Messprinzip testo 616

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Transkript:

Messprinzip testo 616 Federbleche Es wird zerstörungsfrei über hochfrequente elektrische Felder die Materialfeuchte gemessen Prinzip des offenen Kondensators Kapazität des Kondensators hängt vom Feuchtegrad des Materials ab Nutzunge der hohen Dielektrizitätskonstante von Wasser DK = 80 im Verhältnis zu Luft DK = 1 Je besser die Berührung der Federbleche (Sensoren) mit dem Material, desto genauer ist der Messwert - auf ausreichenden Anpressdruck achten Wird vor allem zur Feuchtenermittlung bei Baustoffen eingesetzt

Messprinzip testo 616 Wassergehalt des Materials Äußere Schichten trocknen schneller ab als die innen liegenden Schichten. Daher bildet sich in dem Material ein Feuchtegradient aus, welcher das Verhältnis von äußerer (trockener) Schicht zu der inneren (nasseren) Schicht beschreibt. Das Gerät hat eine Messtiefe von ca. 5cm, wobei die äußeren Schichten stärker gewichtet werden, als die inneren.

Störeinflüsse beim testo 616 Metallelemente, z.b. Nägel, Leitungen, Bewährungen Rauheit der Oberfläche Lufteinschlüsse Inhomogenität des Materials

Bedienung - Anpressdruck Der Anpressdruck des Gerätes und der Sonde auf das Material sollte zwischen 150 und 300N (= 1,5...3kg) liegen. TIPP: Zur Ermittlung des richtigen Anpressdrucks das Gerät / Sonde ein paar Mal auf eine Wage drücken, um das richtige Gefühl zu bekommen. Der Anzeigewert sollte zwischen 1,5 und 3kg liegen.

Materialkennlinien testo 616 Für die Bestimmung der Kennlinien im Gerät wurden folgende Materialien beim Institut LPI in Hannover überprüft: F1: Weichholz: Fichte (frisch geschlagen) F2: Hartholz: Buche (frisch geschlagen) F3: Spanplatte V100/E1 B1: Zement-Estrich; CT-C25-F4 (DIN EN 13813) / Raab Karcher B2: Anhydrit-Estrich; CA-C25-F5 (DIN EN 13813) / Fließestrich FE50, Fa. Knauf B3: Beton C20/25 B4: Vollziegel; Terca, Baalberge geschält rot (DF), Fa. Wienerberger B5: Hoch isolierender Ziegel; UNIPOR (2DF) B6: Kalksandstein; KS(DF), Fa. Schlamann B7: Porenbeton; Lemga (Planbauplatte), Fa. Schlamann

Typische Werte für trockene Materialien Was ist trocken? Material F1: Weichholz 9± 3 Gewichts % F2: Hartholz 9± 3 Gewichts % F3: Spanplatte < 8 Gewichts % B1: Zement-Estrich < 3 Gewichts % B2: Anhydrit-Estrich < 0,5 Gewichts % B3: Beton C20/25 < 2,2 Gewichts % B4: Vollziegel < 1 Gewichts % B5: Hoch isolierender Ziegel < 2,5 Gewichts % B6: Kalksandstein < 1,3 Gewichts % B7: Porenbeton < 5 Gewichts % Typische Werte für Gleichgewichtsfeuchte (Lufttrockenheit in Baustoffen und Hölzern)

Überprüfung mittels Prüfblock Die Messgenauigkeit des Gerätes kann mittels eines Prüfblocks getestet werden (nur Testo-Service) 1. Auswahl der Kennlinie CAL im Gerät 2. Auflegen der Federbleche auf Messfläche (gerade, nicht verkanten) und Anpressdruck auf 1,5 bis 3kg erhöhen 3. Anzeigewert ablesen und mit eingestanztem Wert in Abgleichblock vergleichen Bei Abweichung > ±3 Gewichts % ist Abgleich bei Testo notwendig.

Umrechnung Gewichts- auf Volumenprozent Alle Testo-Geräte zeigen Gewichtsprozent [%] als Wert an Falls ein Kunde Volumenprozent benötigt kann er folgende Umrechnung nutzen Gewichtsprozent Nassgewicht - Trockengewicht Trockengewicht x 100 % oder G % Hieraus ergibt sich: g (Wasser) pro Kg (Trockengewicht) = Gewichtsprozent [%] x 10 = abgelesener Messwert x 10 Volumenprozent Die CM-Methode nutzt CM-Prozent Rohdichte x Gewichtsprozent 1000 Vol % CM-Prozent Ergebnis der Calziumcarbitmethode CM% CM% entsprechen weitgehend den Gewichtsprozent Ausnahmen bestehen bei Beton, Zement, Zementestrich! Hier sind dem CM%-Wert ca. 1,5% hinzu zu zählen, um auf die Gewichtsprozent zu schließen

Bewertung der Messergebnisse Was ist trocken? Jede Mauer, auch die trockenste, beinhaltet eine natürlich vorhandene Restfeuchtigkeit. Die ÖNORM B 3355 legt Mindestanforderungen an eine trockengelegte Wand fest. Ein Durchfeuchtungsgrad von 20 % sollte nicht überschritten werden. (Ausnahme: extrem hoher Salzgehalt) Beispiel: 1m3 Wand Ziegelsteine mit einer Dichte 1500 kg/m3 Vollsättigung: 300 Liter Wasser = 100% Durchfeuchtungsgrad = 20 Gewichts% Trockene Mauer = 20% maximaler Durchfeuchtungsgrad = 4 Gewichts% (20% von 20 Gewichts%)

Bewertung der Messergebnisse Das testo 616 bestimmt die Gewichtsprozente. Wird bei starker Durchfeuchtung eines Mauerwerks der Messbereich überschritten, so kann man Holz als Materialart einstellen und bis 50% einheitenlos im Verhältnis messen. Hier empfiehlt sich auch der Vergleich mit einer trockenen Vergleichsstelle. Viele Mitbewerber arbeiten nur mit einheitenlosen Anzeigen von 0 100 Digits und definieren je nach hinterlegter Kennlinie die Bereiche der Feuchtigkeit. z.b. 20 40 Digits trocken, 45 70 Digits feucht, 75 100 Digits nass Dies ergibt natürlich Unterschiede, wenn verschiedene Messgeräte diverser Hersteller beim selben Messobjekt verwendet werden.

Bewertung der Messergebnisse Nr. Material Messbereich 1 Buche,Fichte,Lärche,Birke,Kirsche, Nußbaum 9,0...93,7% 2 Eiche,Kiefer,Ahorn,Esche,Douglasie,Meranti 7,3...78,5% 3 Zement Estrich,Beton,Gips 1,0...2,5% 4 Anhydrit Estrich 0,0...3,2% 5 Zementmörtel 0,7...3,8% 6 Kalkmörtel 0,5...7,2% 7 Ziegel 0,0...22,9%

Maximal zulässiger Wassergehalt Zement Estriche nach ÖNORM B 2236 Allgemein 2,0% kunstharzmodifiziert Herstellerangabe Fließestrich Herstellerangabe Heizestrich 1,8% Estriche auf Gips und Calciumsulfatbasis nach ÖNORM B 2236 Allgemein 0,5% Heizestrich 0,3% Mauerwerk, Innen und Außenputz 2,0% nach ÖNORM B 3355 maximal 20% Durchfeuchtungsgrad Holz je nach Anwendung 12,0% Verlegung von Holzfußböden nach ÖNORM B 2218 7,0% 9,0% Ziegel von der Rohdichte abhängig 3,0% Alle oben angeführten Werte sind Richtwerte! Salze im Mauerwerk, das Alter der Materialien und unterschiedliche Luftfeuchteund Temperaturbedingungen können zu Abweichungen führen! Führen Sie immer eine Vergleichsmessung mit einer bekannten trockenen Stelle durch!