Invasive Insekten in Bayern Alien Invasive Species in Bavaria Thomas Immler, Bayer LWF Asiatischer Laubholzbock
Asiatischer Laubholzbock Heimat Heimisch in: China Korea Taiwan Befallsausbreitung v. a. in den großen Pappel Aufforstungen Chinas ALB wird regelrecht exportiert, über Container des globalen Handels, v. a. in Holzverpackungen ALB Beginn global bekannter Schäden Ab 1998 Chicago Ab 1996 New York/New Jersey
ALB Beginn intensiver US - Bekämpfungsmaßnahmen Chicago 2001 Der Befall im Bereich der Großen Seen mit ihrem rauhen Klima führte zu großer Sorge in der EU PRA veranlaßt ALB Pest Risk Analysis für EU 2001 PRA bestätigt hohes Risiko für EU 1. wegen passendem Klima 2. wegen Vielzahl an Wirtsbaumarten Sehr großes Spektrum der Wirtsbaumarten: Viee Laubbäume, vor allem Ahorn, Weichlaubhölzer, Buntlaubhözer, Kastanie Zunehmend wird Befall weiteren Laubbäumen entdeckt wie Roteiche, Esche, Erle
ALB Fundorte in der EU ALB Fund Roth bei Nürnberg 2005
ALB Befall Neukirchen bei Passau 2004 ALB Reifefraß der Käfer in den Kronen ab Mai Käferschlupf von Mai bis in den Oktober möglich, Käfer lebt bis zu 2 Monate, Flugweiten bis 500m
ALB vermehrt sich heftig Tut es gerne bis in den niederbayerischen Spätsommer hinein ALB Eiablage am Stamm und Baumkrone Kräftiges Mundwerkzeug überwindet auch harte Rindenbereiche
ALB Eistadium Ei Reis Korn groß ca. 200 300 Stück/Käfer, unter der Rinde einzeln abgelegt ALB Larve und Fraßbild Frassbild Faust groß Larve erscheint nach 2-3 Wochen, Fraß zunächst im Kambium, ab L3 tief ins Holz gehend 10-30cm lange Fraßgänge, bis zu 5cm große Larven
ALB Ausbohrloch Käfer Ausbohrloch der Käfer nach Verpuppung nahe an Oberfläche 1,0 bis 1,5 cm groß ALB Monitoring und Bekämpfung Neukirchen bei Passau Seit 2004 Monitoring und Bekämpfung Vermehrung und Neubefall kann aber bis heute nicht verhindert werden Quarantänezone
ALB Monitoring und Gegenmaßnahmen in Braunau Seit 2001/2002 Monitoring und Bekämpfung Vermehrung und Neubefall kann aber bis heute nicht verhindert werden 2007 Befall an 1 Esche und 1 Pappel im Wald entdeckt Aufwand in Braunau von 2001 bis 2006: rd. 2 mio. Beispiel für die Entwicklung invasiver Arten in Bayern Xyleborus germanus Schwarzer Nutzholzborkenkäfer Aus Ostasien, zuerst in USA, nach dem Krieg in Süddeutschland nachgewiesen, seitdem Ausbreitung Polyphag, außergewöhnlich breite Valenz an Brutsubstratwahl (Baumart, Stärke, Zersetzungsgrad) Spektaküläres Geschlechterverhältnis von 90 % Weibchen, die als begattete Individuen das Brutsystem verlassen Korreliert im Spessart nicht mit dem Totholzangebot, sondern dem Lokalklima: je wärmer, desto höhere Dichte Klimafolgen! Cyclorhipidion (Xyleborus) bodoanus sibirisch-nordasiatischer Nutzholzborkenkäfer über Verbreitung im Ursprungsgebiet und in Europa sowie Verschleppung liegen keine umfassenden Angaben vor (vermutlich 1960 im Elsaß erster Nachweis) auch in Süddeutschland einschl. Alpenvorland nachgewiesen bisher an Eiche
Beispiel für die Entwicklung invasiver Arten in Bayern Nach Untersuchungen der LWF (2002; 2004-2006) X. germanus ist a) im Steigerwald inzwischen die häufigste Borkenkäferart b) im Spessart an 2. Stelle nach X. dispar (Ungleicher Holzbohrer) C. bodoanus ist inzwischen eine teilweise dominate Borkenkäferart in beiden Waldgebieten (im Spessart an 3. Stelle nach den vorgenannten) Beispiel für die Entwicklung invasiver Arten in Bayern Beide Arten: Sind Nutzholzborkenkäfer, entwerten Hölzer durch Ambrosiazucht am stehenden und liegenden Stamm Sind Primärbefalls tauglich - durch Bruten im frischen Holz - durch Einschleppen von Ophiostoma Welkepilzen Beide Arten scheinen auf Klimafolgen positiv zu reagieren Cyclorhipidion bodonanus im Kronenstratum Xleborus germanus bevorzugt bodennahe Straten
Asiatischer Laubholzbock ist Wald gefährdet? Wir müssen davon ausgehen ALB kommt mit unserem Klima sehr gut zurecht Die Wirts - Baumarten sind überall vorhanden Die besonders gefährdeten Baumarten werden seit 20 Jahren waldbaulich stark gefördert oder bilden Sukzessionstadien Befall in Braunau 2007 auch im Wald entdeckt, im Ort entspricht Alter/Höhe/Dichtstand von Befallsorten typischen Edellaubholz- Dickungen (siehe Artikel AFZ 20/2007, S. 1090/1091) Die besonders gefährdeten Baumarten stocken waldbaulich oft in groß-kronigen Lichtstellungen schwieriges Erkennen frühen Befalls Befall am Waldrand/im Wald wird nicht rechtzeitig entdeckt werden Importkontrollen von Verpackungsholz, Monitoring und Quarantäne sind dringend notwendig, damit ALB den Wald nicht erreicht Invasive Insekten in Bayern Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit
Asiatischer Laubholzbock Verwechslungsmöglichkeiten? ALB tritt nicht an Nadelholz auf, ist polyphag an Laubholz ALB ist nicht in den Alpen oder Mittelgebirgen eingebürgert Ovale oder querovale Schlupflöcher stammen nicht vom ALB Kreisrunde Schlupflöcher können auch von heimische Arten stammen Grobe Nagespäne an Pappeln können auch vom Großen Pappelbock stammen Verdacht auf ALB Befall ist erst gegeben, wenn auch kreisrunde Schlupflöcher größer 10 mm mit einem Durchmesserbereich zwischen 10 bis 25 mm festgestellt werden Weibchen ALB Schildchen unbehaart (schwarz) Weibchen Schneiderbock Schildchen dicht gelbweiß behaart