Im Dschungel der EASA



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Transkript:

European Aviation Safety Agency Im Dschungel der EASA A guided tour with Jo Konrad (DULV) 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 1

Stationen und Wegpunkte Historie Joint Aviation Authorities (JAA) Übergang von JAA zu EASA Die Evolution der Requirements EASA-Verordnungsstruktur Evolution der EASA Ausblick in Bezug auf Springen Ausblick in Bezug aufs Absetzen Meilensteine 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 2

Joint Aviation Authorities (JAA) Zusammenschluß der europäischen Nationalen Luftfahrtbehörden (NAA) Gegründet 1970 Vorrangiges Ziel: Entwicklung von gemeinsamen Zertifizierungs- Standards für große Luftfahrzeuge Hauptsächliches Produkt: JARs Joint Aviation Requirements 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 3

Von den USA lernen heißt siegen lernen! Vorbild der JAA = FAA (Federal Aviation Administration) Übertragung der FARs in JARs und TSO in JTSO. Beispiele: FAR 23 = JAR 23 (Flugzeuge) FAR 1 = JAR 1 (Definitionen) JAR 1 regelt womit sich die JAA befasst und womit nicht 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 4

JAR 1: Populäres Ausnahme- Beispiel Microlight is an aeroplane having no more than two seats, Vso not exceeding 35 knots (65 KM/h) CAS, and a maximum take-off mass of no more than:- - 300 kg for a landplane, single seater; or - 450 kg for a landplane, two-seater; or - 330 kg for an amphibian or floatplane, single seater; or - 495 kg for an amphibian or floatplane, two-seater, provided that a microlight capable of operating as both a floatplane and a landplane falls below both MTOM limits, as appropriate. Das heißt im Klartext: Es gab keine gemeinsamen Standards für UL alles verbleibt in nationaler Eigenständigkeit. 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 5

Übergang von JAA zu EASA JAA hatte nur Richtlinen-Kompetenz Das heißt: Gemeinsame Standards werden erst durch nationales Recht umgesetzt! 2003 Schaffung der EASA durch die EG-Verordnung 1592/2002 Das heißt: Basierend auf EG- Verordnung sind EASA-Regulierungen automatisch verbindliches EU-Recht! 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 6

Die Evolution der Requirements! Aus JAR s werden Certification Specifications (CS) Certification Specifications sind die Basis für das Typ-Certificate = Musterzulassung für Luftfahrzeuge Aus JTSO werden ETSO ETSO sind Zulassungen gemäß europäischer technischer Standardzulassung für Bau- und Ausrüstungsteile 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 7

EASA-Verordnungsstruktur Verordnung (EG) 1592/2002 Basic Regulation Verordnung (EG) 1702/2003 Initial Airworthiness Implementing Rules Verordnung 2042/2003 Continious Airworthiness Implementing Rules Rules Part 21 AMC AMC / GM GM CS Certification Specifications Part M Continuing Airworthiness Part 145 Maintenance Organisation Approvals Part 66 Certifying Staff Staff Part 147 Training Organisation Requirements 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 8

Die Evolution der TSO Verordnung (EG) (EG) 1592/2002 Basic Basic Regulation Verordnung (EG) (EG) 1702/2003 Initial Initial Airworthiness Impl. Impl. Rules Rules CS CS Certification Specifications ETSO C23d JTSO C23d TSO C23d SAE AS8015b Parachute Assemblies and and Components, Personnel 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 9

Evolution der EASA! Die Basic Regulation 1592/2002 bestimmt lediglich die Verantwortlichkeit der EASA für die Lufttüchtigkeit (Airworthiness) der Produkte Ausgenommen sind die Geräte in Annex II 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 10

Evolution der EASA! (die 2.) Die Basic Regulation 1592/2002 soll erweitert werden um die EASA- Zuständigkeit für Lizenzen und Flugbetrieb Damit wäre die klassische Trias des Regelungsbedarfs in der Luftfahrt erfüllt: Technik Lizenzen - Flugbetrieb 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 11

Evolution der EASA! (die 3.) Kommissions Entwurf zur Änderung der 1592/2002 vom Nov. 2005 Vorschlag zur Einführung neuer Definitionen (commercial operations, complex aircraft, recreational operations, assesment bodies) Vorschlag zur Einführung einer Recreational Private Pilot Licence (RPPL) Vorschlag zur Einführung von Grundlegenden Anforderungen für Flugbetrieb und Lizenzierung 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 12

Evolution der EASA! (die 4.) Einrichtung einer EASA-Arbeitsgruppe (MDM 032) zur Vorbereitung der Umsetzung der genannten Vorschläge: Recreational Private Pilot Licence (RPPL) Recreational Aircraft (in Stufen bis 5.7 t) Verwaltung durch Assessment Bodies Ergebnis: Advanced Notice of proposed Amendments (A-NPA) vom Okt. 2006 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 13

Evolution der EASA! (die 5.) Ministerrat lehnt ab: Recreational Private Pilot Licence (RPPL) Einführung eines vereinfachten Medicals Recreational Aircraft (in Stufen bis 5.7 t) Abgrenzung bis max. 2 t Verwaltung durch Assessment Bodies Nicht die EASA soll Assessment Bodies beauftragen sondern die Nationen. Änderung des Annex II Ergebnis: Konfusion bei der Arbeitsgruppe MDM 032 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 14

Evolution der EASA! (die 6.) Knackpunkt in der COM 579 Abgrenzung von gewerblich und nichtgewerblich: recreational operation means any non commercial operation with a noncomplex-motor-powered aircraft; commercial operation means a remunerated aeronautical activity covered by a contract between an operator and a customer, where the customer is not, directly or indirectly, an owner of the aircraft used for the purpose of this contract and the operator is not, directly or indirectly, an employee of the customer;!!!!!!! 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 15

Ausblick in Bezug auf Springen Fallschirmsport - Verbleib im Annex II Weiterhin nationale Verantwortlichkeit für den Fallschirm-Sport: Technische Zertifizierungen bleiben national, könnten aber durch mutual recognition quasi zum Europa-Standard werden! Lizenzen ebenfalls national mit gegenseitiger Anerkennung! Sprungbetriebliche Regelungen national (Lufträume etc.) mit europäischer Anpassung Außerhalb Annex II In the Scope of EASA Zertifizierungen europaeinheitlich durch EASA - aber auch mit Part 21 (DOA, POA etc) und Part M etc. Lizenzen europaeinheitlich - aber auch mit Verlust der nationalen Freiheiten und kulturellen Eigenheiten. Betriebliche Regelungen evtl. europaeinheitlich mit nationalen Varianten. 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 16

Ausblick in Bezug aufs Absetzen Die Frage nach commercial oder recreational Macht es Sinn, Flugzeuge nach der recreational Kategorie zu haben oder zu bekommen? Evtl. abgespeckte Musterzulassung und Instandhaltung Evtl. Recreational Pilot Licence Zu beachten ist die harsche Abgrenzung von commercial nach COM 579 Brauchen wir lobbying zur Änderung dieser Definition? Die EASA/Kommission kennt nur to be or not to be Commericial Recreational (=non commercial) Die ICAO kennt eine feinere Abstufung: Commercial aviation General aviation Aerial work 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 17

Meilensteine Publish interim report on the concept for regulatory system and implementation measures July 2006. The interim report will be circulated as an A-NPA in accordance with article 14 of the Rulemaking procedures Opinion to modify regulation (EC) 1592/2002 to introduce the new concept for airworthiness shall be issued by March 2007 following accelerated consultation process. Opinion to modify airworthiness implementing rules not linked to the change to regulation (EC) 1592/2002 shall be issued by March 2007 following accelerated consultation process NPA to change airworthiness implementing rules and associated AMC linked to the change to regulation (EC) 1592/2002 shall be ready by September 2007. 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 18

Ende Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit! Applaus? Diskussion? 18.11.2006 DFV-SiTA 2006 in Schweinfurt 19