Kompakt. Die Pharmaindustrie in Deutschland

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1 1 Kompakt Die Pharmaindustrie in Deutschland

2 2 Der vfa ist der Verband der forschenden Pharma- Unter nehmen in Deutschland. Er vertritt die Interessen von 44 weltweit führenden Herstellern und ihren über 100 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa repräsentieren rund zwei Drittel des gesamten deutschen Arzneimittelmarktes und beschäftigen in Deutschland fast Mitarbeiter. Mehr als davon arbeiten in Forschung und Entwicklung.

3 Vorwort Vor 100 Jahren wurde ein Mensch durchschnittlich nur 50 Jahre alt. Heute leben wir in Deutschland im Schnitt 30 Jahre länger auch dank des medizinischen Fortschritts. Die Versorgung durch Medikamente hat daran einen großen Anteil. Die forschenden Pharma-Unternehmen arbeiten kontinuierlich an der Verbesserung der Lebensqualität der Menschen. Was wir bisher erreicht haben und an welchen Projekten wir aktuell forschen, können Sie in Kompakt nachlesen. Zugleich belegen die Zahlen: Die pharmazeutische Industrie ist ein stabiler und wichtiger Faktor der Volkswirtschaft in Deutschland: Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie hoch qualifizierte Beschäftigte sind dabei unser herausragender Mehrwert. Birgit Fischer Hauptgeschäftsführerin des vfa

4 Inhalt Die forschenden Pharma-Unternehmen in der Patientenversorgung Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland 4 Medikamente und Lebenserwartung 5 Entwicklung der Überlebensraten bei Krebserkrankungen 6 Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen 8 AIDS 9 Medikamentenprojekte der vfa-mitglieder mit Aussicht auf Zulassung bis Zulassungen für Medikamente mit Orphan-Drug-Status 12 Forschungsausgaben der vfa-mitgliedsunternehmen 13 Die forschenden Pharma-Unternehmen in der Volkswirtschaft Beschäftigte in den vfa-mitgliedsunternehmen 15 Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse in Deutschland 16 Exportquote der Pharma-Unternehmen in Deutschland 17 Wertschöpfung 18 Investitionen 19 Mehrwertsteuer auf Medikamente im europäischen Vergleich 20 Steuerliche Forschungsförderung in Europa, USA und Japan 22 Rabatte der pharmazeutischen Unternehmen 24

5 Die forschenden Pharma-Unternehmen in der Patientenversorgung 3

6 4 Entwicklung der Lebenserwartung in Deutschland in Jahren 2009/ /06 82,7 77,7 82,1 76,6 1999/01 81,1 75,1 1994/96 80,0 73,8 1989/91 79,1 72, Frauen Männer Quelle: destatis Nicht zuletzt dank neuer Medikamente hat sich die durchschnittliche Lebenserwartung in den letzten 20 Jahren erhöht.

7 5 Medikamente und Lebenserwartung Prozentualer Anteil neuer Medikamente am Anstieg 2,0 1,96 1,5 1,0 0,79 0,5 40% 0, Steigerung gesamt Steigerung durch neue Medikamente Quelle: The Impact of New Drug Launches on Longevity; Frank R. Lichtenberg; 2005 Die Innovationen der forschenden Pharma-Unternehmen leisten beim Anstieg der Lebenserwartung einen entscheidenden Beitrag. Rund 40 Prozent der gewonnenen Lebensjahre gehen auf die Verfügbarkeit innovativer, besserer Medikamente zurück.

8 6 Entwicklung der Überlebensraten bei Krebserkrankungen über einen Zeitraum von 5 Jahren in Prozent Männer Lunge Magen Leukämie Darm Niere Harnblase Melanom Prostata Hoden Quelle: Robert-Koch-Institut, 2012 Neue pharmazeutische Krebstherapien sorgen dafür, dass mehr Menschen länger und bei gleichzeitig besserer Lebensqualität mit Krebs leben können. Manche Krebsarten sind heute nur noch in geringem Maße tödlich, sie sind zur chronischen Krankheit geworden.

9 7 Frauen Lunge Magen Leukämie Darm Niere Harnblase Gebärmutter Brust Melanom

10 8 Todesfälle aufgrund von Herz-Kreislauf-Erkrankungen Anzahl der Todesfälle ,5% Quelle: destatis Auch Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind heute besser behandelbar als noch vor 30 Jahren. Dank immer neuer, besserer Medikamente ist die Anzahl der Todesfälle seit 1980 um fast 30 Prozent gesunken.

11 9 AIDS Von der tödlichen zur behandelbaren Krankheit Von 200 Infizierten entwickeln 55 Aids, 29 sterben Von 200 Infizierten entwickeln 5 Aids, 3 sterben Kombinationsbehandlung (HAART) erfordert ca. 40 Tabletten täglich Behandlung erfordert manchmal nur noch 1 Tablette täglich Aus einer tödlichen Infektionskrankheit ist durch inzwischen 25 neue Wirkstoffe eine chronische Krankheit geworden. Quelle: vfa Mitte der 90er Jahre mussten mit HIV Infizierte bis zu 40 verschiedene Tabletten am Tag nehmen. Dennoch erkrankte jeder Vierte an AIDS und die Sterblichkeit war hoch. Heute müssen dank der Innovationen der forschenden Pharma-Unternehmen Infizierte nur noch eine Tablette täglich nehmen. Die Krankheit bricht nur noch bei jedem Vierzigsten aus.

12 10 Medikamentenprojekte mit Aussicht auf Zulassung bis 2017 Projekte der vfa Mitglieder; Verteilung auf versch. med. Gebiete Gesamtzahl der Projekte: 324 Sonstige medizinische Gebiete 1 2% chronisch-obstruktive Lungenkrankheit 2% Psychische Erkrankungen 2 5% Neurodegenerative Erkrankungen 3 2% andere Erkrankungen des Nervensystems 2% Schmerzen 3% Urologische Krankheiten 4 2% Entzündungskrankheiten 5 17% Frauenspezifische Erkrankungen 4 1% Augenkrankheiten 2% Quelle: vfa Die forschenden Pharma-Unternehmen widmen sich vor allem den Krankheitsfeldern, die in der Gesellschaft des längeren Lebens entstehen. Die Schwerpunkte ihrer Forschungsprojekte liegen in den Bereichen Krebs, Infektionskrankheiten und Herz-

13 11 12% Infektionskrankheiten 5% Diabetes Typ 2 1% andere Stoffwechselkrankheiten 6 8% Herz-Kreislauf-Erkrankungen 1% Osteoporose 2% Blutbildungsstörungen 33% Krebs 1 auf jedes einzelne davon entfällt 1% oder weniger 2 Depression, Schizophrenie, bipolare Störung u.a. 3 Alzheimer, Parkinson u.a. 4 ohne Krebserkrankungen 5 Rheumatoide Arthritis, Asthma, Multiple Sklerose, 6 Morbus Crohn, Schuppenflechte u.a. 6 (keine Infektionskrankheiten) 6 ohne Diabetes Typ 2 Kreislauf-Erkrankungen. Wenn die Projekte erfolgreich sind, können schon in den nächsten Jahren innovative Medikamente gegen mehr als 100 Krankheiten auf den Markt kommen.

14 12 Zulassungen für Medikamente mit Orphan-Drugs-Status¹ Anzahl in der Europäischen Union ab 2000 europäische Orphan-Drug-Verordnung in Kraft ² ¹ bzw. vor 2000: Medikamente, die für den Status qualifiziert gewesen wären ² erwartete Zulassungen (Stand: August 2013) Quelle: vfa Aber nicht nur die großen Volkskrankheiten stehen im Fokus der Unternehmen. Auch für seltene Krankheiten, von denen nur sehr wenige Menschen betroffen sind, werden regelmäßig neue Therapien entwickelt, die den Betroffenen erstmals eine Therapie gegen ihre Leiden ermöglicht.

15 13 Forschungsausgaben der vfa-mitgliedsunternehmen in Milliarden Euro , , , , ,1 0,0 1,0 2,0 3,0 4,0 5,0 Quelle: vfa Um immer mehr Krankheiten immer besser behandelbar zu machen, investieren die forschenden Pharma-Unternehmen wie kaum eine andere Branche in Forschung und Entwicklung: Über fünf Milliarden Euro jährlich, 14 Millionen täglich. Das sind rund zehn Prozent der gesamten Forschungs ausgaben der Industrie in Deutschland.

16 14 Die forschenden Pharma-Unternehmen in der Volkswirtschaft

17 15 Beschäftigte in den vfa-mitgliedsunternehmen Anzahl Beschäftigte insgesamt FuE-Beschäftigte ab 2010: Werte nur eingeschränkt mit den Vorjahren vergleichbar (Umstellung der Statistik) 2012: vorläufige Werte; Quelle: Stifterverband, vfa Fast Menschen beschäftigen die Mitgliedsunternehmen des vfa in Deutschland. Ein Großteil davon in hochqualifizierten Posi tionen. Rund ein Fünftel unserer Mitarbeiter ist in Forschung und Entwicklung beschäftigt. Kaum eine andere Branche hat einen ähnlich hohen Anteil an Forschungsmitarbeitern.

18 16 Produktion pharmazeutischer Erzeugnisse in Deutschland Milliarden Euro Veränderung zum Vorjahr in Prozent 15 10,6 10 9,2 8,4 4,6 5 2,8 3,5 2,3 2,8 0,2 0,8 1,6 2,5 0, : vorläufige Werte; Quelle: destatis, vfa Im Jahr 2011 wurden in Deutschland pharmazeutische Erzeugnisse im Wert von 28 Milliarden Euro produziert. Dies ist gegenüber 2000 eine Steigerung von über 55 Prozent. Dies zeigt den wachsenden Bedarf an Medikamenten aber auch, dass die pharmazeutische Industrie eine stabile Branche der deutschen Volkswirtschaft ist.

19 17 Exportquote der Pharma-Unternehmen in Deutschland Auslandsumsatz in Prozent des Gesamtumsatzes 70 66,8 62, , , , : vorläufige Werte; Quelle: destatis Der deutsche Arzneimittelmarkt als Absatzmarkt verliert für die Hersteller an Bedeutung. Stattdessen wird der Export von Medikamenten Made in Germany immer wichtiger: Wurden 1995 nur ein Drittel aller in Deutschland produzierten Medikamente exportiert, sind es heute bereits zwei Drittel.

20 18 Wertschöpfung Netto-Wertschöpfung je Beschäftigtem 2010 in Tausend Euro Pharmazeutische Industrie 125 Chemische Industrie 101 Kraftfahrzeugbau 77 Elektrotechnik 73 Maschinenbau 64 Verarbeitendes Gewerbe insgesamt Quelle: destatis Die pharmazeutische Industrie ist eine der Branchen, deren Mitarbeiter die höchste Wertschöpfung am Standort Deutschland erwirtschaften. Davon profitiert unsere Volkswirtschaft!

21 19 Investitionen in Prozent des Umsatzes Herst. von DV-Geräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen Pharmazeutische Industrie Kraftfahrzeugbau 6,1 3,3 3,3 Chemische Industrie 3,1 Verarbeitendes Gewerbe insgesamt 3,0 Maschinenbau 2, Stand: 2011; Quelle: destatis Bei den Investitionen ist die pharmazeutische Industrie einer der Spitzenreiter der Industriebranchen. Sie investieren jährlich mehr als eine Milliarde Euro fast 4 Prozent des Umsatzes in Maschinen und Gebäude.

22 20 Mehrwertsteuer auf Medikamente im europäischen Vergleich Stand: 1. Januar 2013; Quelle: vfa Fast überall in Europa gelten für Medikamente reduzierte Mehrwertsteuersätze. In einigen Ländern entfällt die Mehrwertsteuer sogar ganz. Deutschland ist eines der wenigen Länder, das den vollen Satz verlangt.

23 Island 25,5% Dänemark, Norwegen 25% Bulgarien 20% Deutschland 19% Tschechien 14% Lettland 12% Finnland, Italien, Österreich, Slowakei 10% Estland, Rumänien 9% Slowenien 8,5% Polen, Serbien, Türkei 8% Griechenland 6,5% Belgien, Niederlande, Portugal 6% Litauen, Kroatien, Ungarn, Zypern 5% Spanien 4% Luxemburg 3% Schweiz 2,5% Frankreich 2,1% Irland, Malta, Schweden, Vereinigtes Königreich 0% Keine Angaben 21

24 22 Steuerliche Forschungsförderung in Europa, USA und Japan Stand: 2013; Quelle: OECD, IW Köln Durch die steuerliche Forschungsförderung können bessere Rahmenbedingungen für mehr Wachstum geschaffen werden. Nicht umsonst gibt es sie in fast allen Industrienationen.

25 23 USA Japan Länder mit steuerlicher Forschungsförderung Länder ohne steuerliche Forschungsförderung: Deutschland, Estland, Lettland, Litauen, Luxemburg, Rumänien, Schweden, Schweiz, Zypern Keine Angaben Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft fordern sie seit langem auch für Deutschland.

26 24 Rabatte der pharmazeutischen Unternehmen in Milliarden Euro Vertraglich vereinbarte Rabatte Gesetzliche Rabatte Stand: Bundesministerium für Gesundheit, IGES, vfa Die gesetzlichen Rabatte der pharmazeutischen Unternehmen sind 2012 auf fast 2,6 Mrd. Euro angewachsen. Dieses Volumen wird voraussichtlich 2013 nochmals übertroffen. Die zusätzlichen, vertraglich vereinbarten Rabatte beliefen sich 2012 auf fast 2,4 Mrd. Euro In zunehmendem Maße werden auch für patentgeschützte Innovationen Rabattverträge abgeschlossen.

27 3 Impressum Herausgeber Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.v. Hausvogteiplatz Berlin Druck Ruksaldruck Gestaltung adlerschmidt kommunikationsdesign Bildnachweis S. 1 vfa S. 3 Fotolia S. 14 Getty Images Stand Dezember 2013 Weitere Medien des vfa finden Sie unter:

28 vfa Hausvogteiplatz Berlin Telefon Telefax

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