Allgemeiner Überblick 2016

Ähnliche Dokumente
Allgemeiner Überblick 2015

Allgemeiner Überblick 2012

Allgemeiner Überblick 2012

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) 2007

Statistisches Bundesamt

- Die Fallwerte zeigen in Bandbreite und nach Dienstart unterteilt die Anzahl der DRG-Fälle pro Vollkraft/Jahr.

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Allgemeine Informationen zum Angebot des Statistischen Bundesamtes im Bereich der Krankenhausstatistik

Leistungsdaten der deutschen Kliniken im DRG-Bereich TOP 10 Basis-DRGs 2012 nach Casemix (Inlier 2012; absteigend sortiert)

Planbetten und aufgestellte Betten 2009

BARMER GEK Report Krankenhaus 2015

insgesamt 1) männlich weiblich insgesamt 1) männlich weiblich Anzahl

2015 in 105 Einrichtungen. insgesamt 1) männlich weiblich insgesamt 1) männlich weiblich Anzahl

Kosten und Diagnosedaten der Krankenhäuser 2008

Die Entwicklung der Krankenhausbehandlungen

Die Qualitätsindikatoren zu Demenz und Delir des QKK e. V.

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Einführung: Was ist die Hospital Standardized Mortality Ratio (HSMR)?

Die Entwicklung der Krankenhausbehandlungen

Basiskennzahlen der stationären Krankenhausversorgung in Deutschland

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Krankenhäuser in Sachsen vor den Herausforderungen des demografischen Wandels. Krankenhausforum Sachsen am in Leipzig

im Bereich des Gesundheitswesens in Thüringen bis 2035 Zukünftige Entwicklung Aufsätze Teil 2: Krankenhausbehandlungen

Hinweise der Selbstverwaltungspartner zur Abrechnung und Handhabung des DRG-Systemzuschlags 2003

Dekubitusprophylaxe (Modul DEK)

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

Qualitätsergebnisse Jahr 2009 Universitätsspital Basel

Qualitätsergebnisse Jahr 2009 Klinikum der Universität Münch

Gesundheit. Statistisches Bundesamt

DRG-Entgelttarif 2014 für Krankenhäuser im Anwendungsbereich des KHEntgG und Unterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

Änderungen in den Deutschen Kodierrichtlinien 2006

Gesundheitsberichterstattung Berlin

Qualitätsergebnisse Oberschwabenklinik Krankenhaus Bad Waldsee. IQM - Zielwert IQM - Durchschnittswert. Fallzahl. < Erwartungswert 8,0%

Fast Entbindungen in den Krankenhäusern des Landes Bremen

Allgemeine Angaben der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie

Das medizinische Personal als Produktionsfaktor im Krankenhaus?

DRG-Entgelttarif 2014 für Krankenhäuser im Anwendungsbereich des KHEntgG undunterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

Christophorus-Kliniken GmbH Coesfeld, Dülmen, Nottuln

IQM - Zielwert IQM - Durchschnittswert. Fallzahl. < Erwartungswert 8,0% von von von von 21.

IQM Durchschnittswert Fallzahl. 19,5 % von ,5 (256) ,9 % von ,47 % 201 von ,11 % 63 von 55.

Krankenhausfälle. Jahr 2015 (IST) männlich. weiblich. insgesamt

Streichung folgender OPS-Kodes - und damit Streichung der den Kodes zugeordneten Zeilen - aus dem Anhang 2 zum EBM

DRG-Entgelttarif 2017 für Krankenhäuser im Anwendungsbereich des KHEntgG und Unterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

Kann man die Qualität in der Palliativmedizin messen? Die Indikatoren des QKK e. V.

DRG-Entgelttarif 2013 für Krankenhäuser im Anwendungsbereich des KHEntgG und Unterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

Fallprüfungen. trifft. Düsseldorf 08. Oktober Dr. Rainer Funk Arzt für Chirurgie / Plastische Chirurgie -Handchirurgie / Sozialmedizin

BARMER GEK Report Krankenhaus 2016

Entgelttarif gemäß Krankenhausentgeltgesetz (KHEntgG) für das Universitätsklinikum Regensburg und Unterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

Dialyseshunt und DRG System. K. Lange

Was macht das DRG- Fallpauschalensystem so teuer?

DRG-Handbuch Hämatologie und Onkologie Version 2008

DRG-Entgelttarif (gültig ab )

Die folgenden Hinweise sollen die Abrechnung und Handhabung des Systemzuschlags im Jahr 2012 verdeutlichen.

Qualitätssicherung bei Fallpauschalen und Sonderentgelten. Basisstatistik

DRG-Entgelttarif 2015 für Krankenhäuser im Anwendungsbereich des KHEntgG und Unterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

Stand Klarstellungen der Vertragsparteien nach 17b Abs. 2 Satz 1 KHG zur Fallpauschalenvereinbarung 2008 (FPV 2008)

DRG-Entgelttarif 2013 für Krankenhäuser im Anwendungsbereich des KHEntgG und Unterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

DRG: Verschlüsseln leicht gemacht

Anlage 1 DRG-Entgelttarif für Krankenhäuser

TK- Krankenhaus-Patientenbefragung 2013: Daten und Fakten zur Methodik

DRG - Entgelttarif und Behandlungskostentarif für die Medizinische Hochschule Hannover Unterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

Sehr geehrte Patientin, sehr geehrter Patient, in der Anlage erhalten Sie den Pflegekostentarif für 2015.

DRG-bezogene Blutprodukt- Verbrauchsstatistiken aus Krankenhausinformationssystemen

Waldkrankenhaus St. Marien ggmbh

Gesundheit. Statistisches Bundesamt. Todesursachen in Deutschland. Fachserie 12 Reihe 4

OPS 2017 Systematisches Verzeichnis - Änderungen im Einheitlichen Bewertungsmaßstab (EBM) Anhang 2

DRG-Entgelttarif für Krankenhäuser im Anwendungsbereich des KHEntgG und Unterrichtung des Patienten gemäß 8 KHEntgG

IQM - Zielwert IQM - Durchschnittswert. Fallzahl. < Erwartungswert 8,5% von von von

Auswirkungen der DRG-Einführung auf den ambulanten und stationären Langzeitbereich

Transkript:

Allgemeiner Überblick 2016 Auf Basis der Fallpauschalenbezogenen Krankenhausstatistik (DRG- Statistik) wurden im Jahr 2016 knapp 19 Mill. Patientinnen und Patienten 1 aus der vollstationären Krankenhausbehandlung entlassen. Dies waren 1,6 % mehr als im Jahr zuvor. 53 % der Behandelten waren weiblich, 47 % männlich. Im Durchschnitt waren die Patientinnen und Patienten 55 Jahre alt. Die durchschnittliche Verweildauer in den Einrichtungen lag bei 6,2 Tagen und hat sich im Vergleich zum Vorjahr nicht verändert. Bei 47 % der Fälle erfolgte der Krankenhausaufenthalt aufgrund der Einweisung durch einen Arzt und bei 45 % aufgrund eines Notfalls. Im Hinblick auf den Entlassungs-/Verlegungsgrund wurde die Behandlung bei 87,5 % der Patientinnen und Patienten regulär (davon auch z. T. mit nachstationärer Behandlung) beendet. In 2,4 % der Fälle wurde die Behandlung gegen ärztlichen Rat beendet. Die meisten Behandlungsfälle in der Fachabteilung Innere Medizin Der größte Teil der Patientinnen und Patienten wurde in den Fachabteilungen Innere Medizin (5,8 Mill. Fälle), Allgemeine Chirurgie (3,0 Mill. Fälle) sowie Frauenheilkunde und Geburtshilfe (2,1 Mill. Fälle) behandelt. Die durchschnittliche Verweildauer der Behandelten lag in der Inneren Medizin bei 5,7 Tagen, in der Allgemeinen Chirurgie bei 5,9 Tagen sowie in der Frauenheilkunde und Geburtshilfe bei 3,6 Tagen. Wie im Vorjahr wurden die Patientinnen und Patienten am häufigsten aufgrund von Krankheiten des Kreislaufsystems (2,9 Mill. Fälle) sowie von Krankheiten des Verdauungssystems (2,0 Mill. Fälle) und aufgrund von Verletzungen, Vergiftungen und anderen Folgen äußerer Ursachen (2,0 Mill. Fälle) behandelt. Im Hinblick auf operative Eingriffe bei Männern lagen die sonstigen Operationen am Darm (182 135) im Jahr 2016 an erster Stelle. Auf den weiteren Plätzen folgten der Verschluss eines Leistenbruchs (Hernia inguinalis 156 708 Fälle) sowie der Zugang zur Lendenwirbelsäule, Kreuzbein oder Steißbein (147 798 Fälle). 1,6 Prozent aller DRGs machen rund ein Viertel des gesamten vollstationären Leistungsspektrums aus Die Versorgung gesunder Neugeborener (639 891 Fälle), die Speiseröhrenentzündung, Magen-Darm-Entzündung oder verschiedene Krankheiten der Verdauungsorgane (495 027 Fälle) und die vaginale Entbindung (383 024 Fälle) waren im Jahr 2016 die insgesamt am häufigsten abgerechneten Fallpauschalen (DRGs). Von den rund 1 200 abrechenbaren DRGs machten dabei die zwanzig häufigsten 27 % und die fünfzig häufigsten DRGs 43 % des gesamten DRG-Leistungsspektrums aus. In Bezug auf die Hauptdiagnosegruppen MDCs (Major Diagnostic Categories) erfolgten die größten Zuwächse gegenüber dem Vorjahr im Kapitel Verbrennungen (7 %). Danach folgten die MDCs Neugeborene (6,7 %) sowie die MDCs Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett (5,8 %). Die größten Rückgänge zeigten sich bei den Verletzungen, Vergiftungen und toxische Wirkungen von Drogen und Medikamenten (4,7 %) und der PräMDC (2,5 %) sowie der MDCs HIV (2,3 %). Die bei den Behandelten am häufigsten gestellte Hauptdiagnose war mit Ausnahme der gesunden Neugeborenen die Herzinsuffizienz (I50) mit 455 250 Fällen. Die entsprechenden zu diesem Krankheitsbild gestellten wichtigsten Nebendiagnosen waren die chronische ischämische Herzkrankheit (I25), Vorhofflimmern und Vorhofflattern (I48) und die essentielle (primäre) Hypertonie (I10). 38 % der Krankenhauspatienten wurden operiert Im Berichtsjahr 2016 wurden bei den vollstationär in Krankenhäusern versorgten Patientinnen und Patienten insgesamt 58 Mill. Operationen und medizinische Prozeduren durchgeführt. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Zunahme um 5,6 %. Dabei wird jedoch nicht berücksichtigt, ob der Zuwachs auf Veränderungen des Operationen- und Prozedurenschlüssels oder auf andere Gründe zurückzuführen ist. Die Anzahl der Krankenhausfälle, bei denen eine Operation oder medizinische Prozedur durchgeführt wurde, stieg im selben Zeitraum um 3,6 % auf 16,0 Millionen. Bei 7,1 Millionen Fällen wurde eine Operation durchgeführt (38 % aller Fälle). Nach OPS-Kapiteln betrachtet lagen mit 28,6 % Operationen (16,7 Mill.) an erster Stelle, an zweiter Stelle folgten mit 25,8 % nichtoperative therapeutische Maßnahmen (15,0 Mill.) und an dritter Stelle mit 21,0 % die bildgebende Diagnostik (12,3 Mill.). Spitzenreiter unter den durchgeführten Operationen auf Ebene der sogenannten Bereichsüberschriften waren auch im Jahr 2016 Operationen an den Bewegungsorganen (4,6 Mill.), gefolgt von Operationen am Verdauungstrakt (2,5 Mill.) sowie Operationen an Haut und Unterhaut (1,4 Mill.). Bei Frauen wurde auf Basis der 4-Steller am häufigsten die Rekonstruktion weiblicher Geschlechtsorgane nach Ruptur/Dammriss (341 637 Fälle) durchgeführt, gefolgt vom sonstigen Kaiserschnitt (254 264 Fälle) und anderen Operationen am Darm (213 260 Fälle). 1 Im Berichtsjahr aus der vollstationären Krankenhausbehandlung entlassene Patientinnen und Patienten einschl. Sterbe- und Stundenfälle. Diese werden im Folgenden Fälle bzw. Patientinnen und Patienten genannt. In die Statistik einbezogen sind ausschließlich Krankenhäuser, die nach dem DRG- Vergütungssystem abrechnen und dem Anwendungsbereich des 21 KHEntgG unterliegen. Das Behandlungsspektrum von Patientinnen und Patienten insbesondere in psychiatrischen sowie psychotherapeutischen Einrichtungen wird dementsprechend nicht abgebildet.

Abbildung 1: Krankenhauspatientinnen und -patienten 2016 nach Altersgruppen in 1 000 insgesamt männlich weiblich 2 200 2 000 1 800 1 600 1 400 1 200 1 000 800 600 400 200 unter 1 1-5 5-10 10-15 15-20 20-25 25-30 30-35 35-40 40-45 45-50 50-55 55-60 60-65 65-70 70-75 75-80 80-85 85+ davon im Alter von... bis unter... Jahre

Abbildung 2: Behandlungsfälle 2016 nach den 10 größten Fachabteilungen und Geschlecht in 1 000 männlich weiblich Innere Medizin 2 903 2 866 Allgemeine Chirurgie Frauenheilkunde und Geburtshilfe Neurologie 1 523 1 522 319 1 775 514 541 Pädiatrie Kardiologie Unfallchirurgie Urologie 493 443 522 376 404 456 591 212 Orthopädie Intensivmedizin 321 409 335 257 0 500 1 000 1 500 2 000 2 500 3 000 3 500 4 000 4 500 5 000 5 500 6 000 Abbildung 3: Operationen und Prozeduren der Patientinnen und Patienten 2016 nach OPS- Kapiteln Ergänzende Maßnahmen 3,4 Mill. Medikamente 0,3 Mill. Bildgebende Diagnostik 12,3 Mill. 16,7 Mill. Operationen 58,4 Mill. 10,6 Mill. Diagnostische Maßnahmen 15,0 Mill. Nichtoperative therapeutische Maßnahmen

Abbildung 4: Die 10 häufigsten Operationen der Patientinnen und Patienten 2016 nach Geschlecht in 1 000 männlich weiblich Andere Operationen am Darm Rekonstruktion weiblicher Geschlechtsorgane nach Ruptur, post partum [Dammriss] Zugang zur Lendenwirbelsäule, zum Os sacrum und zum Os coccygis Endoskopische Operationen an den Gallengängen Andere Sectio caesarea (Kaiserschnitt) Implantation einer Endoprothese am Hüftgelenk Chirurgische Wundtoilette [Wunddebridement] u. Entfernung von erkranktem Gewebe an Haut u. Unterhaut Arthroskopische Operation am Gelenkknorpel und an den Menisken Offene Reposition einer Mehrfragment-Fraktur im Gelenkbereich eines langen Röhrenknochens Cholezystektomie 182 213 342 148 152 125 142 254 90 143 135 98 125 107 68 146 81 123 0 50 100 150 200 250 300 350 400 Abbildung 5: Die fünf häufigsten Fallpauschalen (DRGs) der Patientinnen und Patienten 2016 Versorgung eines Neugeborenen, Aufnahmegewicht über 2500 Gramm, ohne größere Operation, ohne Beatmung über 95 Stunden (P67D) 639 861 Speiseröhren- oder Magen-Darm-Entzündung oder versch. Krankheiten der Verdauungsorgane, ohne kompiziernede Diagnose (G67C) 495 027 Vaginale Entbindung ohne komplizierende Diagnose (O60D) 383 024 Herzinsuffizienz und Schock ohne äußerst schwere CC oder ohne Dialyse, ohne Reanimation, ohne komplizierende Diagnose (F62B) 332 392 Nicht operativ behandelte Erkrankungen und Verletzungen im Wirbelsäulenbereich, mit schwerer CC (I68D) 330 342 0 200 000 400 000 600 000

Abbildung 6: Die größten Zuwächse/Rückgänge nach Hauptdiagnosegruppen (MDCs) 2016 in Prozent MDC 22 Verbrennungen 7,0 MDC 15 Neugeborene 6,7 MDC 14 Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett 5,8 MDC 18A HIV -2,3 Prä-MDC -2,5 MDC 21B Verletzungen, Vergiftungen und toxische Wirkungen von Drogen und Medikamenten -4,7-6 -4-2 0 2 4 6 8