Aufbau und Schutzfunktion

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Transkript:

Seite 1 / 36 Aufbau und Schutzfunktion Oberhaut (Epidermis) Lederhaut (Dermis) Unterhaut (Subcutis) Hornschicht Stachelzellschicht Basalzellschicht Freie Nervenenden Schweißdrüse Bindegewebe Hydrolipidmantel Körnerzellschicht Melanozyten Blutgefäße Talgdrüse Haarmuskel Lymphgefäße Haarwurzel Fettzellen

Seite 2 / 36 Aufbau und Schutzfunktion Die Oberhaut, entscheidende Schutzfunktion Durchschnittliche Dicke: 0,1 mm Schützt das darunterliegende Gewebe vor Verletzungen Krankheitserregern Schadstoffen der Umwelt Hydrolipidmantel Hornschicht Körnerzellschicht Stachelzellschicht Melanozyten Basalzellschicht

Seite 3 / 36 Aufbau und Schutzfunktion Die Lederhaut Bindegewebe macht die Haut elastisch und stabil Ist gut durchblutet Ernährt die Oberhaut Blutgefäße Freie Nervenenden Talgdrüse Haarmuskel Schweißdrüse Bindegewebe Lymphgefäße

Seite 4 / 36 Aufbau und Schutzfunktion Das Unterhautfettgewebe Schützt vor Druck und Stößen Speichert Wärme und Nährstoffe Haarwurzel Fettzellen

Seite 5 / 36 Aufbau und Schutzfunktion Barrierefunktion der Haut: Gesunde Haut bildet eine Barriere! Intakte Haut lässt Krankheitserreger, Allergene und Schadstoffe nur schwer eindringen: Wasser-Fett-Film schützt gegen: das Austrocknen gegen Keime Hornschicht der Oberhaut: bildet Barriere gegen Chemikalien Bakterien, Pilze, Viren Verhindert Wasserverlust aus dem Körper

Seite 6 / 36 Aufbau und Schutzfunktion Wenn die Barriere gestört ist: Die Haut wird durchlässiger für: Schadstoffe, Allergene und Infektionserreger. Die Haut verliert Feuchtigkeit! Sichtbares Zeichen: Die Haut wird trocken und schuppig. Erste Rötungen treten auf.

Seite 7 / 36 Aufbau und Schutzfunktion Wenn die Hautbelastung über einen längeren Zeitraum anhält: Es entsteht ein Abnutzungsekzem: Das klinische Bild einer länger gestörten Barrierefunktion der Haut. Erste Anzeichen: Trockenheit und Rötung. Eine gestörte Barrierefunktion der Haut begünstigt die Entwicklung von Allergien.

Seite 8 / 36 Hautveränderungen Was sind Hautveränderungen, auf die ich achten muss? Alles, was auf eine gestörte Barrierefunktion der Haut hinweist. Die Haut: wird trocken, spröde, schuppig und rissig rötet sich brennt nach der Händedesinfektion juckt und nässt

Seite 9 / 36 Hautveränderungen Was soll ich tun, wenn meine Haut z. B. sehr trocken oder manchmal leicht gerötet ist? Handeln Sie! Suchen Sie Hilfe und lassen Sie sich beraten! Nur frühzeitiges Eingreifen kann bleibende Hauterkrankungen verhindern! Wenden Sie sich an einen Hautarzt! Liegt noch keine Allergie vor, heilen die Hautveränderungen meist folgenlos ab. Wichtig: konsequenter Hautschutz und Hautpflege Über das weitere Vorgehen am Arbeitsplatz berät Sie Ihre Betriebsärztin/Ihr Betriebsarzt

Seite 10 / 36 Hautbelastungen in der Pflege Wasser ist die Hauptgefahrenquelle! Die Hände werden zu häufig gewaschen und weniger schonend als möglich. Die eigenen Fette, welche die Haut schützen, werden dabei entfernt. Mit bloßen Händen im Wasser gearbeitet wird auch bei der Körperpflege der Patienten bei Reinigungstätigkeiten Jedes Reinigungsmittel strapaziert die Haut zusätzlich. Auch Kontakt mit Flächen- und Instrumentendesinfektionsmitteln entfettet die Haut.

Seite 11 / 36 Hautbelastungen in der Pflege Zu langes Tragen von Handschuhen belastet die Haut in der Pflege! Handschuhe sind ein wirksamer Hautschutz: Sie halten die Hände sauber und diese sind seltener zu waschen. Aber: Nach längerem Tragen flüssigkeitsdichter Handschuhe bildet sich ein Feuchtigkeitsfilm auf der Haut. Dieser wirkt ähnlich belastend wie die Arbeit im Wasser. Handschuhe werden: oft länger getragen als für die Arbeitsaufgabe nötig zu selten gewechselt häufig falsch ausgewählt Besonders wichtig: Handschuhe niemals mit feuchten Händen anziehen!

Seite 12 / 36 Hautbelastungen in der Pflege Feuchtarbeit ein großes Thema in der Pflege! Von Feuchtarbeit spricht man, wenn: die Hände regelmäßig in feuchtem Milieu arbeiten über längere Zeit feuchtigkeitsdichte Handschuhe zu tragen sind die Hände oft und gründlich gereinigt werden

Seite 13 / 36 Hautbelastungen in der Pflege Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung Anzubieten ist die arbeitsmedizinische Vorsorge bei mehr als 2 Stunden über den Tag verteilter Feuchtarbeit. Bei mehr als 4 Stunden Feuchtarbeit handelt es sich um Pflichtuntersuchungen. Diese Untersuchungen werden durchgeführt von Betriebsärztin/Betriebsarzt: Rückfragen richten Sie bitte an:

Seite 14 / 36 Hautbelastungen in der Pflege Stress ein Problem für die Haut? Oft kommen durch Stress im Pflegedienst Schutz und Pflege der eigenen Haut zu kurz. Im Interesse Ihrer Gesundheit: Tun Sie was dagegen! Seien Sie Profi: Schützen und pflegen Sie Ihre Haut!

Seite 15 / 36 Hautschutzplan Welche Funktion hat ein Hautschutzplan? Unser Hautschutzplan stimmt alle Hautschutzmaßnahmen aufeinander ab. Unser Hautschutzplan befindet sich: Er enthält die bei uns zur Verfügung stehenden Produkte zum Hautschutz, zur Händedesinfektion, zur Hautreinigung und zur Hautpflege und erläutert, wie Sie sich bei Tätigkeiten zu verhalten haben, welche die Haut gefährden.

Seite 16 / 36 Hautschutzplan Hautschutz dient der Vorbeugung Hautschutzmittel sind speziell auf die jeweilige Arbeitsaufgabe und die damit verbundenen Hautgefährdungen abgestimmt. Die Produkte unterstützen die Barrierefunktion der Haut. Sie ziehen sehr schnell in die Haut ein! Hautschutzmittel während der Arbeitszeit immer anwenden: zu Arbeitsbeginn vor Feuchtarbeiten Bei uns wird folgendes Hautschutzmittel verwendet:

Seite 17 / 36 Hautschutz und Hautpflege 1 2 3 4 5 6

Seite 18 / 36 Hautschutzplan Händedesinfektion reduziert gefährliche Keime Die Hände immer desinfizieren: vor pflegerischen Verrichtungen nach Kontakt mit Blut, Sekreten, Ausscheidungen, kontaminierten Gegenständen nach Toilettenbesuch nach Ablegen von Handschuhen Es gelten die Prinzipien: Lieber einmal mehr desinfizieren als einmal zu wenig! Händedesinfektion statt Händewaschen! Bei uns werden folgende Händedesinfektionsmittel verwendet:

Seite 19 / 36 Händedesinfektion und Händereinigung 1 2 3 4 5 6

Seite 20 / 36 Händedesinfektion und Händereinigung 1 2 3 4 5

Seite 21 / 36 Hautschutzplan Hautreinigung bei sichtbarer Verschmutzung Hautreinigungsmittel sollen möglichst schonend reinigen. Die Hände sind nur zu waschen: vor Arbeitsbeginn bei sichtbaren Verschmutzungen Es gilt das Prinzip: So wenig wie möglich, so oft wie nötig! Zur Erinnerung: Häufiges Händewaschen lässt die Hornschicht aufquellen und spült die schützenden Hautfette ab. Bei uns wird folgendes Hautreinigungsmittel verwendet:

Seite 22 / 36 Hautschutzplan Hautpflege dient der Regeneration der Haut Hautpflegemittel regenerieren die Haut, indem sie ihr ausgewaschene Fette zurückgeben. Feuchtigkeitsbindende Substanzen verringern ein erneutes Austrocknen der Haut, diese gewinnt dadurch einen Teil ihres natürlichen Schutzes zurück. Hautpflegemittel benötigen zum Einwirken Zeit. Hautpflegemittel immer anwenden: vor der Pause nach Arbeitsende und in der Freizeit Bei uns wird folgendes Hautpflegemittel verwendet:

Seite 23 / 36 Handschuhplan Welche Funktion hat ein Handschuhplan? Unser Handschuhplan benennt die geeigneten Handschuhe für Tätigkeiten in der Pflege. Unser Handschuhplan befindet sich: Handschuhe nicht immer, aber wenn, die richtigen! Handschuhe bieten den besten Schutz vor Feuchtigkeit infektiösen Materialien aggressiven Substanzen Wählen Sie je nach Arbeitsvorgang die geeigneten Handschuhe aus dem Handschuhplan, um sich zu schützen!

Seite 24 / 36 Handschuhplan Medizinische Einmalhandschuhe Sie schützen vor Krankheitserregern, in der Regel aber nicht vor Chemikalien. Verwenden Sie diese zum Schutz vor möglicherweise enthaltenen Bakterien und Viren bei Kontakt mit Blut, Sekreten und Ausscheidungen. Medizinische Einmalhandschuhe werden ebenso verwendet: bei Kontakt mit Arzneimitteln, sofern latexfrei sensibilisierenden Stoffen in Pflegemitteln beim Waschen von Patienten mit ausreichend langer Stulpe

Seite 25 / 36 Handschuhplan Chemikaliendichte Haushaltshandschuhe Sie werden mehrfach verwendet. Sie haben Stulpen zum Schutz Ihrer Unterarme und Handgelenke. Handschuhe mit gewebtem Baumwollfutter sind besonders hautverträglich. Sie eignen sich für Tätigkeiten mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln.

Seite 26 / 36 Handschuhplan So tragen Sie Handschuhe richtig: Tragen Sie flüssigkeitsdichte Handschuhe nur so lange wie nötig! Bei längeren Tragezeiten benutzen Sie bitte zusätzlich Baumwollunterziehhandschuhe! Wechseln Sie die Handschuhe, wenn sie beschädigt oder innen feucht geworden sind. Einmalhandschuhe heißen nicht ohne Grund so: Bei mehrmaligem Gebrauch verlieren sie ihre Schutzwirkung. Hängen Sie die Haushaltshandschuhe nach Gebrauch mit der Öffnung nach oben zum Trocknen auf.

Seite 27 / 36 Handschuhplan Auswahl geeigneter Produkte Latexhaltige Handschuhe müssen puderfrei sein für alle anderen Handschuhe ist es empfehlenswert. Tragen Sie Handschuhe nur, wann und wie es der Handschuhplan fordert. Haben Sie Probleme mit den Handschuhen, wenden Sie sich an Ihre Stationsleitung, Ihre Pflegedienstleitung bzw. Ihre Betriebsärztin/Ihren Betriebsarzt. Ansprechpartner/-in bei fehlenden Handschuhen: Weitere Informationen zu Handschuhen finden Sie in der Kurzunterweisung Auswahl von Handschuhen.

Seite 28 / 36 Ansprechpartner (Station / Ambulanz / OP) An wen wende ich mich... beim Auftreten von Hautveränderungen oder Hauterkrankungen? bei Unverträglichkeit von angebotenen Hautschutz-, Hautreinigungs- oder Hautpflegemitteln? bei Unverträglichkeit von angebotenen Schutzhandschuhen?

Seite 29 / 36 Ansprechpartner An wen wende ich mich... wenn die im Hautschutzplan genannten Hautschutz-, Hautreinigungs- oder Hautpflegemittel nicht oder nicht in ausreichender Menge vorhanden sind? wenn die im Handschuhplan genannten Handschuhe nicht oder nicht in ausreichender Menge vorhanden sind? An wen wende ich mich... wenn die angebotenen Hautschutz-, Hautreinigungs- oder Hautpflegemittel mir für meine Arbeitsaufgabe ungeeignet erscheinen? wenn die angebotenen Schutzhandschuhe mir für meine Arbeitsaufgabe ungeeignet erscheinen?

Seite 30 / 36 Ansprechpartner An wen wende ich mich... wenn ich Fragen zum Hautschutz in meinem Arbeitsumfeld beantwortet haben möchte? An wen können sich meine Ansprechpartner im Hautschutz oder auch ich selbst mich bei unserem Unfallversicherungsträger (UVT) wenden, wenn sie oder ich Fragen haben?

Seite 31 / 36 Hilfe durch den Unfallversicherungsträger Zu den Aufgaben der Unfallversicherungsträger (UVT) gehört es, Sie gegen die Folgen einer im Beruf erworbenen Erkrankung abzusichern. Aber der UVT kümmert sich auch intensiv um die Vorbeugung von beruflich bedingten Hauterkrankungen. Belastungen der Haut sind der häufigste Grund für gesundheitliche Probleme im Beruf. Gute Chancen, den Arbeitsplatz zu behalten, hat derjenige, der die notwendigen Präventionsmaßnahmen beachtet bzw. rechtzeitig eine Therapie beginnt. Dies kann Behandlungsverläufe verkürzen, die Lebensqualität verbessern sowie Arbeitsunfähigkeitszeiten vermeiden.

Seite 32 / 36 Hilfe durch den Unfallversicherungsträger Prävention Die UVT sind verpflichtet, vorbeugende Maßnahmen und Leistungen einzusetzen, um die Entstehung von Berufskrankheiten zu verhindern. Hautarztverfahren Treten Hautveränderungen auf, wird das Hautarztverfahren eingeleitet, damit verhindert werden kann, dass durch eine berufliche Tätigkeit eine Hauterkrankung entsteht, wiederauflebt oder sich verschlimmert. Es bietet für UVT und Ärzte eine gemeinsame Grundlage, berufsbedingte Hauterkrankungen frühzeitig zu erfassen und schnell und effektiv geeignete Maßnahmen zu ergreifen, damit Betroffene ihre berufliche Tätigkeit fortsetzen können.

Seite 33 / 36 Hilfe durch den Unfallversicherungsträger Bitte nehmen Sie Warnzeichen Ihrer Haut ernst, zum Beispiel Rötungen, Risse oder Juckreiz. Suchen Sie Hilfe bei Betriebs- und Hautärztinnen/-ärzten. Diese leiten das Hautarztverfahren ein. Es wird vom UVT finanziert und überwacht, dieser stößt gegebenenfalls geeignete Maßnahmen zur Lösung von Problemen an. Wird das Hautarztverfahren eingeleitet, bedeutet dies nicht automatisch die Anerkennung der Hauterkrankung als Berufskrankheit. Hierfür müssen weitere Voraussetzungen erfüllt sein. Jedoch übernimmt der UVT für eine begrenzte Zeit alle Kosten für die Heilbehandlung, Schulung, Beratung und Ausstattung mit persönlichen Hautschutzmitteln.

Seite 34 / 36 Hilfe durch den Unfallversicherungsträger Beratung und Information Antworten auf viele Fragen zu Arbeits- und Gesundheitsschutz finden Sie auf den Internetseiten der Unfallversicherungsträger (UVT): Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege www.bgw-online.de speziell zum Hautschutz im Kundenzentrum unter Hauptsache Hautschutz und unter schu.ber.z. Unfallkasse Nordrhein-Westfalen www.unfallkasse-nrw.de www.gesundheitsdienstportal.de Für Ihre ganz persönliche Beratung gibt es spezielle Ansprechpartner beim zuständigen Unfallversicherungsträger (UVT).

Seite 35 / 36 Hilfe durch den Unfallversicherungsträger Beratung und Information Für Ihre ganz persönliche Beratung wenden Sie sich bitte an den für Sie in Ihrem Bundesland zuständigen Unfallversicherungsträger (UVT). In Nordrhein-Westfalen sind dies: Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege BGW Schu.ber.z Köln Telefon: (0221) 3772-368 schuberz-koeln@bgw-online.de BGW Schu.ber.z Bochum Telefon: (0234) 3078-651 schuberz-bochum@bgw-online.de Die Beratung erfolgt vertraulich: Ihren Arbeitgeber informiert der UVT nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung und nur in dem Umfang, der zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen erforderlich ist.

Seite 36 / 36 Hilfe durch den Unfallversicherungsträger Beratung und Information Für Ihre ganz persönliche Beratung wenden Sie sich bitte an den für Sie in Ihrem Bundesland zuständigen Unfallversicherungsträger (UVT). Für kommunale Kliniken und Heime sowie Gesundheitseinrichtungen des Landes Nordrhein-Westfalen: Unfallkasse Nordrhein-Westfalen Regionaldirektion Rheinland Telefon: (0211) 2808-0 rheinland@unfallkasse-nrw.de Regionaldirektion Westfalen-Lippe Telefon: (0251) 2102-0 westfalen-lippe@unfallkasse-nrw.de Die Beratung erfolgt vertraulich: Ihren Arbeitgeber informiert der UVT nur mit Ihrer ausdrücklichen Zustimmung und nur in dem Umfang, der zur Umsetzung von Schutzmaßnahmen erforderlich ist.