefe und Zeitschriften. Wetten, dass ich schneller fertig bin als du! Bist du nicht! Bin ich doch! Bist du nicht! Bin ich doch! Bist du nicht! Bin ich doch! Auf die Plätze, fertig... los! Beide beginnen ihre Jacken, Mützen und Schals abzulegen, dabei halten sie jeweils mit einer Hand das Postbündel fest. Christine ist zuerst fertig und entreißt Niclas mit beiden Händen das Bündel Gewonnen! Jetzt kann ich alleine nachschauen. Sie dreht sich um und will zum Tisch laufen, stolpert aber über ihre Mappe, die sie hinter sich fallen gelassen hatte, fällt hin und verliert die Post, Niclas schnappt sich die Briefe Das ist die Strafe, weil du geschummelt hast. Mutti sagt auch immer, du sollst deine Sachen ordentlich weglegen. Ich habe gar nicht geschummelt, du bist einfach langsamer als ich! Überhaupt, sieh doch mal, wo deine Sachen gerade liegen! Na los, komm, wir räumen das weg und schauen dann gemeinsam nach! Sie legen die Sachen auf die Stühle und das Postbündel auf den Tisch. sortiert die Post Für Mutti, für Mutti, für Vati, für Mutti, eine Karte von Tante Marie, für Vati... für dich! Für mich? Tatsächlich ein Brief für mich! Den mache ich ganz alleine auf! Von wem ist er denn? Lies doch mal vor! Sehr geehrter Herr, haben Sie schon einmal daran gedacht, sich einen Kamin zuzulegen? Dann haben wir das richtige Angebot für Sie! Och, das ist bloß blöde Werbung und ich dachte schon...! Ich auch. Wahrscheinlich haben die anderen doch recht. Es gibt ihn gar nicht und wir sind die einzigen doofen Babys, die noch an ihn glauben. Ich weiß genauso gut wie du, dass Mutti und Vati jedes Jahr die Geschenke besorgen. Für so viele Kinder in der ganzen Welt könnte der Weihnachtsmann das auch gar nicht schaffen. Deshalb dachte ich ja, dass er nur für so außerordentliche Wünsche zuständig ist, wie wir sie haben... Wir werden also wieder nicht bekommen, was wir uns wünschen, weil unsere Eltern nur darüber lachen. Aber es sind doch noch ein paar Tage bis Weihnachten, vielleicht kriegen wir ja doch noch eine Antwort vom Weihnachtsmann! Wenn es ihn gar nicht gibt, dann kann er auch keine Briefe schreiben. Man muss an ihn glauben, dann gibt es ihn auch genau wie in dem Buch von Bastian und dem Mondenkind. Hätte er nicht an Phantasien geglaubt, wäre es verloren gewesen. Weißt du was? theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 4
UND DER Was?... Nun sag schon!... Was?! Ich lege die Post auf Muttis Schreibtisch, sonst meckert sie wieder. Niclas mault, Christine räumt den Stapel zusammen, dabei fällt aus einer Zeitschrift ein Brief Hier ist ja noch ein Brief! An Christine und Niclas Schröder in... (Ort der Aufführung) Absender: D.W....? D. W.... Der Weihnachtsmann D. W.! er hat uns tatsächlich geschrieben! Schnell mach auf, aber sei vorsichtig! Christine öffnet den Brief und beginnt vorzulesen. Liebe Christine und lieber Niclas. Vielen Dank für Euren Brief. Stimme des Weihnachtsmannes liest aus dem Off weiter, er kann auch als Schattenriss zu sehen sein, ohne, dass ihn die beiden sehen Ich habe mich sehr gefreut darüber. Die meisten Kinder stecken nur einfach ihren Wunschzettel in einen Umschlag. Einen richtigen Brief habe ich schon sehr lange nicht mehr bekommen. Das ist kein Wunder, denn die Kinder glauben nicht mehr an mich. Sie haben durch die vielen Gameboy- und Computerspiele ihre Phantasie verloren. Darum habe ich auch keine Lust mehr, mich mit den außerordentlichen Wünschen der Kinder zu beschäftigen. Ich bin altmodisch und unmodern und passe wohl nicht mehr in diese Zeit. Deshalb werde ich in diesem Jahr hier zu Hause in Himmelpfort bleiben und Weihnachten verschlafen. Ihr seid zwar sehr nett, aber ich kann keine Ausnahme machen. Tut mir leid. Aber wenn ihr einmal Hilfe brauchen solltet, dann denkt euch einfach eine ganz neue Geschichte aus und schon seid ihr bei mir in Himmelpfort. Ich wünsche euch alles Gute. Der Weihnachtsmann Verstehst du das? So ungefähr. Ich glaube, der Weihnachtsmann denkt, er sei überflüssig. Und deshalb will er den Kindern keine Geschenke mehr bringen. Nicht mal denen mit außerordentlichen Wünschen. empört Aber er ist nicht überflüssig. Wir glauben doch an ihn! Aber er glaubt das nicht. Dann müssen wir es ihm beweisen! Und wie? Na... irgendwie! Gute Idee, das hilft uns viel weiter... Vielleicht könnten wir es ihm ja einfach... sagen! Sagen. Und wie? Weißt du noch, was in seinem Brief stand? Wenn ihr einmal Hilfe braucht, denkt euch einfach eine ganz neue Geschichte aus und schon seid ihr bei mir in Himmelpfort. Und dann? Dann sagen wir es ihm. Und wenn er uns nicht glaubt? Dann schwören wir eben! beginnt den Tisch beiseite zu räumen Hilf mir doch mal! Was machst du da? Ich brauche Platz zum Nachdenken. Er legt die Stirn in Falten und beginnt Runden zu drehen. Bleibt plötzlich stehen. Jetzt, jetzt! Und?! theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 5
UND DER Nein doch, nicht! das gleiche Spiel noch ein oder zwei Mal, dann Mir fällt nichts ein. Es ist gar nicht so einfach, sich eine ganz neue Geschichte auszudenken. Vielleicht schaffen wir es ja zusammen? Wie... zusammen? Na, ich sage einen Satz und dann bist du dran und dann wieder ich und so weiter. Aber zuerst mal müssen wir doch der Geschichte einen Namen geben! Das stimmt. Sonst wissen wir ja gar nicht, worum es gehen soll... Fragen wir doch einfach die Kinder, wie die Geschichte heißen soll! Gute Idee. Hallo Kinder! Könnt ihr uns vielleicht den Titel einer Geschichte sagen, die es noch nicht gibt? So was wie zum Beispiel... Schneewittchen und die 7 Geißlein, oder... Das tapfere Schneiderlein auf dem Mond, oder... auf Vorschlag des Publikums eingehen, wenn keine Vorschläge kommen, den Titel zweier Märchen erfragen und daraus eine neue Geschichte live erfinden Das ist gut den nehmen wir. Du fängst an. Wieso ich? Weil es deine Idee war. Also gut. Beide erzählen abwechselnd eine im Moment erfundene Geschichte. Wenn sie beginnt langatmig zu werden, öffnet sich hinter ihnen der Vorhang und wir sind in der Wohnung des Weihnachtsmannes. D.W. liegt auf einem Sofa und schnarcht. Davor sitzt das mittelalterliche Rotkäppchen und strickt an einem langen Strumpf. Erstes Bild / Zweite Szene KINDER Zwei rechts, zwei links, eine fallen lassen. Zwei rechts, zwei links, eine fallen lassen. Zwei rechts, zwei links... Guten Abend! PST! Guten Abend! Zwei rechts, zwei links...stummer Schrei, lässt den Strumpf fallen; es beginnt ein stummes Frage- und Antwortspiel: Wer seid ihr, was wollt ihr, bis plötzlich Niclas laut niesen muss der Weihnachtsmann fällt vom Sofa.. Er trägt einen roten Schlafanzug mit weißem Fellbesatz an Ärmeln und Hosenbeinen Was ist das für ein Lärm! Käppi! Ich hatte dir doch gesagt, du sollst aufpassen, dass mich niemand stört! Tut mir leid Rupi. Ich habe aufgepasst. Ich weiß auch nicht, wie diese beiden Kinder hier hereingekommen sind. Entschuldigen Sie bitte, wir sind aus Versehen hier gelandet. Eigentlich wollten wir zum Weihnachtsmann. Aber offensichtlich sind wir hier falsch. Wie kommst du darauf? Da das ist Ruprecht, genannt Rupi und ich bin Rotkäppchen, genannt Käppi. betrachtet die beiden stumm von oben bis unten, dann Ja, und ich bin der Weihnachtsmann. Wieso du? Ich bin der Weihnachtsmann. Das weiß ich ganz genau! theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 6
UND DER Sie sind der Weihnachtsmann? Was Sie da anhaben, sieht aber eher aus wie Unterwäsche von Bruno Banani. Niclas lacht Wahrscheinlich sind Sie Unterhosenmodel und machen gerade Fotos für die Weihnachtskataloge! beide lachen Vorsicht, Mädchen. Das ist wirklich der Weihnachtsmann. Ja, ja und Sie sind wirklich das Rotkäppchen. Für wie blöd halten Sie uns eigentlich? Das kommt ganz darauf an, wie viele Gameboy- und Computerspiele ihr schon hinter euch habt. Je mehr, desto blöder werdet ihr. Für einen Erwachsenen sind Sie ganz schön frech! Dachtest du, Frechheit ist ein Vorrecht der Kinder? flüstert erschrocken Hör auf, Niclas, das ist wirklich der Weihnachtsmann! flüstert ebenfalls Und wieso das auf einmal? Weißt du noch, was in dem Brief stand über Gameboy und Computerspiele? Er hat eben fast das gleiche gesagt! Oh, ja, eh... Entschuldigung, Rupi! Für dich immer noch Knecht Ruprecht oder auch DER Weihnachtsmann. Und wer seid ihr? Ich bin Christine Schröder und das ist mein Bruder Niclas. Sehr angenehm. Ich bin das Rotkäppchen. Genannt Käppi, das sagten Sie ja schon. Weihnachtsmann, wo hast du denn die Alte her? Die hat wohl nicht alle Nadeln am Tannenbaum, wie? Rotkäppchen, schmeiß die beiden raus. Von unverschämten Kindern habe ich die Nase voll. Ich lege mich wieder hin. Entschuldigen Sie bitte, Frau Rotkäppchen, mein Bruder hat es nicht so gemeint. Es sieht nur etwas komisch aus, wenn eine erwachsene Frau sich als Rotkäppchen verkleidet. Und es ist ja noch nicht mal Faschingszeit. Rotkäppchen beginnt laut zu weinen Na bitte, jetzt haben wir die Bescherung. Jetzt habt ihr sie zum Weinen gebracht. Ist ja gut, reg dich nicht auf Käppi. Und wie soll ich bei dem Geheule schlafen? Beruhige dich doch, Käppi. Er nimmt ihr das Taschentuch weg und wringt es aus; es ist mit einem nassen Schwamm präpariert, dann putzt er ihr die Nase Immerhin weiß ich doch, dass du das Rotkäppchen bist. Lass doch die Kinder reden, was sie wollen. Aber ich werde immer älter, weil niemand mehr mein Märchen erzählt. Wenn das so weitergeht, bin ich bald ganz vergessen und muss sterben! heult weiter Da haben wir die Bescherung. Wenn sie erst einmal zu weinen anfängt, hört sie drei Tage lang nicht wieder auf! Man müsste sie irgendwie ablenken! Das ist ausnahmsweise mal ein guter Gedanke von dir! Kommt her, ihr habt die Suppe versalzen, also müsst ihr sie auch auslöffeln. Was denn für eine Suppe? Ach, das ist nur so eine Redensart, wenn man etwas wieder gut machen muss. Also hört zu: Rotkäppchen ist zwar schon beinahe 40 Jahre alt theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 7
UND DER Euch hat das Stück gefallen oder Ihr habt selber Ideen für ein Stück? Dann bleibt in Kontakt unter: www.theaterboerse.de www.facebook.com/theaterboerse Wir freuen uns auf Zusendungen und Anregungen. theaterboerse.de /Magazin / Wir veröffentlichen ihre Aufführungstermine in unserem Kalender / Wir veröffentlichen die Aufführungsberichte ihrer Theatergruppe / Wir verlinken ihre Theatergruppen und erweitern ihr Netzwerk / Wir geben jungen Schultheaterfotografen eine Plattform / Informationen auf: www.theaterboerse.de/magazin theaterboerse.de /Verzeichnis / Wir zeigen, was im Bereich Schultheater online passiert / Wir zeigen, was im Bereich Laientheater online passiert / Wir verlinken ihre Theatergruppen und erweitern ihr Netzwerk / Informationen auf: www.theaterboerse.de/verzeichnis theaterbörse GmbH Nussbergstraße 17 a D-38102 Braunschweig Registergericht: Amtsgericht Braunschweig HRB NZS NR.: 203657 Geschäftsführer: Nils Hendrik Müller theaterbörse GmbH www.theaterboerse.de 8