Geschäftsprozessanalyse



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Geschäftsprozessanalyse Prozessmodellierung weitere Begriffe: workflow business process modelling business process (re-)engineering 2

Was ist ein Prozess? Prozesse bestehen aus Aktionen / Ereignissen / Aktivitäten und Zuständen, die Bestandteile sind kausal geordnet, ungeordnete Aktionen sind nebenläufig, Ereignisse können konfliktär sein, Prozesse können Alternativen haben. 3 Erste Schritte Zweck des Prozesses Prozessbeteiligte Reihenfolge der Prozessschritte Daten, die im Prozess bearbeitet werden Entscheidungen im Rahmen des Prozesses Definitionsregeln für Prozessteile 4

Prozessmodelle Allgemeine Prozessmodelle Petri-Netze Prozessalgebren Chu Spaces Geschäftsprozessmodelle Business Process Management Ereignisgesteuerte Prozessketten Vorgangskettendiagramm 5 Petri-Netze auch Bedingungs- oder Ereignisnetz genannt mathematische Modelle von nebenläufigen Systemen bestehen aus Aktivitäten und Objektspeicher, die zu einem Netz verbunden werden Aktivitäten dürfen nur mit Objektspeichern und umgekehrt verbunden werden je nach Ausrichtung des Verbindungspfeils werden mehrere Verbindungstypen unterschieden 6

Symbole im Petri-Netz Symbol Bedeutung Aktivität bzw. Transition aktiver Modellbaustein, der Objekte verarbeitet Objektspeicher passiver Modellbaustein, der Träger von (Informations-) Objekten ist. Objekte werden durch Aktivitäten verbraucht, erzeugt, transportiert oder verändert Verbindung 7 Petri-Netze: Verbindungstypen Verbindungstyp Bedeutung Aktivität erzeugt bei der Ausführung Objekte (Ausgabeverbindung) Aktivität verbraucht Objekte aus einem Eingangsspeicher (Eingabeverbindung) Aktivität verändert Objekte in einem verbundenen Objektspeicher (Aktualisierungsverbindung) Aktivität greift lesend auf die Objekte in einem verbundenen Objektspeicher zu (Leseverbindung) 8

Petri-Netz: Beispiel Lebenszyklus 9 Petri-Netz: 2. Beispiel 10

Petri-Netz: 3. Beispiel 11 12

Petri-Netze: Nachteile Modelle werden zu groß und komplex Modellierung ist langwierig und kompliziert Zeit, Kosten und Daten können nicht modelliert werden 13 Geschäftsprozess-Modelle sind Prozessmodelle für spezielle Prozesse (Geschäftsprozesse) unter Berücksichtigung organisatorischer, sozialer, technischer und sonstiger Aspekte. Organisation Aufgaben Mensch Technik 14

Ereignis-gesteuerte Prozessketten (EPK) 15 Beispiel für EPK Aufgrund einer eingehenden Kundenanfrage wird ein Angebot erstellt. 16

2. Beispiel für eine EPK Vorgang der Rechnungsprüfung: Liegt eine Rechnung und die dazugehörige Ware sowie die Bestellung vor, wird die Rechnung geprüft. Ist sie in Ordnung, wird sie beglichen, andernfalls wird ein Nachverfolgungsverfahren eingeleitet. Rechnung ist eingetroffen Rechnung OK Rechnung begleichen Wareneingangsschein liegt vor V XOR Bestellung liegt vor Rechnung nicht OK Rechnungsprüfung Nachverfolgungsverfahren 17 18

Konnektoren 19 Weitere Symbole 20

EPK: Fehlersuche 21 Vorgangskettendiagramm (VKD) 22

Business Process Modeling Notation grafische Spezifikationssprache zur Modellierung von Geschäftsprozessen Komplexer, aber dadurch auch leistungsfähiger als EPK 2002 von Stephen A. White (IBM) erarbeitet veröffentlicht durch die Business Process Management Initiative (BPMI), einer Organisation, die Standards im Bereich der Geschäftsprozessmodellierung definiert Im Juni 2005 durch die Object Management Group (OMG) übernommen 23 Elemente der BPMN Flow Objects die Knoten (Activity, Gateway und Event) Connecting Objects die verbindenden Kanten Pools und Swimlanes die Bereiche, mit denen Aktoren und Systeme dargestellt werden Artifacts weitere Elemente wie Data Objects, Groups und Annotations zur weiteren Dokumentation 24

BPMN: Beispiel 25 Flow Objects: Activity Eine Activity beschreibt eine Aufgabe, die in einem Geschäftsprozess zu erledigen ist. Sie wird als Rechteck mit abgerundeten Ecken dargestellt. Eine elementare Activity heißt Task, komplexere Activities werden als Subprocess bezeichnet. Sie unterscheiden sich in der Notation durch ein +-Symbol. Subprocesses können in kollabiertem oder expandiertem Zustand dargestellt werden. 26

Flow Objects: Gateway Ein Gateway stellt einen Entscheidungspunkt dar (Split/Fork), oder einen Punkt, an dem verschiedene Kontrollflüsse zusammenlaufen (Join/Merge). Er wird als Rhombus gezeichnet. Je nach Symbol im Inneren des Rhombus steht er für einen AND-, einen OR-, einen XOR- oder einen Eventbasierten Gateway. 27 Flow Objects: Event Ein Event (Ereignis) ist etwas, das sich in einem Geschäftsprozess ereignen kann, zum Beispiel das Eintreffen einer Nachricht, das Erreichen eines bestimmten Datums oder das Auftreten einer Ausnahmesituation. Events werden in drei Klassen eingeteilt: nach ihrer Position im Geschäftsprozess in Start-, Intermediate- und End-Event. nach ihrer Wirkung im Geschäftsprozess in Catching- und Throwing- Event. nach ihrer Art in Timer-, Message-, Exception-Event, etc. Pro Event-Typ kennt die Notation ein eigenes Symbol, das im Innern des Kreissymbols für den Event angezeigt wird. 28

Connecting Objects Sequence Flows verbinden Activities, Gateways und Events. Sie stellen dar, in welcher Reihenfolge Activities ausgeführt werden. Ein Conditional Flow wird nur dann durchlaufen, wenn eine bestimmte Bedingung wahr ist, ein Default Flow nur, wenn kein anderer Sequence Flow durchlaufen werden kann. Ein Message Flow zeigt an, dass zwei Elemente in einem Business Process Diagramm Meldungen austauschen. Message Flows verbinden Flow Objects oder Pools mit anderen Flow Objects oder Pools. Ein Message Flow muss immer zwei Pools verbinden, entweder direkt oder indem er ein Flow Object in einem Pool mit einem Flow Object in einem anderen verknüpft. 29 Swimlanes (Schwimmbahnen) Ein Pool repräsentiert einen Participant in einem Workflow, das heißt einen Benutzer bzw. eine Benutzerrolle oder ein System. Eine Lane ist eine Unterteilung eines Pools, die sich über die komplette Länge des Pools erstreckt. 30

Artifacts Eine Annotation ist ein Kommentar, der einem Element eines Geschäftsprozesses zugeordnet werden kann. Ein Data Object repräsentiert einen Artefakt, den der Geschäftsprozess bearbeitet. Mit Data Objects können sowohl elektronische Objekte wie Dokumente oder Datensätze, als auch physische Objekte wie Brötchen oder Bücher dargestellt werden. Eine Group ist ein Hilfsmittel, um Elemente eines Geschäftsprozess visuell zusammenzufassen. Sie ist nicht zu verwechseln mit einem Sub Process. 31 32