Organisation und Wiederholung Herzlich willkommen! 1
Organisation und Wiederholung noch ausstehende Termine: DO 12.11.2009 11.45-13.15 FR 13.11.2009 17.00 bis 18.30 und 19.00 bis 21.30 WICHTIG: morgen nicht in diesem Hörsaal, sondern im Hörsaal U10, Juridicum, Schottenbastei 10-16 SA 14.11.2009 10-11.30 und 12.30-14.00 2
Organisation und Wiederholung Folien der vergangenen Vorlesung: http://www.cognitiveneuroscience.at/folien.htm Erste Prüfung: Freitag, 11.12.2009; Uhrzeit wird (hoffentlich morgen) bekannt gegeben. 3
Organisation und Wiederholung Zu dieser Stunde Geht etwas über Pinel hinaus Graphiken mehrfach, weil... Graphiken sehr groß, weil... viel mehr Anatomie als Funktion, weil... 4
Organisation und Wiederholung Wiederholung der letzten Sitzung ZNS und PNS ZNS: Gehirn und Rücknmark PNS: somatisches und autonmoes NS somatisches NS: sensorische Afferenzen, motorische Efferenzen autonomse NS: 2 efferente Nerventypen 5
Organisation und Wiederholung Wiederholung der letzten Sitzung Das Gehirn: 3 Hirnhäute Ventrikel Cerebrospinalflüssigkeit Blut-Hirn-Schranke 6
Organisation und Wiederholung Wiederholung der letzten Sitzung Zellen des Nervensystems, Glia und Neurone Strukturen im Zellinneren, und Funktion Aufbau der Zellmembrans Klassifizierung der Neurone (Fortsätzem, Axon?) Graue vs. weiße Substanz 7
Organisation und Wiederholung Wiederholung der letzten Sitzung Arten von Gliazellen und deren Funktion Oligodendrocyten Schwann-Zellen Astrocyten Mikroglia Sichtbarmachung von Nervenzellen Färbungen, Tracing, Elektronenmikroskop 8
Organisation und Wiederholung Wiederholung der letzten Sitzung Lage und Richtungsbeziehungen Besonderheiten beim Kopf anterior-posterior dorsal-ventral medial-lateral 9
Organisation und Wiederholung Wiederholung der letzten Sitzung Lage und Richtungsbeziehungen, weitere Darstellung Trepel, Neuroanatomie (siehe hinten) 10
Organisation und Wiederholung Wiederholung der letzten Sitzung Schnittebenen Sagittal Horizontal Frontal Radiologische Konvention 11
Organisation und Wiederholung Wiederholung der letzten Sitzung Aufbau des Rückenmarks Aufbau des Gehirns Telencephalon (heue mehr darüber) Diencephalon (Thalamus, Hypothalamus) Mesencephalon (Mittelhirn) Metencephalon (Cerebellum, Pons) Myelencephalon (Medulla oblongata) 12
... Fortsetzung der vorherigen Vorlesung Nachtrag: Warum Graue Substanz grau kommt daher, dass diese Bereiche im Formalin fixiert eine graue Farbe haben. Im lebenden Gewebe ist die graue Substanz eher rosa. 13
Was bekannt sein sollte: 1 bis 6, Testen Sie sich! 1 Med. Oblong 2 Pons (Brücke) 3 Mesencephalon 4 Diencephalon 5 Cerebellum 6 Telencephalon 14
Telencephalon Größter Abschnitt des Gehirns zwei cerebrale Hemisphären die äußere Schicht ist der cerebralen Cortex (Großhirnrinde) nicht alle Säugetiere besitzen einen gefalteten Cortex ; sie sind lissencephal (Verweis aus Exkurs Gehirnvergleich im ersten Block) 15
Telencephalon Subcortical besteht das Telencephalon grossteils aus weisser Substanz (Axone, die von und zum Cortex verlaufen) es gibt aber einige grosse subcorticale Kerngebiete, die meist entweder dem Limbischen System oder den Basalganglien zuzuordnen sind! 17
Furchen und Erhebungen Die grossen Furchen heissen Fissurae, die kleinen heissen Sulci Die Erhebungen heissen Gyri Beide Hemisphären sind durch die Fissura longitudinalis cerebri beinahe getrennt Verbindungen gibt es über cerebrale Commissuren! Die grösste Commissur ist das Corpus callosum (verbindet die Hemisphären) Die markantesten Sulci sind: Sulcus centralis (= Zentralfurche = fissura Rolandi) Sulcus lateralis (= Sylvische Fissur = Sylvische Furche) 18
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S. Centralis und Lateralis 20
S. Centralis und Lateralis 21
Strukturen des Telencephalons- von alt nach jung... Einteilung nach anatomischen/funktionellen Gesichtspunkten phylogenetische vs. histologische Einteilung in der Praxis wird ein Mix aus all diesem gemacht... 22
Phylogenetische Gliederung der Hemisphären (von alt nach jung...) Paläocortex (Subcortikale Kerne, Basalganglien) Archicortex Neocortex (ca. 90% des cerebralen Corex) Gliederung ist auch histologisch (anhand der Gewebeeigenschaften) möglich. 23
Phylogenetische Gliederung der Hemisphären (von alt nach jung...) Paleokortex Ältester Teil, Riechhirn Frontobasal gelegener Teil des Großhirns.... der Vollständigkeit halber (Quelle: Trepel)» Bulbus und Tractus olfactorius» Tuberculum olfactorium»septum» Area entorhinalis» Cortikaler Anteil der Amygdala 24
Phylogenetische Gliederung d. Hemisphären Archicortex (Synonym: Archipallium) entwicklungsgeschichtlich Zwischenstadium zwischen Paläocortex und Neocortex. Durch die Entwicklung des Neocortex wird der Archikortex auf die Innenseite des Temporallappens verdrängt Strukturen: Hippocampus Gyrus dentatus (Teil des Hippocampus) 25
Phylogenetische Gliederung d. Hemisphären Archicortex und limbisches System Limbisches System größtenteils Archicortex und Paleocortex Limbisches System wurde stark erweitert, Areale oft nicht ganz eindeutig definiert. Konzept Limbisches System als Hilfsmittel. 26
Das Limbische System: Medial gelegene Strukturen, die den Thalamus umgeben! Reguliert motivationale Verhaltensweisen 4 Fs ; fighting, fleeing, feeding, and (... ) sexual behavior Hauptstrukturen: Mammilarkörper Hippocampus, Amygdala, Fornix, cingulärer Cortex Septum 27
Limbisches System, ein erster Eindruck 28
Beschreibung des Systems: Die Amygdala ist ein mandelförmiges Kerngebiet (mehrere Nuclei) im anterioren Temporallappen Posterior zur Amygdala beginnt der Hippocampus, der im medialen Temporallappen verläuft 29
Der Fornix verlässt das dorsale Ende des Hippocampus und schwingt bogenförmig entlang der superioren Seite des 3ten Ventrikels nach vorne und endet im Septum und den Mammilarkörpern Der cinguläre Cortex ist Teil des Neocortex (Gyrus cinguli) und liegt auf der medialen Seite der cerebralen Hemisphären direkt über dem Corpus callosum Das Septum (medial gelegener Kern) liegt an der anterioren Spitze des cingulären Cortex Das Septum und die Mammilarkörper sind über Faserzüge mit den Amygdalae und dem Hippocampus verbunden und bilden so den Limbischen Ring! 30
Das Limbische System 1 G. cinguli 2 Hippocampus mit G. Dentatus 3 Fornix 4 Amygdala 5 Mammillarkörper 6 G. Parahippocampalis 7 Septumregion 31
Das Limbische System: Ausflug ins Gehirn, Interbrain. 32
Hippocampus, Lage 1 Hippoca. 2 G. Dentauts 4,5,6: Fornix, endet in 7, Mamillarkörper 8 Seitenventrikel 9 Corpus Callosum 10 S. Centralis 11 Interhemisphärenspalt (Fiss. long. cerebri) 33
der Hippocampus 3-schichtig, dazu später mehr. 34
Basalganglien Kerne im Marklager des Großhirns unscharfer Begriff, meist Striatum (oft weiter unterteilt, dorsal, ventral (NCl accumbens) Ncl Caudatus Putamen Pallidum (= Globus Pallidus) Funktionell können auch dazugezählt werden: Ncl. Subthalamicus Substantia Nigra Gemeinsam: Wichtig f. Regulation der Motorik 35
Basalganglien, Lage Aus jeder Amygdala zieht der Nucleus caudatus anfangs in eine posteriore und dann in eine anteriore Richtung, wobei der Schweif immer dicker wird! Im Mittelpunkt des kreisförmigen Nucleus caudatus liegt das Putamen. 36
Basalganglien, Lage Das Putamen ist mit dem Nucleus caudatus über Faserbrücken verbunden! beide Strukturen haben deshalb gemeinsam eine gestreifte Erscheinung und werden zusammen als Corpus striatum bezeichnet! Eine weitere Struktur gehört zu den Basalganglien, der Globus pallidus, dieser liegt medial zum Putamen! 37
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nochmal Basalganglien (Trepel) 1 (2,3) Ncl Caudatus 4 Putamen 1+4 Striatum 5 Pallidum (mediales und laterales Segment) 6 Amygdala (Lage im vorderen Drittel des Temp.lappens) 39
Basalganglien Ausflug ins Gehirn (Interbrain) Schnittbilder BrainTutor 40
Wichtigsten Afferenzen (blau) und Efferenzen (rot) des Striatums 1: Ncl Caudatus, 2: Putamen, 3: Cortex 4: Pallidum 5: Thalamus 41
Die Basalganglien sind für die Ausführung willkürlicher Bewegungen wichtig! Klinische Implikation: Bei der Parkinsonschen Krankheit ist eine Bahn, die von der Substantia nigra des Mesencephalons zum Corpus striatum projiziert, betroffen. Die Zerstörung dieser Bahn führt zu den typischen Symptomen wie Steifheit (Rigor), Zittern (Tremor) und einer Verarmung willkürlicher Bewegungen (Hypokinese)! Neuerdings werden die Basalganglien auch mit der Integration von Prosody und sprachlicher Emotion in Verbindung gebracht! (kritisches Denken!) Zu Parkinson später mehr! Neurotransmitter! 42
Klinische Implikation: Chorea Huntington Störung mit Hyperkinese Degeneration v. Neurone im Striatum, besonders jene zur Bewegungsinhibiton. plötzliche, unkontrollierte, ausfahrende Bewegungen Auch Gesichtsmuskulatur betroffen Demenzen häufig Striatum mehr als Bewegung! Distanzminderung, Aggressivität Tödlicher Verlauf 43
Chorea Huntington 44
Basalganglien, Chorea Huntington bizarre Haltungs- und Bewegungänderungen linkes MRI: 43-jähriger Patient, nach 6 Jahren Diagnose, rechtes MRI: gesunder Proband. -Atrophie des Striatums, dadurch Aufweitung der Seitenventrikel, 45
Der Neocortex 46
Finden der wichtigsten Landmarken: 47
Kennen sollten Sie bis jetzt... 1,2,7,10,11,12 bitte versuchen! 1 Telencephalon 2 Cerebellum 7 S. Centralis 10 S. Lateralis 11 Pons 12 Medulla Oblong. 48
Wir unterscheiden 4 große Lappen (cortical): Frontallappen, Parietallappen, Temporallappen und Occipitallappen! Markante Gyri sind: Gyrus precentralis, Gyrus postcentralis Gyrus temporalis superior 49
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Die Lappen des Gehirns 51
Die Lappen des Gehirns Ausflug ins Gehirn mit Brain Tutor 52
Die wichtigsten Gyri und Sulci Die Trennung der Lappen Frontal- und Parietallappen werden durch S. Lateralis getrennt (19) S. Centralis trenn Frontal- und Parietallappen (11)e Wichtige Gyri und Sulci G. (13) und S. (12) Precentralis Primär-motorischen Rinde G. (15) und S. (14) Postcentralis somatosensibler Cortex, taktile Wahrnehmungen des Körpers werden verarbeitet 53
achtet auf 19,11, 13,12,15,14! 54
Die wichtigsten Gyri und Sulci Temporallappen G. temporalis sup, (21), medius (22) und inferior (23) S. Temporalis superior (24) S. Temporalis inferior (25) 55
achten Sie auf 21,22,23,24,25! 56
Die wichtigsten Gyri und Sulci Frontallappen G. frontalis sup, (4), medius (5) und inferior (6) S. frontalis superior (2) S. frontalis inferior (3) 57
achten Sie auf 2, 3, 4, 5, 6! 58
Zur Vollständigkeit: (aus Trepel): Lateralansicht des Großhirns. Frontallappen rot, Parietallappen blau, Okzipitallappen grün, Temporallappen lila. 1 Mantelkante, 2 Sulcus frontalis superior, 3 Sulcus frontalis inferior. 2 und 3 trennen den 4 Gyrus frontalis superior, 5 Gyrus frontalis medius und 6 Gyrus frontalis inferior. Am Gyrus frontalis inferior unterscheidet man 7 Pars orbitalis, 8 Pars triangularis und 9 Pars opercularis. Nach vorne endet der Frontallappen am 10 Frontalpol, nach hinten am 11 Sulcus centralis. Dieser begrenzt zusammen mit dem 12 Sulcus precentralis den 13 Gyrus precentralis. Nach hinten schließt sich dem Gyrus precentralis der durch den 14 Sulcus postcentralis begrenzte 15 Gyrus postcentralis an. Hinter dem Gyrus postcentralis befinden sich der 16 Lobulus parietalis superior und der 17 Lobulus parientalis inferior, die durch den 18 Sulcus intraparietalis voneinander getrennt sind. Frontal- und Parietallappen werden vom Temporallappen durch den 19 Sulcus lateralis getrennt, um dessen hinteres Ende sich der 20 Gyrus supramarginalis herumlegt. 21 Gyrus temporalis superior, 22 Gyrus temporalis medius, 23 Gyrus temporalis inferior, die durch den 24 Sulcus temporalis superior und 25 Sulcus temporalis inferior getrennt werden. Um das hintere Ende von 24 herum legt sich der 26 Gyrus angularis. 27 Okzipitalpol, 28 Temporalpol. 59
Histologische Unterteilung des Cortex Histologie = Wissenschaft von den biologischen Geweben Abzugrenzen von der entwicklungsgeschichtlichen Einteilung! (Neocortex, Archicortex und Palaeocortex) Histologischen Differenzierung: Isocortex, dieser ist 6 schichtig. Allocortex, dieser ist (meist...) 3- schichtig Riechhirn und Hippocampus Beziehungen zwischen histologischen und phylogenetischen Kriterien nicht ganz einfach... 60
Die Schichtung des Cortex Es gibt zwei Arten von corticalen Neuronen: Pyramidenzellen Sternzellen! Vorgriff auf morgen: Pyramidenzellen sind meist exitatorisch, wichtigster Transmitter ist Glutamat Nicht-Pyramidenzellen: kurze oder keine Axone, intrakortikale Zwischenneurone, meist inhibitorisch mit Transmitter GABA. 61
Die Schichtung des Cortex Die Zahl beider Zelltypen variiert ja nach Schicht! Es gibt einen dominanten vertikalen Verlauf der Axone und Dendriten Kolumnenorganisation Neurone in einer Kolumne oft gleicher Schaltkreis, erfüllen oft eine Funktion 62
Pyramidenzellen sind groß und multipolar mit pyramidenförmigen Zellkörpern! Sie haben einen grossen Dendriten, der zur Cortexoberfläche zieht (apikaler Dendrit) und sehr lange Neurone! Sternzellen sind kleine Sternförmige Interneurone! Die Anatomie des Nervensystems
Die Schichten werden als Laminae bezeichnet I: Molekularschicht (Lamina molekularis) II: äußere Körnerschicht (L. granularis externa) III: äußere Pyramidenschicht, (L. pyramidalis externa) IV: innere Körnerschicht (L. granularis interna) V: innere Pyramidenschicht (L. pyramidalis interna) VI: multiforme Schicht. (L. Multiformis) 64
Zusammenhang Schichtdicke/Funktion! Visuelle Areale: Viel Input vom Thalamus auf Sternzellen der Schicht IV Schicht 4 ist stärker ausgeprägt (dazu später mehr.) MotorCortex: Schicht 5 besonders dick, da Pyramidenzellen hier die Signale an Hirnstamm und Rückenmark weiterleiten. 65
Histologische Unterteilung der Rinde nach Brodmann 52 Rindenfelder (Areale) international verwendet 66
Zusammenfassung; Hauptstrukturen des Nervensystems 67
Nette Art zu Lernen: 69
wer es genau wissen will: Trepel gut lesbar tolle Graphiken! sehr detailliert 70
Kennen sollten Sie... 1,2,3,5,6,7,8,9,11,13,14,15,16,18 1 Corp. Callosum 2 G. Cinguli 3 Fornix 5,18 Plex. Choroideus 6 Chiasma Opt. 8 Hypophyse 9 Mammillarkörper 11 Mesencephalon 13 Vierhügelplatte 14 4.Ventrikel 15 Pons 16 16 Medulla O. 71
... und noch einmal im MRT... 1,2,3,5,6,7,8,9,11,13,14,15,16,18 1 Corp. Callosum 2 G. Cinguli 3 Fornix 6 Chiasma Opt. 8 Hypophyse 9 Mammillarkörper 11 Mesencephalon 13 Vierhügelplatte 14 4.Ventrikel 15 Pons 16 16 Medulla O. 72
Kennen sollten Sie... 1,2,3,4,3+4,5,6,9,10,11,12,14 1 Großhirnrinde 2 Balken 3 Ncl. Caudatus 4 Putamen 3+4 Corpus Striatum 5 Pallidum 6 Thalamus 9,10: Ventrikel 12 S. lateralis 14 Inselrinde 73
Kennen sollten Sie: 2, 3, 4, 5, 6,19,11, 13,12,15,14,21,22,23,24,25 74
Hilfen zum Lernen der Anatomie: BrainTutor von Rainer Göbel http://brainvoyager.com/ Sammlung von Seiten zum Anatomie lernen: http://www9.biostr.washington.edu/da.html 75
Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! 76